Worum es hier geht

Sonntag, 28. Februar 2016

Hör auf das Fiepen!

Was war das heute für ein wundervolles Wetter?
Herrlich!
Da bekam ich richtig Lust aufs Joggen - kein Scherz.
Also habe ich erst mal eine schöne Runde mit den Hunden hier über die Feldwege gemacht, meinen Sohn bekocht und dann die Turnschuhe an und ab ins Auto und zu meiner Lieblingsstrecke gefahren.

Alles war bestens!
Nur ich nicht ...
Ich hatte ca 3/4 der Strecke in meinen 50/50 Intervalleinheiten hinter mich gebracht, als ich plötzlich ein Fiepen hörte.
Das kenne ich - das ist so ein "bald kipps du um!"-Alarm.
Und ich muss zugeben, dass ich die Joggerei heute auch mächtig anstrengend fand.
Die 50 Schritte Gehen wollten nicht recht ausreichen um wieder zu Atem zu kommen.
Also blieb ich erst einmal stehen und hörte prompt ein Pferd, dass hinter mir den Weg hochgetrabt kam.
Reiter gibt es hier öfter - besonders bei so schönem Wetter, also ging ich beiseite und drehte mich dabei um.
Kein Pferd!
Näheres Lauschen ergab:
das ist kein Pferd, das ist mein Herzschlag, den ich da traben höre!

Umgehend war das Joggen für heute beendet und ich ging die restliche Strecke einfach gemütlich zum Auto zurück.
Evtl. ist Hunderunde UND Joggen doch noch etwas zu überambitioniert ... auch bei wirklicher Lust, Freude und super Wetter.

Jedenfalls hörte ich auf meinen Körper und genoss den restlichen Weg auch so, raschen Schrittes - da ich geschwitzt war, wollte ich nicht auskühlen, daher kein Getrödel.

Ansonsten geht es mir mit meiner Saftfasterei + Avocados wunderbar.
Das Gewicht sinkt nur langsam, aber ich vergesse dafür, die Tage zu zählen und könnte mir vorstellen, länger als 60 Tage zu machen.

Heute war jedenfalls Tag 45
Und vormittags habe ich auch mal ein neues Bild gemacht.
Boah, auf solchen Selfies sehe ich immer mordsunfreundlich aus, weil es mich mächtig Konzentration kostet, den Bauch NICHT einzuziehen, mich richtig hinzustellen, den "Zeitzünder" anzustellen und die Selfie-Funktion zu aktivieren.
Ich könnte hier eine Schwung "warum klappt das denn nicht???"-Bilder dazu stellen.

Aber hier habt Ihr 28.01. - und 28.02.


Mein Rettungsring ist geschrumpft - mein Zweit-Kinn leider eher gar nicht und von meinen Augen sieht man auch noch nicht mehr.
Insgesamt bin ich happy.

Dienstag, 23. Februar 2016

Ups, heute ist schon Tag 40

Blick in den Kalender zeigt, dass heute schon Tag 40 meiner Saftfasterei ist.
Da die Zahl der pürierten Avocados in den letzten Tagen dank eines Sonderangebots aus dem einen oder anderen Saft etwas machte, dass sich besser löffeln als trinken ließ, meide ich die Waage.

Vermutlich geht es dennoch im Schneckentempo bergab.
So richtig interessiert es mich noch nicht einmal.
Dieses "ich jogge wieder" nimmt mehr Raum ein und dazu geht es mir einfach rundum sehr gut.

Gestern konnte ich erst mal mein Glück nicht fassen, denn ich erwachte ohne Muskelkater und Schmerzen und auch das erneute Joggen lief gut.



Fast schon würde ich nun hier schreiben, dass ich keinerlei Muskelkater hatte, aber dann suchte ich einen von den Hunden verschleppten Schuh unter dem Sofa.
Der Schuh war dort nicht, aber ich blieb dort noch eine ganze Weile ...
autschn





Sonntag, 21. Februar 2016

Joggen 2016

Nachdem ich gestern diesen mitreißenden Artikel zum Joggen mit Übergewicht geschrieben hatte, guckte ich eine Weile in den Regen, kochte mir Kaffee und ging umgehend wieder ins Bett.
Dort guckte ich dann Serien auf meinem IPad und strickte Socken.

Yeah!

Aber heute habe ich dann tatsächlich mein Sportzeug angezogen und bin in den Wald gefahren.
Sonntag - also ohne Hunde, denn auch im eher menschenleeren Norden, kommen einem sonntags gelegentlich mal Leute entgegen und joggen mit Hunden ist nur was für Wochentage.

Als ich auf den Parkplatz kam, fühlte ich mich wie in einer dussligen Hollywood-Serie, denn auf dem Parkplatz wärmten sich gerade 3 junge Sportler auf.
Ich stellte erst mal den Rückspiegel neu ein.
Die Seitenspiegel auch.
Dann klappte ich den Schlüssel ein, schob ihn ins Etui, verschloss den Reißverschluss des Etuis, steckte das Etui in meine Jackentasche, verschloss den Reißverschluss meiner Jackentasche ...
... puh, sie waren außer Sichtweite!

Also ging ich auf den Weg und ... 50 Schritte gehen, 50 Schritte laufen waren prima.
Zuerst wollte ich die Gehphasen kürzer und die Laufphasen länger halten, aber es kündigten sich umgehend Seitenstiche an; also ließ ich das - und das war auch gut, denn am Ende erklärte ich recht viel zu "bergauf" und verkürzte die Laufphasen auf 20 Schritte.
(wobei, eigentlich natürlich 40, denn zähle immer nur auf einem Bein)
Aber auf die Art konnte ich das tatsächlich durchziehen und den Hang herunter bis zum Parkplatz lief ich dann auch komplett.
Ach, herrlich!
Keine Stiche, keine Krämpfe - ob mir das diesmal komplett erspart bleibt?
Mal schauen, wie ich morgen aufwache (und aus dem Bett komme ...)

