Worum es hier geht

Freitag, 20. November 2015

die Stimme aus dem Off

Derzeit habe ich mit Gemüsesaft oder vernünftiger Ernährung nichts am Hut.
Es ist November und mein Alien steht in den Startlöchern.
Als ich die Woche mal nach hause kam, erzählte er mir fröhlich:
"Mama, ich ziehe Ende April direkt schon nach Bayreuth!"

"Toll!", sagte ich.
Und:
"Brauchst du auch was aus dem Supermarkt?!"
Denn ich machte auf dem Absatz kehrt und kaufte mir Chips, Eis und Alkohol.

Leute, ich weiß wann ich geschlagen bin ...
Novemberdepressionen und bevorstehendes "Empty Nest" sind eine doofe Mischung.
Aber immerhin weiß ich ja, wie ich mich selbst vor dem Totalabsturz retten kann.

Damit meine ich nicht nur Kalorien.
Keine Bange, ich bin auch so noch recht wehrhaft und steiger mich nicht zu arg in den Weltschmerz hinein.
Irgendwann macht es Klick ... und die Waage ist zusammengebrochen und ich finde wieder den Dreh in Sachen Ordnung oder Abnehmen.
Derzeit nicht.
Derzeit ist mir nach Winterschlaf.

Freitag, 23. Oktober 2015

Mission erfüllt

Dieses Mal hatte ich das Saftfasten begonnen, weil ich ein anderes Thema aus meinem Kopf verdrängen wollte.
Wann immer meine Gedanken völlig sinnlos um das immer gleiche Thema kreisen, ich morgens mit Gedanken darann aufwache, tagsüber darüber nachgrübel, abends mein letzter Gedanke diesem Thema gilt und ich gerne nachts auch noch davon träume, beginne ich irgendein "Projekt".
Diesmal habe gleich mal kombiniert:
Saftfasten + Entrümpeln
Meine Lieblingsmischung.
Genau deshalb heißt der Blog hier ja "ordentlich abnehmen" :)

Heute Morgen merkte ich dann:
Mission erfüllt!

Statt blindwütig irgendwelche Lösungen zu einem unlösbaren Problem zu suchen und dabei eher blind durchs Leben zu stolpern und eher gar nichts zu erreichen, habe ich wieder mal ein Paar Pfund Gewicht verloren (ein paar Pfund, die schon öfter mal weg waren ...) und einen wundervoll aufgeräumten Kleiderschrank bekommen.

Nein, ich habe mein Fasten jetzt nicht abgebrochen.
Heute habe ich lediglich vergessen, auf die Waage zu steigen :)
Aber meine Welt sieht wieder rosiger (leichter und ordentlicher) aus und das Problem ist in den Hintergrund gerückt.

Mittwoch, 21. Oktober 2015

das Fastentief

Der Tag begann mit 93 kg und in Eile.
Ich hatte gleich 2 Termine am Vormittag.
Danach wollte ich joggen gehen und dann arbeiten.
Bisher war ich erstaunlich fit.
Da heute Tag 4 des Saftfastens ist ... oder wäre, wenn ich es Sonntag etwas ernster genommen hätte, wären die schwierigen Anfangstage heute wohl ausgestanden.
Das Problem war nur:
die Anfangstage waren diesmal nicht schwer.
Hatte ich das Fastentief der ersten Tage nun etwa mit Amaretto und Mandeln ausgetrickst?
Als ich am Sonntag den Inhalt meines Kleiderschranks auf den Esstisch ausgebreitet hatte, nagte die leise Angst an mir, ich könnte in den nächsten Tagen zu schlapp sein, alles anzuprobieren und wieder wegzuräumen.
Da der Alien derzeit aber unterwegs ist, war ich zuversichtlich, bis zu seiner Rückkehr in der nächsten Woche wieder Ordnung schaffen zu können.
Nun, das Fastentief kam dann heute.
Nach dem 2. Termin fühlte ich mich nur noch schlapp und musste fast lachen, als ich in einen Spiegel sah:
ich sah völlig fertig aus.
Von jetzt auf gleich glänzte meine Haut ölig und meine Haare wirkten stumpf und fettig.
Und ich wollte schlafen.
Nur noch schlafen.
Zwischen mir und dem Bett standen aber noch 2 Hunde, die ganz dringend Bewegung brauchten.
Eigentlich auch ein Berg Arbeit, aber der wedelte nicht so hoffnungsvoll und hat keine sehnsüchtigen Bernsteinaugen.
Mit den Hunden war ich also eine gute Stunde im Wald, aber die Arbeit habe ich ignoriert.
Für den Spaziergang musste ich aber Schal, Extra-Strickjacke unter der Winterjacke und eine Mütze anziehen, da mein Körper jetzt wohl Energie spart und die "Heizung" runtergefahren hat.
Wer fastet, sollte sich vorher schön warme Socken anschaffen - und ein duftiges Schaumbad ...

Entsaftet habe ich heute Sellerie, Äpfel, Gurken und Birnen.
So eine "das sollte weg"-Auswahl, die aber wirklich lecker war.

Jetzt gerade höre ich auch wieder den Lockruf meines Bettchens ...

Dienstag, 20. Oktober 2015

Gemüsesaft-Fasten im Herbst

Doch ja, ich entsafte wieder ...
Ich bin nur gleichzeitig auf die Idee gekommen, meinen Kleiderschrank wieder einmal zu entrümpeln und auf den Winter umzustellen.
Eine hervorragende Idee, mit der ich allerdings mein Häuschen ziemlich verwüstet habe.
Sonntag habe ich alles aus dem Kleiderschrank auf den Esstisch geräumt.
Den Esstisch brauche ich ja in den nächsten Tagen eh nicht.
Den Morgen begann ich mit meinem geliebten Milchkaffee, auf den ich auch während des Saftfastens nicht verzichte.
Mittags machte ich mir dann einen leckeren Saft aus Karotten, Birnen, einer Zitrone, einer Chillischote und einer Handvoll Spinat.

Zuerst einmal putzte ich den leeren Kleiderschrank.
Dann legte ich Musik auf und probierte nacheinander jedes einzelne Teil an.
(damit wurde ich übrigens heute erst fertig ...)
Nachdem ich damit zum Spiegel getanzt war, entschied ich für jedes Kleidungsstück, ob es zu meiner Herbst-Wintergarderobe in den Kleiderschrank zurück käme, mit den anderen Sommersachen auf den Dachboden oder "weg!"
Wobei sich "weg!" noch einmal "verkaufen/verschenken" und die Mülltonne aufteilte.

2 noch sehr schöne Shirts landten im "weg!", weil sie mir viel zu weit sind.
Ein gutes Gefühl.

Nachmittags spendierte ich mir nach dem Joggen/Duschen noch einen Kaffee.
Oh, ich hatte soooo Lust auf einen Schluck Amaretto im Kaffee.
Und leider hatte ich auch noch Amaretto.
Ach, und es war doch noch erst der erste Tag ...
Morgens hatte mir die Waage 95,9 kg angezeigt (vor einer Woche waren es noch 93,7 kg gewesen, aber das passiert, sobald ich sage "nächsten Sonntag werde ich wieder Gemüsesaft fasten": ich esse mich vorher noch schnell kugelrund! Besser ist es mit dem Saftfasten "sofort" zu beginnen - aber das passte zeitlich leider gar nicht)
Und überhaupt ... da war noch Amaretto.
Also gab ich einen sehr großzügigen Schluck davon in meinen Kaffee.
Wie dumm ... besser wäre, ich würde in den nächsten Tagen nicht wieder in Versuchung geraten, nicht wahr?!
Also goß ich noch einen sehr sehr großzügigen Schluck Amaretto in meine Kaffeetasse (nachdem ich ein wenig Kaffee abgetrunken hatte) und die Flasche war leer.
Gefahr erkannt, Gefahr gebannt!
Hier ist kein Amaretto mehr, der mich in Versuchung führen könnte und der Amaretto mit Kaffee war echt lecker!

