Worum es hier geht

Montag, 19. Dezember 2016

Kurz vor Weihnachten ...

Ja, Tag 1 der Saftkur hat prima geklappt ... die anderen Tage dann nicht mehr :)

Jetzt ist es kurz vor Weihnachten und mit dem Saftfasten bin ich erst mal durch.
Die Wasserflaschen liegen in einer Schublade, der Entsafter steht auf dem Dachboden.
Also, für 2016.
2017 geht es weiter.

2016 war nicht unbedingt mein Jahr, aber mir gelang es, einige Weichen so zu stellen, dass ich 2017 recht hoffnungsfroh entgegenblicke.
Heute war ich zB wieder auf dem Laufband - ich kann wieder schmerzfrei gehen.
Vergessen ist der Anlaufschmerz, die Schmerzen bei Nacht, am Tag, im Sitzen, im Liegen, im Stehen ... mir geht es wieder so gut, dass ich prompt argwöhnische Blicke erntete, als ich letzte Woche meine Mutter besuchte.
Da sich niemand die Mühe gemacht hatte, mich hier zu besuchen und evtl. mal mir zu helfen, brodelt nun die Gerüchteküche, ob es mir überhaupt je schlecht ging.
Ich grinse.
Diese Familie ist so bekloppt, man muss sie einfach meiden lieben.
Wer weiß:
vielleicht kommt 2017 nicht nur meine Taille zu mir zurück!
vielleicht kann ich auch wieder Absätze tragen und joggen gehen?
(also nicht zeitgleich ...)

Nebenbei habe ich nun auch damit begonnen in meinem Job zu hospitieren und es gefällt mir sagenhaft gut.
Meine sämtlichen Internetprojekte werden dann wieder Hobby.

Doch, 2017 klingt Klasse!

Mittwoch, 30. November 2016

Kaffeefasten nach Sybille ...

Tag 3
Gewicht - 90,8 kg
abgenommen insgesamt - 20,1 kg


Ich sehe schon, diesmal muss ich aufpassen, dass ich auch wirklich Saft trinke, denn in mir schreit alles nach Kaffee - immer.
Zum Aufwachen trinke ich eine Tasse Kaffee - auch beim Saftfasten.
Das ist sicher nicht im Sinne der Anhänger der Detox-Idee.
Allerdings glaube ich auch nicht an Detox; ich glaube an Kaffee ...
Detox-Anhänger bei Instagram machen gern Fotos von sich, bei denen sie die Helligkeit aufreißen um zu zeigen, wie rein sie durch Detox schon sind.
Die sind soooooo sauber, die pupsen mittlerweile Regenbögen und duften auch morgens schon nach Rosenblättern im Tau.
Also vor dem Duschen!

Ich nicht so ...
Ich wache morgens mit sehr trockenem Mund auf.
Ein Umstand, der mich ahnen lässt, dass ich doch noch ... ein wenig ... schnarche.
Und dem Bedürfnis nach Kaffee.
Meine Kinder pflegten morgens in mein Halbliterbecherchen zu gucken und "ist das der erste??" zu fragen, bevor sie Diskussionen mit Mutti in Erwägung zogen.
Also: der Morgenkaffee steht bei keiner einzigen Diät zur Disposition.

Aber in den letzten Tagen hat sich nicht nur ein Nachmittagskaffee eingeschlichen, sondern gleich auch noch ein Zwischendurchkaffee.
Es gilt den Zwischendurchkaffee wieder durch Saft zu ersetzen!

Es ist dieser Kälte da draußen geschuldet, dass der Griff zum Wasserkocher so viel näher liegt, als der zum Entsafter ...

Ich mag es übrigens, dass ab heute mein "schon mehr als 20 kg abgenommen" wieder stimmt.
20.1 kg
Jetzt ran an die nächsten 20 ...

Montag, 28. November 2016

Das Wunder des ersten Fastentages ...

Tag 2
Gewicht - 91,5 kg
abgenommen insgesamt - 19,4 kg


Der Einstieg ins Saftfasten ist jedes Mal interessant.
Gestern habe ich mir zB wie gewohnt eine ToDoListe geschrieben, um sie dann umgehend komplett zu ignorieren.
Praktisch:
da brauche ich mir heute keine neue Liste zu schreiben, sondern kann die von gestern wieder benutzen
(oder ignorieren ... je nachdem)
Auf der Liste stand natürlich auch, dass ich einen Saft machen, fotografieren und bloggen sollte.
Stattdessen habe ich ein Tetra Pak aufgeschraubt und ansonsten Tee und zu viel Kaffee getrunken.
Aber immerhin kann man das Ganze als Trinkkur zusammenfassen.

Außerdem war mir im Wechsel wieder kalt und wenn ich dann etwas überzog, umgehend auch wieder zu warm.
Abends fielen mir vor Müdigkeit die Augen zu, aber kaum lag ich im Bett, war ich hellwach und malte mir eine Zukunft aus, in der ich von meinen Jobideen völlig überfordert wurde.
Meine Zukunft lag vor mir: vereinsamt, verarmt und überhaupt nicht schön.
Glücklicherweise riss mich 6 Mal das Bedürfnis, auf die Toilette zu gehen aus den Grübel- und Träumereien.
Keine unbedingt schöne Nacht - aber auch diesen depressiven Einstieg ins Fasten kenne ich schon und so freute ich mich durch die düsteren Gedanken hindurch einfach schon mal auf den bevorstehenden Energie- und Euphorieschub, der meist auf das finstere Tal folgt.
Der Vorteil, wenn man schon mal eine satte depressive Phase mit allem Drum und Dran am Hals hatte ist, dass man über solche Anflüge eher grinst, als ernsthaft abzustürzen.

Meine Flaschen liegen übrigens allesamt in einer großen Schublade.
Sie werden aus meinem Schlafzimmer in das Büro umsiedeln, denn meine Schlafzimmerfensterbank habe ich mit Kerzen dekoriert, die ich abends gern zu Hörbuch und Tee anzünde.
Es deprimiert mich nicht, dass ich wieder welche auskippen muss.
Ich habe einfach mein Gesamtgewicht im Blick - und das Ziel innerhalb eines Jahres abzunehmen, bis der Alien wieder vor der Tür steht.
Während er in Neuseeland war, habe ich ca. 20 kg abgenommen.
Jetzt ist er in Australien und die nächste Saftrunde beginnt.
Wenn ich dazu komme, bekommt auch das Laufband heute mal wieder eine Chance.

Sonntag, 27. November 2016

Tag 1 - mal wieder :)

Tag 1
Gewicht - 93,6 kg
abgenommen insgesamt - 17,3 kg

Da bin ich wieder!

Wann ich jetzt genau aus der letzten Saftrunde gerutscht bin, weiß ich gar nicht so genau.
Sicher ist nur, dass ich ab heute wieder die Muße und Gelegenheit habe, bis zum 20. Dezember eine Gemüsesaftkur zu machen.

Ein kurzes Update:
mit der Krankengymnastik bin ich durch und ich bin auch weitgehend wieder "einsatzfähig".
Der Anlaufschmerz hat mich so ziemlich verlassen - ich kann einfach aufstehen und gehen.
Hohe Absätze sind allerdings weiterhin schlicht unmöglich und ich laufe langsamer und auch etwas angestrengter als vorher.

Nebenbei habe ich begonnen, mich beruflich umzuorientieren.
Ich habe mir ein 2. Standbein gesucht und werde in den nächsten Monaten intensiv daran arbeiten, die nötige Ausbildung und weitere, geforderte Voraussetzungen zu schaffen.
Das fühlt sich gut an - und schüchtert mich gleichzeitig auch ein wenig ein.

Für ein Infogespräch war ich mit meiner Tochter shoppen, denn ich musste feststellen, dass ich für mein aktuelles Gewicht über kein seriöses Outfit verfügte.
Ich konnte kein Kleid anziehen, da ich in den passenden Pumps nicht laufen kann und niemand bereit war, mich auf einer Sackkarre in das betreffende Büro zu schaffen ...
Mittlerweile bin ich dem Fahrerflüchtling fast dankbar dafür, dass er mich vom Zebrastreifen geschubst hatte, denn ein kurzer Hinweis darauf, dass ich angefahren wurde, klingt einfach besser als die Erwähnung von Verschleißerscheinungen am Knie.
Und ich habe den Verdacht, dass ich die Folgen des Unfalls mittlerweile überwunden habe und entsprechend "nur noch" mit dem Knorpelschaden kämpfe.

Wir bummelten los, mit dem Ziel, einen Blazer und "seriöse" Hosen für mich zu erstehen.
Der Blazer war schnell gefunden, aber die Hosen ... machten keinen Spaß.
Früher kämpfte man sich in eine Hose und wenn es gelang - mit welchen Tricks auch immer - den Reißverschluss zu schließen, passte die Hose ...
In dieser Tradition schlüpfte ich in der Umkleidekabine in eine schöne Hose, schloss den Reißverschluss und musste feststellen, dass nun mein Bauch auf dem Hosenbund lag und sich als massiven Rettungsring unter dem Pulli abzeichnete.
Ich lachte leise - und die Verkäuferin brachte mir einsichtig eine Hose mit hohem Bund ...
ABER:
Noch im Juli hätte ich mich mit 17 kg mehr in dieser Umkleidekabine aufgehalten und die Anprobe wäre ungleich gruseliger verlaufen. Ich befinde mich derzeit also an der Grenze zwischen Hosen mit hohem Bund und wieder normalen Hosen.
Wie schön!
Ich vergeudete nicht eine einzige weitere Sekunde mit Komplexen.
Wir fanden dann noch einen weiten Pulli für mich und dann guckte ich lieber zu, wie sich meine Tochter durch 1.001 Abendkleid probierte.
Nicht, dass sie ein neues Abendkleid bräuchte, aber es gibt halt so ein Alter und auch Kleidergrößen, in denen Abendkleider Anprobieren Spaß macht.

Am Morgen meines Infogesprächs schlüpfte ich doch noch mal in meine schicken, hohen Stiefeletten - perfekt!
Also, wenn ich einfach nur stehe - und mich dabei leicht im Türrahmen festhalte ...
Mein "du musst ja nur vom Auto bis in das Büro - kannst ja flache Schuhe für die Fahrt ..." war ausgeträumt, denn ich konnte in den Stiefeletten noch nicht einmal stehen, geschweige denn, festen Schrittes ein Büro betreten und so wirken, als sollte man mir einen Job geben.

Das Infogespräch war sehr ... informativ.
Dieser Weg ... wird kein leichter sein ...
Aber ich habe dennoch ein ganz neues Lebensgefühl.
Ich muss die passenden Schulungen machen - erst mal die passenden Kurse finden und die Finanzierung auf die Beine stellen.
Außerdem muss ich irgendwo hospitieren.
Und zig Papiere zusammentragen.
Heute Abend schreibe ich mir dazu einen schönen Zeitplan und lege los.
Eigentlich hatte ich gehofft, dass ich schon ab Januar arbeiten würde.
Jetzt sagt mir irgendwas: Juni.

Egal!
Es ist weiterhin ein gutes Gefühl, ein machbares Ziel zu haben.

Ich bin gespannt, wie oft ich nun wieder Beiträge mit "Tag 1" überschreibe, oder ob mir der Wiedereinstig ins Saftiversium heute schon gelingt.

Dienstag, 1. November 2016

Licht am Ende ... Ihr wisst schon ...

Du meine Güte, was ging es mir mies!
Ich war wirklich ganz übel demotiviert ... aber ...

Am Sonntag saß ich mit einem Bekannten in einem Cafe, stand auf und ging auf die Toilette.
Auf dem WC fiel mir auf, dass ich einfach aufgestanden und zur Toilette gegangen war.
Klingt auch in der Wiederholung nicht aufregend, ist es aber - für mich.

Die Geschichte mit meinem Knie war so schmerzhaft geworden, dass ich mich mit beiden Händen am Tisch abstützen und hochdrücken musste, bevor ich dann erst einmal eine Weile am Tisch stehe und mich dabei immer noch festhalte, falls mein Knie evtl. einfach wieder zusammenklappen möchte.
Und dann humpelte ich steifbeinig los.

