Worum es hier geht

Freitag, 17. Juni 2016

Aufatmen in Norwegen

Seit gestern ist nun eine Freundin meine Reisebegleitung und, ich bin ganz begeistert:
gestern sind wir stundenlang unterwegs gewesen und ich konnte gut atmen.
Wir sind durch die Straßen geschlendert - wirklich lange Strecken, samt Hafenpromenade - und meine Sorge war eher, aus der Sonne zu kommen, da meine Haut fröhlich rot leuchtet.
Daran konnten auch mehrere Lagen Aftersun über Nacht nichts ändern.
Geschlafen habe ich auch ohne Tieftaucher-Träume und Erstickungsängste.
Die viele Bewegung, oder auch die aus Kostengründen reduzierten Mahlzeiten, scheinen mir gut zu tun.
Natürlich grübel ich, ob ich evtl. schlicht unter meine magische Kilogrenze gekommen bin, unter der ich die Atemprobleme schlicht nicht habe?!
Oder ich bin schlicht "im Training"
Drückt mir die Daumen für die kommenden Tage.

Dienstag, 14. Juni 2016

Kurzatmigkeit bei Übergewicht

Gestern quietschte meine Tochter recht glücklich herum, da sie in ihrem Hotelzimmer eine Badewanne vorfand.
Bei Lush erstanden wir nach langer Beratung eine "Badebombe" für sie und ich hatte derweil etwas Freizeit, die ich nutzte, meine Kurzatmigkeit einfach mal zu googeln.
Alter Hut - die Sache ist bekannt.
Dass mir derzeit so häufig die Luft wegbleibt, kommt bei Übergewicht tatsächlich häufig vor.
Beim Schlafen, bei körperlicher Anstrengung, ohne körperliche Anstrengung, beim Sprechen ... auch das ungute Panikgefühl zu ersticken.
2014 verschwand dieses Phänomen bei mir nach nur wenigen Tagen Saftfastens und die letzte Nacht war wieder eine ganz wundervolle Motivation, den Entsafter wirklich möglichst bald wieder vom Dachboden zu holen.
Durch das töchterliche Schaumbad gingen wir gestern erst recht spät noch mal aus um etwas zu essen.
Zuerst fanden wir ein chinesisches Restaurant mit moderaten Preisen und Buffet, bei dem ich allerdings an der lustigen Bedingung der Vorkasse scheiterte. Nicht, dass ich nicht bereit gewesen wäre, im Voraus zu bezahlen, aber das Kartenlesegerät und meine Karte fanden nicht zusammen.
Die chinesische Wirtin(?) konnte kaum mehr schwedisch als ich und versuchte dies mit Lautstärke wett zu machen.
Pin! Pin! Pin! Pin! schrie sie mich mit wachsender Lautstärke an, bis ich meine Karte wieder aus dem Gerät zog und beschloss zu gehen.
Wir fanden dann bee, wo es wirklich seeehr lecker war.
Wir teilten eine Vorspeise und da wir so nett zusammen saßen und es auch noch unser letzter Abend war, denn heute liefer ich meine Tochter in Oslo ab, teilten wir nach dem Hauptgericht auch noch ein Dessert.
Auf dem Rückweg zum Hotel kam es mir sehr entgegen, dass meine Tochter durch ihren Knöchel etwas angeschlagen war, denn mir blieb gleich wieder die Luft weg und heute Nacht sah ich einen klaren Zusammenhang zwischen spätem Essen und spannenden Alpträumen, in denen man gerade ertrinkt, aus denen man dann japsend erwacht und sich mühsam beruhigen muss, da man in Panik weiterhin das Gefühl nicht los wird, keinesfalls genug Luft zu bekommen.

Atemlos in Göteborg ...

Montag, 13. Juni 2016

Urlauben, Urlauben ...

... wie Maulwurfn sagen würde.

Gerade sitze ich in Göteborg im Hotel und schmöker in "No Shopping" von Judith Levine herum, die vor Jahren ein kommerzarmes Jahr ausprobierte.
Sie verzichtete nicht nur auf nicht notwendige Einkäufe - also "Shopping", sondern gleich auch noch auf alle Kulturerlebnisse, für die sie hätten bezahlen müssen, wie Kino, Theater, Oper und Museen, sondern auch noch auf Restaurant oder Cafe-Besuche.