Als ich gerade mein feines Kleid für die Oper und andere Anlässe anprobierte - also ich im schicken Kleid, aber ungeschminkt, mit mittlerweile ziemlich zerrupfter Frisur vom vielen Anprobieren und in Häschenpantoffeln gegen kalte Füße - klingelte es an meiner Tür.
Höhö ... da mein Haus ein Stück von der Straße weg liegt, habe ich eine wundervolle Glastür als Eingangstür.
Hin und wieder ist das kein Vorteil.
Wenn ich zB im Ballkleid und Häschenpantoffeln im Badezimmer vor dem Spiegel stehe, kann ich nicht schnell und ungesehen ins Esszimmer zurückkehren und in Jeans und Pullis schlüpfen.
Ich konnte mich auch schlecht tot stellen, denn alle Lichter waren an und George Michael sang gerade sehr laut und überzeugend, er wolle meinen Sex.
Ich stellte mich also dem Besuch an der Tür:
3 Jungs um die 12 Jahre, die das hier sehr beliebte "Hans im Glück" spielen.
Mutti drückt ihrem Nachwuchs irgendwas in die Hand und während der Nachwuchs in der Nachbarschaft herumklingelt und sich "hoch tauscht", genießt Mutti die himmlische Ruhe ...
Die 3 Jungs hatten eine Dose Karamell-Mandeln.
Na toll ... und ich hatte ... Stangensellerie?!
Ah! Eine Flasche Wodka! Ich hatte doch noch Likör machen wollen und dafür Wodka gekauft!
Glücklich griff ich zur Flasche ... und stellte sie glücklicherweise schnell wieder in den Schrank.

"Woher habt ihr den Alkohol!"
"Den hat uns die dicke Frau in dem Ballkleid und den Häschenpantoffeln da drüben gegeben!"


Den Ärger kann ich nun echt nicht brauchen, auch wenn ich den Wodka ja nur zum weiter Tauschen rausgeben wollte.
Ich war leise verzweifelt und Robert Palmer addicted To Love, da stieß ich in der Küche auf eine Packung Stevia-Zucker-Mischung.
Hatte ich mal ausprobieren wollen, war im Sonderangebot, aber Stevia ist "iiih!" und so stand das Zeug noch im Schrank.
Die Jungs waren glücklich, denn die Packung Stevia-Zucker war größer als die Dose mit den Karamell-Mandeln.
Leckere Karamell-Mandeln übrigens ...
Also: der Sonntag war kein echter Saftfasten-Tag.
Dennoch begann ich den Montag mit 95,2 kg und nur ganz ganz leichten Kopfschmerzen.

Montag war ich dann viel unterwegs, habe aber unterwegs brav nur Saft getrunken.

Der Dienstag begann dann mit 93,7 kg und nach dem Joggen habe ich mir einen großen Kevin gegönnt.
Ja, ich hatte gesagt, ich würde keinen TrueFruits mehr trinken, da ich das "Schlucken im Dunkeln" ganz schön blöde fand, aber den großen Kevin finde ich sehr witzig ... und lecker.
Und ich musste den Esstisch wieder frei räumen.
Also nicht selbst Gemüsesaft machen, sondern ein Griff in den Kühlschrank.

Den Kleiderschrank zu sortieren, fand ich wundervoll motivierend für den Saftfasten-Beginn.
Und nach einer Abnahme von knapp 20 kg den Kleiderschrank zu sortieren, fand ich auch wunderbar motivierend.

Schauen wir doch mal, wie es weiter geht!
Sicher ist nur, dass ich vor dem 27.10. mit dem Saftfasten aufhören muss, da ich mit ein paar anderen Helfern aus dem Flüchtlingscafe nach Berlin fahre und den Bundestag besuche.

Freitag, 16. Oktober 2015

Mütter und andere Katastrophen

Ja, ich war eine ganze Weile nicht hier.
Stattdessen war ich zwischendurch eine Woche in meiner alten Heimat.
So etwas schlägt mir regelmäßig eine Woche vorher, währenddessen und auch eine Woche später noch heftigst auf den Magen und das Gemüt.
Unter anderem wollte ich eigentlich

... ja, hier war mal ganz viel Text und ich bekam wirklich nette Kommentare von Euch, die mir wirklich halfen.


Und ich kümmer mich ...
... um mich!
Am Sonntag beginne ich eine Gemüsesaftwoche.
Von vornherein auf 1 - 2 Wochen begrenzt.

Soviel von mir ...



Mittwoch, 23. September 2015

Und täglich kämpft das Faultier

Morgennebel, Abendnebel, Bodennebel, Nebelschwaden ... und Reeeegen.
Und so viel Dunkel.
Es ist wieder so weit:
um mich herum wabern milde Herbstdepressionen, immer bereit, mich in ein verfressenes, träges Faultier zu verwandeln.
Gestern habe ich mir abends Schokopudding gekocht und ich glaube, damit habe ich das erste Lächeln des Tages in mein kugelrundes Gesicht gezaubert.

Es ist eigentlich erst ein paar Tage her, dass ich dachte, Sport und gesunde Ernährung seien mir mittlerweile ein so tiefes Bedürfnis, dass das Erschlanken nun quasi auf Autopilot ganz nebenbei geschehen würde.

Falsch gedacht!

Nun ist es wieder ein täglicher Kampf, dem ich mich aber nicht unbedingt täglich stelle.

Da ich für depressive Phasen sehr empfänglich bin, achte ich aber sehr darauf, nett zu mir zu sein, denn sonst wird aus dem trägen Faultier plötzlich ein verzweifeltes, klägliches Pfützchen, das allein durch sein breites Gesäß davor bewahrt wird, durch den nächsten Gulli ins finstere Tal zu flutschen.

Ich kämpfe beharrlich um einen Tagesablauf.
Vormittags steht zum Beispiel "im Wald mit den Hunden joggen gehen" auf dem Plan.
Nicht joggen zu gehen, kann aber gern schon mal 4 - 5 Stunden in Anspruch nehmen und den restlichen Plan arg zusammen schmelzen lassen.
Es ist, wie durch Sirup waten ... Staubsaugen kostet 15 Minuten Zeit.
Aber das davor stattfindende "nicht staubsaugen" kostet locker 60 Minuten Zeit.

Immerhin schaffte ich gestern auch den Punkt "anstehende Anrufe tätigen" und "zum Fischstand fahren, Fisch kaufen".

Eigentlich bin ich ein effizient handelnder Mensch, aber Herbst und Winter können tückisch sein und mir eine Art Bremsspur unter die Füße zaubern. Es erscheint mir derzeit einfacher, in hektischen Zeiten dem Sport und der Ernährung eine Priorität zu geben, als jetzt.
Aber ich bleibe dran.
Meine Joggingrunde habe ich jetzt etwas verkürzt.
Damit sie mich im Vorfeld nicht so einschüchtert, laufe ich derzeit eine Strecke die nur etwa ein Drittel des langen Rundwegs ausmacht. Um nicht unbemerkt wieder abzurutschen, wiege ich mich täglich und freue mich eigentlich auch täglich, nun um die 93 zu kreisen, statt wie im Vorjahr um die 110.

Vorgestern hatte ich auch noch ein Erfolgserlebnis der unerwarteten Art.
Ich kaufte eine neue Jeans bei C & A.
Mir fiel ein Modell namens "the skinny" ins Auge und ich probierte sie in einer 48 Kurzgröße an.
Zu weit.
46 kurz
Zu weit.
44 kurz
ging zu!

Etwas fassungslos ging ich zur Kasse und kaufte mir eine Jeans in einer Größe 44.
Letztes Jahr stand ich vor diesem Jeansregal und versank in Selbsthass, weil ich für das komplette Regal zu dick geworden war.

Doch ja, ich liebe das Leben.
Derzeit nur eben etwas ... gemächlicher, kraftloser und mit latenten Pudding-Träumen, die gelegentlich in Erfüllung gehen ...

Freitag, 18. September 2015

der Abnehmkurs

Gestern stand ich vor einem großen Gebäudekomplex, drehte mich im Kreis und suchte den richtigen Eingang.
Da sprach mich eine Dame freundlich an:
"Sie suchen sicher den Abnehmkurs?!"
*seufz*

Suchte ich nicht ...
Und wie kam sie nur auf die Idee???
pft

Aber ich strahlte sie an, denn sie meinte es nicht böse und durch mein Strahlen kam sie gar nicht weiter auf die Idee, dass ich ihr gern in die Nase gebissen hätte.

Viel später am Tag gab ich ein gefühltes Vermögen (mein Konto fühlt mit) für atmungsaktive Sportpullis und Sport-BHs aus.
Zudem erstand ich einen ganz erstaunlich teuren, atmungsaktiven Müllsack.
Sieht jedenfalls so aus, stellt aber eine Regenjacke dar, die keine Saunawirkung haben soll.
Noch ist sie einen Tick zu Eng.
In Kürze sitzt sie entweder schön locker - oder ich passe gar nicht mehr rein ...