Der Gag am Sonntag war, dass ich nicht wusste, wann sich das geändert hatte.
Sollte mein Leben mal verfilmt werden, stelle ich mir die Szene putzig vor, wie ich da ungläubig auf dem Klo hocke, dann all meinen Mut zusammennehme und - aufstehe - freihändig!

Cool!

Gestern war ich wieder bei der Krankengymnastik - ich habe tatsächlich einen anderen bekommen - und als ich dran war, stand ich einfach von meinem Stuhl auf.
Der Mann bat mich, noch einmal Platz zu nehmen, was ich tat.
Und dann wieder aufzustehen - was ich mit dickem Grinsen tat.
Ja, ich habe wirklich jeden einzelnen Rat aus der Krankengymnastik beherzigt, mir einen Ball gekauft und die Übungen auch daheim gemacht.
Ihr könnt Euch meine grottenüble Stinklaune dabei nicht vorstellen!
Ich fand alles, das ganze Leben und jeden Menschen, einfach nur unfair!
Böse, ungerecht, fies.

Mein Plan war doch gewesen, die Kilos wieder loszuwerden und dann zu joggen!
Nun war ich die JoJo-Kilos wieder los, aber statt fröhlich wieder zu joggen, konnte ich nur unter Schmerzen gehen.
Schmerzen habe ich noch immer, aber seltener, anders und wenn ich langsam gehe, kann ich das Humpeln sogar verbergen, was mich glücklich macht, denn dieses offensichtliche Hinken, war mir einfach ... peinlich.

Als ich meinen Ball holte, fiel mein Blick auf einen Rollator und ich überlegte, wie geländegängig die wohl sind und ob man die Hunde daran festbinden könnte, damit man die Hände zum Schieben frei hätte.
Kurz sah ich vor meinem inneren Auge, die Hunde mit meinem Rollator abhauen ... und dann bekam ich das "ärm dier", weil ich gerade ernsthaft über Rollatoren nachdachte.
Bestimmt praktische, nützliche Teile - aber hey, ich bin noch keine 50!

Gut, ich achte bei jedem Schritt darauf, den Fuß nicht nach innen zu drehen, auch wenn nach innen drehen schmerzfreier ist.
Und neu:
Ich stehe auch nicht mehr mit durchgedrückten Knien, sondern ... schon wieder vergessen, wie es heißt.
Jedenfalls so, dass mich nicht meine Bänder, sondern meine Muskeln halten.

Außerdem habe ich ein Sportgerät wieder in Gebrauch genommen, das meine Kinder mal haben wollte.
Ein Power Plate Fake - so eine Art Rüttelplatte.
Auf der machte ich meine - ah, in Flex-Haltung herumstehen-Übungen, die durch das Gerüttel natürlich besonders effizient sind.

Bei der Krankengymnastik fragte ich, wie denn der Heilungsprozess bei meinem Knie sei - war das jetzt eine Anfangsverbesserung, würde aber wieder schlechter werden?
Nein, wenn ich mich nicht erneut vor ein Auto werfe, sollte es nicht wieder schlechter werden.

Ich lächle ...
Und gehe jetzt wieder meine Übungen machen.

Was das Saftfasten angeht - es lief unter erhöhtem TofuVerbrauch weiter.
Ich habe keine Ahnung, was ich wiege, da ich heute schon morgens um 4 Uhr hellwach war und die Sache mit dem Schlaf zu Gunsten von Kaffee im Bett und Lesen einfach aufgab.

Darum ... wiegen, Flaschen ... etc. alles später.
Das soll nur ein "es geht aufwärts"-Lebenszeichen sein.

Montag, 24. Oktober 2016

das Schicksal hat einen rabenschwarzen Humor

gefastet: 100 Tage
Gewicht: 89,5 kg = -20,6 kg


Ja, ich bin unter 90 kg
ja, ich habe 100 Tage Saftfasten hinter mir
ja, ich bin von Adipositas Grad III zu Adipositas Grad I gekommen.
Punktlandung

Und irgendwie muss ich gleich die Energie aufbringen, das Ganze gebührend zu feiern, Fotos zu machen und einen mitreißenden Blogbeitrag für den Saftfasten-Blog zu schreiben.

Aber ganz ehrlich:
das Schicksal ist echt eine blöde Kuh!
Was für ein völlig dämliches Timing!

Ich möchte nämlich eigentlich nur auf der Couch liegen, ein Hörbuch anschalten und evtl. noch ein paar übellaunige Leserbriefe schreiben und Servicepersonal schikanieren.

Meine Laune war schon wegen meiner Hinkerei ungut und wurde durch die Krankengymnastik nicht besser.
Gar nicht besser.
Ein junger Mann, der sehr lustlos an meinem Knie herumfummelte.
Es begann schon damit, dass ich mein Knie freimachen sollte.
Kein Problem, ich hatte eine Sporthose dabei.
Wo ich mich denn umziehen könnte, fragte ich, um klarzustellen, dass er sich kurz verkrümeln sollte.
Tat er auch, kam aber so schnell zurück, dass ich noch breitärschig in Blümchenunterhose dabei war, mein 2. Bein in die Sporthose zu fädeln.
Meine Waden trugen bereits das saisonale Winterfell - dass man bei Krankengymnastik betatscht wurde, hatte ich nicht auf dem Schirm ...
Aber meine haarigen Waden konnten seinen Widerwillen wohl auch nicht steigern.
Zum ersten Mal in meinem Leben wurde mein Körper von einem Mann betatscht, der daran keine große Freude hatte.
Ok, keine Ahnung, wer alles an dem Kaiserschnitt beteiligt war, aber da hatte ich eine Vollnarkose.
Jetzt hätte ich auch gern eine Vollnarkose gehabt.
Gerade hatte ich knapp 20,- Euro bezahlt - meine Güte, ich hatte dafür bezahlt, dass mich ein Kerl betatscht!
Ich überlegte kurz, wie Männer das hinbekommen, für Sex zu zahlen ... aber klar, Frauen liefern einfach bessere Arbeit ab!
Die heucheln sicher einer Art Begeisterung?!
Oder die Männer haben Freude an dem Machtgefühl?!
Ich versuchte, Freude an dem Machtgefühl aufzubringen, dass der Typ mein Knie betatschen musste, was er aber damit versaute, dass er mich aufforderte, für ihn zu gehen.
Hin und her und her und hin.
Überraschung: er hatte dann kein Bild für mich!
"Kein Wunder, dass Sie Probleme mit dem Knie haben, sie gehen ja total falsch!"
Ich drehte beim Gehen den linken Fuß nach innen.
Aha.
Vermutlich eine Schonhaltung, die ich mir nach dem Knacks im Juli angewöhnt habe, da ich so schmerzfreier gehen konnte - allerdings eine Schonhaltung, die meine Probleme mit dem Knie noch verstärkte und ... doof aussieht.
Als nächstes nahm er Klebeband und klebte meine Kniescheibe anderswo fest.

In den nächsten Tagen achtete ich bei jedem Schritt darauf, den Fuß extrem nach außen zu drehen.
Der Gag war:
wenn ich das Gefühl hatte, der Fuß müsse nach außen zeigen, war er genau gerade.
Die ersten Hunderunden waren überaus schmerzhaft und verkrampft, denn ich bin nicht arg koordiniert.
So konzentriert, den Fuß nicht nach innen zu drehen, verdrehe ich alles an mir:
ich drehe die Arme nach vorne und verziehe auch noch den Mund nach links.
Und hinke.
Wenn mir im Wald jemand begegnete, hätte er Angst!

Beim 2. Besuch beim charmanten Krankengymnasten - er schwört übrigens auf Chefkoch ... - hatte ich meine Sporthose unter der Jeans und frisch rasierte und gecremte Waden.
Diesmal aber zeigte er mir schlicht gefühlte 300 verschiedene Übungen, die ich daheim machen solle.
Ich fragte, ob es dazu evtl. ein Übungsblatt gäbe - Pictogramme?!
Nein.
Wenn ich die Übungen oft genug gemacht hätte, könnte ich sie auswendig.
Nun, bis auf meine Lieblingsübung, vergaß ich schlicht alles auf dem Heimweg.
Ich werde mal googeln, was es für Übungen gibt - vielleicht kommt mir etwas davon bekannt vor.

Im Moment ist mir jedenfalls noch nicht danach, denn mein Entschluss, mal etwas auszuspannen und gemütlich bummeln zu gehen, führte mich leider auf die Motorhaube eines Rechtsabbiegers, der wenig Respekt vor grünen Fußgängerampeln hatte.
Der Rechtsabbieger traf auf mein linkes Knie und noch mehr linke Körperhälfte, weshalb ich dann mit dem Restkörper noch die Straße traf und mich jetzt einfach mal rundum lädiert fühle.

Als gestern dauernd die Nachricht kam, dass Patienten in der Notaufnahme zu häufig stationär aufgenommen werden, konnte ich nur grimmig nicken, denn genau das war mir auch passiert.
Ich hatte recht schnell raus, dass ich zwar rundum angeditscht, aber ansonsten noch ok war - aber man rammte mir eine Nadeln in den Arm, hängte mich an einen Tropf und schob mich in ein Zimmer.
Basta!
Der Autofahrer war übrigens verschwunden.
Ich lag unfreiwillig in einem Krankenbett und nur mein Respekt vor Nadeln hielt mich dort.
Kaum hatte ich am nächsten Morgen eine Schwester überredet, mich von dieser Nadel zu befreien, entließ ich mich schleunigst wieder und humpelte zu meinem Auto zurück.
Das hatte länger geparkt, als erlaubt und war folgerichtig mit einem Knöllchen versehen worden.

Wieder daheim begrüßten mich 2 übel gelaunte Katzen und forderten energisch Abendbrot UND Frühstück - und 2 völlig deprimierte Hunde, die in ihrer Not im Haus Gassi gegangen waren, was ihnen überaus peinlich zu sein schien.
Ich fütterte, putzte und selbstmitleidete heftig.

Mein Umfeld erzählt mir nun dauernd, dass ich wahnsinnig Glück gehabt habe.
Ja, andere haben wahnsinnig Glück und gewinnen im Lotto oder heiraten Brad Pitt ... ich werde von einem Auto gerammt, von Politessen verfolgt und muss Hundekacke wischen ...
Ich will nicht undankbar erscheinen, aber das wäre bitte genug Glück für die nächste Zeit.

Und was ist eigentlich los mit den Leuten, dass sie einem sofort sagen müssen, wie toll es doch ist, dass man nicht gerade an Krebs stirbt, in Aleppo bombardiert wird oder oder oder ...

Klar, es ist vorbei, ich atme und schon ist es eine Geschichte ...

und jetzt höre ich auch auf zu jammern und versuche den Hebel umzulegen auf:
Erfolgsfrau, die in 100 Tagen über 20 kg abnimmt

Yeah!

...

(Flaschenfoto muss noch gemacht werden ...)


Mittwoch, 12. Oktober 2016

Willkommen unwillkommen :)

gefastet: 88 Tage
Gewicht: 90,9 kg = -19,2 kg


Eine ganze Woche Sendepause!
Und der offizielle Teil liegt noch viel länger brach ...
Und ich habe in der Woche auch nur 400 Gramm abgenommen
= ich bin unzufrieden.

Aber: ich hatte mein Töchterlein zu Besuch
und das war natürlich wunderbar.
Nachdem sie erst ein Auslandssemester und dann auch noch ein Auslandspraktikum gemacht hatte, war ich doch etwas auf Entzug, was meine Kinderlein angeht.
Und so habe ich sie unermüdlich bekocht und verwöhnt.
Ich habe mich nebenbei sehr bemüht, weiter Saft zu fasten, aber es gab doch das eine oder andere Gericht, das gründlichen Abschmeckens bedurfte ...
Lost in Soße ...

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Nun geht es also saftig weiter.
Ich gebe es zu, dieser Beitrag ist nichts weiter als ein "back to business" Startschuss, nach dieser unwillkommenen Ablenkung, die mir aber natürlich sehr willkommen war ...

Selbst auf das Flaschenbild müsst Ihr heute verzichten!

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Nachtrag
das ist lustig:
gerechnet von meinem Diätbeginn, dem 21.12.2014 bin ich heute exakt 20 kg leichter!