Wobei ich übrigens sehr langsam laufe.
Der Bewegungsblauf stimmt - es ist Joggen - aber das Tempo ... insgeheim habe ich dabei immer Angst, links von einer alten Dame mit Dackel überholt zu werden ...

Das nächste Mal muss ich dringend an eine Mütze denken.
Glücklicherweise hatte meine Jacke eine Kapuze, aber eine dünne Mütze wäre mir lieber gewesen.

Hach!
ich war joggen!

Samstag, 20. Februar 2016

wie man als Dicke wieder mit dem Joggen anfängt

Zuerst einmal musst Du einfach Lust aufs Joggen haben.
Und dann hilft ein wenig Humor ... und neue bzw. passende Turnschuhe.

Für mich war der Kauf der Turnschuhe eine echte Hürde und ich habe mehrere Anläufe genommen, bis ich wirklich welche gekauft habe.
Es ist nämlich nicht so einfach, den richtigen Verkäufer zu finden - oder auch den richtigen Laden, damit man eine gute Beratung bekommt.
Manche Läden sind derart stromlinienförmig durchgestylt, sooo professionell, dass die Angestellten und Kunden gar nicht mitbekommen, wie lausig der Laden eigentlich ist.
Statt passender Turnschuhe bekommt man dort eher ein Viertelpfund Komplexe, die man vorher noch gar nicht hatte, oder die man vorher erfolgreich verdrängt hatte.
Ich hatte einen Laden betreten, in dem sich eine Art Laufband mit Monitor befand und die potentiellen Käufer wurden dort zum Show-Joggen genötigt.
Kurz zog ich in Erwägung, dort eine Show-Kuh zu geben ... (ich war wohl auf zu vielen Landwirtschaftsschauen, aber mir kam prompt das Bild einer prämierten Preis-Kuh in den Sinn), aber stattdessen verließ ich dieses Geschäft ganz schnell wieder und betrat ein anderes.
Ein gelangweilter Jüngling begann mich zu beraten und gab mir die ganze Zeit über das Gefühl, dass er beim "Stein, Schere, Papier" mit Kollegen verloren hatte, die nun jüngere, schlankere Kundinnen berieten.
Als er mir nach einigen Minuten einen perfekten Walking-Schuh brachte, obwohl ich klar und mehrfach "Joggen" gesagt hatte - im Sagen bin ich besser als im Tun - zog ich meine Schuhe wieder an und ging.
Im Endeffekt landete ich im überfüllten Outlet-Center und gedachte mich dort selbst zu beraten.
Als sich mir eine Verkäuferin näherte, hatte ich sämtliche Stacheln ausgefahren und dürfte einem Kugelfisch nicht unähnlich gewesen sein.
"Ich weiß schon was ich will!", pampte ich das grazil sportliche Geschöpf an.
Nun, die Frau studiert irgendwas in der Richtung von "Sportmedizin" und arbeitet Teilzeit im Laden.
Ich bekam eine 1a-Beratung und liebe meine Turnschuhe, weil sie sind wirklich super leicht, super bequem und haben Farben ... sollte ich mal zusammenbrechen, wäre es kein Problem, mich von einem Rettungshubschrauber aus zu sehen.

Kurz gesagt:
findet einen Laden mit guter Beratung und kauft gescheite Turnschuhe

Als nächstes:
eine gute Joggingstrecke hat Waldboden.
Der federt nämlich ein wenig und das kommt Euren Füßen, Gelenken und Knochen entgegen.
Asphalt führt verstärkt zu Muskelkater und Schmerzen aller Art.

Ich habe einen sehr schönen 5 km Rundweg, den ich immer mache.
Nein, ich jogge keine 5 km.
Noch lange nicht.
Und das ist völlig egal bzw. völlig in Ordnung.
Sucht Euch einfach einen wunderschönen Rundweg und dann lasst es gemütlich angehen.
5 km am Stück zu gehen, war anfangs bereits eine Herausforderung.
Irgendwann kam bei mir der Punkt, dass ich an sanften Hängen eine Art Trab hinlegte.
Bergab, natürlich.
Als ich das öfter mal gemacht hatte, kam übrigens der Punkt des "Turnschuhe Kaufens".

Zuerst beließ ich es dabei, sämtliche sanften Hänge abwärts zu traben - nicht den kompletten Hang, sondern 50 Schritte und dann ging ich wieder, bis sich mein Kreislauf erholte.

Damit man sich nicht erkältet ist es recht wichtig, dass man nicht gleich 100 Schritte rennt und dann stehen bleiben muss, weil man gerade zu ersticken droht. Wenn man stehen bleibt, bekommt man einen Wahnsinns-Schweißausbruch und steht dann klatschnass im Wind.
Ich weiß das; ich wollte es zwingen ...

Wer gelgentlich Sendungen wie den Biggest Loser schaut:
dieses "zu Höchstleistungen Prügeln von Dicken" mag auf perverse Art telegen sein, sollte aber nicht das sein, was Du Dir selbst antust.
Du musst beim Joggen unbedingt den Weg finden, der Dir Spaß am Joggen bringt.
Wenn Du für die Traumfigur joggst, wird es schwer, die Sache über Monate/Jahre durchzuziehen.
Spaß macht Joggen nur, wenn Du nett zu Dir bist und auf Deine Bedürfnisse achtest!