Da mich nur der Gedanke, weniger Kram im Haus zu haben und gleichzeitig Geld einzusparen bei meinem Konsumverzicht lenkt, gehe ich bei meinen Shopping-freien Zeiten andere Wege.
Der August rückt näher und ich freue mich "hauptsächlich" darauf.
Natürlich ist der Gedanke, dass dann keines meiner Kinder mehr bei mir lebt, hin und wieder einschüchternd, aber da ich gerade mit meiner Tochter unterwegs bin, nicht ganz so beängstigend.
Das Verhältnis zu meiner Tochter ist trotz - oder wegen? - ihres Auszugs vor 2 Jahren einfach interessanter geworden.
Nicht weniger innig, nicht weniger mütterlich von meiner Seite aus - eigentlich finde ich es sehr schön so wie es ist und hoffe auf eine ähnliche Entwicklung bei meinem Sohn.

Spannend sind dann auch meine Möglichkeiten, wenn nicht mehr die Mutti in mir im Vordergrund steht.
Vieles aus dem Alltag meiner Tochter, erinnert mich an mein Leben "vor Ehe und Kindern" und ich überlege, welche Bereiche davon ich gern wieder für mich erschließen möchte.

Ganz sicher scheint mir nur, dass ein rundum Abspecken in Sachen Kram und Kilos mir Zeit und Raum geben wird, darüber nachzudenken und dass auch die Idee, daraus ein Projekt zu machen, mir über den Abschied von Kind und Lebensphase helfen wird.
Der alte Gedanke, mit dem ich diesen Blog einfach einen Tick zu früh begonnen habe, gefällt mir wieder - "ordentlich abnehmen II" - also das Entrümpeln/Konsumverzicht und Abnehmen/Saftfasten zu verbinden.

Auf dieser Reise merke ich gleichzeitig, wie wenig Kram man eigentlich braucht, aber auch zugleich, wie sehr mich mein Gewicht aufhält/abhält - ich wollte nicht behindert schreiben.
Sobald ich eine gewisse Kilogrenze überschreite, wird mir regelrecht die Luft knapp und ich muss dauernd stehen bleiben und auch überhaupt langsamer gehen, da ich sonst keine Luft bekomme.
Nicht, als wäre ich von der Anstrengung außer Atem geraten - ich schwitze dabei auch nicht - sondern einfach als wäre meine Lunge einer dieser biestigen, kleinen Luftballons, in die man kaum Luft hinein gepustet bekommt.

Immerhin passt das Shirt zum Kattegat :)

Donnerstag, 9. Juni 2016

Vor 19 Jahren ...

... wog ich übrigens 88,2 kg
Steht so in meinem Mutterpass.
Einen Tag später hielt ich 3.480 Gramm davon im Arm :)

19 Jahre später wiege ich 19 kg mehr.
hahaha

Gut, das ich echt viel zu viel zu tun habe, um da jetzt länger drüber nachzudenken.


...


Wah!

46 Tage to go

Was mein Leben angeht, schwimme ich derzeit möglichst flach an der Oberfläche um bloss nicht mit der Eiseskälte der Tiefe behelligt zu werden.
Mein Gewicht scheint täglich zu steigen und ich kompensiere auf die gewohnt dämliche Art.
Sehenden Auges baue ich Bockmist.
Nebenbei wächst die Angst, dass ich Ende Juli nicht zu der Art Superfrau werde, die ich derzeit plane.
Eine Angst, die sich am besten durch Chips und Schokolade kompensieren lässt ...

Ich habe mich mit zielstrebigem Wahnsinn in die 2014er Wuchtbrumme zurückverwandelt, nahezu alle Kilos wieder an mich gerafft und nahezu alle Gesundheitsprobleme zurück gewonnen.
Wie blöd kann man eigentlich sein?

Noch dazu ist mein Timing in allem echt gruselig schlecht.
So starte ich morgen in den Urlaub, verbringe Zeit mit meiner Tochter und mit einer Freundin und bei beiden ist Stress vorprogrammiert, denn beide werden sich nahezu verpflichtet sehen, positiv auf mich einzuwirken.
Lieber würde ich mich jetzt mit meinem Entsafter zurückziehen und diesen Urlaub danach antreten.

Dank sinkender Einnahmen wird das der letzte Urlaub für eine lange Zeit sein und er ist vergeudet an eine Lebensphase, die ich einfach nur hinter mir haben möchte.

Ich bin also durch und durch unzufrieden, kurzatmig, schlafgestört, kopfschmerzig ... aber immerhin raffiniert genug, alles mit Einzelzimmern zu buchen.
Das bedeutet zwar noch viel mehr pleite, aber immerhin bleiben mir Rückzugsmöglichkeiten.