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Guido Maria Kretschmer und die fette Kuh

gefastet: 81 Tage
Gewicht: 91,3 kg = -18,8 kg


Am Wochenende war mein Töchterlein hier und wir haben am Sonntag Abend
Promi Shopping Queen
gesehen. Das ist so ein Sendeformat, bei dem man fröhlich plaudern und auch ein wenig lästern kann.
Mehr oder weniger Prominente im Konsumrausch, die ihre Kleiderschränke und sich selbst,
ihre Ahnung oder ihr Unwissen in Sache Mode präsentieren - und dazu die lustigen Kommentare von Guido Maria Kretschmer.

Die Kommentare fand ich bisher immer lustig.
Klar, manchmal ganz schön spitz, aber die Promis lassen sich ja freiwillig darauf ein, ihr Shopping-Verhalten und auch ihre Wirkung in den gekauften Klamotten bewerten zu lassen.

Letzten Sonntag wurde Hella von Sinnen Shopping Queen.
In einer Szene lästert sie mit ihrem Shopping-Begleiter "Hasi" über Guido Maria Kretschmer.
Und dann kommentiert Guido Maria Kretschmer diese Szene damit, dass er Hella von Sinnen eine fette Kuh nennt.

In dem Moment endete mein Vergnügen an der Shopping Queen und auch Herrn Kretschmer.

Tut mir Leid, aber die fette Kuh hat ihr Gehege direkt neben der schwulen Sau und beide gehören zur Familie der NoGos.

Es gibt Beleidigungen, die nicht ausgesprochen werden dürfen, ohne eine ungute Geisteshaltung desjenigen zu offenbaren, der sie denkt und dann auch noch vor laufender Kamera ausspricht.

Es ist ganz egal, was Hella von Sinnen gesagt/getan hat - eine fette Kuh ist in keinem Fall ein passender Kommentar.
Alles Mögliche hätte gepasst - vom Lästermaul angefangen ... bis rein ins Glashaus.

Die fette Kuh aus dem Mund von Guido Maria Kretschmer hat nichts, rein gar nichts über Hella von Sinnen ausgesagt, aber alles, was ein Guido Maria Kretschmer insgeheim über übergewichtige Frauen denkt.
DAS ist fat shaming.
Und dabei verdient er gut am Übergewicht der Frauen.

Für mich war der Fernsehabend gelaufen, die Stimmung versaut.



Hier noch das aktuelle Flaschenbild :)






Freitag, 30. September 2016

Mit dem Staubsauger das Leben in den Griff bekommen ...

gefastet: 76 Tage
Gewicht: 91,9 kg = -18,2 kg


Manchmal kann Staubsaugen das ganze Leben wieder auf die Reihe bringen ...

Die letzten Tage hing ich durch.
Der September brachte zu viele Endgültigkeiten mit sich.
Wir empfinden Väterchens Tod irgendwie nicht wirklich als Erleichterung, sondern eher als Verlust, obwohl uns die Demenz unaufhörlich und unerbittlich schon so viel von ihm genommen hatte.

Was den Tod angeht, stehen plötzlich wir in vorderster Reihe.
Keine "schützenden" Großeltern oder Eltern mehr, die vor uns dran wären, wenn alles der Reihe nach ginge.

Ups, habe ich jetzt ernsthaft meine Mutter vergessen?
Insgeheim bin ich davon überzeugt, dass sie mich überlebt.

Auch sah ich mich halt immer joggen.
Erst mal Gewicht verlieren und dann wieder joggen.
Letztes Jahr hatte ich doch schon so gut wieder begonnen und war mit meinen Intervallen so weit, dass es zum Greifen nah schien, dass ich wieder längere Strecken am Stück - nicht schnell, aber - joggen würde.
Aber joggen ist Mord an meinem Knie und glaubt mir, mein Knie ist wehrhaft und im Gegensatz zum letzten Herbst laden mich sanfte Abhänge nicht im geringsten ein, in einen Laufschritt zu verfallen.
Eher humple ich wie Edgar in den MIB.
(Die Riesen-Kakerlake, die sich den Körper von Edgar übergezogen hatte ...)


Ok, ich werde nicht mehr joggen.
Nie mehr!
(oooooh!)

Gestern begegnete mir eine Frau auf der Hunderunde, die ich schon oft getroffen habe.
Sie hat "den Krebs besiegt", wie ich von einer Bekannten weiß und kaum war sie wieder einigermaßen gesundet, nahm sie ihr Lauftraining wieder auf.
Sie läuft und läuft und man trifft sie dauernd in genau diesem Wald.
Letzten Herbst hatte ich Tagträume, wie sie mich mal nicht mehr überholt ... sondern ich sie ... und gestern schubste mich die Begegnung mit ihr anschließend wieder in die Badewanne.

Das Leben ist gemein!

Aber irgendwann, während ich da so im Schaum schaukelte, kam mir der Gedanke, dass das doch auch ganz schön öde ist, in dem immer gleichen Wald die immer gleichen Runden zu drehen!
(ich mache das mit den Hunden auch, aber mit Hunden ist das ja was total anderes!)
(und meine Hunde fanden meine Joggerei eh immer doof)

Viel besser sind Radtouren!
Genau:
nächstes Jahr motze ich mein Fahrrad wieder auf, besorge mir so einen Träger, den ich hinten am Auto befestige und dann kann ich mit dem Rad die tollsten Radtouren sonstwo machen!
(nach/vor den Hunderunden ... wann ich im nächsten Jahr noch arbeiten will, ist ungewiss ...)

Aber immerhin habe ich wieder nette Tagträume.
Radtouren :)
sind besser, als
nie mehr Joggen :(

Und hatte ich gestern noch ein vages "mir wächst einfach alles über den Kopf"-Gefühl, griff ich dann heute nach 2 Tagen Abstinenz wieder zum Staubsauger und schon sieht die Welt ganz anders aus.
(wenn man 2 große, haarige Hunde und 2 alte, haarige Katzen hat, ist das so ...)

Auch die Waage war auf meiner Seite und ließ mich die nächste Flasche auf die Fensterbank stellen:




Alles gut,
bis auf Knie:
Knie schmerzt.
Doofe Knie!

Donnerstag, 29. September 2016

Chondropathia patellae ...

gefastet: 75 Tage
Gewicht: 92,6 kg = -17,5 kg


Eine Woche Schweigen und schwupps hat mein Knie eine Diagnose bekommen
Chondropathia patellae

Gelegentlich google ich selbst mal, verdrehe ein wenig die Augen und widme mich wieder anderen Themen.
Immerhin habe ich für die Hunderunden jetzt eine schicke Sport-Bandage und ab Oktober Termine in der Krankengymnastik.

Mir fiel bei der Diagnose prompt ein, dass ich in meiner Jugend schon mal Probleme mit der Kniescheibe hatte und deshalb in jungen Jahren eine ausgesprochen schmerzhafte Spritzentherapie erhalten hatte.
Und eine Stromtherapie - keine Ahnung, ob das so heißt, aber mit Schwämmchen rund ums Knie wurde Strom dadurch geleitet.
Gestern habe ich spontan mal ausprobiert, was mein Knie dazu sagt, wenn ich den Bauchtrainergürtel meines Sohnes mal um den Oberschenkel schnüre und siehe da, danach war ich gut eine Stunde schmerzfrei.
Ein wenig Googeln ergab, dass es solche Gürtel auch extra für schmerzende Knie gibt und nun ist einer zu mir unterwegs.

Auch habe ich wie angekündigt getestet, wie es klappt, wenn ich meine Proteinversorgung mit Fisch und Tofu erhöhe.
Sagen wir mal: 200 Gramm Gewichtsverlust in 7 Tagen, empfinde ich als "Experiment gescheitert".
Tofu und Fisch wurden wieder aus der Saftkur verbannt und dafür habe ich jetzt "Lupinenprotein".
Da es immer mehr Veganer gibt, die ähnliche Proteinsorgen haben, gibt es auch immer mehr pflanzliche Proteinprodukte.
Wenn das Lupinenprotein leer ist, probiere ich mal ein anderes aus ... außerdem stehen jetzt auch wieder 30 Gramm Chia-Samen mit auf meinem Plan, denn die kleinen Dinger sollen auch Gelenken Gutes tun.

Und meine Knieschmerzen sind immerhin so lästig, dass ich recht viel dafür in Kauf nehme, sie zu lindern.
Die Kniegeschichte reißt mich ganz schön runter, motiviert mich aber gleichzeitig, meine Saftkur fortzuführen, denn mit so einem Knie soll man nicht schwer heben/tragen.
Was das Normalgewicht angeht, schleppe ich aber weiterhin 2 Kästen Wasser mit mir mit.
Kommt mir nicht mit Fatshaming - ich möchte mein Knie entlasten und darum ist mir das Abnehmen ein noch größeres Anliegen geworden, als es zuvor schon war.
Schmerzen können ungemein motivierend wirken ...

Und auch deprimieren :(
Mein Traum, irgendwann wieder zu joggen, ist ausgeträumt.
Joggen ist Gift für mein Knie und so muss ich jetzt vernünftig sein und sowohl mein Laufband, als auch meinen Crosstrainer rausschmeißen und mir stattdessen ein Trimmrad zulegen.

Schneller geschrieben, als getan.
Ich gestatte mir noch ein paar Tage Selbstmitleid, aber dann geht es los!

Und hier die aktualisierten Flaschen :)


PS wer ein ähnliches Knieproblem hat, darf mir gern Tipps geben, wie man möglichst schmerzfrei damit zurecht kommt.

Donnerstag, 22. September 2016

Home sweet home - Saftfasten daheim

gefastet: 68 Tage
Gewicht: 92,8 kg = -17,3 kg
Sport: Hunderunde


Ach wie schön, ich bin wieder daheim und habe Zeit für meinen Blog!
Ok, daheim war ich gestern schon, aber ich beschloss spontan, mich erst einmal tot zu stellen und zu warten, bis ich nicht nur körperlich, sondern auch mental wieder im Norden war.

Dabei war es sehr nett in Köln.
Mit einer Freundin bin ich den Obst-Apfelweg in Leichlingen entlang gewandert.
Wirklich schön, aber mir fällt doch immer wieder auf, wie dicht in NRW die Häuser beisammen stehen.
Da fehlt mir doch die Weite des Nordens.
Und der ewige Wind, die gute Luft und zudem haben Wanderwege hier weniger Steigungen und führen eher selten durch Wohngebiete.
Bergauf hatte ich schnell Kreislauf und bergab dafür dann Knie.

Samstag war ich mit meiner Nichte Shoppen
und da entdeckte ich eine ganz wundervolle Veränderung durch das Saftfasten:
ich kann wieder Klamotten anprobieren!
Noch im Juli konnte ich mir Tücher anschauen, wenn ich mit irgendwem bummeln ging.
Oder Strümpfe, Handtaschen ... aber es gab keinen Grund, Klamotten anprobieren zu wollen, denn ab Kleidergröße 50 spätestens, hat man sich aus den Größen der "normalen" Boutiquen katapultiert und begegnet den betroffenen "in ihrer Größe haben wir leider gar nichts!"-Blicken.
Da die Moppel-Boutiquen gern eigene Größen haben, war ich noch etwas verwirrt, welche Kleidergröße ich nun eigentlich aktuell habe.
Sagen wir mal, ich beginne damit, in die Kleidergröße 46 zu kommen.
Je nach Schnitt.


Nicht ganz mein Stil, aber die Anprobe hat mir dennoch Spaß gemacht.
Mit jemandem zu shoppen, der nebenan auch etwas anprobiert, ist einfach lustiger.
Auch für mich, denn sonst habe ich immer gern die undankbare Rolle, irgendwas in irgendeiner anderen Größe anschleppen zu müssen, für die, die gerade in den Kabinen sind.
Nun bin ich beim Shoppen also wieder auf Augenhöhe.

Selbst meine liebe Mami hat übrigens zugegeben, dass man jetzt sieht, dass ich abgenommen habe.
Wörtlich meinte sie:
"Natürlich sieht man eine Veränderung! Du hast jetzt viel mehr Falten!
Vorher war da ja so viel Fett in deinem Gesicht, da konntest du keine Falten haben!
"

Nun, ich trage meine Falten mit Stolz.
Immerhin wiegen sie eindeutig weniger, als das Fett.