Diese Einkäufe hatte ich schon vor der Begegnung mit der hilfsbereiten Dame vor dem Haus geplant.

Im Haus selbst wurde ich dann übrigens mit Komplimenten überschüttet, wie unglaublich fantastisch schlank ich jetzt aussähe - nahezu magersüchtig!
Ok, da ich die Jüngste unter den Ehrenamtlichen bin, beteuerte ich bei den anderen Damen Dinge wie "total erholt, siehst du aus!" und anderes, das auf sichtbare Verjüngung meines Gegenübers abzielte.

Eine Sache, die ich so an der Flüchtlingshilfe liebe:
das Miteinander mit den anderen Ehrenamtlichen!

Man ist halt irgendwie auf einer Wellenlänge.
Und es tat auch gut, Sorgen und Befürchtungen äußern zu können.

Die Erstaufnahme-Unterkunft in Neumünster platzt aus allen Nähten (3.200 statt 1.900 Flüchtlinge) und stellt sowohl die Flüchtlinge, als auch die Anwohner hart auf die Probe. Während wir bei einem sehr heftigen Gewitter gemütlich Kaffee tranken und den 1. Cafe-Termin planten, standen die Flüchtlinge in langen Reihen auch quer über den Hof für das Essen in der Unterkunft an. Viele von ihnen haben weder Regenkleidung, noch Kleidung zum Wechseln und schon gar keine Möglichkeit, nass geregnete Kleidung zum Trocknen aufzuhängen.
Nur so, als Einzelbeispiel.

Und für die Anwohner?
Tja, da es nun unglaublich eng in der Unterkunft zugeht und weil sie nun einfach unglaublich viel mehr Menschen in der Unterkunft sind, spazieren nun auch immer mehr Menschen die Straße zur Innenstadt entlang.
Weiter tun sie eigentlich nichts, als in Grüppchen eine Straße entlang zu gehen.
Viele grüßen jeden freundlich, der ihnen entgegen kommt.
Ich wurde gestern 3 Mal freundlich gegrüßt und einmal von jungen Männern übersehen, die gerade in Telefonate vertieft waren.
Ein gutes Stück vor mir ging eine ältere Dame mit einer Einkaufstasche.
Jedem Grüppchen wich sie aus.
Als ich sie eingeholt hatte, fragte ich "ist hier jeden Tag so viel los?"
"Oh ja", seufzte sie.
"Aber die wollen einem ja nichts Böses!", sagte sie schnell. "Ich habe einfach nur Angst, umgerannt zu werden. Ich sehe so schlecht!"
Die Frau war wirklich tough, erzählte mir, wie sie als Kind den Krieg erlebt hat.
Verständnis ist vorhanden - aber angenehm ist es dennoch nicht.
Zweimal kam ein Polizeiauto durch die Straße gefahren.
Vermutlich ist diese Präsenz eine gute Idee.
Nicht, weil viel passiert, aber weil diese Präsenz den Anwohnern evtl. ein Gefühl von Sicherheit gibt?
Ich weiß es nicht.

Ich halte einfach nichts von der Massenhaltung ... die ist nicht artgerecht ...

Unser Cafe ist mittlerweile nur eine von ganz vielen Flüchtlingsinitiativen in Neumünster und ich bin darin auch nur eine von vielen und absolut nicht wichtig :)
Andere sind da deutlich engagierter.
Ich erwähne das für Menschen, die im Grunde gern helfen würden, aber nicht viel Zeit haben.
Das geht ;-)

Nachtrag:
Meine Zahlen von gestern sind schon nicht mehr aktuell:
in der Aufnahmeeinrichtung, die für 1.900 Menschen ausgelegt ist, befinden sich mittlerweile 3.700 Flüchtlinge.
-> Ende des Notstands ist nicht in Sicht

Donnerstag, 17. September 2015

jede Menge Alltag ...

Derzeit steppt der berühmte Bär und ich habe jede Menge zu tun.
Was mich dabei ungemein freut:
ich ziehe es durch und gebe meinem Sport eine Priorität!
Und die Ernährung läuft Dank Ofengemüse nebenbei Low Carb weiter.
Dank der Saftphase, bin ich Getreideprodukte wohl gut "entwöhnt", denn mich packt keinerlei Heißhunger in dieser Richtung.
Allerdings hat sich eine sehr späte Mahlzeit eingeschlichen, gegen 23 Uhr, die ich dringend wieder abschaffen muss.
Wie mir die Waage zeigt, kann man nämlich auch trotz Low Carb und hinreichend Bewegung einen Gewichtsstillstand erreichen.

Neu:
ich muss mich nicht mehr durch Tricks wie den Schrittzähler zu Bewegung motivieren.
Mittlerweile - oder - derzeit ist es mir ein echtes Bedürfnis.
Ein Problem war es, Joggen zu gehen, als auch meine Tochter hier war.
Ich hatte ständig das Gefühl, die beiden bekochen zu müssen, bemuttern zu müssen ... etc.
Oder ich bei den innergeschwisterlichen Liebenswürdigkeiten schützend dazwischen zu werfen.
Joggen ist die bessere Idee!

Und ein Waterloo-Erlebnis:

gestern war ich joggen, befand mich im Auto und mit den Hunden auf dem Rückweg, als mir siedend heiß einfiel, was ich noch einkaufen müsste. Also zog ich schnell eine Jeans über und sprang verschwitzt und ungeschminkt noch eben in den Supermarkt.
Und natürlich stand an der Kasse dann genau die Frau hinter mir, von der ich vor 2 Jahren kommentarlos abserviert wurde.
Von "zweimal wöchentlich Kaffee und was sind wir doch für tolle Freundinnen" auf "oh, ich habe leider keine Zeit, da ich gerade Wasser aufgesetzt habe!" an meinem Geburtstag!

"Hallo!"
Toll: sie schlank, top zurecht gemacht, mit wieder neuem "diesmal garantiert der Richtige!" Mann an der Seite und "bin ich nicht einfach entzückend?!"-Lächeln im Gesicht,
während sich von mir noch vereinzelt Erdbröckchen, Regentropfen und Schweiß lösten ...
Oje, und dann auch noch so ein doofer Zopf - im Nacken ein Gummi in Pink, dann geflochten und dann noch ein Gummi in hellblau.
Total erwachsen und sexy
"Hallo!"

Ha!
Immerhin waren meine Einkäufe durchweg vegan, gesund und kein "das erklärt alles!" dabei.
Dass die Frau den 20 kg Unterschied bemerkt, möchte ich bezweifeln.
In ihrem Kopf gibt es die Schublade "schlank" und darüber die Schublade "indiskutabel".

Ja, alles sehr albern und oberflächlich und unwichtig und bin ich eigentlich noch in der Pubertät???
Aber den Rest des Tages knurrte ich
"Oh, ich habe Sybille gesehen ... Mann, sah die wieder Sch ... aus!"




Montag, 14. September 2015

Essen nach/zwischen den Saftphasen

Ich habe immer wieder erfahren dürfen, dass ich mit Low Carb, also ganz grob gesagt, dem Verzicht auf Weizenmehl(produkte) Gewicht verlieren kann.
Man kann Low Carb tolle Sachen kochen oder es sich evtl. auch durch "Magic Soup - die magische Kohlsuppe" recht schnell für immer verderben.

Man kann bei Low Carb recht überzeugend konventionelle Rezepte nachkochen.
Zum Beispiel mit einem Spiralschneider Spaghetti aus gelben Zucchini drehen, sich dazu eine leckere Soße kochen und "fast normal" essen.
Evtl. auch einfach ein paar "echte Spaghetti" dazu mengen, denn es heißt ja Low Carb und nicht No Carb.

Man kann Weißkohl fein raspeln, mit wenig Fett in einer Pfanne garen und als Reis-Ersatz servieren.
Man kann Blumenkohl fein raspeln und wie Bulgur/CousCous einsetzten: Blumenkohl-Kisir

Die Krux ist nur:
es kostet mehr Zeit
Hauptsächlich, weil man eben Jahre oder Jahrzehnte lang anders gekocht ist und in diesem anders einfach mehr Routine und spontane Ideen.

Das habe ich gerade bei Esmi wieder gelesen. Kaum wird es stressig, bleibt keine Zeit für Low Carb.