Insbesondere, da die erste Zeit des neuen Joggens wirklich schmerzhaft werden kann.
Trotz absolut moderaten Wechsels zwischen Gehen und Joggen - anfangs bin ich 10 Schritte gejoggt und 90 Schritte gegangen - bin ich von Muskelkater gequält worden, dass ich einmal von einem Stuhl auf die Knie sinken und zum nächsten Schrank krabbeln musste, um wieder auf die Füße zu kommen ...

Mir dämmert gerade, dass mir das vermutlich alles wieder bevor steht, denn ich bin ja seit Herbst nicht mehr zum Joggen gekommen ...

Egal!
Es lohnt!
Nach ein paar Wochen ließ das Gefühl, dass mich meine Oberschenkel ermorden wollten nach.
Verschwand.
Anfangs hatte ich wirklich sehr viel mehr Probleme mit mordlüsternen Schenkeln und Stichen in den Waden und ... solchem Krams, als mit der Luft.
(auch hier hilft mir übrigens warmes Baden oder ein Besuch in der Sauna)

Recht bald kam ich von den "90 Schritte gehen" weg.
Ich merkte, dass die Pausen, die ich zwischen den Lauf-Phasen brauchte, um mich wieder zu erholen, immer kürzer wurden.
Auch konnte ich recht bald die Lauf-Phasen leicht erhöhen.
Länger fühlte ich mich dann bei 50/20 wohl - also 50 Schritte gehen, 20 Schritte laufen.

Die nächsten Veränderungen kamen weniger allmählich - ich bekam Lust, die Hänge komplett zu laufen - bergab!
Gleichzeitig ging mir auf, dass es mich einfach zu viel Kraft kostete, bergauf zu laufen.

Ich schaffte es zwar, aber wenn ich oben beim Forsthaus ankam, war ich über Gebühr am Ende und konnte den nächsten Hang nicht bergab laufen.
Dabei sind diese Bergab-Hänge ein derartiger Lustgewinn!
Ich fühle mich jung und unbezwingbar, wenn ich einfach ein kleine Strecke am Stück jogge und so tat ich mir selbst den Gefallen, die "steil bergauf"-Stücke einfach zu gehen.

Meine Güte, 2014 hatte ich die Forsthaus-Strecke noch komplett gemieden oder nur mit kurzen Pausen geschafft, jetzt ging ich sie einfach hoch und begann danach zu joggen.

Statt mir weiter verbissen etwas vorzunehmen, überlegte ich also, was mehr Spaß machte und setzte es um.
Einfach so nett zu mir zu sein, fühlte sich übrigens ähnlich gut an, als hätte ich einen sportlichen Triumph erlebt.

Im Vergleich zum Joggen in jungen Tagen, trug ich nun 4 Kästen Wasser mit mir.
Oder sagen wir mal, ich hatte mein damaliges Ich am Waldesrand gefunden und schleppte es den kompletten Weg durch den Wald.
Welcher Hirni würde von so einem hilfsbereiten Menschen verlangen, die Hügel hinauf zu joggen?

Joggende Dicke sind evtl. ein leicht belustigender Anblick, wie so alles an ihnen wobbelt und sie mit leuchtend roten Gesichtern nach Luft ringen ... aber im Grunde sind sie Helden und so lange mir kein schlanker Jogger mit 4 Kästen Wasser oder einen hübschen, geschulterten Frau begegnet, fühle ich mich schon aus Prinzip nicht mehr unterlegen.

Tief in mir weiß ich, dass all die anderen Jogger es schlicht viel leichter haben und ich die wahre Heldin auf dem Waldweg bin ...



Noch ein letzter Tipp:

egal, wie Du wieder das Joggen beginnst.
Und selbst wenn Du mit 5 Schritten Laufen und 1000 Schritten Gehen anfängst, sag hinterher:

"Ich war joggen!"

Das tut einfach gut :)

Donnerstag, 18. Februar 2016

Das Schöne beim Abnehmen

Gestern schob ich noch einen schönen Waldspaziergang ein, für den ich eigentlich gar keine Zeit hatte.
Aber es war wieder einer dieser Tage:
klirrkalt und wahnsinnig sonnig zugleich

Also ab mit den Hunden in den Wald.
Da ich es ja eilig hatte, ohne Fotoapparat ... aber das IPad kam mit.
Und dann sah ich diese wunderschönen Eiszapfen an einem der Wassergräben entlang des Wegs.
Das musste ich doch fotografieren!

A photo posted by Carola (@nordseh) on



Von oben war der Winkel doof, also stieg ich hinunter in den Graben.
Etwas bange, ob ich nasse Füße bekäme, aber nein, die Ränder waren gut gefroren.
Als ich dann einen Riesenschritt machte und mich damit wieder zurück auf den Weg hiefte, ging mir auf, dass ich das 2014 nicht geschafft hätte.
Auch im Winter 2015 hatte ich ja gut wieder zugelegt und auf ein paar ähnliche Fotos lieber verzichtet.
Die 8-9 kg, die ich jetzt seither wieder los bin - 15 kg von 2014 aus gerechnet - machen optisch keinen großen Unterschied.
Auf Fotos bin ich noch immer kugelrund und wenn ich eine Boutique betrete, bekomme ich diesen "in ihrer Größe ham wa nix"-Blick.

Aber so im Alltag, da spüre ich Riesenunterschiede.
Jetzt schon.
Hin und wieder bekomme ich ja witzige Mails mit dem Hinweis, ich würde Dicke mit meinem Blog diskriminieren.
Zufällig kenne ich mich mit Dicken ein wenig aus (...)
Wenn ein Dicker gerade keinen Nerv aufs Abnehmen hat oder mit seinem Leben als Dicker - bzw. als als Mensch, der nebenbei auch dick ist - ganz zufrieden ist, wird er kaum extra in einem Diätblog herumschmökern.
Tue ich jedenfalls nicht, wenn das Thema bei mir nicht gerade akut ist.

