Worum es hier geht

Sonntag, 31. Juli 2016

Babysteps ... bei der Saftkur

gefastet: 15 Tage
Gewicht: 103,5 kg = -6,6 kg
Sport: Hunderunde


Nachdem ich gestern einmal unmutig in meinen Blog hier gegrummelt habe, ging es mir tatsächlich gleich wieder besser.

Die halbe Zeit laufe ich nämlich mit so einem freudigen Grinsen durch die Gegend, das ich mir selbst nicht glaube und das eigentlich auch nur meine Hunde und Katzen zu sehen bekommen.
Ich versuche mir selbst vorzumachen, dass ich glücklich und zufrieden bin und gehe mir damit selbst auf den Wecker.
Kaum höre ich mit dem Selbstbetrug auf, merke ich, dass ich glücklich und zufrieden bin.
Befremdlich.

Der Alien sendet unermüdlich Bilder aus dem fernen Christchurch - sogar mit Herzchen, jawohl!
Seine Frage, wie es mir denn so geht, habe ich mit "saftig!" beantwortet.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich ihn vermisse und ob es für ihn erfreulich oder eher belastend wäre, dies zu äußern.
Es gilt das mütterliche Nest zu einem Basecamp umzurüsten, damit die Kinderlein fröhlich ihre Gipfel erklimmen können und immer wissen, dass es hier jederzeit vegane Sushitorten und ein glückliches Mutti gibt.

Was meine Bedürfnisse angeht, sind die Kinder einerseits nicht zuständig und andererseits doch Hauptlieferanten von Dingen wie Glück, Anerkennung und Sinn. Nur eben nicht aktiv, sondern passiv.

Aaaaaaber auf den Nachwuchs wollte ich gar nicht hinaus ... menno ... wieder thematisch vom Weg abgekommen.
Ich bin unzufrieden!
So, wie es jetzt ist, gefällt es mir nicht!
Und das habe ich auch gestern in den Blog gegrummelt.

Und dann ging mir auf, dass ich ja nicht in meiner unbefriedigenden Lage ausharre, sondern kräftig am Steuerrad drehe um die Titanic meines Lebens zu wenden.

Streng genommen, ist gar kein Eisberg in Sicht und ich wende einfach so, raus aus der Kälte, hin Richtung Südsee.
Nachdem ich nun über Monate, Monate, Monate meine Arbeit vernachlässigt habe, bin ich nun fast am Boden meiner Mailbox angekommen und habe einige Ideen für einen Tick mehr Schwung und Freude, die ich nach und nach einfließen lassen werde.
Obwohl es schmerzt, entscheide ich mich immer und immer wieder gegen billige und peinliche Ideen, mehr Geld in die leeren Kassen fließen zu lassen.
Lieber drehe ich erneut an der "Ausgaben-Schraube"
Gemüsesaft mit einem hohen Anteil aus Äpfeln und "Wildgemüse" aus dem eigenen Garten, senkt zB die Lebenshaltungskosten noch einmal ganz ungemein.

Nebenbei wird entrümpelt.
Etwas "feige" habe ich offiziell einfach noch mal mit der eigentlich noch ganz gut sortierten Küche begonnen.
Wenig wunderlich also, dass ich mit dem täglichen Küchenfach schnell durch bin.
Meist marschiere ich dann auch noch mal in das zur Abstellkammer verkommenen Büro, greife mir dann genau 1 Teil und bringe es hin, wo es hingehört.
Müll, Gemach der Prinzessin, Ufo (Zimmer des Aliens) - sonstwohin.

Das Lustige ist:
da keiner von beiden hier ist, zeigen selbst diese entrümpelnden Babyschrittchen langsam Erfolg.
Im Büro klafft eine sichtbare Lücke im Chaos!

Beim Putzen verfahre ich ganz genau so.
Damit ich nicht jeden Tag das ganze Haus schrubbe und die Hunde/Katzen es täglich gleich wieder verdrecken, habe ich das Haus sozusagen in Planquadrate eingeteilt.
Gegen ein täglich geschrubbtes Haus spricht einfach der Umstand, dass ich dann alle anderen Aufgaben völlig vernachlässigen muss ...
So putze, entrümple, arbeite und erschlanke ich täglich ein wenig mehr.
Die Wasserflaschen sind natürlich echt, echt, echt kindisch, aber irgendwann habe ich genug für ein Wasserbett beisammen ... bzw. plötzlich finde ich mich in meiner inneren Südsee wieder.

Bis dahin werde ich natürlich noch oft grummeln und unzufrieden sein, aber ein Blick auf die dussligen Flaschen und mir geht wieder das Licht auf:
ja, ich bin ja dabei!

Gestern stand ich zB im Flur und wollte wie gewohnt aufräumen.
Nur:
der Flur war ordentlich!
Also, noch ein Teil aus dem Büro gepflückt.

Samstag, 30. Juli 2016

Das Saftfasten weckt den Grinch in mir

gefastet: 14 Tage
Gewicht: 103,7 kg = -6,4 kg
Sport: Hunderunden


Doch, doch, es geht mir gut und ich saftfaste so vor mich hin.
Aber wieder hat das "Abnehmen" den Effekt, dass ich erst mal monströs fett geworden bin.
Also, mental.
Ich bin noch immer damit beschäftigt, die Kilos abzunehmen, die ich eigentlich gar nicht zugenommen habe.
Mental hatte ich doch gut 20 kg abgenommen und machte doch nur eine kleine Pause, bevor ich weiter abnähme.
Dass ich alles wieder zugenommen hatte, hielt ich recht geschickt von meinem Bewusstsein fern.
Kaum hatte ich aber 1 kg erfolgreich abgenommen, haute mein Unterbewusstsein 19 gut verleugnete Kilos um die Ohren und mir dröhnt noch immer der Schädel.

Dazu kommt, dass der Alien weg ist und ich erst mal lernen muss, wieder "ich" zu sein.
Noch immer flöte ich ein "uns geht es prima!" ins Telefon und erzähle automatisch dazu, wie es meinen Kindern geht, wenn ich gefragt werde, wie es mir geht.

Wenn ich mir das verkneife, rede ich tatsächlich von meinen Hunden und Katzen.

Wah!