Und meine Pläne für die Zeit nach Abreise meines Sohnes werden klarer.
Zufällig ist mir das Buch "no shopping" wieder in die Hände gefallen.
No Shopping!: Ein Selbstversuch
Darin schildert die Autorin ihren Selbstversuch, 1 Jahr lang ihren Konsum einzuschränken.
Judith Levine lebt mit ihrem Mann in den USA.
Sie hält sich immer schon für sparsam, verglichen zu anderen, aber ich muss des öfteren fröhlich kichern, wenn sie ihren Besitz und Lebenswandel schildert.
Sie haben ein Haus in Vermont und eine Wohnung in New York und fahren zu zweit 3 Autos.
Da ihr Mann ein halber Messie ist, wird gerade das Haus in Vermont ausgebaut, denn sie brauchen mehr Platz für Kram.

Übrigens kicher ich nicht über, sondern eher mit der Autorin, denn ihr fällt durchaus selbst auf, dass sie nicht halb so bescheiden lebt, wie sie annahm (so lange sie schön flach an der Oberfläche schwimmt :)

Ich begreife mein tiefes Bedürfnis an einem allumfassenden "Weniger" in meinem Leben.
Ok, nein, nicht auf meinem Konto.
Was meine Einnahmen angeht, dürfte ein "noch weniger" irgendwann problematisch werden.
Problematischer und einfacher zugleich.
Für mich allein, kann es eine spannende Herausforderung werden, mit den gesunkenen Einnahmen zurecht zu kommen.
Es ist eine Sache, für sich allein zu sagen:

ok, ich habe gerade kein Bargeld
ich habe Mehl, Salz, Öl - und Hunger
und wenig später habe ich tolles Brennesselbrot und ein absolut leckeres "Pesto" aus Knoblauchsrauke.
Gierschsuppe am Tag darauf.
Holunderblütenpfannkuchen

und dann kommt endlich das Kindergeld ...

Das machte Spaß, als mein Sohn gerade wohlgenährt an einem Strand herumlag,
weckte leise Vorfreude auf die kommenden, von Mutterpflichten ziemlich befreiten Jahre.
Früher konnte ich problemlos von Reis und Ketchup leben, wenn ich mich mal wieder in einen teuren Blazer verliebt hatte oder einer spontanen Fahrt nach Paris nicht hatte widerstehen können.
Aber mit Kindern im Haus werde ich wahnsinnig, wenn ich den Kühlschrank nicht mit ihrem Lieblingsspeisen füllen kann.

Und so stiehlt sich doch des öfteren ein vorfreudiges Grinsen in meinen Frust.

Während mein Humor derzeit eher anstrengend ist und noch dazu bemüht wirkt
- ich lade zB ein Gesöff namens "Sport vital" in meinen Einkaufswagen und kalauer (innerlich) herum, dass das besser ist, als gar kein Sport
... das finde ich selbst dann noch nicht mal lustig und pampe die dicke Kuh an, dass sie sich das doch wohl selbst nicht abkauft, dass das auch nur ansatzweise lustig ist ...

Ich freue mich also ziemlich unbändig darauf, alles abzuwerfen.
Jeden unnötigen Ballast.
Seien es Kilos, sei es unnötiger Besitz - und all die unnötigen Sorgen, die mit beidem verbunden sind.
Gleichzeitig habe ich Angst, dass ich mich übernehme mit dem Abnehmen :)
Dass mir das Weniger zuviel wird ...

Und so mache ich mir Notizen - eine Art Fahrplan - und setze aber zu allem ein "wenn möglich".
Wenn ich meinen Sohn zum Flughafen gebracht habe, fahre ich zum Coffee to Fly, gucke Flugzeugen hinterher und trinke mir mit viel Kaffee Mut an für die kommenden Jahre.
Ok, erst einmal für das kommende Jahr.
(natürlich kämpfe ich gerade heftig gegen den Impuls an, schnell mal wieder einen neuen Blog aufzumachen ...)

Immerhin birgt die finanzielle Lage den Vorteil, dass ich jetzt nicht noch schnell jede Menge Kram kaufe, weil ich ja ab August dann nichts mehr kaufen will ...
(ich fürchte, dass mein innerer Vielfraß durch den "x-Tage bis zum Abflug"-Countdown geweckt wurde ...)
... denn mein Budget lässt keinen Spielraum, wenn ich möchte, dass meine Kinder per Dauerauftrag ihr Kindergeld von meinem Konto bekommen.
Banken sind nicht übermäßig nett zu Freiberuflern ...

So, und jetzt muss ich eine vegane Geburtstagstorte zaubern.
*hex hex*