Und natürlich macht man sich so seine Gedanken - persönlich möchte ich keine Fotos machen, in denen ich meine Jeans, die mir in dicksten Zeiten die Treue hielten, wie in einer Freak-Show vor mich halte.
Auch werde ich mich auf "vorher"-Fotos nicht nieder machen.
Das Doofe ist, dass ich mich in den höchstgewichtigsten Zeiten nicht gerade darum riss, mich knipsen zu lassen.
Entsprechend "posiert" man in dieser Zeit - versucht also mit dem Hintergrund zu verschmelzen oder sich hinter 1-4 Dünnen zu verstecken.
Hin und wieder reizt es mich, bei solchen Fotos irgendwas Nettes über das Vorher zu sagen.
Und sei es nur die Frisur, der Nagellack oder sonstwas, was mir dort auffällt.

Da ich es gestern eilig hatte, beschloss ich nach der Knipserei meinen normalen Rundweg kräftig abzukürzen.
Es gibt einen Weg, in dem es quer durch den Wald hoch geht.
2014 habe ich diesen und einen Weg, den ich im Herbst dann teilweise sogar gejoggt bin, komplett gemieden, da mir die Luft dabei knapp wurde.
Gestern lag dieser Weg nun voller Baumstämme - ich ging ihn trotzdem und merkte zwischendurch meinen Lieblingsunterschied zu 2014:
wenn ich ins Stolpern gerate, heißt das nicht mehr zwangsläufig, dass ich auch stürze!

2014 war da wie verhext:
wann immer ich stolperte, schlug ich im nächsten Moment auch lang hin.
Ich bekam einen regelrechten Hass auf meinen dummen, blonden Hund, der mir zu gern vor die Füße läuft.
Ich verlor die Freude an den Spaziergängen und wann immer möglich, blieb ich doch lieber im Haus.
Das Stolpern und die Stürze machten mir wirklich Angst.
Mit meinem Gewicht zu stürzen ist nicht Ohne.
Und da ich keinen Partner habe, stellt ein Krankenhausaufenthalt für mich ein Riesenproblem dar:
wer versorgt meine Tiere, meinen Garten - mich???
Und: wie komme ich aus dem Wald überhaupt in ein Krankenhaus?

15 kg weniger machen mich natürlich nicht unverwundbar, sind aber eindeutig besser auszubalancieren, denn ich gerate öfter mal ins Stolpern.
Auch wird da weniger Masse beschleunigt und auf irgendein Gelenk geschmissen ...

Den Weg mit den querliegenden Bäumen hat Spaß gemacht.
Zeit hat es sicherlich nicht gespart, denn ich war anschließend "wildschweinfarben" und auch "duftig" und musste duschen, aber ... lustig war es.
Und da ich immer Kuchen mitbringe, werde ich von den anderen auch dann nett begrüßt, wenn ich etwas später ins Flüchtlingscafe komme :)

Dienstag, 16. Februar 2016

das gefühlte Körpergewicht ...

In meinem letzten Beitrag habe ich noch gejammert, dass ich mich immer dicker fühle ...
Das könnt Ihr vergessen, denn ich bin in meinem gefühlten Leichtgewicht angekommen.
Das gute Wetter hat vermutlich seinen Anteil daran.

Und zwar habe ich meine Jeans angezogen.
Als ich den Reißverschluss schließen wollte, stellte ich fest:
ist zu!

Gestern hatte ich dann auch wieder die 95 unterschritten.
Ein kleiner Schritt auf die Waage, ein Riesenschritt für meinen Kopf ...
(zwischen Jammern und Jubeln liegt kein Kilo Unterschied)

Heute ist es hier im Norden klirrkalt aber wundervoll sonnig und so konnte ich wieder mal quer über die Wiesen nach Dingsdadorf wandern. Das geht wirklich nur bei gefrorenen Böden, denn hier steht das Grundwasser so hoch, dass man sonst bei jedem Schritt bis zum Knöchel im Schlamm versinkt.
Und ich musste daran denken, wie viel Lebensqualität mir das erste Saftfasten zurück gebracht hatte, denn im Dezember 2014 war ich so kurzatmig, kopfschmerzig und dauerschlapp, dass ich selbst bei kurzen Strecken schon genug hatte.
Typsache - ich weiß, dass andere Frauen mit höherem Gewicht noch viel agiler sind.
Ich weiß bis heute nicht, ob mir nun einfach das Entgiften durch den Saft, oder eine Abnahme von ca. 7 kg die Lebensfreude bzw. Beweglichkeit zurück brachte.

Jedenfalls bin ich jetzt wieder in meiner "Fun-Zone" und überlege, Freitag wieder joggen zu gehen.
(vorher stapeln sich die Termine ...)

Sonntag, 14. Februar 2016

Ich werde immer dicker ...

Nein, keine Bange ...
In Gramm und Kilos nehme ich ab, da ich mich auch im Saftfasten 2016 gut eingerichtet habe.
Mein Drang, dauernd Avocados mit in meinen Greenjuice zu pürieren und daraus sämige Greensmoothies zu machen, bremst das Abnahme-Tempo, hebt aber ganz gewaltig die Laune und den Geschmack.
Also bleibe ich dabei.
Nur, anders als letztes Jahr bei der ersten Saftkur, betrete ich kein Neuland, erlebe keine kleinen Wunder, sondern schaffe das Geschaffte erneut.
Das stört doch keinen großen Geist, würde Karlsson vom Dach nun sagen.
Und Recht hätte er.
Mir geht es soweit auch prima.
Denn ich befasse mich einfach mit anderen Themen.
Wenn ich mich so im Spiegel sehe, habe ich lediglich folgenden Gedanken:
wenn ich mein Arbeitsgebirge abgetragen und mein Auto aus der Werkstatt geholt habe, kann ich wieder mit dem Joggen anfangen!
Das war ein Highlight im letzten Jahr!
Und wenn ich jetzt schon im Februar oder März wieder langsam anfange, kann ich evtl. im Sommer schon mal wieder kleinere Strecken am Stück joggen?!
Ich habe das früher einfach total gern gemacht und würde das einfach gern wieder in meinem Leben haben.
Also, gar nicht so sehr "Joggen um schlank und schön" zu werden, sondern eher ein wenig abspecken um "Joggen zu können ohne meine Gelenke zu arg zu belasten".
Joggen als Selbstzweck.