Dazu kommt, dass es mir eigentlich gar nicht soooo gut geht.
Mein doofes Knie macht mir Kummer.
Wenn ich eine Weile gesessen habe und mich dann wieder erhebe, halte ich mich erst einmal am Stuhl fest und gucke, was das Knie so meint. Dann marschiere ich los - die ersten Schritte habe ich das Gefühl, mein linkes Bein hinter mir herzuzerren, bis das Knie geruht, seinen Job wieder reibungslos zu machen.
Wenn ich erst einmal eine Weile gegangen bin, ist alles gut.
Abends schmiere ich Voltaren aufs Knie und hoffe auf nächtliche Wunderheilung.

Warum ich nicht zum Arzt gehe?
hahaha
Kommt eine Hundertkilo Frau zum Arzt und jammert, dass ihr linkes Kniegelenk schmerzt ...
Der wundert sich dann eher, dass das rechte Knie nicht auch schmerzt.
Vermutlich muss ich vorher ein Stündchen warten, bevor wir dann beide ratlos mein Knie angucken und er mich dann an einen Experten überweist.
Dann hole ich mir einen Termin - nächster Termin frei im Januar.
2018 natürlich - ich bin Kassenpatient ...
Und bis dahin hat sich mein Knie längst wieder berappelt.
Also lasse ich das mit dem Arzt.

Außerdem habe ich zuviel zu tun um Zeit in Wartezimmern zu verplempern und mir dort einen Virus einzufangen, den ich noch gar nicht kannte und dessen Bekanntschaft mich auch nicht weiter erfreut.

Es ist verrückt:
ich frage mich, wie ich das jemals geschafft habe, die Kinderlein, Haus, Garten und Haustiere zu versorgen UND nebenbei auch noch zu arbeiten.
Mir ist allerdings sehr einleuchtend klar, warum ich so herzlich wenig Privatleben habe.
Mehr Privatleben wünsche ich mir derzeit aber auch nicht.
Eine Freundin versucht sich gerade beim Dating und mir reichen die Erfahrungen aus 2. Hand.
Ein Mann um die 60 hat ihr gönnerhaft erklärt, dass jüngere Frauen ja ganz nett für zwischendurch seien, aber von denen könne keine anständig bügeln!
Mit "jünger" meinte er übrigens nicht die knapp 50 Jahre meiner Freundin, sondern irgendwas bei 30.
Nö, nö, Frauen um die 40 sind in Männeraugen gleichaltrig mit 60.
Basta!
Und bisher entpuppten sich die Dates meiner Freundin weniger als feurige Liebhaber, interessante Gesprächspartner oder potentielle Begleiter für Reisen, Oper und Museen, als vielmehr Männer auf der Suche nach einer kostenlosen Haushälterin und Altenpflegerin.
Ooooooder es melden sich ganz erstaunlich junge Männer, die schon immer mal eine Alte f***en wollten.
Der Charme von "Jugend forscht" ...

Kenne ich ja noch ... hin und wieder bin ich ja ...* genug, doch mal wieder eine Kontaktanzeige aufzugeben.
Bei * fehlt mir das passende Adjektiv.
Irgendwas wie "betrunken" aber ohne Alkohol.

Meine letzte Anzeige dümpelt noch irgendwo rum ... ich habe nicht mehr reingesehen, nachdem ich 3 Mails an einen Mann vergeudete, bis er fragte, ob es mir etwas ausmachen würde, beim Sex Gummistiefel zu tragen.
Mein Kopfkino hat seither ein gewisses Vergnügen daran, mir dauernd mit nackten Männern in Gummistiefeln erotische Träumereien zu versauen.

Lassen wir das (erstmal ...)

Übe ich erst einmal, dass der Aufwand lohnt.
Ein latentes "der Aufwand lohnt doch nicht für mich allein" spielt derzeit nämlich Bremswagen in meinem Leben.
Ich merke, dass sogar die Hunde mehr innerlich gerechtfertigte Gründe für Aufwand sind, als "ich allein".
Einen Strauß Blumen im Garten pflücken und auf den Tisch stellen, nur für mich und meinen Saft?
Ans Meer fahren?
Nach Hamburg und ins Museum gehen?

Ich arbeite daran ...





Mittwoch, 27. Juli 2016

Zurück zum Saftfasten

gefastet: 11 Tage
Gewicht: 104,3 kg = -5,8 kg
Sport: ein Waldspaziergang und eine Entrümplungsaktion


Die Rückkehr zum Saft war nicht ganz einfach.

Es fühlte sich weniger nach dem 11. Fastentag an, als vielmehr dem 1. Fastentag und mir kamen dauernd verfressene Ideen in den Kopf. Wären Lebensmittel in meiner Reichweite gewesen, wäre ich sicherlich schwach geworden.
Allerdings war es auch kein echter Hunger, denn dann hätte ich sicherlich machbare Ideen entwickelt, die das Kochen des vorhandenen Gemüses beinhaltet hätten.
Stattdessen forderte irgendwas in mir mich energisch auf, in den Supermarkt zu fahren und Erdnussbutter zu kaufen.
Ich wollte crunchy Erdnussbutter direkt aus dem Glas löffeln!
Ganz viel davon.

Gar nicht so einfach, das jetzt aufzuschreiben, denn mein Magen, der alte Verräter, reagiert gerade mit einem deutlichen:
"Igitt!"

Am späteren Abend musste ich den Fernseher lauter stellen, damit ich ihn auch vom Bad aus hören konnte, da auch meine Verdauung den ersten Fastentag noch einmal nachstellte ...
Und nachts zog ich einen neuen Trampelpfad zwischen meinem Bad und der Toilette.

Teuer bezahlte nächtliche Sushi-Orgie mit dem Alien, der heute Morgen übrigens gut in Christchurch angekommen ist.

Die Waage verblüffte mich dann fast, denn zum letzten Wiegen hatte ich gleich 600 Gramm abgenommen.
Fast ... dann kam ich darauf, dass ich für diese 600 Gramm 5 Tage gebraucht hatte.

Ich denke mal, dass ich jetzt wieder fest im "Saft-Sattel" sitze.