Es gibt wunderbare Low Carb Rezeptsammlungen und -Ideen im Internet.
Was ich jetzt noch zufügen kann, ist also nur ein:
Wie ich Low Carb in meinen Alltag integrieren kann:

1. keep it simple! Halte es einfach!
Je schneller man einfache, aber nicht als Strafe empfundene Low Carb Mahlzeiten für sich entdeckt hat, desto besser, da man diese dann auch bei Stress schnell und nebenbei zubereiten kann.

Bei mir ist das: Gemüse aus dem Backofen

2. keep it preiswert ;-)
Ja, Steak, Lachsfilet, Rinderfilet etc ist wunderbar Low Carb, macht Dich aber nicht nur schlank, sondern leider auch pleite.
Also braucht man preiswerte Alternativen.

Bei mir ist das: Gemüse aus dem Backofen

Während ich über die Jahre Rezepte in meine Low Carb Rezeptrubrik sortierte, fielen mir nämlich immer wieder Rezepte auf, in denen irgendein Gemüse nicht gekocht, sondern gebacken wurde.

zB

gebackener Blumenkohl

grüner Spargel im Bacon-Mantel

roasted Asparagus

Auberginen-Mini-Pizza

Möhren-Fritten

Weißkohlscheiben aus dem Ofen

Kürbisspalten aus dem Backofen

Irgendwann fiel der Groschen:
ich kann eigentlich jedes Gemüse auf ein Backblech legen, bei 200° Ober-Unterhitze für 30 Minuten in den Ofen schubsen, derweil weiter arbeiten und habe dann ein ganzes Blech voll Low Carb Essen!
Umluft trocknet aus, daher Ober-Unterhitze - oder grillen, dann aber die Zeit verkürzen.

Je nach Lust und Laune kann ich noch Käse über mein Gemüse raspeln und/oder eine leckere Soße dazu bereiten.

Was leckere Low Carb Soßen angeht, bin ich ausgerechnet dem Veganer Attila Hildmann für seine Kochbücher sehr dankbar.
Ich habe vor Jahren einmal die "30 Tage Vegan"-Challenge ausprobiert und sein "Vegan for fit" Kochbuch dazu gekauft.
Sagen wir es so:
aus mir wurde kein Veganer, aber ich habe noch 2 weitere Kochbücher von Attila Hildmann gekauft, denn er hat sehr leckere, innovative Ideen.
Statt konventionelle Rezepte auf Vegan zu übersetzen, geht er einfach neue Wege.
Und so findet man keine Rezepte, in denen Leckeres durch eine langweilige aber vegane Alternative ersetzt wurde, sondern eine Welt voll neuer Rezepte.
(und das sage ich, nach 20 Jahren Rezepte Sammeln für die Hausfrauenseite ;-)
Einer veganen Soße verpasst er keine vegane Mehlschwitze - Vegan for Fit ist low carb - sondern er rührt Soßen aus Mandel- oder Nussmus an.
Und das geht nicht nur schneller als eine herkömmliche Mehlschwitze, sondern hält geschmacklich locker mit!
Kein Scherz.
Wer hier Geld sparen möchte, kauft einfach "Erdnussbutter" - wer es edel möchte, kauft im BioLaden Cashewnusskernmus oder Mandelmus.
Davon nimmt man nun einen dicken Esslöffel - ca 40 Gramm - in einen Topf, fügt ca das Doppelte an Wasser hinzu - ca. 100 ml.
Erwärmt das Ganze und rührt dabei darin herum, bis die Soße glatt wird.
Nun kann man noch nach Geschmack mit Salz, Pfeffer, Zitronensaft, Chillie, Kräutern ... oder ... würzen.
Als ich das erstmals ausprobierte, war ich nicht schlecht überrascht, dass diese Soße sämig wird - daher mein Vergleich mit der Mehlschwitze.
Anders als Herr Hildmann kann man auch noch geraspelten Parmesan oder Frischkäse oder ... zufügen - muss man aber nicht.
Diese Mus-Soßen begeistern mich total und sind eben nicht "naja, wenn es schlank macht ..." sondern echt lecker!

Ich koche oft und gern vegan.
Das trifft sich gut, nachdem mein Alien mir völlig überraschend mitteilte, dass er nun Veganer sei.
Wie überraschend und lustig das ist, versteht jeder, der ihn noch vor den Sommerferien kannte, da er absolut dem "Fleisch ist mein Gemüse!"-Typen entsprach und absolut genervt auf jeden Versuch reagierte, Ernährung zum Thema machen zu wollen.
Allerdings koche ich einfach deshalb gut und gern vegan, um dann bei meinem Verbrauch von tierischen Produkten ausschließlich zu erstklassiger Ware zu greifen.
Bio, Transfair, möglichst artgerechte Haltung, möglichst regional, frisch vom Markt.
Erst hatte ich überlegt, mich genau wie mein Sohn jetzt auch komplett vegan zu ernähren, aber ... nö :)
Es macht einfach zu viel Spaß, ihn all die Veganer-Argumente herunter beten zu lassen und ihn ein wenig zu foppen.

"Kannst du bitte Mich mitbringen?!"
"Und schon weint irgendwo ein durstiges Kälbchen!"
"Kein Problem, dann esse ich das heute Mittag!"


Ich meine, ich bin die Mutti, die er für jeden völlig überteuerten BioFleisch Einkauf ausgelacht hat, während er noch beim Aldi das lecker marinierte Grillfleisch im Sonderangebot shoppte.
Schön rot mariniertes Fleisch in Schmutzatmosphäre - sicherlich absolut vertrauenswürdig und artgerecht ...

Egal - zurück zu Low Carb schnell und einfach
Es klingt evtl. eintönig, ständig ein Backblech mit Gemüse zu füllen, ist es aber absolut nicht.
Und schon gar nicht, wenn man gerade eine Saftfastenphase hinter sich hat.
Der Vorteil ist:
ich brauche keinen Einkaufszettel!
Beim Einkaufen gucke ich einfach, welches Gemüse mich gerade anlacht, gerade lecker aussieht, gerade preiswert ist, gerade vorhanden ist - und greife zu.
Wenn ich Lust und Zeit habe, bereite ich ein echtes Low Carb Rezept zu - wenn nicht, wird alles einfach geputzt und ab auf ein gefettetes Blech oder Backpapier.

Und wenn ich für die Soße keine Zeit habe, kann ich auch einfach Frischkäse nehmen, oder Sahne und etwas Parmesan über das fertige Gemüse geben, oder Soja cremefit oder oder oder.

Beim Gemüse achte ich übrigens nicht auf die Low Carb Regeln - ich glaube, irgendwas spricht je nach "Religion" gegen Karotten, Kartoffeln oder Kürbisse. Kartoffeln setze ich auch nur sehr sparsam ein und überlasse sie meist dem Alien.

So, das war es jetzt erst einmal - künftig kommen dann konkrete Vorschläge und Rezepte dazu.
Und an meinem Gewichtsverlauf kann ich dann selbst sehen, ob und was meine "Hauruck-Methode" taugt ;-)

Sonntag, 13. September 2015

der innere Schweinehund ...

Dear doofer Schweinehund ...

Habt Ihr auch das Aufreger-Video aus den USA gesehen?
"Dear fat people!"



Also, bevor Ihr es anklickt:
Es heißt "Liebe fette Leute!" und soll Comedy sein, von einer schlanken Frau.
Humor auf Kosten Dicker - wer gerade eh eine Selbsthass-Phase hat, sollte es nicht anklicken!
Ich habe es mir angesehen und musste auch ein paar Mal lachen, denn immerhin kann Nicole ganz niedlich mit den Augen rollen und sie erzählt da nichts, was sich eine geübte Dicke nicht gelegentlich schon selbst an den Kopf (oder Bauch) geworfen hat.

Relativ am Anfang zeigt sie, wie es wohl aussähe, wenn irgendwelche dicken Menschen sie verfolgen wollten.
Es folgt langsamer Zombie-Walk mit ausgestreckten Armen, denen sie leicht entkommen kann, indem sie etwas schneller geht.

Sie hat ja keine Ahnung ...
Ausgestreckte Arme ... viel zu anstrengend ... !

Ich würde auf die etwas später folgende Flugzeug-Szene warten, beherzt den Sitz verwechselnd auf ihr Platz nehmen, bei der freundlichen Flugbegleiterin nach einer Gurtverlängerung fragen und mein trauriges Versehen dann 12 Stunden später nach der Landung erst bemerken.
Oh, arme dünne Nicole, jetzt ist sie platt!