Ich weiß ja nicht, wie Ihr den Valentinstag verbracht habt.
Meiner wird gleich in der Badewanne enden :)
Mit einem seichten Krimi und viel Badeschaum.
Ein Vorteil am Abnehmen ist, dass mehr von mir ins heiße Wasser passt.
Ein Nachteil natürlich der, dass ich mehr Badewasser brauche ...
Jedenfalls habe ich heute von morgens bis abends gearbeitet.
Herrlich!
Und Bewegung hatte ich trotzdem, weil nämlich morgens, als ich eigentlich nur kurz mal ins WC und dann wieder ins Bett wollte, mein Hund einen Gassi-Ausflug in den Garten mittels offenem Törchen zur Flucht nutzte ... und ich dann morgens um 7 Uhr eine hündische Blondine suchte, damit sie nicht überfahren würde.
Also, eigentlich ist es ein Rüde, aber Blonderich klingt seltsam.
Ich marschierte bis zum Feld - kein Hund.
Wieder zurück - keine Hund.
Bis zur Landstraße - kein Hund.
Wieder zurück - kein Hund.
Bis zur Hauptstraße - kein Hund.
Wieder zurück - wedelnder Hund vor der Haustür.

pft

Ach so ... warum also:
ich werde immer dicker!?
Weil ich mir in freier Laufbahn eigentlich nie so dick vorkam.
Wenn von Dicken die Rede ist, fühle ich mich interessanter Weise meist nicht angesprochen.
Aber beim Saftfasten beschäftigt man sich natürlich auch mit Maßen, Zahlen, Daten und dem BMI.
Und der doofe Altmann hat mit seinem doofen Geläster über 80 kg Frauen auch genervt.
Hätte der Mann Kinder, würden sie über ihn sicherlich auch Scheiß-Bücher schreiben!
Jedenfalls erwähnte eine Freundin ganz arglos etwas wie "30 kg abnehmen" und mein inneres Rechenmaschinchen legte los:
66 kg (vor ein paar Tagen halt)
Mit 66 kg wäre ich ... übergewichtig.
Kommt mir irre vor.
Ich glaube, ich peile erst mal die 80 kg an und werde dann eine kolossale Party feiern :)

Ach, heute war übrigens Tag 30 und ich habe brav die Waage betreten:
95,2 kg


Donnerstag, 11. Februar 2016

Das Scheißbuch des Andreas Altmann - Teil II

Als ich gestern als Komparsin an den neuen Drehort kam, wurde doch tatsächlich wieder ein "Männerstrip" gedreht.
Szenen, die im Fernsehen später mit sexy Musik unterlegt werden, müssen übrigens ohne Musik gedreht werden, da ja zig Einstellungen zusammen geschnitten werden, die nicht zeitgleich gefilmt werden.
Es ist weder für die armen "Stripper" noch die "begeisterten Zuschauerinnen" wirklich einfach und man kann davon ausgehen, dass die Begeisterung der Zuschauerinnen eher haltloses Lachen über unfreiwillige Komik der "Stripper" ist.
Ich setze "Stripper" immer in Anführungszeichen, da es sich bei ihnen um Laiendarsteller handelt, die oft auch eine "ich soll was???"-Überraschung erleben.
Auch ist die produzierte Sendung fürs Nachmittagsprogramm und muss so komplett und absolut jugendfrei sein.
Der erotische Höhepunkt des "Strips" ist also der, dass beide "Stripper" uns ihr Gesäß in gebückter Stellung entgegen strecken - voll "unterbehost".
Ein Anblick, den die "heutige Jugend" einem dauernd offenbart, seit diese tief getragenen Hosen in Mode sind.

Auf dem Heimweg geriet ich prompt in eine Vollsperrung.
Ein LKW war samt Anhänger von der Straße gerutscht und wurde nun geborgen.
Das konnte dauern ...
Das Radio rauschte ... Ein Hoch auf den Norden ...
Aber hey, ich hatte ja noch das Hörbuch von Andreas Altmann dabei.
Wer hätte gedacht, dass ich das doch noch zu Ende hören würde?
Mit jedem Kapitel wurde mir der Mensch unsympathischer.
Da hat der Mann sich als Erwachsener hingesetzt, als seine Eltern längst tot waren und hat Seite um Seite mit Hass, Ätz und Wut gefüllt. Wo hat er das in dem Alter und mit dem zeitlichen Abstand noch hergenommen?

Er ist und bleibt in seinem Hörbuch das Opfer.
Als erwachsener Mensch, fern des Elternhauses, bringt er weiterhin wenig auf die Reihe.
Sein einziger Ehrgeiz besteht darin, berühmt und gefeiert zu werden, weshalb er sich als Schauspieler ausbilden lässt.
Nebenbei stiehlt und betrügt er mit wahrhaft krimineller Energie.
Das ist natürlich alles die Schuld seines Vaters, seiner Eltern, die ihn niemals geliebt haben.
Auch sein Scheitern als Schauspieler ist im Grunde die Schuld der Eltern, da er sich eben nicht so öffnen kann, wie andere Schauspieler ...
Das erinnert mich an eine über 50Jährige, die noch heute unter der Trennung ihrer Eltern leidet ... und jeden Mist, den sie einem zumutet damit entschuldigt, mit ihrem Leid.