Die Tatsache, jetzt ganz allein hier zu wohnen, führte hin und wieder zu Luftblasen, die sich nach Leere anfühlten.
Aber es gelang mir, mich nicht hineinzusteigern.
Eine kleine Tagträumerei dreht sich um die Rückkehr des Aliens und davor noch die der Prinzessin.
Mir ist absolut bewusst, dass keiner von beiden ernsthaft zu verblüffen ist - ich bin "das Mutti" und Anerkennung von den eigenen Kindern gibt es nur in amerikanischen Spielfilmen.
Aber dennoch habe ich das Ziel, Haus, Garten und meine Pfunde in den Griff zu bekommen.

Und hier also weiterhin 6 Flaschen, aber die 6. ist nun schon deutlich voller als letzten Freitag:

Dienstag, 26. Juli 2016

Ausgeflogen

Gestern war es dann so weit:
ich spielte Pinguin - lächeln und winken, lächeln und winken, lächeln und winken.

Als mein Alien dann nach zig Kontrollen aus der Sicht verschwand, brach ich erst einmal ungestört in Tränen aus.
Damit war ich am Hamburger Flughafen durchaus nicht allein.
Wieder etwas gefasster begab ich mich runter zum Ankunftsschalter, bestellte mir einen Eiskaffee, guckte glücklichen Menschen zu, die glücklich gelandete Menschen abholten und freute mich schon mal auf die Rückkehr des Aliens in ca einem Jahr.

Immerhin habe ich dort auch die Prinzessin nach einem Jahr in Australien wieder abgeholt.
Der Vorteil der Jahre:
sie vergehen!

An dem Eiskaffee und der fehlenden Wasserkollektion merkt Ihr schon, dass ich in Sachen Saftfasten nachlässig war.
Ein wenig.
Nicht zu arg.

Samstag habe ich dem Alien einen Taco-Salat gemacht und tatsächlich rein gar nichts genascht.
Ich bin bekennend Chips-Süchtig, aber alle Tortilla-Chips wanderten aus der Tüte auf den Salat und mit dem Alien dann aus dem Haus.
Aber für den Sonntag wünschte man sich Sushi.
Ich machte also leckeres Avocado-Sushi und Sushi-Röllchen mit Frühlingszwiebel, Gurke und eingelegter Paprika.
Sehr lecker.
Ich weiß das, da ich zuerst einmal die unansehnlichen Enden der Rollen vernaschte, wenn ich sie in Sushi-Happen schnitt.

Plötzlich kamen Freunde und verschleppten den Alien.
Da war ich dann ganz allein mit dem restlichen Reis und einer ganzen Platte wundervollsten Sushis.
Die Platte wanderte in den Kühlschrank, aber der restliche Sushireis landete in mir.

Nachts rief der Alien an und fragte, ob ich nicht ganz große Lust hätte, ihn da abzuholen, wo er gerade war ...
Wieder daheim, machten wir uns über die Sushi-Platte her.
Nachts mit dem Alien Sushi naschen, war Klasse - und er gab mir nicht viel ab.

Mittags war es dann Zeit, ihn nach Hamburg zu fahren.
Ihm stand (und steht) eine Monsterreise bevor.
Erst einmal nach Dubai, dann weiter nach Sydney, dann weiter nach Christchurch und zwischendurch immer noch ein paar Stunden warten.
Morgens hatte er sich also eine vegane Pizza gemacht und die restliche Sushi-Platte verputzt.
Im Flughafen gab es dann noch vegane Wraps für ihn und den ersten Eiskaffee mit reichlich Sirup und Sahne für mich.

Nach dem Abschied den nächsten Eiskaffee für mich, bevor ich dem Parkhaus mein Auto abkaufte:
12,50 Euro! *kreisch*
und zum Coffee to Fly fuhr.

Ein Tipp, wenn Ihr mal in Hamburg seid und richtig schön Flugzeuge gucken wollt.
Man sieht die Starts und Landungen dort viel besser als von der Flughafen-Aussichtsplattform aus.

Nach einem kapitalen Gewitter und mit deutlicher Verspätung kam dann die Emirates-Maschine samt Alien:

Habe ich erwähnt, dass mein Vater bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam?

Auf dem Nachhauseweg gab es noch einen Eiskaffee mit Sahne und Sirup.
Und ich kaufte mir 2 neue Handtücher, denn der Alien hatte im letzten Moment meine Lieblings-Handtücher eingepackt.
Ich wollte einfach nicht die herzlose Mutter sein, die ihn bittet, die Handtücher darunter zu nehmen, die deutlich billiger waren, als die, die er gerade einpackte.
In unserem Outletcenter ist gerade Schlussverkauf und so gönnte ich mir lieber 2 neue Tücher.
Und 2 zu enge Pullis.
Man kann nie genug zu enge Pullis haben ...

Ok, die beiden Pullis sollen mich eher wieder auf die Saftkur bringen.
Da nun weit und breit erst mal niemand mehr zu bekochen und verwöhnen ist, bin ich auch sehr zuversichtlich, dass die restlichen Tage weniger Verlockungen bereithalten.

Mal schauen, was die Waage morgen zu meinen Eskapaden zu sagen hat.
Heute haben wir uns gegenseitig ignoriert.

Freitag, 22. Juli 2016

Saftkur macht müde

gefastet: 6 Tage
Gewicht: 104,9 kg = -5,2 kg
Sport: ein Waldspaziergang


In 6 Tagen über 5 kg abzunehmen - da kann man sich natürlich nicht beschweren.
Aber wenn man gut 10 kg vor sich selbst verleugnet hat, ist man doch erstaunt, wie lange sich etwas hält, was doch eigentlich gar nicht zählt ...

Gestern habe ich denn auch mal körperlich gespürt, dass ich faste.
Wegen der Hitze, über die ich mich keinesfalls beschweren möchte, denn endlich ist auch im Norden etwas Sommer angekommen - habe ich die Hunderunde in den Wald verlegt.
Und weil sie am Strandtag sehr kurz gekommen waren, wählte ich gleich eine gut einstündige Runde, bei der ich an einigen Badestellen für Hunde vorbei kam.
Zu Beginn des Spaziergangs war ich gleich mehrfach versucht, mich auf dem Absatz umzudrehen und zum Auto zurückzukehren.
Ich ging nicht, ich schleppte mich und stieß dabei immer wieder gegen Hitzewände, die ich nur Dank der sofort hilfreich herbei eilenden Mücken überwinden konnte.
Ich war sehr froh, als ich den Weg dann tatsächlich geschafft hatte und wieder beim Auto ankam.