Nun, ich kann mich weder über Witze über Dicke, noch über Dünne groß aufregen.
Ich finde auch nicht, dass "richtige Frauen" ein paar Pfunde mehr brauchen, an "richtigen Frauen" was dran sein muss oder Dünne aussehen, als würden sie beim Duschen durch den Gully flutschen, man sie füttern solle oder wie wie Bügelbretter mit 2 Druckknöpfen aussehen oder oder oder ...

Die Kommentare unter dem Video sind mittlerweile weg, aber es fanden sich dort erstaunlich viele Kommentare, in denen das Aussehen von Nicole mehr oder weniger witzig niedergemacht wurde.
Die hässliche Kuh solle gefälligst bodypositive sein ;-)

Ja, immer wieder schön und wohl sehr menschlich, dass man Menschen nicht für das kritisiert, was gerade nervt, sondern ... "hey, es ist eine Frau: nehmen wir ihre Schönheit, Figur, Jugend, Mütterlichkeit oder Beziehungsstatus.
"kein Wunder, dass du keinen abbekommst!"
Eine Beleidigung, die viele Frauen in gruseligen Beziehungen ausharren lässt ... alles ist besser als "keinen abbekommen" zu haben.

Egal

Ich wollte mich eigentlich über meinen eigenen inneren Schweinehund aufregen.

Eigentlich geht es mir wunderbar:

Nach der Saftphase habe ich darauf geachtet, mich viel zu bewegen und möglichst Low Carb zu leben.
Zu meiner eigenen Verwunderung klappte das so gut, dass mir die Waage am Tag nachdem ich mein Töchterlein wieder in ihre eigene Wohnung gebracht hatte, eine 92 kg präsentierte.
Cool!
Ich hatte also nicht nur nicht drastisch zugenommen, sondern war fast wieder bei meinem -20kg-Stand aus der Saftphase.

Leider kam ich nicht zum Bloggen.
Will sagen: ich versumpfte ein wenig.
Es gibt so Tage ... vorzugsweise "Die Tage" ... an denen ich keinerlei Energie habe.
Dafür so ein ungutes, bestimmt ganz übel erkältetes Kratzen im Hals, leichtes Schwindelgefühl und das sichere Gefühl, garantiert ohnmächtig im Wald zusammenzubrechen, wenn ich jetzt auch noch joggen gehe.
Dagegen hilft übrigens nur Schokolade, Chips und Likör:
93,3 kg!

Mit etwas Selbstsabotage schaffe ich es, erst so irrsinnig spät schlafen zu gehen, dass ich am nächsten Tag einfach "matschig" bin und mir das dann selbst auch noch als nahende Grippe verkaufe.
Gestern sinnierte ich, dass es jetzt einfach zu kalt ist um im T-Shirt zu joggen.
Aber gleichzeitig zu warm um im T-Shirt und Jacke zu joggen.
Genau:
ich brauche passende Sportpullis ohne Rundhalsausschnitt!
Bis dahin könnte ich leider nicht joggen!
Also, beim besten Willen!
Oh, und leider ist ja nun Wochenende ...

Keine Bange:
ich habe es geschafft, mir vorhin in den trägen Hintern zu treten und einfach meine Sportjacke über den Sport-BH zu ziehen und mein Joggen zu erledigen.
Das macht derzeit eh Spaß, weil ich überall dicke Brombeeren finde und weiterhin in so moderatem Tempo unterwegs bin, dass ich dabei problemlos Brombeeren pflücken und futtern kann ...


Mittlerweile jogge ich im 50:50 Intervall -
50 Schritte gehen, 50 Schritte joggen
(da ich immer auf einem Bein zähle, sind es eigentlich 100:100 Schritte)
Das funktioniert bei mir wunderbar.
50 Schritte schafft man irgendwie immer ... und mittlerweile lassen sich meine Füße auch besser heben.
Die Sache mit den Krämpfen und Schmerzen ist ausgestanden.
Ich ächze nur noch gelegentlich, wenn ich mich so im Alltag setze oder wieder aufstehe.

Immer, wenn ich mich gerade selbst für meine Sportlichkeit bewundere, produziere ich meine ganz eigenen "dear fat people!"-Momente. So ist vorhin meine Jogginghose plötzlich aber entschieden einmal unter meinen Bauchspeck gerollt, was mich ganz nett aus meiner Selbstherrlichkeit gerissen hat.
Immerhin habe ich mich gerächt und diese Jogginghose an den Oberschenkelinnenseiten so aufgerieben, dass ich sie soeben nur noch in den Müll werfen konnte.
Die Zahl der Baumwoll-Leggins, die ich zum Joggen benutze, schmilzt dahin und ich habe mir jetzt auch schon 2 "richtige" Sporthosen gekauft.
Noch bin ich bei diesen Einkäufen etwas gehemmt.
Kaum gehe ich in solche Läden, fühle ich mich wie in diesem
"ein Teil ist anders, ein Teil passt nicht dazu!"
Der Kohlkopf zwischen 2 Barbies ...

Andererseits fasziniert und rührt mich die Erkenntnis, dass ich tatsächlich mehr Sportkleidung brauche.
Keine Anschaffung für gute Vorsätze, sondern für neue/alte Gewohnheiten.

Montag, 7. September 2015

Weiter geht es ...

Unser Flieger startete mit gut 2 Stunden Verspätung in Wien und wir nutzten die Zeit, um noch den letzten offenen Punkt auf der Wien-To-Do-Liste abzuhaken:
Sacher Torte
Im Duty Free Bereich ...
Na, ich glaube, da ist die Sacher Torte, die ich gelegentlich backe, näher am Original dran, aber lecker war auch dieses schokoladige Dings.

Wir haben in den 5 Tagen nur einen Bruchteil von Wien gesehen, was daran liegt, dass wir im Urlaub gern bequeme Langschläfer und Gewohnheitstiere sind.
So standen wir morgens immer so auf, dass ich gerade noch runter in den Frühstücksraum huschen und uns jedem ein Kännchen Kaffee "zapfen" konnte, das wir dann gemütlich im Bett tranken, bevor wir dann über den Naschmarkt bummelten, der zwischen uns und der nächsten U-Bahnstation lag.

Ach, und wenn man doch schon mal auf dem Naschmarkt war ...
Entgegen aller Prognosen war das Wetter wunderbar. Wenn überhaupt, regnete es abends oder es gab so eine Art Sprühregen, den wir nicht weiter ernst nahmen.
Schloss Schönbrunn und das Prater Riesenrad sind 2 Punkte, die man in Wien wohl mal erledigen muss, aber ein wahrer Genuss sind sie nicht. Schloss Schönbrunn ist perfekt.
Sauber, ordentlich, stamm organisiert und sauteuer.
Stimmung kommt dort keine auf und wie Sisi fühlten wir uns dort nicht heimisch.
Alles, was irgendwie schön und reizvoll ist, befindet sich entweder hinter Glas, Absperrseilen, Absperrgittern und wenn man sich etwas über eines der Seile beugt, ertönt ein lauter Warnton.
Im Park geht es ähnlich weiter.
Wir ließen brav viel Geld dort, hakten es auf unserer Liste ab und flohen zurück zum Naschmarkt, auf dem es wunderbar bunte Multikulti-Küche gibt.

Das Riesenrad - ebenfalls teuer und noch dazu habe ich panische Angst in allem, was hoch geht.
Leicht absurd, aber genau wie in London zahlte ich brav viel Geld, wartete geduldig, dass wir hinein kamen und panisch, dass wir wieder hinaus kamen.
Aber der Ausblick war prima.

Danach verließen wir den Prater schleunigst wieder und suchten/fanden das Hundertwasserhaus.
Danach den Flughafen :)

Insgesamt hat mir Wien sagenhaft gut gefallen, aber ich hatte ununterbrochen das beklommene Gefühl, meine Ernährung gerade mal so gar nicht im Griff zu haben. Wir schienen ständig und zu viel zu essen.
Und zu trinken.
Kaffee, Spritzer und eher misslungene Mojitos.
Aber manchmal reicht ja einfach ein Glas mit Eiswürfeln, Alkohol und gutem Willen :)

In unserem Reiseführer hatten wir einen Rundweg gefunden, der der richtige für uns zu sein schien und uns von einem Kaffeehaus zum nächsten führte. Für uns endete er in der Albertina.
Überhaupt kamen wir an kaum einem Museum vorbei - durch unseren späten, morgendlichen Aufbruch aber gleichzeitig auch in viel weniger Museen hinein, als gewünscht.
Im Endeffekt sahen wir den Beethovenfries, die Albertina und das Leopoldmuseum - wobei wir die letzten 2 Etagen des Leopoldmuseums nicht zu sehen bekamen, da man dort schloss.
Es folgte noch eine Stunde in der Buchhandlung König, da es gerade doch mal ernsthafter regnete und Buchhandlungen lieben wir auch.