Und hier die auf 17 volle Flaschen angewachsene Sammlung auf der Fensterbank:


Dienstag, 13. September 2016

Avocadosaft ... die Sache mit den Avocados

gefastet: 59 Tage
Gewicht: 94,3 kg = -15,8 kg
Sport: Hunderunde


Heute ist Tag 60 meiner Saftkur
und für mich steht ganz klar fest, dass ich erst einmal weitermachen werde.
Um nicht irgendwelche Mängel zu erleiden, habe ich mir irgendwelche schlauen Tabletten für Veganer besorgt,
außerdem kippe ich Milch in meinen Kaffee, esse einmal die Woche etwas Tofu und noch einmal etwas Fisch.

Und außerdem habe ich da meinen inneren Schweinehund, der mich recht zuverlässig vor Mängeln bewahrt ...
So war ich Sonntag auf einer Art Markt.
Die ersten bauten schon ihre Stände ab und ich guckte ganz brav an einem Gemüsestand.
Avocados!
Ich könnte eine Avocado kaufen!

Insgeheim weiß ich, dass Avocado nicht wirklich in eine Saftkur gehört.
Man entsaftet die Früchte nicht, sondern püriert sie in den Saft und hat dann einen Smoothie.
Lecker.
Oft aber mache ich das nicht, sondern löffel den Saft direkt aus der Schale ...

Aber ich finde, das ist absolut ok.
Ich nasche auch Brombeeren im Wald oder kaufe Obst, dass dann auch nicht immer im Entsafter landet.
Vermutlich könnte ich gut 2-5 kg weiter sein, wenn ich das ließe ...
Aber eine Nebenwirkung des Saftfastens ist, dass man wieder viel mehr schmeckt.
So ein Schälchen Heidelbeeren kommt dann einem Orgasmus schon verdammt nahe ...

Da lagen jedenfalls 6 Avocados (Ihr wisst eigentlich schon, wie das ausgeht, oder?!) und ich suchte mir die schönste aus, bevor ich mit klarer Stimme sagte "ich hätte gern eine Avocado!"
"Ich gebe ihnen alle 6 für 6,- Euro!"
"Danke, aber ich möchte nur eine Avodaco!"
"5,- Euro für alle 6!"

Ok, ich weiß, wann ich geschlagen bin - ich liebe Avocado und diese hier sahen gar prachtvoll aus.
Das waren ganz klar 1,79 Euro Avocados - das Stück!
Und so hätte ich Avocados für die ganze Woche!
(der innere Schweinehund nickte verständnisvoll, gab mir Recht und guckte dabei möglichst unbeteiligt)
Auch könnte ich meiner Prinzessin Sushi-Röllchen machen ...
(ja, ja, ja! jubelte der innere Schweinehund "kauf Reis!")
Ha, er war durchschaut und ich verwarf die Sushi-Idee direkt wieder.
Aber die Avocados kaufte ich und dann aß ich jeden Tag nur eine Avocado ... würde ich jetzt zu gern schreiben ... aber so war es eher nicht.
Es war kein schöner Anblick ... ich fiel über die kleinen Dinger her, kaum dass wir zuhause waren, der Schweinehund und ich.
Am nächsten Tag wog ich über 1 kg mehr als am Vortag.

Aber ... aber es ist das gute Fett!, brabbelte mein innerer Schweinehund.

Hütet Euch vor Sonderangeboten ...

So langsam bin ich aber nach dem NRW-Ausflug wieder im selbstgemachten Saft angekommen ... ich habe bis gestern zu viele gekaufte Säfte getrunken - darunter auch die absoluten Zuckerbomben von True Fruits.
Die sind für eine Saftkur nur insofern geeignet, dass sie Saft sind und man keinen Hunger bekommt, wenn man sie trinkt.
Aber mit solchen Smoothies verliert man kein Gewicht, denn da ist dick püriertes, süßes Obst drin.
Mit Mango, Bananen und Avocados ist so etwas zwar immer lecker, aber eben kein "Saftfasten", sondern "Saftschlemmen".


"Leider" (ne, ich freu' mich drauf), fahre ich am Freitag noch einmal nach NRW - und morgen kommt die Prinzessin wieder nach Deutschland und ich werde sie bekochen, bebacken und überhaupt verwöhnen, bevor ich Freitag verschwinde.

Natürlich habe ich vor, dem Saft dabei die Treue zu halten, aber ich bin sonnig sorglos dabei, denn ich habe noch viele, viele Tage ganz ohne Nachwuchs im Haus vor mir.

Also werde ich wieder Säfte kaufen und evtl. die Leckereien für mein Töchterlein abschmecken.
Mir ist ziemlich egal, wenn die Waage sich nicht bewegt ... aber ich passe gut auf, dass ich meinen Hunger nicht aus dem Fastenschlaf wecke.

und hier die 16 Flaschen:

Samstag, 10. September 2016

So ein kleines Lächeln zwischendurch ...

Heute Morgen habe ich mir einen Kaffee gekocht und war auch nicht auf der Waage, daher nicht der typische Anfang :)

Aber:
gestern war ich am Strand.
Am liebsten laufe ich derzeit mit einer Jeans herum, die mir bis über die Knie reicht -
aber sie saß nicht mehr.
Ganz bewusst fühlte ich mich einfach unwohl - irgendwie schlunzig - in der zu weiten Hose.
Irgendwo war das auch nett, aber ... ne, ein Gefühl, als hätte ich mir die aus irgendeinem Container geangelt.

Also war ich vorhin auf dem Dachboden und habe mir dort eine von den Hosen geholt, die ich letzten Monat noch als "zu eng" auf den Dachboden bringen musste.
Und ja, da habe ich leise vor mich hin gelächelt.
Dass es mich mal wieder stören könnte, dass etwas zu weit ist - feini :)


Auf dem Bild sieht sie eigentlich noch vernünftig aus, aber sie rutscht schlicht zu weit runter - und dann sieht die Länge echt doof aus - oder ich zerre dauernd am Hosenbund herum ...

(und nein, ich werde niemals absichtlich mit zu weiten Klamotten posieren oder sogar mal versuchen, mit beiden Beinen in ein Hosenbein zu steigen oder so ein Mumpitz)
(geht auch noch nicht ... *duck*)

Freitag, 9. September 2016

15 kg abnehmen in 2 Monaten

gefastet: 55 Tage
Gewicht: 94,8 kg = -15,3 kg
Sport: Hunderunde


Ich gebe zu, die Überschrift hat Google ausgesucht ...
Ich habe einfach mal geguckt, wie Google es fortsetzt, wenn man nach "15 kg abnehmen" sucht und mir wurde unter anderem das "in 2 Monaten" vorgeschlagen.
Schon interessant, was Leute so suchen.
Also, diesmal habe ich 55 Tage für die 15 kg gebraucht.
Letztes Jahr hatte ich exakt die gleichen 15 kg in 38 Tagen abgenommen, aber da konnte ich ja auch noch aufs Laufband ... *grummel*
Und weil diese 15 kg schon mal weg waren, gibt es dazu auch kein Foto ...
Könnt Ihr da gucken: 15 kg abnehmen mit Gemüsesaft

Damit dürfte mein Jojo-Gejammer dann aber auch so ziemlich ausgestanden sein.
Jetzt geht es einfach nur weiter.
Auch mit gelegentlichen Rückschlägen.
Richtig albernen Rückschlägen, die ich mir aber mittlerweile mit einem schrägen Grinsen einfach nachsehe.

Als ich aus NRW nach hause kam, hatte ich sooooo einen Schmacht auf einen anderen Geschmack, als Gemüsesaft, dass ich ein wenig von meinem selbstgemachten Pesto naschte.
Ja, lacht mal - ich habe das Pesto-Glas leer genascht.
Basilikum, Erdnüsse, Pecorino, Knoblauch und Öl.
Davon hatte ich den ganzen nächsten Tag noch einen sehr seltsamen Geschmack ... der dazu führte, dass ich Gemüsesaft echt wieder Klasse fand.

Mir geht es prima mit meinem Saft - der dusslige Heißhunger weiß halt zu gut Bescheid über Dinge, die ich außer Gemüse im Kühlschrank habe und lässt sie mir dann abends super begehrenswert erscheinen.
Tagsüber hat der Kerl aber nichts zu sagen und so habe ich das restliche Pesto dann verschenkt.

Und weiter :)

tsts ... jetzt hätte ich doch fast meine Flaschensammlung vergessen:




Samstag, 3. September 2016

50 Tage Saftfasten

50 Tage Saftfasten sind nun geschafft und auch meinen kleinen Gag,
ein Foto mit einem Kasten Wasser, habe ich gemacht.
Ja, vor 50 Tagen habe ich diesen Kasten noch ununterbrochen mit mir herumgeschleppt.



Ja, das Leben ist schon etwas leichter, wenn man so einen Kasten abstellt, bevor man weitergeht.

Dennoch ist mir eher gar nicht nach Feiern zu Mute, denn morgen geht es wieder in die Heimat.
Es gilt eine Beerdigung vorzubereiten.

Freitag, 2. September 2016

die entfloppte Mutti

gefastet: 48 Tage
Gewicht: 95,9 kg = -14,2 kg
Sport: Hunderunde


Dienstag habe ich wieder eine Folge von "extrem schwer" gesehen und sie sehr sehr gruselig und lachhaft gefunden.
Allerbeste Unterhaltung also ...
Wer hat sich das wohl ausgedacht, eine dicke Frau mit 36 kg Schokolade zu behängen und dann ein wenig in einer doofen Halle hin und her gehen zu lassen?
Und warum?
Da muss ein Team von Leuten zusammen gesessen haben um die Frage zu erläutern, wie man 36 kg Schokolade so bündeln kann, dass man sie an eine dicke Frau hängen kann.
Und dann war irgendjemand ernsthaft damit beschäftigt, die Schokoladentafeln aneinander zu pappen und ...
Und was sollte das jetzt bringen?
Ich bin ja, wie man an meinen Wasserflaschen sieht, durchaus ein Fan davon, Dinge zu visualisieren und natürlich stellte ich mir umgehend kichernd vor, man hätte die arme Frau mit all dem Wasser behängt, das sie in einem Jahr so trinkt.
Also, 3 Liter am Tag - wir können froh sein, dass sie nicht unter 1.095 kg Wasser begraben wurde.

Krönendes Finale der Sendung war dann, dass man sie in Begleitung eines Kamerateams zur Klapse brachte, weil sie einfach nicht auf die tolle Ernährungsumstellung auf Neandertaler-Food ansprang.
Nein, völlig überrascht und ehrlich überfordert, stellte Felix Klemme fest, dass diese dicke Frau eine Essstörung hat - Binge eating disorder.
Sie suchen gezielt Kandidaten, deren Gewicht um die 200 kg liegt und die bereit sind, sich öffentlich demütigen zu lassen.
Was für eine Überraschung, dass diese Menschen gelegentlich eine kleine Macke haben.

Ich liebe Diät-Trash-Sendungen und habe sämtliche Folgen des amerikanischen Originals der Sendung gesehen.
Chris Powell hat da ja schon ein paar Jahre Vorsprung und in diesem Jahr gab es keine weiteren Folgen seines Formats - bei den Amis ist die Luft wohl raus und die erstaunliche Verwandlung eines sehr dicken Menschen in einen kurzzeitig schlankeren Menschen lockt einfach nicht mehr so viele Leute vor den Fernseher.
Und das, wo Chris Powell echt Charme hat und eine Energie versprüht, dass man das Gefühl hat, seine reine Anwesenheit würde auch die Kalorien im eigenen Körper mit verbrennen.
Selbst der "biggest loser" scheint auf der Kippe zu stehen - zu stark und zu oft ist nun durchgesickert, mit wie viel Fake und Schmuh die Sendung produziert wird und dazu kommen nun 10 Jahre Biggest Loser Teilnehmer, die allesamt wieder dick geworden sind - meist noch dicker als vor der Biggest Loser Teilnahme.