Ich war derart geschwitzt, dass ich daheim nur duschen konnte und dann, obwohl es erst 18 Uhr war in meinen Schlafanzug schlüpfte.
Eigentlich hatte ich noch zu arbeiten, aber mein Körper befahl mich in eine schläfrige Waagerechte.
Ich gab nach, döste ein wenig und sah Serien, bis es endgültig Schlafenszeit war.

Heute ist schon der 7. Tag.
Ich muss mir ein veganes Sushi ausdenken, das sich mein Alien zum Abschied wünscht.
Kaum zu fassen, dass Sonntag dann für eine ganze Weile unser letzter Tag sein soll, bevor ich ihn Montag zum Flughafen bringe.
Ich bin sehr froh, dass ich die Saftkur bereits begonnen habe, denn sie hält mich gut beschäftigt.

Ganz modern habe ich via Facebook erfahren, dass meine Prinzessin ihren Beziehungsstatus geändert hat.
Immerhin kenne ich den jungen Mann ganz gut, der in diesen Beziehungsstatus involviert ist.

Schöne neue Welt :)

Donnerstag, 21. Juli 2016

Saftkur am Strand

gefastet: 5 Tage
Gewicht: 105,4 kg = -4,7 kg
Sport: Entrümpeln


Sehr lustig ...
Tagelang ringe ich um einen neuen Rhythmus für meinen Alltag
und kaum habe ich - fast - einen gefunden,
werfe ich alles über den Haufen und fahre an den Strand.

Es ist schon verrückt.
Eigentlich sollte ich alle Zeit der Welt haben, denn der Alien ist nicht da und durch die Saftkur steht kein Kochen an
- aber statt mehr, schaffe ich eher weniger, habe dadurch aber nicht mehr Freizeit.
Stattdessen verbringe ich mehr Zeit "pseudoarbeitend".
Hätte ich einen Chef und Kollegen, wären diese überzeugt, dass ich sehr tüchtig bin und viel arbeite.
Nur habe ich weder Chef noch Kollegen und mich selbst täusche ich nicht.

Gestern schleppte ich wieder 2 Gartenstühle zum Abfallhof und merkte wie überzeugend sommerlich warm es doch war.
Wieder daheim, wühlte ich meinen Badeanzug aus dem Schrank, zog ein Sommerkleid drüber und glitt mit meinen frisch entwässerten Füßen in Sandalen - keine Riemchensandalen.
Der Weg zurück in die Riemchensandalen ist noch etwas länger - aber zu normalen Sommersandalen reicht es immerhin schon.
Dann noch ein Strandtuch, Krimi und eine Flasche Saft.
Beim Aufräumen hatte ich noch einen Kasten Saft entdeckt, den ich für die letzte Saftkur angeschafft und vergessen hatte.
Und dann ab an die Nordsee.
Ok, ab ans Wattenmeer.
Das ist schon ein Unterschied, denn je nach Uhrzeit ist man allein am Strand.
Allein mit ganz vielen Urlaubern, aber ohne Wasser.
Ich gönnte mir einen Strandkorb mit wundervollem Blick auf ... den Schlamm.
Wäre ich bis 22 Uhr geblieben, hätte ich die Rückkehr des Wassers erlebt ...




Ich mag das Meer auch ohne Wasser und so saß ich vergnügt lesend in meinem Strandkorb.
"Furchtbar lieb" von Helen FitzGerald
So zum Ende hin, sollte es lieber "furchtbar böse" heißen.
Zum Ende hin IST es furchtbar böse.
Aber auch sehr ok.
Keine Ahnung, wann ich das mal gekauft hatte - es war aber eine gute Entscheidung gewesen.
Ich mag Bücher mit scheinbar überraschenden Wendungen, die sich aber eigentlich durchaus schon angekündigt hatten.
Nö, mehr verrate ich nicht und wer es lesen mag, sollte sich auch keine Rezensionen durchlesen, denn damit nimmt man sich den Lesespaß.

Zwischendurch ging ich zum "Wasser", duschte meine Füße wieder sauber und bemerkte, dass mich jemand anstarrte.
Ich habe ein schauderhaftes Personengedächtnis und grüße daher immer nett.
Aber diesmal wurde mir schnell klar, dass der Mann mich nicht kannte, sondern einfach gaffte, weil ich nun einmal eine 100 kg Frau in einem türkisen Leo-Badeanzug war.
Eine umwerfende Frau in einem türkisen Leo-Badeanzug, beschloss ich und warf ihm einen "stell dich hinten an!"-Blick zu, bevor ich hoheitsvoll zu meinem Strandthron Strandkorb zurückkehrte.
Pöh!


Strand ohne Tochter ist übrigens anders.
Man muss die Lage des Strandkorbes akzeptieren, denn alleine kann man ihn nicht drehen oder ziehen.
Und:
Männer gaffen Mutti an.
Davor war ich sonst durch das langbeinige Wesen im Bikini eigentlich sehr sicher ...

Übrigens trage ich sehr bewusst einen bunten Badeanzug.
Mir ist irgendwann aufgefallen, dass die Tarnfarben nicht wirken,
Gesehen wird man ja doch.
Da kann man also von vornherein einfach Spaß haben.

Als der Strandkorbverleih gegen 20 Uhr schließen wollte, brachte ich meinen Schlüssel zurück und fuhr wieder nach hause.
Der Strandkorbverleih ist gleichzeitig Cafe/Restaurant/(saubere Toilette) und liegt direkt hinter dem Deich.
Der Friteusen-Geruch war sehr sehr verlockend und mein Magen knurrte einmal laut und vernehmlich um darauf hinzuweisen, dass er gerne etwas aus der Friteuse hätte.
Backfisch, Fritten, Schnitzel oder meinetwegen auch frisch fritierte Badeschlappen!
Ich versuchte an schieres Frittenfett zu denken - lecker! seufzte mein Magen.
Ich dachte an schieres Frittenfett in das der Koch gespuckt ... gepinkelt hatte!
(als es noch kalt war ...)
Blöde Kuh!, seufzte mein Magen.