Ich habe eine tiefe Abscheu solchen lebenslänglichen Opfern gegenüber und ergreife die Flucht, sobald sie versuchen, einen mit ihren Leidensgeschichten sozusagen zu Dauer-Verständnis zu verpflichten.

Bevor meine Kinder auf die Welt kamen, hatte ich insgeheim eine tiefe Angst, wie ich darauf reagieren würde, wenn sie mal krank wären, denn meinem armen Gatten unterstellte ich bei jeder Grippe insgeheim "Absicht" und musste mich immer sehr zusammenreißen, ihn nicht in eine kleines Ruderboot zu verfrachten und aufs offene Meer zu schubsen.

Sehr beruhigend:
ich habe absolut funktionstüchtige "Mutter-Antennen" und erkenne umgehend, wenn meine Kinder sich mit Sorgen oder Viren herumplagen UND reagiere glücklicherweise absolut mütterlich.

Was den Gatten anging, habe ich mich (fast) immer zusammengerissen und Mitgefühl heuchelnd Tee gekocht, Hühnersuppe etc. ... aber er durchschaute immer, dass er den Bogen nicht überspannen durfte, wenn er nicht umgehend "Sterbehilfe" fürchten wollte ...

Das könnte auch der Grund sein, warum ich mich als so begeisterten Single empfinde:
die Vorstellung plötzlich an einen Pflegefall gekettet zu sein, ist mir einfach unerträglich.
Und auch meinen Kindern habe ich eingebleut, dass ich sie keinesfalls auf die Welt gebracht habe um mir den Hintern abzuwischen.

In seinem Hörbuch erzählt Herr Altmann dann noch, wie er sich seine Kleidung von einem Schneider so umarbeiten ließ, dass er 8 Bücher auf einmal stehlen und in Innentaschen verstecken konnte und dass er gern mit den bestohlenen Buchhändlerinnen dann auch noch Liebschaften einging und Mitgefühl heuchelte, wenn sie über Diebstähle in ihren Läden klagten.
Er konnte den Wert der von ihn begangenen Diebstähle recht genau auf über 100.000,- Euro beziffern.
Was für ein widerlicher Schmierlappen!

Er setzt sich nicht nur hin und schreibt und schreibt und schreibt all den Hass nieder, sondern liest es dann auch noch als Hörbuch. Er liest vor, wie er sich - durch die Prüderie im Elternhaus gezwungen, natürlich - im Badezimmer versteckt und versucht, einen Blick auf die nackte Dette zu werfen - Ihr wisst schon, der 80 kg Koloss ...

Duschzwang ...

Dennoch bin ich froh, dass ich mir dieses elende Geseier angehört habe.
Ich bin froh, dass ich damals, nachdem ich mein Elternhaus türenknallend verlassen hatte, einen kraftvollen Weg eingeschlagen habe und ich werde einen Teufel tun, nach dem Ableben meiner Mutter etwa, meine Kindheit noch einmal aufleben zu lassen.
Im Gegenteil - in meinem Entrümplungsblog habe ich zuletzt berichtet, dass ich meine sämtlichen Tagebücher auf einen Rutsch entsorgt habe, denn im letzten Jahr durfte ich zufällig mitbekommen, dass ich sehr viel Unschönes schlicht vergessen habe.
Verdrängt von der Oberfläche.
Und nein, ich habe keine Sorge, dass diese Geschichten als Zeitbombe im Untergrund ticken, denn ich habe mir irgendwann eine sehr hilfreiche Therapie gegönnt und ich denke mal, all diese Zeitbömbchen hätten einige gute Gelegenheiten zur Explosion gehabt, als ich mich mit meinen Kindern in Situationen befand, in denen meine Mutter ... sagen wir mal "ganz andere Wege" einschlug als ich es dann tat.

Sicherlich habe ich überkompensiert und meine Kinder an Ecken gruseligst verwöhnt, an denen ich ihnen evtl. mehr Gelegenheit zum Scheitern hätte geben müssen - aber so wie ich das Leben kenne, werden sie noch viele Gelegenheiten finden, fern der mütterlichen Reichweite zu scheitern ... und sich danach dann hier bei Hühnerbrühe und mütterlichem Verständnis wieder zu erholen.

Nein, was mich interessiert, ist die Gegenwart, die Zukunft ... ich finde es sehr erfreulich, dass mein Gedächtnis viel Grauen einfach gelöscht hat und ich, wann immer ich von "damals" erzähle unweigerlich Erinnerungen aus dem Garten meiner Großeltern und ähnliches bei der Hand habe.

...

Ach, möchte jemand das Hörbuch haben?
Hey, bei Amazon hat es tatsächlich 4,6 von 5 Sternen.
Mit meiner "was ein Scheiß!"-Meinung stehe ich relativ allein da.
(und ich formuliere eh nur so, weil das Wort halt gleich zweimal im Titel des Buches vorkommt)
Nein, andere Leser finden nicht, dass Herr Altmann eine unerträgliche Heulboje ist.
Mutig, kraftvoll ... 220 zu 5 Sternen und länglichen Rezensionen begeisterte Leser.
Scheinbar keine weiteren empörten Dicken :)
Bin ich denn die einzige mit "Opfer-Allergie"?