Ich bin gespannt, wie lange sich diese Formate noch in Deutschland halten.
Irgendein "Pärchen-Format" wurde zwischendurch mal eben vom Sendeplatz geschmissen, weil es keiner sehen wollte und die "Extrem Schweren" kommen auch schon extrem spät.
Felix Klemme hat aber auch die Ausstrahlung einer Scheibe Knäckebrot.
Während Chris Powell so etwas absolut Mitreißendes hat, das einen kurzzeitig glauben lässt, er könne tatsächlich irgendwas bewirken, muss ich bei Herrn Klemme automatisch an "Schlank im Schlaf" denken.
(ich weiß, einige schwören drauf, aber ich fand den Namen immer schon zu lustig, um mich je ernsthaft damit zu befassen)

Tja, und ich?
In 12 Tagen wären meine 60 Tage Saftfasten um, aber ich habe mich schlau gelesen, was andere Saftfaster angeht.
Ein paar Saftfaster haben einfach weiter durchgezogen - und genau das werde ich auch tun.
Mir geht es mit dem Saft so gut, dass ich einfach noch eine ganze Weile dabei bleiben werde.
Nächste Woche schaue ich mal bei meinem Arzt vorbei - (und zeige ihm dann auch mal mein Knie) - und lasse mich beraten, wie ich mich vor irgendwelchen Schäden durch Mängel schützen kann.
Langfristig möchte ich keine Ernährungsumstellung auf irgendeine der gängigen Religionen vornehmen.
Schlicht und ergreifend aus dem Grunde, dass ich sie vermutlich alle schon ausprobiert und auch an allen schon gescheitert bin.
Ich werde es wohl so halten, wie andere, die sich selbst ein bestimmtes Limit setzen, bei dem dann wieder der Entsafter in die Küche gestellt wird, denn der Gag ist, dass immer mehr Stimmen laut werden, wie gesund das Intervall-Fasten ist.
Es muss jeder seinen eigenen Weg finden.
Meiner ist eindeutig das Fasten.

Beinahe hätte ich behauptet, dass ich mich mittlerweile auch mit der Tatsache versöhnt hätte, dass ich meinen letzten Abnahme-Erfolg in Grund und Boden "gejojot" hätte. Da ich aber nur noch 2,4 kg von dem Stand entfernt bin, den ich schon mal erreicht hatte, ist das keine Versöhnung, sondern eher eine Wiedergutmachung ...
Die 95 ist wohl eine meiner "magischen" Grenzen und sie wiederzusehen (hinter der Komma-9) tut gut.

In 2 Wochen kommt meine Prinzessin wieder nach Hamburg und der Gedanke, sie nun wieder "entjojot" am Schiff abzuholen, tut mir irrsinnig gut.
Entfloppte Mutti ...


Montag, 29. August 2016

belanglos sonnige Tage

gefastet: 44 Tage
Gewicht: 96,9 kg = -13,2 kg
Sport: Hunderunde


Ich weiß, wenn man sonst während des Fastens so lange nichts von mir gehört hat, bedeutete das mit sehr großer Wahrscheinlichkeit, dass ich versehentlich in den Kühlschrank gefallen bin und ihn leer futtern musste, wenn ich doch schon mal da war ...

Diesmal nicht.
Bzw. selbst wenn, wäre ja lediglich Gemüse darin.
Nein, ich habe mich nun lediglich damit arrangiert, dass ich mich schön langsam verdünnisiere und es dabei auch wenig spektakuläre Erkenntnisse gibt.

Hin und wieder habe ich das Gefühl, dass bei der "Fettschmelze" die eine oder andere Altlast wieder zum Vorschein kommt.
Die eine oder andere Ursache für das eine oder andere Pfund steht unverarbeitet vor mir und erweist sich dann aber bei nährer Betrachtung als "gegessen".

Ich bin schauderhaft zufrieden mit allem.
Ok, der beim Universum bestellte Lottogewinn lässt auf sich warten.
Vielleicht sollte ich doch mittels Prime Mitgliedschaft die Übernacht-Lieferung erwirken?

Am Wochenende habe ich auch die Familie meines werdenden Mündels besucht.
Das Amtsgericht hat beschlossen, mir Steine in den Weg zu werfen und so muss ich noch ein Schreiben aufsetzen, damit ich Vormund des jungen Mannes werden und er seinen Asylantrag stellen kann.

Wenn Frau Merkel "wir schaffen das!" sagt, meint sie uns unverdrossenen Ehrenamtler, die wir die Hürden der Bürokratie nicht weiter hinterfragen, sondern stoisch jeden Brief vom Amt lesen und dann eben noch drei Schnörkel ziehen, bis wir irgendwann zum Ziel kommen.

Der junge Mann wird im Januar schon 18 - entweder bekomme ich die Bestallungsurkunde vorher, oder er stellt den Antrag dann eben als Erwachsener und wird dann vermutlich angepampt, warum er 1 Jahr mit dem Antrag gewartet hat ...

Die Familie ist sehr nett und schon seit 9 Monaten in Deutschland.
Erst als die beiden Eltern ihren Antrag stellten, bemerkten das Amt, dass der Junge kein Sohn, sondern ein Bruder war - und minderjährig.
So kommt es nun zu meinem Einsatz, der weniger umfassend sein wird, als bei meinen anderen Mündeln, denn er ist bis auf den bürokratischen Kram längst ganz gut angekommen und ein typischer 17Jähriger.
Schlaksig, modern und etwas verwundert, was die dicke Frau da von ihm will.
Ein Kumpel, der schon länger in Deutschland ist, übersetzt, was er noch nicht versteht.
Die Familie spricht Dari - das ist wie Persisch - etwas so wie Persisch, wie Östereichisch Deutsch ist, vergleicht unser Übersetzer.
Ich bin durchaus interessiert, kann aber nun leider auch kein Persisch und dass ich weiß, dass Paradeiser Tomaten sind, hilft nicht wirklich weiter.

Ok, die Familie spricht Dari, aber Sarah spricht fließend Deutsch mit leicht nordischem Einschlag.
Sarah ist 7, bildhübsch niedlich und einer der Gründe, warum ich an die Sache mit der Willkommenskultur glaube, denn die zahlreichen Kinder unserer Flüchtlingsfamilien lernen Landessprache und Gebräuche in einer schier unglaublichen Geschwindigkeit.

Nach den Sommerferien kommt sie ins 3. Schuljahr - unsere Schrift hat man ihr schon beigebracht.

Mein Mündel tut sich da etwas schwerer.
Pubertät, Coolness und Dari sprechende Kumpel machen ihm das Einleben schwieriger.
So wie der Umstand, dass erst nach dem Asylantrag irgendwann der Integrationskurs kommen wird, bei dem er dann in Kursen Deutsch lernen wird.
Damit wurde 1 Jahr verschenkt - hätte er direkt Zugang zu Deutsch- und Integrationskursen, könnte er nun schon mit Berufsschule und Ausbildung beginnen.
Wie viele Lehrstellen wurden nicht besetzt?
Er hätte sicher gerne eine.
Nö, ich schimpfe nicht auf die Bürokratie.
Irgendwo hat das alles sicher seinen Sinn ... hoffe ich.

Und was die Kilos angeht, begann ich dann heute damit, Wasser in die 14. Flasche zu füllen.
Mir kommt das alles unglaublich lange vor.
Vermutlich habe ich derzeit ein Problem mit gefühlter Zeit.
Kindheit meiner Kinder - ein kurzer Wimpernschlag und zack waren sie groß.
Ich muss mich echt zusammenreißen, dass ich jungen Müttern nicht dauernd ungefragt erzähle, wie schnell sie doch groß werden ...

Und da ich aber monatelang geplant hatte, ab dem Sommer dann abzunehmen und zu entrümpeln, habe ich das Gefühl, dass da etwas nicht stimmt, weil sich das nun so zieht, statt sich ebenso "meine Güte, wie die Zeit rast" anzufühlen.

Mittwoch, 24. August 2016

Kommen wir zum 13. Kilo

gefastet: 39 Tage
Gewicht: 97,8 kg = -12,3 kg
Sport: Hunderunde


Eine Freundin hat etwas nachdrücklicher gefragt, wie ich mich fühle.
Nachdem ich ihr geschrieben habe, was meine Kinder und Haustiere so machen und wie sehr es mich nervt, dass mein scheinbar arbeitsloser Nachbar im Garten Radio hört, sobald es mal nicht regnet und er nichts zu mähen, sägen, bohren oder baggern hat ... schrieb sie mir die gleiche Mail noch einmal:
sie wollte wissen, wie es mir geht.

Hm, ich habe große Lust, den Nachbarn zu erwürgen.
Wäre ich besser gelaunt, würde ich ihm vermutlich einen neuen Job wünschen.
Oder Kopfhörer.
Dieser Mensch muss sich ständig mit einem Lärmteppich umgeben und hat noch dazu einen ganz gruselig schlechten Geschmack.
Und die Angewohnheit mitzusingen - allerdings ohne englische Sprachkenntnisse aufweisen zu können.
Oder eine Stimme zu haben, die mehr kann als "laut".
Es stört ihn auch nicht im Geringsten, dass Lieder so etwas wie Melodien haben - er kommt ohne aus.

Ach so, wie es mir geht?
Keine Ahnung!
Ich habe über die Frage nachgedacht und beschlossen, dass ich "unterwegs" bin.
Als würde ich noch im Bahnhof auf den Zug warten und sollte sagen, wie mein Urlaub ist.

Ich lasse es jeden Morgen sehr gemütlich angehen,
mache dann einen Köpper in die Arbeit und habe schlauer Weise nun irgendwo einen Wecker stehen, damit ich mir zwischendurch mal meinen Saft mache und dann auch noch irgendwann an die Hunderunde denke.

Da der Alien nicht mehr im Haus ist und ich meine Arbeit liebe, ist es mir nämlich ein paarmal passiert, dass ich mich an die Arbeit setzte und es dann irgendwann dunkel wurde.
Und das im August ...

Und dann freue ich mich nicht, was ich alles geschafft habe, sondern merke, dass mir speiübel und hungrig zugleich ist und meine Hunde mich vermutlich hassen.

Seither ist meine Eieruhr mein treuer Begleiter - damit aus einem Stündchen Programmieren nicht versehentlich der ganze Tag wird und der Postbote grübelt, ob ich einen Teppich habe ... weil ich nicht zum Staubsaugen gekommen bin.

Die Eieruhr ist prima!

Meine Abnehm-Bahn scheint ein wenig Verspätung zu haben ...
ich kann nicht fassen, dass ich heute am 40. Tag der Saftkur noch immer mit den JoJo-Pfunden beschäftigt bin.
Aber immerhin habe ich für mich beschlossen, dass ich mittlerweile wieder so weit erschlankt bin, dass ich bei den anderen als "ohne Jojo" durchgehe.
In meiner Gewichtsklasse sind 7 kg für Außenstehende nur schwer zu sehen.
Noch dazu hatte ich mich recht schnell bei der 95 kg Grenze eingependelt.
Ich sehe sehr nach 95 kg aus :)
Ich sehe sehr nach 95 kg aus :(

Die Sache mit den Flaschen macht mir viel Vergnügen.
Ich habe sie nun neu sortiert - immer 10 Flaschen in einer Reihe.
(klingt schon mal grandios, oder?)

Für meinen Alien hatte ich aber etwas mit den Hunden gefilmt und konnte mich dann selbst in dem Film bewundern.
Pfundi kommt ins Bild und bückt sich nach einem Ball.

Das "ich bin ein schlankes Reh"-Gefühl ging etwas verloren und der Alien bekam ein Foto - nur von den Hunden.
Ich habe keine Komplexe, was Fotos angeht - ich schäme mich nicht dafür, dass ich dick bin und ich posiere sonst auch einfach fröhlich und basta.
Aber sobald man abnimmt und sich mit seinem Gewicht beschäftigt, wird man sich dessen einfach auf ganz andere Art bewusst.
Einerseits ist das wichtig zur Motivation, andererseits ist es aber auch nervig.

Ich habe letztens eine Einladung abgelehnt, weil noch eine Frau gekommen wäre, die wahnsinnige Komplexe wegen ihrer Figur hat.
Sie leistet Unglaubliches und kompensiert eindeutig mit Essen.
Eine Diät ist derzeit sicherlich nicht ihr Anliegen.
Vor einem Jahr waren wir beide auf einer Party, als ich gerade beim Saftfasten war.
Die Gastgeberin hatte beteuert, dass ihr das nichts ausmachte, wenn ich nichts äße.
Machte es auch nicht, aber ihrer Bekannten habe ich regelrecht den Abend versaut.
Die ganze Zeit blieb sie beim Thema und rechtfertigte sich.
Meine bloße Anwesenheit war für sie Fatshaming pur.
Nein, nicht meine Anwesenheit - mein "nichts essen".
Das tue ich weder ihr noch mir wieder an.
Mit schlanken Menschen hat sie keinerlei Probleme - es ging nur darum, dass ich eben gerade mit dem Abnehmen beschäftigt war.
Und leider war das eine Art "wir sitzen alle rund um einen Tisch"-Party.