5 Safttag geschafft!




Mittwoch, 20. Juli 2016

Saftfasten - ich werde schusselig ...

gefastet: 4 Tage
Gewicht: 105,8 kg = -4,3 kg
Sport: Haushalt und Entrümpeln


Die Schusseligkeit kommt, fiel mir gerade so auf, als ich mich redlich bemühen musste, bis ich mich überhaupt erinnern konnte, was ich gestern so getrieben habe.
Wenig.
Dies sei aber auch der Sonne geschuldet, die nun endlich auch im Norden mal scheint.
Und mit Norden meine ich Norden.
Nach Hamburg muss ich gut eine Stunde immer Richtung Süden fahren.
Bei den derzeitigen Staus und Baustellen auch länger.
Und genau bei Hamburg endete auf der Wetterkarte bei den Nachrichten in der letzten Zeit auch immer alles, was anderswo als Hitzewelle und Sommer angekündigt wurde.

Also bewegte ich mich nur einmal zum Einkaufen, einmal zum Abfallhof und zur Hunderunde aus den schattigen Teilen meines Gartens.
Die Hunderunde absolvierte ich träge, aber ohne Pausen, denn sobald ich stehen blieb, verwechselten mich die Mücken mit Futter und fielen über mich her.
Die Kombination aus Hunden und Mücken macht also fit.
Auch musste ich mit den Hunden weiter gehen als sonst, da ich unseren wundervollen Ball-an-Strippe beim allerersten Wurf nicht auf die Wiese, sondern unrettbar in einen Baum warf und ich also nicht in Ruhe herumstehen und den Ball werfen konnte um meine Hunden den nötigen Auslauf zu garantieren.

Während ich mit dem schmerzenden Knie so durch den Wald humpelte, musste ich an Gilbert Grape denken.
Kennt Ihr den Film?
Wenn nicht, guckt ihn Euch an, denn er ist echt Klasse.
Johnny Depp ist noch jung, Leonardo di Caprio noch jünger


Was mich auf den Film brachte, ist die Mutter.
Yep, gestern überkam mich dann noch ein wenig der Kummer über den doofen JoJo, bzw. meinen Fatalismus im Frühjahr, mit dem ich ihn sehenden Auges zuließ.
Evtl. war ein wenig Kummer mal nötig und es war schon ganz gut, dass ich das Grübeln zu dem Thema auf den 4. Fastentag verschoben hatte, denn so konnte ich dem anklopfenden Selbsthass entgegen halten, dass ich die Titanic übrigens schon gewendet hätte und mich bereits auf dem Rückweg befände.

Immerhin bin ich gestern auch wieder dazu gekommen, einen Saft frisch zuzubereiten
und 2 Gartenstühle zum Abfallhof zu tragen.
Der befindet sich eine Straße weiter - und da ich ein winziges Auto habe, ist ein Hintragen für Sperriges die beste Lösung.

Heute Morgen habe ich gestaunt, dass gleich wieder ein komplettes Kilo verschwunden ist.
Gut, dass ich gestern neues Wasser gekauft hatte, sonst würden mir die Flaschen ausgehen :)


Dienstag, 19. Juli 2016

Saftfasten - läuft bei mir :)

gefastet: 3 Tage
Gewicht: 106,9 kg = -3,2 kg
Sport: Haushalt und Entrümpeln


Fastentag Nummer 3 lief auch erstaunlich problemlos.
Ich sollte mich freuen - falsch, ich freue mich auch, aber eigentlich wollte ich doch diesmal notieren, welche Probleme es wann beim Fasten gibt und wie man sie lösen kann.
Nicht, dass ich hier nach Problemen rufe, aber wenn ich nun täglich:
lief super!
schreibe, könnte das langweilig werden.

Nun, immerhin hatte ich gestern Besuch von einem jungen Mann und seinem Fahrrad.
Ich hatte ihm eine Tiefkühlpizza gekauft, was bei den Warmduschern übrigens absolut nicht gefordert wird.
Eigentlich wird gar nichts gefordert :)
Man kann sich registrieren lassen und dann kann man auf Radtouren bei Fremden um einen kostenlosen Schlafplatz/Dusche bitten.
Ich mag solchen Gastgeberkram, auch wenn ich selbst mit dem Fahrrad derzeit kaum bis in den Nachbarort käme.
Couchsurfer zieht es selten in mein Dörfli, aber für Fahrradfahrer liege ich wohl günstig auf der Route nach Skandinavien.
Diesmal fragte ein junger Holländer an, der nach Dänemark weiter radelt.
Ein blutjunger, sportlicher Kerl, der erst einmal duschen ging.
Also; ein blutjunger, sportlicher, frisch geduschter Kerl.
Und was mache ich?
Erzähle ununterbrochen von meinen Kindern und Haustieren ... aber ich merke gerade, das gehört in den anderen Blog :)

Eine Tiefkühlpizza erschien mir genial, denn wenn man jungen Männern eine Pizza serviert, bleibt nichts übrig, was man dann bei Mondschein kalt zu Saft erklären und herunterschlingen könnte!

Die Rechnung ging auf:
die Pizza verschwand restlos!

Gestern wollte ich eigentlich im Garten weitermachen, aber meine Fußböden schrien:
"wisch mich!"
und so staubsaugte und wischte ich erst einmal ... alles.
Das matte, lustlose Durchhängen in den ersten Tagen des Saftfastens, will wohl nicht stattfinden.
Ich hoffe, es kehrt sich nicht um und ich erlebe 4 kraftvolle Anfangstage und dann 56 Tage Fastentief ...

Nach dem Staubsaugen und Wischen, sah ich dank meiner putzmunteren Schweißdrüsen aus, wie frisch geduscht.
Noch ein Grund, diese Gewichtsklasse wieder verlassen zu wollen, denn bei geringster Antstrengung läuft der Schweiß und meine Haare sehen aus, als lebte ich seit Wochen hinter einer Mülltonne.
Auch mein Körpergeruch passt dazu.
Mist ...
So muss ein Tag gut durchgeplant sein, denn "täglich duschen" muss reichen und darf kein "täglich mehrfach duschen!" werden.
Eine Freundin gab mir den Rat, meine Haare nicht täglich zu waschen, da sie dann schneller fettig werden.
Momente, in denen ich freundlich, nichtssagend und aufs Äußerste interessiert nicke.
Wenn meine Kopfhaut alle Schleusen öffnet und den Körper tüchtig beim Schwitzen unterstützt, werden meine Haare fettig.
Punkt.
Tägliches Haarewaschen ist da unumgänglich.