Mittwoch, 10. Februar 2016

auf der Dessous-Party

Gestern war ich wieder als Komparsin unterwegs.
Das macht immer richtig viel Spaß, auch wenn die hauptsächliche Tätigkeit aus "Warten" besteht.
Wer von einem Leben als Filmstar träumt, sollte mal als Komparse an der Dreherei schnuppern.
Ich habe mich den Träumen meiner Tochter gegenüber immer sehr offen gezeigt und ihr eine Teilnahme an Castings zu irgendwelchen Modelsendungen ermöglicht und sie auch als Komparsin mit untergebracht.
Mit Erfolg!
Sie studiert jetzt :)
Aus der Ferne betrachtet hat das alles nämlich sehr viel mehr Charme, als aus der Nähe.
Als Komparse ist man Außenstehender auf Logenplatz und bekommt einen wundervollen Blick auf gescheiterte Regisseure und hoffnungsfrohe, aber dauerpleite Schauspieler ... und und und ...
Gestern ging es um eine Dessousparty.
Bevor ich zusagte, stellte ich sehr sicher, dass ich keine Dessous anprobieren sollte.
Ich liebe echte Dessouspartys, wenn die Verkäuferin fähig ist und ein gutes Sortiment hat.
Daher weiß ich, wie es bei solchen Partys eigentlich zugeht.
Die Dreherei hatte damit rein gar nichts zu tun, war aber sehr amüsant.
Diesmal hatten wir einen kleinen, dicken Regisseur mit Glatze, der meine Vorurteile was Männer unter 1.80 m betrifft, wieder voll bestätigte, indem er meinte herumbrüllen zu müssen.
Der Kameramann versuchte prompt, seinen Patzer wieder auszubügeln, als der Regisseur den Raum verlassen hatte, indem er meinte, "die Mädels sollten bitte wieder fröhlich losschnattern".
Nahrung für meine Vorurteile in Sachen "Männer im Allgemeinen".
Die Requisite hatte uns ausschließlich glitzernde Etwasse in die Hände gedrückt, die wir jetzt bewundernd betrachten und "beschnattern" sollten. Es stellte sich heraus, dass es sich dabei um kompliziert zu schließende Männertangas handelte - mit Ösen an den Seiten ... interessant ... und es hob die Stimmung gleich wieder ungemein, als wir "beschnatterten", wie sich wohl der Hintern des brüllenden Regisseurs in so einem sexy zu öffnenden Männertanga machen würde.
Wirklich interessant fand ich eine andere Komparsin, sehr schlank, die mir erzählte, dass sie sozusagen das umgekehrte Problem zu mir habe, ihr Gewicht zu halten.
Sie kämpfte gegen ihr Untergewicht.
Wir bekamen eine völlig ernsthafte Unterhaltung zu dem Thema hin, denn meine Schwester hat ein sehr ähnliches Problem.
Bei Stress magert sie regelrecht ab (Wunder der modernen Patchworkfamilien - ich bin mit meiner Schwester nicht verwandt) und es tat mir einmal sehr gut, als sie mich um einen Schwung Extra-Kilos beneidete und meinte
"dich haut so schnell nichts um! du beißt dich durch!"
Sie hat mir damals sehr weitergeholfen bei meiner Aussöhnung mit meiner "Fähigkeit", alles Mögliche mit Essen zu kompensieren. Ein Verstehen, das mir nach und nach sämtlichen Selbsthass in dieser Richtung genommen hat und mich auf den richtigen Weg mit dem Umgang mit dieser "Fähigkeit" gebracht hat.
Wenn man nicht mehr auf den Unsinn hereinfällt, sich selbst wegen seines Übergewichts insgeheim für einen Versager zu halten, spart man sehr viele Nerven und bewahrt sich selbst davor, sich zum Trost über das eigene Versagen gleich wieder mit einer Tüte Chips zu "helfen" ...
Was meine Mit-Komparsin von gestern angeht, ist sie in der gleichen Falle gefangen, wie Frauen die dringend abnehmen wollen:
die Freude an Ernährung ist futsch!
Um nicht abzunehmen, trinkt sie irgendwelche vom Arzt verschriebenen Shakes, die ihr dann wie Blei im Magen liegen und dafür sorgen, dass für sie Essen immer mehr zur Strafe wird.
Obwohl sie wirklich gut aussah, möchte ich mit ihrem Problem nicht tauschen.
Schon deshalb nicht, weil ich das Gefühl habe, für mich eine Lösung gefunden zu haben.
Die Saftfasten-Phasen sind eine wunderbare Gelegenheit, aus meinen alten Ernährungsgewohnheiten herauszukommen und auch aus meinen alten Wegen, Stress (etc.) zu kompensieren.
Heiße Schaumbäder oder meine "heiße Tomate" sind mittlerweile zB Dinge, nach denen ich mich tatsächlich sehne.
Letztes Jahr noch, kannte ich eigentlich nur die Sehnsucht nach ... Pizza.
(sehr vereinfacht gesagt)
Weil ... Pizza ging nebenbei beim Arbeiten.
So ein Schaumbad kostet Arbeitszeit und danach kann ich dann auch nicht mehr arbeiten, sondern eigentlich nur noch schlafen gehen.
Die Legende von den trägen Dicken, die auf dem Sofa herumhängen und fressen, während Schlanke nach einem Wahnsinns-Arbeitspensum noch eine Runde joggen gehen, sich dann mit Freunden treffen, in Glitzerkleidern die Nacht durchtanzen und am nächsten Morgen dann wieder - nach dem morgendlichen Joggen - im Kostümchen im Büro stehen.
Irgendwo verinnerlicht man das ja ... besonders wenn man dann nachts um 2 Uhr mit einer Pizza auf dem Sofa hängt und danach ins Fresskoma fällt.