Nächsten Monat bin ich wieder eingeladen und ich habe mich sehr gründlich erkundigt - das ist eine Party mit Buffet und Rumstehen - das sollte gehen ...

Da werde ich schamlos lügen, wenn die berühmten "hast du schon das und das probiert"-Fragen gestellt werden.
Das tue ich ja auch, wenn ich esse ...
Da ich selbst sehr viel und auch sehr gut koche, schmeckt es mir bei Partys eh selten - Leute neigen dazu, große, eher geschmacklose Salate zusammenzuklatschen und kein Schwein möchte ernsthaft konstruktive Kritik zu einem Kartoffelsalat oder so haben - ganz schlimm war die Zeit, als sie Zwiebelsuppenpulver in absolut alles reingerührt haben ohne das Zeug dann zu erhitzen.
*schauder*

Jedenfalls habe ich nicht die geringste Lust, irgendwas wenig Nettes über übergewichtige Frauenkörper zu schreiben, auch nicht meinen eigenen.
Ich möchte nicht lästern - ich möchte ihn gern von Ballast befreien.
Wenn ich darüber nachdenke, wie viel einfacher und vergnüglicher die Hunderunden jetzt schon wieder sind, kann ich es einfach kaum erwarten, sie noch einfacher und vergnüglicher zu machen.
Auch bin ich neugierig, ob die Schmerzen im Knie evtl. nachlassen, wenn ich leichter werde - oder ob ich doch mal zum Arzt gehen sollte.

Zeit fürs Bild:

Die Reflektion ist niedlich - weckt Vorfreude in mir :)










Montag, 22. August 2016

Neue Woche, neue Flasche ...

gefastet: 37 Tage
Gewicht: 98,1 kg = -12 kg
Sport: Hunderunde


300 Gramm in 4 Tagen - ich finde es immer wieder interessant, wie mein Körper so funktioniert, denn ich halte mich brav an Gemüsesaft, Wasser, Tee und öhm, Milchkaffee.
Letzteres wird es sein, woraus mein Körper all das zieht, was er braucht um seine Pfunde bei sich zu behalten, allerdings möchten meine Nerven auch nicht auf ihn verzichten ...

Bei den vorherigen Saftkuren schwanden die Kilos schneller, weil ich nebenbei Sport treiben konnte - aber mein Knie zickt weiterhin herum und darum bleibt mein einziger Sport erst einmal die Hunderunde.

Die Prinzessin im fernen Oslo ist mental schon fast wieder daheim.
Kein Wunder, in nur 17 Tagen kommt ihr Papa schon bei ihr an und dann verreisen sie noch ein paar Tage in Norwegen, bevor sie mit der Fähre nach Kiel kommen, wo ich sie dann abhole.
Ich überlege schon, was ich alles kochen und backen werde, denn der geänderte Beziehungsstatus der jungen Dame kommt dann auch noch vorbei um sich mutig der Begutachtung der "Schwiegereltern" zu stellen.
Ich kenne ihn ja schon und mag ihn, wie ich bisher all die jungen Männer mochte, die zu geänderten Beziehungsstati bei Facebook führten :)

Der Alien schickt weiterhin atemberaubende Bilder aus Neuseeland und wenn wir chatten, ist er glücklich, beklagt aber den Mangel an bezahlbarem Gemüse.
Eine Paprikaschote für 5,- NZD - das sind heute 3,21 Euro - lehnt er ab :)

Ich selbst schwanke gemütlich durch den Regenbogen meiner zur Verfügung stehenden Stimmungen.
Da ist viel Raum zwischen Stolz, dem Gefühl grenzenloser Freiheit und dem freien Fall in Richtung Einsamkeit, völliger Nutzlosigkeit, dem Abstellgleis und drohendem Ruin.
Wann immer Warmduscher vorbeikommen, versuche ich NICHT über meine Kinder zu reden, was aber noch nie gelungen ist.
Da ich auf der Rennstrecke zwischen Hamburg und Skandinavien liege, kommen hier erstaunlich viele junge Leute mit dem Rad durch.
Couchsurfer wollen allesamt lieber nach Kiel, aber für Warmduscher wohne ich hier ideal und habe viel Spaß an den jungen Leuten.

Dazu bekomme ich gerade noch ein neues Mündel - einen jungen Afghanen, der mit einem Schwung Geschwister hier angekommen ist.
Da werde ich als Vormund nur für den bürokratischen Kram gebraucht, aber als ehemaliger Bänker kann ich diesen Teil auch recht gut und habe meinen Spaß daran.

Dieses ist wieder ein "langsam aber voll!"-Foto

mittlerweile sind es 12 volle Flaschen Wasser, die ich nicht mehr mit mir herumschleppe, wenn ich meine Hunderunde mache.
Das merke ich durchaus.
Meine Dreiviertel-Jeans sitzt mittlerweile angenehm locker und ich habe ein kindisches Vergnügen daran, sie an- und aus zu ziehen ohne den Reißverschluss oder Knopf zu benutzten ...
Und außerdem werden meine Runden immer länger.

Oje ... mein Kater kommt echt in die Jahre ...
Er ist 15 - und in letzter Zeit plumpst er dauernd von seinem Lieblingsplatz.
Ist es böse, wenn man seinen Kater auslacht?

Donnerstag, 18. August 2016

Kleine Torte statt vieler Worte ...

gefastet: 33 Tage
Gewicht: 98,4 kg = -11,7 kg
Sport: Hunderunde


Gestern die Torte zu machen und nicht zu essen, war überhaupt kein Problem.
Ich habe die Creme-Schüssel "ausgeleckt", hätte aber noch nicht mal Lust auf ein ganzes Stück Kuchen gehabt.
Also, tagsüber nicht.

Dafür hatte ich mir einen sehr leckeren, aber unfotogenen Saft quer durch den Garten gemacht.
Fallobst, wie Birnen und Äpfel eingesammelt, Hagebutten gepflückt, Blätter vom Weißdorn, Knöterich, Brennnesseln und Löwenzahn gepflückt und dazu noch blaue Trauben und Sellerie entsaftet.

Ich war gerade fertig, als meine beiden "Warmduscher" kamen.
Zwei blutjunge Dänen.
Irgendwie musste ich leise grinsen, welchen Eindruck die wohl von der wirren Alten hatten, die mit einem Rudel Haustiere zusammenlebt und ein seltsam schlammbraunes Gesöff zu sich nimmt.
Es war aber Kuchen übrig geblieben, der ihnen eindeutig schmeckte.

Für 2 Tage hatte ich eine kleine euphorische Phase - ein Gefühlshoch, weil der entrümpelte Kleiderschrank Spaß macht und weil ich auf der Waage nur noch zweistellig bin.

Das ist bereits wieder verflogen.
Nicht, dass ich jetzt völlig frustriert bin oder so, aber mir dämmert, dass es noch eine ganze Weile dauern wird, bis ich eine bleibende Zufriedenheit erreiche.

Mir ist wieder ein Scherz eingefallen, den mein Väterchen in meiner 1. Schwangerschaft gemacht hat, als mein Gewicht über die 60 Kilo-Grenze gerutscht war (ja, ich war als Jugendliche/junge Erwachsene eher schlank) und ich mich unglaublich dick fühlte.
Über 60! kg ...
Der Scherz war nicht schlimm, aber er führt dazu, dass ich bei meinen Kindern möglichst darauf achte, ihre Schönheit, Intelligenz etc. zu preisen und wenn ich um Kritik gebeten werde, formuliere ich, dass ein Kleidungsstück zu eng/unvorteilhaft ist - wenn es sein muss - und keinesfalls je ungebeten.

Es gibt nichts Nervigeres, als Leute, die Freude daran haben, anderen Illusionen zu rauben und gegen ihre grauen Wahrheiten einzutauschen.

Mein Knie nervt.
Und - schön, dass ich wieder in mehr Hosen passe, allerdings habe ich in den engeren Hosen jetzt wieder einen ziemlichen Rettungsring, der sich wenig dekorativ über dem Hosenbund ballt.
So zupfe ich wieder dauernd an der Hose herum, aber nach wenigen Schritten hat sich der Bauch wieder fröhlich über den Bund gewobbelt.
"Muffin Top"
Weitere Hosen rutschen - passende Hosen führen zum Rettungsring, der für Dritte aussieht, als sei die Hose zu eng.
Zupf zupf zupf

Glücklicherweise konnte ich meinen inneren Griesgram noch im Zaum halten, bis die beiden Warmduscher mir geholfen hatten, eine völlig überladene Schubkarre mit Gartenschnitt zum Abfallhof zu schieben und Filznoppen unter meinen Esstisch zu pappen, so dass ich ihn jetzt einfacher schieben kann.
Mir dämmert, dass ich nicht mehr einfach warten sollte, bis jemand mit anpackt, um die Böden zu wischen ...

Und ganz unwillkommen ist der Griesgram auch nicht, denn er macht mich bei der Arbeit recht effizient.
Grummelnd packe ich einen ganzen Berg krams an, den ich schon eine Weile vor mir herschiebe.
Unkreativer Fließbandkram - erstaunlich, wie viel ich davon derzeit schaffe.

Und nebenbei fülle ich meine Flaschen ab:


Mittwoch, 17. August 2016

Wer hat an der Uhr gedreht?

gefastet: 32 Tage
Gewicht: 98,8 kg = -11,3 kg
Sport: Hunderunde


Huch?!
Wo ist der Tag hin?
Ich kann gar nicht fassen, dass schon wieder Abend ist.
Da ich aber heute Morgen ein Foto gemacht habe, hier noch schnell:

Dienstag, 16. August 2016

Ein Monat Saftfasten

gefastet: 31 Tage
Gewicht: 99,4 kg = -10,7 kg
Sport: Hunderunde


Oh, das mit dem Kleiderschrank war eine sehr gute Sache!
Ich habe mich ziemlich unwillig und grummelig ans Werk gemacht, da ich überzeugt war, dass mir im Endeffekt nur die paar Sachen passten, die ich nun ohnehin schon in dauernder Rotation trug.
Oft bediente ich mich direkt aus dem Wäschekorb und ignorierte den Kleiderschrank komplett.
Und nun habe ich einen ganzen Schrank voll passender Kleidung und dadurch, dass ich absolut alles anprobierte, habe ich auch wieder einen Überblick und viele Ideen, was ich anziehen und kombinieren kann.

Ca. 30 Kleiderstücke habe ich auf den Dachboden gebracht, weil sie zu eng sind.
Vieles davon hat schon mal gepasst, als ich 2015 "erschlankte", aber einiges hatte ich auch dann "schon mal" gekauft, weil es bald passen würde.
Unschlagbar meine Regenjacken-Aktion:
Deutlich erschlankt - also ca. 7 kg leichter als jetzt, hatte ich eine Regenjacke gekauft.
Ein sauteures Ding in einer wunderschönen Farbe.
Ich versank in der einen Jacke und die nächst kleinere Größe war noch einen Tick zu eng.
Natürlich habe ich die kleinere Größe gekauft, die ja ganz bald passen würde, wenn ich nur weiter erschlankte.
Statt dessen widmete ich mich dem Jojo-Effekt und nahm wieder etwas zu.
Ich kaufte also noch eine Regenjacke, die dann genau passte.
Etwas fassungslos musst ich im Sommer für den Norwegen-Urlaub die nächste Regenjacke kaufen, weil nun auch die nächste Jacke zu eng geworden war.

Mittlerweile passe ich wieder in die hellblaue "Zwischenjacke" und unter der Norwegen-Jacke kann ich im Winter nun auch noch einen dicken Pulli oder meine Jeansjacke tragen, was hier im Norden gut ist.

Im Endeffekt habe ich nicht so viel aus meinem Kleiderschrank räumen müssen, wie ich befürchtet hatte - ehrlich gesagt noch nicht mal so viel, wie ich gut fände, denn der Schrank ist in meinen Augen noch immer zu voll.
Daher werde ich die Aktion nächsten Monat wiederholen.
Bei guter Musik war das auch recht schnell erledigt, da ich den Schrank erst letztes Jahr entrümpelt hatte und so der Uralt-Ballast schon entsorgt war.