Nachdem ich also wieder blitzblank geschrubbt war und gut roch, suchte ich mir weniger schweißtreibende Aufgaben und brachte endlich die Kabelkiste weg, als ich Einkaufen fuhr.
Darum heißt der Blog ja "ordentlich abnehmen", da ich das Entrümpeln von Körper und Haus zusammen durchziehen möchte.
Da aber prompt der Hinweis kam, dass nicht jeder, der entrümpeln möchte, auch was vom Abnehmen hören möchte, bekam das Entrümpeln seinen eigenen Blog.
In einem weiteren Blog altere ich ...
Ja, ich glaube auch, dass ich es übertreibe :)

Nach dem Einkauf machte ich mir dann endlich mal einen Gemüsesaft, bevor das Gemüse im Kühlschrank zu kompostieren begann.
Und ich glaube, jetzt habe ich einen neuen Rhythmus für mich gefunden, indem ich all die Dinge, die mir derzeit wichtig sind, unter einen Hut bekommen kann.

Drückt mir die Daumen!

Montag, 18. Juli 2016

Saftfasten Erfahrung

gefastet: 2 Tage
Gewicht: 107,2 kg = -2,9 kg
Sport: Gartenarbeit :)


Man sollte ja meinen, ich habe nun reichlich Erfahrung beim Saftfasten und wüsste, wie es im Allgemeinen läuft und wie es bei mir selbst so ankommt.
Dachte ich auch und so ging ich davon aus, dass ich ca. 3-4 Tage eher schlapp herumhängen würde.
Als ich aber gestern in den Garten ging, fiel mir eine Koniferenhecke ins Auge, die mit Unterstützung von Brombeeren versuchte, die Herrschaft über diesen Garten an sich zu reißen.
Brennnesseln, Diesteln und Giersch tun ihr bestes um dies zu verhindern ...
Mittendrin wachsen überall niedliche kleine Ableger meiner Eiche, Esche, Pflaumen und ...
Landleben halt - mein Garten ist sehr groß und wenn ich in den Garten gehe, möchte ich ein Buch und einen Kaffee mit raus nehmen, keine Harke oder so.
Aber gestern störte mich diese Hecke denn doch und so nahm ich mit einer einfachen Gartenschere bewaffnet den Kampf auf und zwang die Hecke wieder in ihr eigentliches Revier zurück.
Da sich die Brombeeren und mein übergewichtiger Körper nach Leibeskräften gewehrt hatten, war ich danach zerkratzt, verschwitzt und mein Rücken hatte mir den Krieg erklärt.
Aber gibt es etwas Schöneres, als den Anblick eines riesigen Gestrüpp-Gebirges, das jetzt nur noch in die Kompost-Ecke des Gartens geschafft werden muss.
(mir geht es nicht um Kompost - das ist eher so eine "Naturschutzzone")
Bis zum Herbst werde ich meinen Garten zum Fitnesscenter erklären und mich nach und nach einmal herumwühlen - und dann wieder von vorne anfangen.
Da mein linkes Knie weiterhin herumzickt, brauche ich über so etwas wie Joggen derzeit wirklich nicht nachzudenken - und da mich selbst einfaches Gehen immer wieder dazu verlockt, die Umgebung zu bewundern und dafür stehen zu bleiben, wäre Joggen auch ohne zickendes Knie (noch) keine Option.

Abends blieben die kalten Füße und das Frösteln aus.
Es ging mir gut.
Verrückt!

Ich war fast beruhigt, als mich dann abends eine plötzliche Sehnsucht in die Küche trieb und ich tatsächlich noch eine angebrochene Packung Mandeln in den Backzutaten fand.
Vor dem Fasten hatte ich sie als unbedenklich eingeordnet ... heute werde ich gleich noch einmal schauen, was ich besser noch entsorge (die Dose mit den Backzutaten hatte ich wohl übersehen und bevor ich dann heute Abend an einem Stück Kuvertüre nage - "zartbitter und somit doch eigentlich Saft?!" - kommt die ganze Dose nun auch in gute Hände außerhalb meiner abendlichen Reichweite)

Jaja, immer lustig, wenn Leute meine Disziplin bewundern.
Die kennen mich abends nicht :)
Ich erschwere mir die Heißhunger gesteuerte abendliche Nahrungssuche so gut ich kann:
schon am frühen Abend schlüpfe ich in meinen Schlafanzug, trage dick die Nachtcreme auf und verhindere damit einen spontanen Ausflug zur nächsten Tankstelle, wo es Eis und Pizza gibt ...
Dieser idiotische Heißhunger hat nichts mit Hunger zu tun, sonst wäre ich vormittags auch hungrig.
Heißhunger ist böse und man agiert wie unter Hypnose.
Also, zumindest ich tue das ...

Das mit den Wasserflaschen macht Spaß - und zeigt, dass ich auf der Hortensienseite meines Hauses mal etwas gegen die Brennnesseln unternehmen muss ...

Heute werde ich dann aber endlich mal den Entsafter anwerfen.
Denn auch gestern habe ich nach der Brombeer-Aktion erschöpft wieder eine Packung gekauften Gemüsesaft verdünnt und getrunken.

Ach ja, es wird eine echte Herausforderung geben:
ich werde stundenlang mit einer Pizza allein im Haus sein, denn ich erwarte heute einen "Warmduscher" auf seinem Weg nach Dänemark und möchte ihm doch mehr anbieten, als ein Glas Gemüsesaft.

Nach langem Grübeln kam ich auf Pizza - Tiefkühlpizza.


Meine Füße und Beine sind nach 2 Tagen Saft übrigens nur noch "normal moppelig", aber nicht mehr prall mit Wasser gefüllt.
Sehr angenehm!