Irgendwann habe ich damit begonnen, Frauenzeitschriften rein auf ihren Info-Gehalt zu lesen.
Ich habe aus einer Zeitschrift immer gezielt die Seiten herausgerissen, auf denen sich verwertbare Infos befanden.
Müsst Ihr mal machen ... die Ausbeute ist erschreckend gering und beschränkt sich meist auf Kochrezepte und auch die werden immer schrottiger, weil sie nämlich nur geschrieben, nicht aber ausprobiert werden.
Oder sie werden von den Verlagen direkt von Maggi und Co. eingekauft* und eine kreativ fotografierte Torte beinhaltet eine Backmischung, 3 Becher irgendeines fertig gemischten Puddings etc.

*Quatsch, die Rezepte werden natürlich nicht eingekauft - die Hersteller bieten sie einem dauernd an - zusammen mit wundervollem Bildmaterial.

Statt ein Glamour-Magazin zu lesen, kann man auch direkt in Hamburg durchs Alsterhaus bummeln.
Erst durch die Parfümerie-Abteilung, dann hoch in den 2. Stock in die unerschwingliche Mode.
So ein Bummel macht viel mehr Spaß, verbrennt Kalorien und man hat hinterher kein Altpapier am Hals ...
Und gelegentlich trifft man auch einen Promi.
(wenn man jemanden dabei hat, der ihn erkennt ...)

Frauenzeitschriften kaufe ich gern auf Flohmärkten und dann welche aus den 60ern und 70ern, denn da stehen dann noch handfeste Inhalte drin und kein Hochglanzblubb nach Zeichen bezahlt ...

Ach so ... das Saftfasten ... natürlich kann ich nicht ewig nur fasten, aber es ist für meinen Körper und Geist eben immer wieder eine wundervolle Gelegenheit sich aus alten Gewohnheiten zu lösen und Lust auf Neues zu bekommen.
Ein Körper schreit immer nach Dingen die er kennt - je mehr gesunden Kram er kennt, desto öfter schreit er eben nicht nach Pizza, sondern bettelt plötzlich um einen Shake mit Avocado.
Yeah!
Mein neuestes Suchtmittel sind eindeutig Avocados ... und Erdnussbutter ... und Mango.

Und für den unwahrscheinlichen Fall einer mit dem Untergewicht kämpfenden Mitleserin:
die Geheimwaffe meiner Schwester sind Mandeln.
Ein gesunder Weg, sein Gewicht zu halten :)

Samstag, 6. Februar 2016

doch, doch ... Tag 23 :)

Ich bin den Säften treu ... allein:
mein Avocado-Verbrauch ist so drastisch hoch, dass ich es derzeit ernsthaft "schaffe", mein Gewicht zu halten.
Ich trickse mich immer damit aus, dass ich die Avocados meinem Alien mitbringe und sehr zu seiner Verbitterung dann aber abends flugs in meinen Gemüsesaft püriere.
Damit habe ich dann einen etwas erbosten Alien und eine Waage, die mir tagelang das gleiche Gewicht vor die Nase die Füße hält ...
Morgens kaufe ich ihm dann schnell neue Avocados, die ich dann abends ... ihr wisst schon.

Diesen Teufelskreis hat mein Alien nun höchstselbst unterbrochen:
er hat seine Avocados in sein Zimmer geholt.

Morgen werde ich sicher dankbar sein ... aber jetzt gerade überlege ich eher, ob ich mich leise an ihm vorbei ...

Nein, ist nicht wahr ... ich hatte mir abends einen Smoothie mit 1/2 Avocado gemacht und ihm die andere Hälfte schon samt Löffel serviert.

Nebenbei bin ich dabei, das reine Saftfasten - also Rezepte für Säfte und Trester - von meinem Sabbel-Blog hier zu trennen.
Pro Person darf man übrigens nur 100 Blogs bei blogger haben ... wenn ich so weiter mache, bekomme ich die noch zusammen.

Mittwoch, 3. Februar 2016

Das Scheißleben des Andreas Altmann

Gestern ging es mir wie Ken beim Fisch namens Wanda.
Als Wanda Ken sagt, dass Otto in seiner Kindheit geschlagen wurde, lächelt Ken breit und sagt:
Schön!

Ich hatte ein Hörbuch im Autoradio.
Andreas Altmann erzählte von seinem Scheißleben.
Und plötzlich freute ich mich sehr, dass bei ihm alles IMMER Kacke gelaufen war, denn gerade hatte er von Dette erzählt.
Einer der vielen völlig indiskutablen Menschen im Leben des Andreas Altmann.
Als Dette in das Leben des Andreas Altmann trat, war sie schon dick gewesen.
Mittlerweile war sie noch viel dicker geworden.
Sie war nun eine 80-Kilo-Frau!

Ja, ok, wennn ich noch mal 3-4 Monate beim Saftfasten bleibe, bin ich das auch - eine 80-Kilo-Frau.

Minutenlang wurde Dette vorgestellt und vor meinem inneren Auge hatte ich eine "Dette-Version".
Keine nette Frau. Blöd, unterwürfig, falsch, hinterrücks ... und all das dann zusammengefasst in einem vernichtenden "80-Kilo-Frau!"

Mittlerweile war ich schon auf der 2. CD in der es auch um nichts anderes ging, als all die Menschen, die Andreas Altmann bis zu seinem 11 Lebensjahr begegnet waren und nichts Besseres im Sinn hatten, als ihm das Leben zu versauen.
(der Mann ist jetzt 66 und ich habe auch noch einen Stapel CDs vor mir)
(allerdings erwäge ich, mir den Rest zu sparen, denn noch mehr pauschale Beleidigungen dicker Menschen muss ich mir eigentlich nicht antun - andererseits sollte ich noch bis zur nächsten Ohrfeige seines Vaters weiterhören, fett grinsen und das Hörbuch dann bei Ebay einstellen ...)

Andreas Altmann wurde nie geliebt.
Auch von mir nicht!