Auf dem Dachboden habe ich 2 Kleiderstangen stehen, an dem nun all meine "unpassenden" Kleidungsstücke hängen und auch die werde ich dann nächsten Monat anprobieren und dann entweder auf dem Dachboden lassen (müssen), in meinen (passenden) Kleiderschrank sortieren oder entsorgen.

Ich habe auch wieder damit begonnen, die Bügel zu drehen - das heißt, Kleidungsstücke, die ich nicht getragen habe, werde ich auf einen Blick erkennen und dann mal in mich gehen, warum ich sie nicht anziehe - ob sie nicht komplett entsorgt werden können.

Wie Ihr seht, wiege ich mich weiterhin täglich.
Mich frustriert es nicht arg, wenn mein Körper einiges Geschick darin beweist, kein Gewicht zu verlieren, obwohl ich mich wirklich stur an Saft (ok, und Milchkaffee) halte.

Gestern habe ich eine sehr köstliche Tomatensoße gekocht.
Auf dem Markt hatte ich 3 kg Tomaten für 2 Euro bekommen - es lohnt, immer mal zu fragen, ob sie Waren zum Einkochen haben - ich kaufe regelmäßig auch Normalpreisiges an den Ständen.
Diesmal sprach mich der Händler schon von sich aus an - er hätte da eine Kiste Tomaten, die er mir für 2,- Euro überlassen könnte.
Mit Obstkiste :)
Jedenfalls habe ich dann meine Tomatensoße mit Zwiebeln, Ingwer, viel Chillie, Essig, Salz, Zucker und Gewürzen gekocht.
Das ergab 5 kleine Flaschen voll Tomatensoße - und im Topf war nur noch ein winziger Rest, den ich dann mit viel heißem Wasser verdünnt getrunken habe.
Lecker!
Mein Körper muss "Salz! Zucker!" gejubelt haben.
Aber man kann doch keine Soßen kochen, ohne abzuschmecken ...
Die ersten 30 Tage war ich ja wirklich stur, aber so langsam rückt die Rückkehr der Prinzessin näher und ich kann damit beginnen, ein paar Vorräte für sie einzukochen.
Morgen werde ich auch mal wieder einen Kuchen für das Flüchtlingscafe backen.
Mal schauen, wie sehr der "friss mich!" brüllt.

Heute Morgen habe ich mit 2 netten Warmduschern am Tisch gesessen die eine irre Fahrradtour machen und schon seit Juni unterwegs sind. Ein junger Litauer und eine Tschechin, die in Wales und London leben.
(Den Brexit haben wir als Gesprächsthema ausgeklammert)
Sie ist sehr gesundheitsbewusst und schnippelte für beide ein Müsli zusammen, das ich völlig ungerührt ansehen konnte.
Ich mag kein Müsli!
Und selbst nach 30 Tagen mit Gemüsesaft, sah das kein bisschen verlockend für mich aus.
Sie fragten, ob das jetzt für mich nicht schwer sei, aber ich fühlte mich nur an die Jahre erinnert, in denen ich meinen Kindern morgens super gesundes Müsli mit frischem Obst, mehreren Sorten Getreideflocken und Nüssen/Kernen machte, damit sie in der Schule etwas Gesundes im Bauch hätten.
Jahrelang habe ich den beiden weisgemacht, dass ich in Ruhe Müsli frühstücken würde, sobald sie aus dem Haus wären.
Alles Lüge ...

Ja, im Moment bin ich rundum tiefenentspannt.
Mir geht es rundum gut und ich starre nicht in den Kalender und grübel, wann die 60 Tage endlich um sind, oder ob 50 Tage nicht auch reichen würden.
Im Gegenteil - ich bin auf eine Frau gestoßen, die 100 Tage Saftkur plant.
100 Tage klingt auch gut.
Das wären jetzt nur noch 69 Tage ... mal schauen :)
Ich klammer mich nicht wirklich an die Anzahl der Tage/Kilos - bin nicht auf der Jagd nach Rekorden.
Vielmehr überlege ich, ob es wohl ein Gewicht gibt, bei dem mein linkes Knie zu schmerzen aufhört.
Gestern habe ich zB eine sehr leckere Himbeere entdeckt - langsam werden sie echt selten ... - und dafür musste ich ein wenig klettern. Also, nur 2 Schritte - und dann, während ich die wohlverdiente Himbeere genoss, wurde mir klar, dass ich mich nun mit dem linken Bein wieder auf den Weg zurückhiefen musste.
Mein linkes Knie war nicht begeistert.

Ok, hier die Flaschen:

Sonntag, 14. August 2016

Ich bin ein Uhu :)

gefastet: 29 Tage
Gewicht: 99,5 kg = -10,6 kg
Sport: Hunderunde


Heute beäugten die Waage und ich uns mit beiderseitigem Erstaunen.
Schon wieder 600 Gramm?, staunte ich.
Was machst du morgens um 5 auf mir?, staunte die Waage.

Ich werde mich sicherlich nicht beschweren, dass die Pfunde nun wieder schneller purzeln, aber ich bin tatsächlich überrascht, denn alles was ich geändert habe ist:
ich sehe abends nicht fern.
Und das noch nicht mal ganz freiwillig.
Das Wetter im Norden ist sehr herbstlich und meine Satellitenschüssel überträgt vorausschauend schon mal Schneetreiben.
Der Empfang hier ist mies, was evtl. auch daran liegen könnte, dass die Schüssel neben dem Schuppen gerade in einem Dschungel aus Schlingpflanzen versinkt.
Egal, ich habe die letzten Abende erst ein langes Bad genommen und mich dann recht früh im Bett versenkt.

Als ich aufwachte und es noch dunkel war, tat ich mein Bestes, wieder einzuschlafen, aber mein Körper war wach.
Total wach.
Und eigentlich wurde es auch schon hell ...

Also tauschte ich die Schlafmaske gegen meine Brille ein und las das Ende meines Krimis.

Heute steht mir Arbeit bevor, denn ich hatte beschlossen, meinen Kleiderschrank erneut zu entrümpeln, wenn ich wieder unter der 100kg Grenze ankam.
Derzeit sind einfach zu viele Sachen im Schrank, die mir nicht passen.
Das war vor 10 kg auch so, aber da stand zu befürchten, dass ich nach einer Entrümplungsaktion vor einem sehr leeren Kleiderschrank stünde, in dem außer dem Bademantel nicht mehr viel zu finden wäre.
Jetzt sollte etwas mehr übrig bleiben.
Plan ist es, diese Aktion alle 10 kg zu wiederholen und dabei dann auch nach und nach die Sachen aus dem "Frauenzimmer" zu holen.
(Ex-Kinderzimmer meiner Tochter)
Dort habe ich irgendwann nämlich Kleiderstangen aufgestellt, auf denen ich alles aufgehängt hatte, das mir bei 95 kg zu eng war.

Es ist wichtig, den Kleiderschrank den Tatsachen anzupassen, denn so ein Schrank voller zu enger Klamotten ist eine Art morgendliche Ohrfeige.
Ich stecke nicht viele "passt nicht!"-Erlebnisse hintereinander weg und so trage ich seit Wochen (Monaten?) eigentlich die immer gleichen Sachen, bei denen mir dieser Frust erspart bleibt.
Auf die Art sind 90% des Kleiderschranks völlig überflüssig, weil ich gar nicht reinschaue.

Es wird überhaupt höchste Zeit, diese "wie konntest du das nur alles wieder zunehmen???"-Schockstarre endlich wieder zu verlassen.

Mit neuer Flasche:

Samstag, 13. August 2016

Ich mache übrigens kein Detox!

gefastet: 28 Tage
Gewicht: 100,1 kg = -10 kg
Sport: Hunderunde und Mel B


Das ist lustig:
gestern dachte ich so, dass ich heute dann die ersten paar Milliliter in Flasche Nr. 10 einfüllen würde und war völlig damit versöhnt, dass ich mit dieser Flasche dann auch wieder eine ganze Weile beschäftigt wäre.
Heute Morgen füllte ich sie dann auf einen Rutsch auf 1 kg Gewicht auf und musste grinsen.

Da hat das "esoterische Loslassen Können" ja gleich eine wirklich gründliche Wirkung erzielt!
Ich bin übrigens so was von gar nicht "Eso", dass es immer wieder lustig ist, wenn ich Erfolge in einer Welt erziele, zu der ich mich nicht zugehörig fühle.
Gleiches gilt für "Detox".
Gestern hatte mich eine Freundin angeschrieben, dass etwas über "meinen Saft" bei Galileo käme.
Ja, sehr "informativ".
Es ist immer das Gleiche: irgendjemand wird genötigt tagelang nur Saft zu trinken und dann erzählen sie, dass das mehr oder weniger gar nichts bringt.
Wobei der einzige Nutznießer in meinen Augen immer nur die eine "Saftboutique" ist, deren Säfte dabei verwandt werden.
Jaaaa, es müssen Säfte für 40,- Euro am Tag sein - alle fein in Einweg-Plastikflaschen abgefüllt.
Einmal geht der junge Mann dann in den Bioladen und kauft dort 9 kg Gemüse, denn man muss zwingend täglich den Saft aus 9 kg Gemüse zu sich nehmen und ist das nicht erstaunlich:
9 kg Gemüse aus dem Bioladen sind auch ganz schön teuer - und dann den Entsafter sauber machen!
Schier unmöglich!

Wah!

Meine Güte, wenn man wissen möchte, wie 5 Tage "Detox" ist, kann man nun wirklich problemlos 5 Tage Leitungswasser trinken.
Das hat den gleichen Effekt auf den Menschen, verursacht aber sehr viel weniger Kosten, Müll, Zeitaufwand und Arbeit.


Ein Gemüsesaft ist gesund - lecker - aber kein Zaubertrank.
Ich mache mir täglich ein - maximal zwei verschiedene Säfte und verbrauche dabei sicherlich keine 9 kg Gemüse.
Auch sehe ich nicht recht, warum alles aus dem Bioladen stammen sollte.
Zitrusfrüchte kaufe ich in Bioqualitäten, damit ich die Schalen mit entsaften kann, denn die sind bei konventionell angebauten Früchten gewachst und übel gespritzt. Das was die Schalen schön macht, möchte ich nicht trinken. Fertig.
Karotten und noch einiges kaufe ich auch in Bio, weil der Preisunterschied hier herzlich gering ist.
Allerdings achte ich da sehr darauf, dass ich zB kein Bio-Gemüse aus Ägypten kaufe, denn denen dort ihr knappes Grundwasser für ein besseres Einkaufsgefühl zu rauben, halte ich auch für sehr widersinnig.
Da kaufe ich lieber regional - gerne auch bei Hofläden, die darauf hinweisen, dass sie auch nicht spritzen, sich aber eine Bio-Zertifizierung kostenmäßig nicht rechnet.
Ich trinke zwischendurch viel Wasser - kalt, heiß, je nach Laune.
Mein Körper wäre gar nicht in der Lage, alle Vitamine und sonstigen Krams aus 9 kg Gemüse täglich zu nutzen.
Ich wiege das Gemüse nicht, denke aber, dass ich eher bei einem Verbrauch von 3 kg Gemüse täglich liege.
Und vieles davon stammt dann auch aus meinem Garten.
Äpfel, Giersch, Brennnesseln, Hagebutten, Brombeerblätter, Himbeerblätter, Weißdornblätter, Löwenzahn, Ehrenpreis, Beifuß, Breitwegerich, Dost, Engelwurz, Frauenmantel ... Klee ... vieles erwähne ich bewusst nicht, da ich nicht möchte, dass sich Leute mal eben mit Sachen vergiften, die aussehen wie zB Engelwurz oder wilde Möhre.
Nein, niemals werde ich wilde Möhre empfehlen, denn es gibt zu viel echt Giftiges, das sehr der wilden Möhre ähnelt.

Wer sich mit Wildkräutern und Wildgemüse auskennt, experimentiert eh von selbst herum!

Mir reicht es, den einen oder anderen Laien einfach mal auf die Brennnessel-Idee zu bringen.
Brennnesseln sind DAS Superfood schlechthin.
Da an ihnen aber keiner verdient, liest man das eher selten mal ...