Ah, und die Oper ....
Wir waren hin und weg.
Das Gebäude ist schon wunderschön, die Stimmung und dann der Rigoletto.
Ein Traum!

Heute Morgen bin ich fast trotzig auf die Waage gestiegen.
Fast sicher, täglich ein Kilo zugenommen zu haben oder so etwas Gruseliges.
Als es dann nur 100 Gramm waren, rieb ich mir etwas ungläubig die Augen, stieg von der Waage, probierte es erneut und wieder:
92,9 kg

Ok, dann mache ich mal so ca. da weiter, wo ich letzte Woche aufgehört hatte :)
Nur ausgeruhter.
Und noch von all meinem Nachwuchs umgeben, denn die Prinzessin bleibt noch bis Mittwoch hier und der Alien ist übrigens immer noch Veganer.

Donnerstag, 3. September 2015

Wien, Wien ...

Ach war das schön, im Flugzeug Platz zu nehmen, den Gurt zu schließen und sich völlig auf die Flugangst zu konzentrieren.
Ich wusste gar nicht, welche Flugangst ich eigentlich habe, weil ich bisher immer damit beschäftigt war zu fürchten, dass ich nun endgültig zu dick für den Gurt geworden bin und laut um eine Gurtverlängerung bitten müsste.
(So weit war es noch nie gekommen, aber die Sorge hatte ich dennoch immer)
Auch musste ich diesmal nicht fürchten, dass die Passagiere rechts und links von mir wenig Platz fänden ...

Nein, ich konnte mich gedanklich ganz auf meinen Vater konzentrieren, mit dem ich so oft geflogen bin ... und der bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam.

Da mein Töchterlein mein flatterndes Nervenkostüm kennt, waren wir noch schnell am Flughafen in ein Cafe gegangen, wo Mutti erst mal einen Prosecco trank.
Ich bin während eines Fluges übrigens ganz ruhig, aber mir tränen die Augen.
Dagegen kann ich leider rein gar nichts machen.
Nein, ich weine nicht (oder kaum) - also kein Schluchzer oder so - lediglich tränende Augen.
Nervig.

Wir waren schon gegen 9 Uhr morgens in Wien, suchten uns durch bis zu unserem Hotel und begannen dann damit, die Stadt zu erkunden.
Gut, dass ich die Saftphase beendet hatte, denn wir begannen auf dem Naschmarkt.
Dort hätte ich auch Saft bekommen ... aber ...

Nachmittags landeten wir in der Innenstadt, bummelten und probierten uns durch die Klamottenläden.
Kennt Ihr Michal Negrin?
Mein Töchterlein verliebte sich unsterblich in ein Kleid, sieht darin auch "Bombe" aus, aber der Preis ist ein schlechter Witz ...
Wir bummelten weiter, ich probierte bei Gerry Weber ein Kleid in einer 46 an und ... es war einen Tick zu weit!
Allerdings sah ich auch, dass meine Füße geschwollen war - der Flug hat ihnen wohl nicht besonders gut getan und so sind nun also flache Schuhe angesagt ...

Kurz bevor der Regen kam, hüpften wir schnell noch mal zu Michal Negrin rein und das Töchterlein ist nun pleite.

Wir probierten jeder eine Mozartkugel.
Hm ... nicht schlecht, aber das Gewese darum, erscheint etwas überzogen.

So, ran an Tag 2 :)

Dienstag, 1. September 2015

Notizen einer Joggerin ...

Gewicht heute Morgen: 92,8 kg
abgenommen insgesamt - 18,1 kg
Bewegung: Joggen und Laufband
Ernährung: Salat, Gemüse, Soße
Schlafenszeit: ca 1 Uhr


Es hat mir natürlich rein gar keinen Spaß gemacht, mein Gewicht in meiner Gewichtskurve morgens wieder nach oben zu schrauben, aber ich habe es mit leisem Zähneknirschen erledigt.

Meine übliche Selbst-Sabotage, kurz vor den heiß ersehnten 80ern mein Saftfasten mal eben drastisch zu beenden und auch mein "die ersten 20 Kilo sind geschafft" leicht ab adsurdum zu führen.
Doch ja, solche Gedanken habe ich durchaus im Hinterkopf spazieren geführt, aber sie uferten nicht weiter aus, denn ... uns bleibt immer noch Paris.

Nein, ich bin Joggerin.
Hallo September 2015: ich bin Joggerin :)



Gestern Nacht habe ich ein wenig in meinen Einträgen des Vorjahrs herumgestöbert und sehe, dass ich mich aus dem damaligen Tief ganz gut befreit habe. Letztes Jahr war mir recht drastisch das Ende meiner Mutterschaft bewusst geworden, nachdem meine Tochter nicht nur hier auszog, sondern plötzlich auch in Hamburg wohnte.

"Tochter zieht aus" ist ja noch so ein Mutterding ... aber "Tochter wohnt in Hamburg", ist nun ja ... ein Tochterding.
Und so wie die Jahre verfliegen, steht der Auszug des Aliens ummittelbar bevor.
Ich war hin und hergerissen zwischen unbändiger Freude und Angst vor Einsamkeit und Sinnleere.
Ich werde hier ganz alleine leben, mit meinen Katzen reden und irgendwann, unbemerkt von den Nachbarn tot im Flur zusammenbrechen, von den Hunden angenagt werden und erst der intensive Leichengeruch macht den Postboten auf mein Ableben aufmerksam ... jaaaaa!

Fast war ich versucht, dem Alien ein Studium in Kiel schmackhaft zu machen - dann könnte er weiterhin bei Muttern wohnen.
Fast!
Mittlerweile rede ich ihm wieder sehr zu Bayreuth zu.
Bayreuth hat einen tollen Ruf ... und ist eine wunderbare Entfernung ...

Letztes Jahr hatte ich sogar kurzzeitig einen Blog names "leeres Nest" aufgemacht.
Empty Nest Syndrom ... verlassene Muttis, sozusagen.
Aber der Funke zündete nicht recht und ich landete schnell wieder hier.
Immerhin hatte ich mir einen Termin bei der Ehrenamtberatung gegönnt.
Eigentlich würde ich ja lieber (mehr) Geld verdienen, aber ein kurzer Ausflug auf den Jobmarkt ergab, dass hier hoch qualifizierte Frauen die Wahl haben, nachts in Tankstellen zu jobben, Pflegedienste zu übernehmen etc.
Oder sich eben freiberuflich durchzuschlagen - und das mache ich ja schon.
Ich begriff, dass ich für ein interessantes Thema, das mein Leben bereichern und mich von der Überbemutterung des Aliens abhalten würde, keine Bezahlung erwarten sollte, ging zur Ehrenamtberatung und landete in der Flüchtlingshilfe.
Ich war sehr skeptisch gewesen, ob es für mich überhaupt ein sinniges Ehrenamt gäbe, denn:
- ich bin sehr ekelanfällig - Leute um die ich mich kümmer, dürfen keinesfalls sabbern, Hilfe beim Toilettengang benötigen oder oder oder ...
- fremder Leuts Kinder finde ich nervig und ich habe meine Kinder nicht ohne Grund auf Schulen geschickt, auf denen es keine Hausaufgaben gab
- sollten Leute mit Sterben beschäftigt sein, bräuchte ich Trost von ihnen und ihren Angehörigen, statt welchen geben zu können
... und so weiter - ich teilte das meiner Beraterin auch genau so unverblümt mit.
Statt mich raus zu schmeißen, teilte sie mir mit leuchtenden Augen mit, damit sei ich eine hervorragende Kandidatin um entweder in der Flüchtlingshilfe aktiv zu werden oder als Behördenpate.
Als Behördenpate hätte ich speziell sozial Schwachen bei Behördengängen und Formularkram geholfen.
Ich bin tatsächlich große Klasse in Formularen und bei Behörden, aber als Freiberufler muss ich bei Hartz IV Empfängern immer meinen inneren Stammtisch zu aktiv im Zaume halten.
Es gibt Monate, in denen ich mit Nachtschichten und Co Einnahmen erzielte, die unter dem Hartz IV Regelsatz blieben - aber ich stamme aus einem Unternehmerhaushalt und da krempelt man "verdammt noch mal" die Ärmel hoch, "haut ordentlich rein" und nimmt "verdammt noch mal" keine Almosen an.
Frühkindliche Prägung ... da komme ich nicht recht raus.
Dazu kommt, dass ich unsensibel und taktlos bin ... auf die Frage "du hältst dich wohl für was Besseres mit deinem Schulabschluss und Job?!", habe ich mal mit "ja!" geantwortet.
Darum wandte ich mich schnell dem Thema "Flüchtlingshilfe" zu.
Das erwies sich als gute Wahl, denn bisher hatte ich ausschließlich mit Flüchtlingen zu tun, die meiner anerzogenen "Ärmel hochkrempeln und reinhauen!"-Mentalität entsprechen.
Und ich mag diesen bunten Haufen der anderen Ehrenamtlichen.
Der Norden ist doch ein klitzekleinwenig konservativ für eine Exil-Kölnerin ... aber wen ich mittlerweile so alles über das Ehrenamt kennengelernt habe: herrlich!