Sonntag, 17. Juli 2016

Saftkur Tag 1

Der Einstieg ins Saftfasten ist diesmal recht einfach und nebenbei gelungen, obwohl ich das fast schon bezweifelt hatte, denn in meiner Planung hatte ich so ein "der Alien fährt weg und ich fange mit dem Saftfasten an"

So, als würde ich morgens aufwachen und der junge Mann wäre schon unterwegs.
Aaaaber ... stattdessen klingelte mein Telefon gestern Morgen um 3.40 Uhr und ich wurde gebeten, 3 Männer in schwarzen Anzügen in Neumünster abzuholen.




Drei große Männer in schwarzen Anzügen in meinen kleinen knallroten Fiat500 zu stopfen, hat was - aber leider weigerten sie sich, Sonnenbrillen aufzusetzen und waren auch meinen Gelüsten nach Fotos gegenüber wenig aufgeschlossen, darum müsst Ihr mit Will Smith Vorlieb nehmen :)
Sie waren müde von ihrem Abiball und wollten nach hause.
Und der größte von ihnen pöbelte mich leise an, warum ich so lange gebraucht hätte.

Rehe, sage ich nur, Rehe ...
Die Juli-Nächte sind hier voller Rehe, die sich blindlings auf die Straßen stürzen und so bin ich schön mittig und eher langsam über die Landstraße gefahren, habe die Landschaft im Sonnenaufgang bewundert und gleich 3 Rehen die "Vorfahrt" gelassen.
Auf der Rückfahrt kamen wir an gleich 2 Wildschäden vorbei, die aber beide glücklicherweise keine Hilfe brauchten.

Wieder daheim, machte ich den Fehler noch mal eben bei Twitter reinzuschauen.
Die Nacht davor durfte man grübeln, was "nice attacks" sind - und jetzt twitterten alle über den Putsch in der Türkei.
Ich sank also etwas später wieder ins Bett und hatte krude Träume.

Der eigentliche Tag begann für uns alle etwas später.
Der Alien packte hektisch Kram in sein Auto und ich beschloss, alles zu verschieben, bis er abreiste.
Natürlich bekam er noch Hunger und ich improvisierte mit einem Gurkensalat für ihn und war sehr froh, dass ich das finale Ausräumen des Kühlschranks noch vertagt hatte, da ich nicht Gefahr laufen wollte, seine Urlaubs-Vorräte zu verschenken.
So ein Veganer muss ganz schön planen, was er vorher organisiert, damit er später nicht hungrig zwischen lauter Freunden sitzt, die gerade fröhlich Döner oder Burger futtern.
Auch ist das Einpacken veganen Grillguts so eine Sache:
wenn der Tofu dann da liegt, wo eben noch das Steak brutzelte, ist der Tofu nicht mehr so ganz vegan ...

Gegen 14 Uhr war es soweit:
Tschö Alien!
Fahrvorsichtigrufanwenndudabistundvielspaß!

Ich verfiel nicht in Aktionismus, sondern tat erst mal gar nichts.
Die Luft war raus.
Aaaaber: ich kenne mich ja und hatte vorgesorgt.
In der Küche standen einige Packungen irgendeines No-Name-Bio-Gemüsesaftes und davon schenkte ich mir nun ein.
Viel zu süß!
Der Saft wurde von mir umgehend mit Wasser verlängert und schon war es lecker.
Und dann räumte ich auch den Kühlschrank aus und brachte alles, was nicht in den Entsafter passt zu einer Freundin.
In den Vorratsschränken sind noch Gewürze, Mehl, Zucker, Essig, Öl - sollte ich mich dabei erwischen, dass mich der Zucker lockt, landet er im Müll.
Sobald ich über helle Suppen nachdenke, fliegt entweder das Mehl oder das Öl auch noch raus.

Danach machte ich eine Runde mit den Hunden, trank noch mehr verdünnten Saft, fröstelte und bekam kalte Füße.
Das freute mich fast:
dieses Frösteln ist ein sicheres Anzeichen, dass mein Körper mitbekommen hat, dass ich faste und deshalb schon mal die Heizung herunterfährt.
Ich tauschte also meine etwas eleganteren Pantoffel gegen puschlige Hausschuhe.
Also, der linke ist elegant - den rechten hat mein Hund durchgekaut und ich habe einen Riemen mit Goldband geflickt, denn der blöde Köter hat das am 2. Tag nach Eintreffen der Pantoffel gemacht und da kann man ja nicht gleich Neue kaufen ...

Als nächstes goss ich den Gemüsesaft mit heißem Wasser auf und landete strickender Weise vor Indiana Jones.
Einziges Problem bei meinem Fasteneintritt gestern war eigentlich nur, daran zu denken, dass ich faste, denn ich hatte dauernd solche "Essen Machen"-Impulse.
Kein "boah, habe ich Hunger!"-Anfälle, sondern mehr ein schussliges "was mache ich jetzt - erst mal was essen - ach ja, nicht essen - fasten!".

Die Nacht war unspektakulär und erwacht bin ich dann mit 108,5 kg
Ja, tägliches Wiegen ist total affig - ich mache es dennoch!
1,6 kg Wasser sind weg - meine Füße sind dennoch dick.



Freitag, 15. Juli 2016

Am Tag vor der Saftkur

Ok, das ist wirklich etwas lächerlich:
ich werde wohl eine dieser krassen Abnehmfabeln erzählen, an die ich selbst nie glaube.
Ziemliches Wrack macht Wunderdiät und lebt toll auf ...

Will sagen:
die letzten Tage habe ich damit verbracht, ein paar neue, sehr doofe Wehwehchen zu entwickeln.
Seit ein paar Tagen raffe ich Wasser an mich und meine Füße und Beine schwellen recht schmerzhaft an.
In den ersten Fastentagen erlebt man einen rasanten Gewichtsverlust.
Viele spotten dann, dass das alles nur Wasser ist.
Das ist wohl auch so, aber wer Mühe hat, in ganz normale Schuhe hinein oder aus leichtsinnig angezogenen Sandalen wieder heraus zu kommen, weiß das Verschwinden von "nur Wasser" sehr zu schätzen!
Derzeit trage ich keine Uhr oder sonstigen Schmuck, da alles schnell einschneidet und die schmückende Wirkung auch eher gering ausfällt ...

Dann habe ich mein linkes Knie kurz verdreht und es verhält sich rachsüchtig.
Mir scheint, auch das Knie versucht, Wasser an sich zu raffen.
Die Haut fühlt sich auch nicht toll an - und weil das alles nicht genug ist, habe ich jetzt auch noch Pickel, als wäre ich in die Pubertät gekommen.