So, nun vergesse ich ganz schnell wieder den dussligen Detox-Bericht.
Wobei ich hoffe, dass "Detox" noch lange Mode bleibt, denn ich finde es schon angenehm, dass man derzeit überall frisch gemachte Säfte kaufen kann.
Darum ja, wenn man gerade beim BurgerKing ein schön fettiges Menue genossen hat, bringt der Gemüsesaft danach garantiert total viel Detox!
Echt jetzt!

LOL

Glatt vergessen - die 10 vollen Wasserflaschen
vor langsam verblühenden Hortensien



Freitag, 12. August 2016

Chia-Samen sind böse

gefastet: 27 Tage
Gewicht: 101,1 kg = -9 kg
Sport: Hunderunde, Laufband und Mel B


Na toll, 200 Gramm seit Montag - wenn einen das nicht aufheitert ...
Ein Ü40 Stoffwechsel ist ein A ... loch!

Da ich meine 100 Gramm Schritte derzeit etwas unbefriedigend finde, war ich gestern auf dem Laufband, da mir durchaus klar ist, dass mein Körper Kalorien spart, wo er nur kann und dabei ist er verdammt erfolgreich.
Also bin ich gestern wild entschlossen wieder auf mein Laufband gegangen, musste aber nach 40 Minuten einsehen, dass mein linkes Knie nun schlimmer schmerzte.
Mit jedem Schritt schob sich der Schmerz weiter in den Vordergrund uns so brach ich ab, denn ich muss fit genug für die Hunderunden bleiben.
Bisher erlebe ich das dusslige Knie so, dass der Schmerz nach ein paar Schritten verschwindet - auf dem Laufband, obwohl ich da auch nur gehe, ist das anders.
Also muss ich meinen Kreislauf hochtreiben, ohne mein linkes Knie zu arg zu beanspruchen.

Mein Töchterlein empfahl mir dazu, bei Youtube nach Mel B Workouts zu suchen.
Ich entschied mich für "Arme"



Ich nahm meine Hanteln dazu und nach 4 Minuten beschloss ich, dass ich es auch hier nicht übertreiben sollte ...

Aber heute habe ich dann die kompletten 11 Minuten durchgezogen.
Ohne Hanteln - was sich als sehr hilfreich erwies.

Dienstag hatte ich den Tipp einer Freundin ausprobiert und mich fast mich Chia-Samen umgebracht.
Die kleinen Schleimer sind böse!

Also, meine Freundin sagte, dass ich statt Leinsamen mal einen Löffel Chia-Samen in meine heiße Tomate rühren sollte.
Die kleinen Wunderdinger regen den Stoffwechsel an, senken den Blutdruck und sind total das Superfood!
Hahaha!
Ich machte mir an dem Abend zwei heiße Tomaten und rührte jeweils einen Esslöffel Chia-Samen hinein.
Don't try this at home, kids!

Seither ahne ich, dass ich bei den "Samen", wie Leinsam, Sesam etc. wohl ein wenig übertreibe ... und das anfängliche Löffelchen Samen mittlerweile eher Schöpfkellige Ausmaße angenommen hat.
Bei Sesam konnte ich mich da relativ unbeschadet selbst beflunkern - bei Chi-Samen eher nicht.

Spät abends bekam ich Rückenschmerzen, dass ich nicht mehr wusste, wie ich sitzen sollte.
Sie erinnerten mich gruselig an die Wehen vor meiner ersten Geburt und auch mein Bauch erinnerte mich sehr an diesen Tag.
Meine Rückenschmerzen waren eigentlich Bauchschmerzen, begriff ich und googelte einfach mal
Chia-Samen und Bauchschmerzen.

Sieh an - das wird öfter mal gegoogelt!
Auf zig Seiten erfuhr ich nun, dass man bei Chia-Samen vorsichtig sein müsse, da es zu Bauchschmerzen führen könne, wenn man zu viele zu sich nimmt!
Ha!
Keinesfalls solle man mehr als 40 Gramm Chia-Samen zu sich nehmen!
Ich wog meine Chia-Samen-Tüte und musste feststellen, dass sie 75 Gramm unter der angegebenen Füllmenge lag.
Leider stand auf absolut allen Seiten das Gleiche:
nicht zu viele Samen nehmen, sonst kann man Bauchschmerzen bekommen.

Ach ja, das Internet, wo immer einer vom anderen abschreibt und zig Seiten statt Informationen nur "Content" anbieten.
Seitenlange Texte, die nur zu dem Zwecke geschrieben werden, in den Suchmaschinen ein hohes Ranking zu erreichen.
Ich hätte zu gerne gewusst, was man im Falle einer Chia-Samen-Überdosierung nun tun könne.

Ich machte mir eine Wärmflasche, was meinen Bauch dann auch ein wenig beruhigte.
In dieser Nacht war ich zig Mal auf der Toilette - die Wärmflasche war immer dabei ... und wurde auch mehrfach neu mit heißem Wasser befüllt, wenn sie abkühlte.
Morgens waren die Schmerzen dann ausgestanden und mein Bauch auch nicht mehr knallhart und geburtsbereit ...
Dafür war ich völlig übermüdet und schlapp.
Und hatte 300 Gramm zugenommen ... klar, Chia-Samen kann auch prima Wasser an den Körper binden ...

Meiner Freundin habe ich nicht den Hals umgedreht, aber sie doch darauf hingewiesen, dass Chia-Samen ein anderes Kaliber seien, als Leinsamen.
Ich werde diese scheußlich teure Tüte nach und nach - in sehr dezenten Rationen aufbrauchen, aber danach haben sie Hausverbot.

Da ich vorher mal Rezepte für "Chia-Samen-Pudding" und ähnliches gesehen hatte, war ich etwas sorglos gewesen, was die Mengen anging. Lehrgeld gezahlt ...

Gestern habe ich dann eine Hunderunde im Regen machen müssen und habe sie absolut genossen.
Nicht nur, weil ich den Regenwald ganz für mich allein hatte, sondern weil ich wieder in meine blaue Regenjacke passe, die ich gar nicht erst mit nach Norwegen genommen hatte, da ich den Reißverschluss nicht schließen konnte.
Sie passt :)

Hier also 9 prallvolle Flaschen - langsam aber weniger ...


Montag, 8. August 2016

Die Weisheit der Schnecke

gefastet: 23 Tage
Gewicht: 101,3 kg = -8,8 kg
Sport: Hunderunde


Auf meiner Lieblings-Hunderunde komme ich an einem Feldrand voll Brennnesseln vorbei, in denen in den obersten Blättern auffällig viele Schnecken hängen.
Nicht einfach zu fotografieren, übrigens ...
Ich hätte gern ein Bild gemacht, in dem man erkennt, dass die Schnecke da in eine ganz unglaubliche Höhe geschneckt ist.
Steil hoch an einem schwankenden Brennnesselstiel.
Wobei man auch leise grübelt:
was machen die Schnecken da oben?
Schnirkelschnecken klettern im August sonst gern so hoch um Trockenzeiten zu überstehen.
Nur: dieser August ist keine Trockenzeit.
Egal.

A photo posted by Carola (@nordseh) on


Man sollte meinen, dass Schnecken so etwas nicht tun - steil in schwindelnde Höhen hochschnecken.
Wer es noch nicht entdeckt hat, weiß es vermutlich nicht, denn es erscheint nicht so etwas, was man ausgerechnet Schnecken zutraut.
"Wow, du kletterst wie eine Schnecke!"
wird sich vermutlich nie als Kompliment durchsetzen ...
Und dabei schleppen sie auch gleich noch ihr ganzes Haus mit ...

Ich vermute mal, wenn eine Schnecke losklettert, dauert es eine ganze Weile, bis sie ankommt.
Vermutlich wären Selbstzweifel hinderlich.
Einfach losklettern - irgendwann ist man oben.
Ob die mit "just do it!" bei den Schnecken abgeguckt haben?

So langsam entspanne ich ...
Wobei ich gar nicht recht bemerkt hatte, wie verkrampft ich eigentlich war.
Keine Ahnung, was die Zukunft bringt, aber mein Entsafter und ich werden uns ganz gemütlich Richtung Normalgewicht bringen.
Wobei der Entsafter vermutlich Normalgewicht hat ...

Ich empfinde mein Gewicht öfter mal als Gefängnis- und da ich Beklemmungen bekomme, wenn ich irgendwo ein "hier kommst du nicht raus!"-Gefühl habe, ist das bedrückend.
Man hat keinen Reißverschluss am Rücken, über den man den man sein Fettgefängnis verlassen könnte.
Es gibt keine kurzen Fluchtwege.
Man kann nicht beichten gehen und die Absolution erhalten - die Entscheidung zu bereuen und den Kurs zu wechseln, ist langwierig und gelegentlich frustrierend.
Und womit kompensiert man Frust?

Es ist sehr gut, dass in den Frustmomenten nichts im Haus ist, das mich in alte Muster fallen lässt.
Nach 3 Wochen "Augen zu und durch!", stelle ich fest:
ich bin noch immer hier - und nicht unter den Normalgewichtigen ...
Und glaubt mir, so lange man in der persönlichen Jojo-Zone herumschneckt, ist das alles ein wenig zermürbend.

Nächste Woche irgendwann werde ich wohl ein Uhu.
Mein Gewicht wird unter 100 kg rutschen ... mal wieder ... gähn.

Nur, was wäre die Alternative?
Ich sollte nicht immer so verdammt bitterfotzig zu mir selbst sein.
Einfach mal anerkennen: ja doch, ich bin doch dabei!

Ich habe mich viel zu lange insgeheim als Flop empfunden, der zufällig 2 tolle Kinder hat.
Was heißt zufällig?!
Den Grips haben sie natürlich vom Vater!

Ich habe es nicht versaut.
Ich war den beiden vermutlich eine recht gute Mutter.
Mit der Pflicht bin ich da durch und die Kür macht Spaß :)

Jetzt, wo ich meinen Mutterpflichten bequem nebenbei im Chat nachgehen kann ... wird es Zeit, mich selbst zu bemuttern.
Anerkennung für kleine Erfolge spenden.
Zum Beispiel habe ich einen riesengroßen Garten, der unermüdlich vor sich hin wuchert.
Für einen Menschen allein, der von Gartenarbeit auch noch herzlich unbegeistert ist, viel zu viel Arbeit.
Außerdem ist meine Kondition eher gering und das Rupfen, Zerren, Schleppen, Mähen ... kostet Kraft, treibt Schweiß, bringt Muskelkater und zum Dank wird man von Brennnesseln, Brombeerranken, Disteln und Insekten gestochen.

In den letzten 2 Tagen habe ich meine Hortensienhecke wieder freigelegt, die in Brennnesseln ... ertrunken ist.
Als mich Samstag 2 Regentropfen trafen, attestierte ich "Starkregen", ging duschen und war für den Samstag fertig.
Aber gestern beendete ich die "Rupfarbeiten" um dann heute - oder morgen ... noch einmal mit der Motorsense nachzugehen.
Wenn ich als erstes mit der Motorsense mähe, habe ich danach deutlich weniger Hortensienhecke ... darum gilt es erst einmal die Hecke freizurupfen, damit ich mit der Motorsense Abstand halte.

Diese Hortensienhecke stellt nur einen kleinen Teil meines Gartens dar und niemand außer mir selbst (und den Hortensien) hat etwas davon, wenn ich dort Ordnung schaffe.
Und überhaupt der Riesengarten!
Das ist doch gar nicht zu schaffen!

Wenn ich das ignoriere, dass ich das gar nicht schaffen kann ... dann schaffe ich das, ging mir so auf.
Spätestens, wenn im Winter Schnee fällt, sieht mein Garten schön ordentlich aus.

Da ich nun seit Juli immer mal wieder rupfe, schneide, zerre und mähe, habe ich nun schon 4 ordentlichere Ecken im Garten und den Rest der Wildnis betrachte ich mittlerweile mit einem "euch kriege ich auch noch!"
Fast automatisch zerlege ich den Garten dabei in machbare Häppchen.
Und statt gestern herumzumaulen, dass das doch alles nicht zu schaffen ist, war ich einfach stolz auf meine freigelegten Hortensien.