Im Herbst 2014 gewann ich also ein neues Thema und einen neuen Bekanntenkreis dazu.
Und im Winter 2014 stieß ich auf Joe Cross und das Saftfasten, das sich als gangbarer Weg zum Kiloverlust für mich entpuppte.
Der Sommer 2015 brachte mich nun wieder zum Joggen.

Im Schneckentempo und auch noch im Intervall-Konditionsaufbau.
Könnte gut sein, dass ich beim Joggen von irgendwelchen Spaziergängern überholt werde ... aber ich jogge mit allem Drum und Dran.
Gestern musste ich zB noch schnell ein paar Dinge bei der Bank erledigen.
Normalerweise achte ich pedantisch darauf, solche Termine schick und geschminkt zu absolvieren.
Gestern ging ich stattdessen in Turnschuhen, Sportklamotten und klarem "die Frau geht gleich Joggen!"-Outfit in die Bank und fand das schlicht saugut.
Alles ist besser als der "Jeans, Sweatshirt, ist eh alles egal"-Look ... halt nein ... da war ja auch noch die kurze Phase, in der es mir nicht einmal mehr gelang, passende Jeans zu finden und die Rückkehr zu Jeans mit Reißverschluss und Taschen war einer DER Meilensteine.

Als ich dann gestern im Wald ankam, ging ich noch mal meine innere "ToDo-Liste" durch und stellte nach einer Weile sehr verblüfft fest:
ich war einfach gejoggt.
Ok, es ging bergab und ich war den kompletten Hügel hinunter gejoggt.
Ohne zu zählen, ohne Gehpausen (ohne von harmlosen Spaziergängern überholt worden zu sein ...)

Auch meine Oberschenkel-Krämpfe blieben (vorerst) aus ... sie kamen dann am Ende der Runde doch noch.
Also reizte ich das ein wenig aus und joggte immer, wenn es bergab ging und erhöhte etwas übermütig die Intervalle auf 100:100 (Gehen und Laufen).
Das Tolle war:
gestern hielt mich dann erstmals das Atmen beim Joggen mehr in Schach, als das bloße Heben der Füße.
Mir ging sozusagen die Puste aus.

Ok, ja, mein Alien machte mir mein "yeah, bin ich sportlich!" mit einem kurzen "meine Güte, stirbst du gerade? Bist du in den Regen geraten???" etwas zunichte ... als ich mit rotem Kopf und heftig schwitzend nach hause kam.

Aber auch hier, in Sachen "Mutti als Vorbild für ihre Brut", habe ich deutlich gepunktet:

mein Töchterlein hat eindeutig meine Fähigkeit, Stress mit Essen zu kompensieren, geerbt.
Mein Töchterlein hat begriffen, dass dies eine sinnvolle Fähigkeit ist!

Punkt 2 macht mich glücklich.
In ihren ersten Examen hat sie ca 8 kg zugenommen - und es war eine Prüfung dabei, die sie mit glatten 100% abschloss.
Ich finde, dass 8 kg + ein fairer Preis für tolle Ergebnisse sind und habe ihr das auch so gesagt, als sie traurig meinte, dass "Abnehmen" wohl ein ewiges Thema für sie bliebe.
Nun liegen gerade die 2. Examen hinter ihr, mit ähnlichem Effekt.
In Wien werden wir in die Oper gehen - ich sage nur: Rigoletto! und als mir mein Töchterlein nun mitteilte, dass sie künftig für alle Lebenslagen den passenden Glitzerfummel habe, hat mich das echt gefreut!
Sie war mit einem Kumpel noch schnell ein Kleid kaufen gegangen und berichtete von der "unsensiblen" Verkäuferin, die sagte:
"ja, das Kleid kaschiert schön!"
Der Kumpel (ich mag ihn) hat der Verkäuferin gesagt:
"Was gibt es denn da zu kaschieren? Das Kleid betont schön!"
Und mein Töchterlein führte stolz ein Kleid in einer Größe 42 vor.
(es kaschiert und betont grandios!)
Es ist noch gar nicht lange her, dass ich einmal eine Größe 40 mit der Nagelschere entfernte, auf einen 38er Bügel hängte und auf die Art eine tränenreiche Kleiderkauf-Aktion über die Bühne brachte ...

Mein Alien ... was soll ich sagen?
Er ist nun plötzlich Veganer.
Keine Ahnung, wie lange er das durchzieht, aber mich freut dabei, dass er sich nun überhaupt mal dafür interessiert, was er isst.
Und ich merke, dass meine Joggerei, meine Freude an "guck mal, was mir wieder passt?!" und auch meine Ernährung ihn durchaus mitreißen (was er nie zugeben oder auch nur begreifen würde)

Ich hatte die 30-Tage-vegan-Challenge von Attila Hildmann für den September/Oktober in Erwägung gezogen, aber gleich wieder verworfen. Derzeit mache ich mir täglich ein großes Backblech voll Gemüse.
Einfach Gemüse putzen, auf ein Backblech legen (auf Backpapier) und bei 200° Ober-Unterhitze 30-45 Minuten in den Ofen stellen.
Dazu mache ich eine Soße.
Gestern hatte ich einen Blumenkohl, Karotten, Gemüsezwiebel und Rosenkohl.
Lecker!
Keine Arbeit, große Menge ... außerdem hatte ich einen veganen Salat gemacht.
Veganer Salat heißt: kein Käse, keine Croûtons, kein Sahnedressing ... so gesehen kommt mir der Veganer sehr entgegen, was meine Kalorien so angeht.

Dass heute Morgen dann nicht weitere Pfunde den Rückweg auf meine Hüften gefunden hatten, sondern sich sogar ein paar Gramm nach kurzem Wiedersehen wieder verabschiedet hatten, hat ein breites Grinsen in mein Gesicht gezaubert.
Jetzt muss ich nur schauen, dass ich das nicht alles in 5 Tagen Wien wieder ruiniere, denn ich kann ja schlecht meine Waage mitnehmen (oder meinen gesunden Menschenverstand ...)

Quatsch ... alles runinieren ... selbst wenn ich als Mozartkugel zurückkehre, weiß ich ja nun, wo ich dann ansetze und loslege ...




Sonntag, 30. August 2015

Fettakzeptanz - body positive ... etc

Da ich insgesamt an Gewicht verlieren möchte, wurde ich bereits als "dickenfeindlich" angegiftet und eine Schweizer Autorin wurde heftig dafür kritisiert, dass sie meinen fettfeindlichen Blog verlinkt hatte ...

Sehr lustig ...
Insgesamt ist es mir ja herzlich schnuppe, was andere von mir halten.
Den einen mag ich zu dick sein, den anderen zu langsam abnehmen wieder andere finden mich halt fettfeindlich und ganz viele finden mich evtl. schlicht peinlich.

Und ich habe Spaß.

Mein Körper findet mich durchaus "body positive" und reagiert ganz erfreut auf die vermehrte Bewegung und den Gewichtsschwund.
Beim Joggen dachte ich so, dass ich vermutlich ein deutlich sportlicheres Bild von mir zeichne, als mir entgegenkommende Jogger so sehen ...