Mir geht mitten im Satz die Puste aus und ich keuche/huste herum - meinem Alien habe ich das als Sommergrippe verkauft.

Die Kurzatmigkeit wird langsam lächerlich - wenn ich ins Auto eingestiegen bin, keuche ich, wie andere nach einem Marathon - zudem empfinde ich alles als bergauf, was nicht deutlich bergab ist ...
Wobei deutlich bergab mir auch eher Angst macht ...

Meine Oberschenkel haben einen Weg gefunden, auch in Jeans aneinander zu scheuern, wenn diese auch nur einen Millimeter verrutschen. Und die doofe Jeans - derzeit die einzige, die überhaupt noch passt, wird langsam fadenscheinig ...

Und ja, ich war auf der Waage.
Seither denke ich nur noch an der Oberfläche, denn weiter unten werden die Gedanken eiskalt und ungemütlich ...

110,1 kg
Damit habe ich tatsächlich alles wieder zugenommen.
Ich vermeide sehr, darüber nachzudenken, wie das passieren konnte
und konzentriere meine Gedanken umgehend darauf, dies ab morgen wieder zu ändern.

Da mein Alien morgen für eine Woche verschwindet und nach seiner Rückkehr auch nur 2 Tage hier ist, sollte es mir diesmal gelingen, meine Ernährungsgewohnheiten der letzten Jahre nach der Saftkur nachhaltig zu ändern.
Eine Saftkur selbst ist natürlich keine Ernährungsumstellung, erleichtert aber den Einstieg in eine solche.

Vorhin habe ich schon mal Gemüse eingekauft.
In den ersten Tagen werde ich mir keine allzu phantasievollen Säfte machen, sondern hauptsächlich nicht essen und versuchen, meine gute Laune an niemandem auszulassen, denn der Einstieg ins Fasten ist nicht einfach.
Vor dem Fasten hungert man erst mal und ist entsprechend reizend :)

Ich gedenke, mich eine Woche lang einzuigeln - dann sollte das Schlimmste überstanden sein.
(eigentlich schon nach 3-4 Tagen)

Stay tuned

Dienstag, 12. Juli 2016

Allein unter Abiturienten

Letzte Woche war es soweit:
zu den Klängen von R. Kellys "The world's greatest" erklomm mein Alien die Bühne, schüttelte seiner Schuldirektorin selbstbewusst die Hand, nahm sein Abi-Zeugnis und eine sehr stachlige Rose entgegen und wartete dann noch geduldig, bis die Frau lautstark erwähnte, dass er zu den 5 Besten des Doppeljahrgangs gehörte.
Zu den 5 besten Abiturienten von 166 Schülern!

If anybody ask you who I am
Just stand up tall
Look 'em in the face and say

I'm that star up in the sky
I'm that mountain peak up high
Hey, I made it
I'm the world's greatest


Ja, jetzt hat Mutti ganz schön angegeben :)
Aber hier kann ich ruhig soooo stolz auf ihn sein.
Im Realleben sagte ich "oh, ich bin so stolz auf dich!", was er charmant mit "warum bist du stolz, du hast doch gar kein Abi?!" beantwortete.
(und überhaupt ... habe ich wohl - mein Schulabschluss + Ausbildung gilt als Abi und hey, ich hätte BWL studieren können ... )

Egal, als er da so auf der Bühne stand und sich der Schleier aus meinen Rührungstränen langsam wieder lichtete, sah ich einen jungen Mann, der jetzt bereit ist, die Welt für sich zu erobern.
Jung, gesund, attraktiv, sanft größenwahnsinnig und attestiert hochbegabt mit Einser-Abi in der Tasche.

I can feel it
I'm the world's greatest


Während der Alien dort im Rampenlicht stand, saß ich neben seinem Vater auf den Rängen und kam nicht umhin, des Aliens Lebenssituation mit meiner zu vergleichen.
Kennt Ihr den Film "Twins" mit Arnold Schwarzenegger?
Wenn ich so neben dem Alien stehe, liegt der Vergleich zum "genetischen Abfall" Danny DeVito nahe.
Nur, dass ich mich in ein "Anlasskleid" gezwängt hatte und dazu passend ein kneifendes Mieder und eine "rollige" Strumpfhose trug.
Seit einigen Wochen vermeide ich jeglichen Blickkontakt zur Waage, aber der Umstand, dass dieses spezielle Kleid nicht zu weit war, sondern schlicht passte, ist angesichts der fluffigen Kleidergröße 52 so gar kein gutes Zeichen.

Aber natürlich brauche ich weder Kleid noch Waage ... die Hunderunde sagt genug.
Ich war ewig nicht in "Dingsdadorf" und die Hunderunde besteht wieder aus einer eher kurzen Strecke, viel Ballspiel und hey, die Hunde bekommen alle Zeit der Welt um an wirklich jedem einzelnen interessanten Etwas zu schnuppern oder sich darauf zu wälzen.
Ich merke umgehend, wenn es bergauf geht und würdige den Umstand mit Schweigeminuten.

In Norwegen hatte ich gelegentlich ganz schön schlechte Laune, wenn ich einsehen musste, dass ich lieber nicht den steilen Wegen folgen sollte, um mir zB einen Wasserfall von oben anzuschauen oder einen Gletscher zu streicheln.
Es machte Mühe, aber ich schaffte es, diesen Frust in Vorfreude auf die Saftkur zu wandeln.

Bisher wollte ich den 26.07. zum Starttermin der nächsten Saftrunde machen, aber als der Alien mir mitteilte, dass er noch eine Woche mit Kumpels ans Meer fährt, patschte ich den Terminmagneten umgehend auf den 16.07.

Wenn ich ihn dann zum Flughafen bringe und er gen Neuseeland abhebt, habe ich schon die erste Woche Saft hinter mir und somit das Schlimmste in Sachen Saftfasten überstanden.

Ich bin sozusagen Fan der Saftfasterei, aber ich werde nie behaupten, der Einstieg sei einfach und dafür, dass einem der Jojo-Effekt kräftig in den Hintern tritt, wenn man wieder in alte Gewohnheiten verfällt, bin ich dann wohl der allerbeste Beweis.