Darum blieb ich (nach 60 gejoggten Schritten) stehen, schaltete den Timer an meinem I-Pad an und hier:


Also, hier bloggt und joggt die Traumfrau von dem Foto.
Ursprünglich hatte ich eine Jacke über dem T-Shirt, aber das war zu warm.

Foto anschauen und beschließen:
wenn die das packt, packe ich das auch - und dann die Turnschuhe anziehen und los!
:)

Zwischenlandung in der Brötchentüte


Gewicht heute Morgen: 92 kg
abgenommen - 6 kg
auf dem Laufband: 50 Minuten
Bewegung: Joggen und Seilchen gesprungen
Ernährung: bunt :)
Schlafenszeit: ca 1 Uhr


Freitag Nacht endete das Saftfasten II nach 39 Tagen mit einem Köpper in die Brötchentüte.

Das war weder schlau, noch so geplant, aber ich fühle mich (wieder) prima und versuche mal, Euch auf den aktuellen Stand zu bringen.

Insgesamt empfinde ich mein "Sommer-Saftfasten 2015" als Erfolg.
Wenn ich etwas daraus gelernt habe, dann dass viel Obst im Saft
1. zu einer langsameren Abnahme führt
2. die abendlichen Heißhungeranfälle ein treuer Begleiter bleiben.

So lange ich die Möglichkeit hatte, alle Lebensmittel aus meiner Reichweite zu halten, die nichts mit Obst/Gemüse zu tun hatten, konnte ich die abendlichen Heißhungeranfälle ganz gut "aussitzen".
Da konnte ich noch so lange im Kühlschrank oder in den Schränken stöbern:
außer Trockenfutter für meine Katzen und Hunde lud nichts zum Knabbern ein und mit ein wenig Würde kann ich beteuern, dass ich auch in der größten Gier keine Brekkies knabberte.

Freitag Vormittag war ich flugs einkaufen und habe dann im Rekordtempo einen leckeren Nudelsalat mit Hackfleisch, einen Bienenstich und sehr leckere Schokocreme gezaubert.
Außerdem hatte ich eine Tüte Brötchen gekauft und im Brotkasten deponiert.

Nachdem Salat, Kuchen und Creme fertig waren, hopste ich ins Auto und holte meinen Alien am Flughafen ab.
Er kam gerade aus Griechenland, war braun gebrannt, müde und ... Veganer!
Mein Alien ist mehr so der Typ "Fleisch ist mein Gemüse", der mütterliches Geschwätz über Ernährung zu ignorieren weiß und die Vegetarier-Schwester mit kruden Witzen unterhält.
Das tut er übrigens noch immer, denn Vegetarier sind "wischiwaschi".
Noch im Flughafen kauften wir 2 wundervoll vegane Sandwichs für ihn und ich grübelte leise, was ich nun mit der großen Schüssel Nudelsalat machen sollte.
Ich naschte ein wenig darin herum - wirklich lecker!

Für den Nachmittag hatte sich mein Töchterlein mit einem Kumpel angekündigt.
Ich konnte erst noch in Ruhe joggen gehen - es wurde Abend, bevor sie wirklich kamen.
Als sie wieder aufbrachen, packte ich ihrem Kumpel den Nudelsalat ein.
Außerdem gab ich ihnen den restlichen Kuchen und die Schokocreme mit.

Prima!

Abends - der Alien schlief den Schlaf des Weitgereisten - war ich total stolz auf mich, dass ich Kuchen, Salat und Schokocreme weggegeben hatte und pöh, sollte ich ruhig Heißhunger haben ... da war nichts, was ich wie fremdgesteuert in mich hinein stopfen könnte.
Und am nächsten Morgen würde ich wieder ohne Hunger erwachen und wissen:
das war wieder nur Kopfsache und kein echter Hunger!

Ich grinste siegesgewiss ... und da fielen mir die Brötchen ein.
Und die restliche Butter aus der Schokocreme-Zubereitung.

Waterloo ...

Der 39 Tag Saftfasten endete also mit besagtem Köpper in die Brötchentüte.
Nicht schlau, denn nachts erwachte ich mit einem heftig kämpfenden Magen und morgens fühlte ich mich prompt etwas verkatert.

Allerdings vertat ich nicht eine Sekunde mit Frust, Selbstzweifeln oder dem Versuch, mit dem Saft weiter zu machen.
Natürlich wäre ich gern unter die 90 kg Grenze gekommen.
Hey, eigentlich wollte ich im Herbst längst normalgewichtig sein und bewundernde Komplimente mit einem lässigen Kommentaren beantworten.

Träume groß ...

In der Brötchentüte endete allerdings lediglich das Sommer-Saftfasten 2015 - sonst gar nichts.
Direkt am nächsten Tag ging ich wieder joggen.
Ich finde es so endlos Klasse ... "ich gehe joggen!"
Wie lange ist das her?
Einmal begann es dabei zu regnen und ich fühlte mich einfach nur saugut.
Ja, da ist sie, die Sportlerin, die sich auch von Sturm und Regen nicht vom Joggen abhalten lässt!
Heroisch, toll, Powerfrau ...
Sollte das mal verfilmt werden, müsste man jetzt lediglich eine alte Dame mit 2 Dackeln einbauen, die lässig links an mir vorbei tappelt, während ich gerade heroisch jogge ...

Denn ... ja, besonders schnell bin ich dabei nicht.
Auch jogge ich beim Joggen kaum.
Immerhin bin ich jetzt bei 100 Schritte gehen und 60 Schritte joggen angekommen und den letzten Abhang jogge ich komplett herunter. Allerdings ...
Meine Oberschenkel wollen mich gern erwürgen - ein Glück, dass ich so gelenkig nicht bin!

Seit Freitag habe ich Muskelkater oder "was auch immer" in den Oberschenkeln.
Es fühlt sich leicht nach Krampf an, aber sie sind dabei nicht hart.
Während ich laufe, schmerzen sie weniger, als wenn ich gehe.
Wenn ich gehe oder stehe, jaule ich gelegentlich ein wenig.

Als ich einmal hinter einen Baum hopste, musste ich mir danach Nadeln aus dem Hintern zupfen, da meine Oberschenkel von meiner Idee, mich hinzuhocken, erstaunlich wenig hielten und mich einfach auf den Boden plumpsen ließen.
Ein Glück, dass hier so wenig los ist, denn ich brauchte eine ganze Weile um
a) mein ursprüngliches Vorhaben umzusetzen
b) Nadeln und Waldboden wieder abzuschütteln
c) voll bekleidet wieder auf die Beine zu kommen
Aber dann ... dann bin ich wieder voll sportlich weiter gejoggt ...

Wie es jetzt weiter geht?
Derzeit koche ich für mich Gemüse und bereite eine Soße zu.
Gestern gab es Kürbisspalten aus dem Backofen mit Guacamole für mich.

Mein Alien mag nun Veganer sein, aber zum Feinschmecker macht ihn das noch lange nicht.
Er hatte Kürbisspalten mit "Thai-Soße", die er nun großzügig über alles kippt.
Soeben hat er Salatgurke mit Thai-Soße gefrühstückt und dazu einen Smoothie genossen.

Örghs

Bis Wien werde ich mich an Gemüse mit Soße halten - Gedanke dabei ist natürlich auch, die Soßen-Rubrik zu bebildern ... außerdem wollte ich eigentlich ein wenig Low Carb leben ... aber abends musste ich dann unbedingt Cornflakes naschen.

Nach 39 Tagen Gemüsesaft hat man den grandiosen Vorteil, dass stinknormale (nicht mit Honig gesüßte) Cornflakes ein Chips-artiges Geschmackserlebnis darstellen.

Nach Wien schaue ich mal, ob der Alien noch Veganer ist - wenn ja, könnte ich die 30 Tage-Challenge "Vegan for fit" wiederholen.

Man liest sich ;-)



Samstag, 22. August 2015

20 kg abnehmen mit Gemüsesaft

gestern war Tag 32 vom Gemüsesaftfasten
Gewicht heute Morgen: 90,5 kg
abgenommen - 7,5 kg
auf dem Laufband: -
Ernährung: 1 Milchkaffee, Gemüsesaft und pürierte Tomaten mit Sambal Olek
Schlafenszeit: ca 2 Uhr


Nun ist es offiziell - seit Dezember habe ich nun 20 kg abgenommen - präzise 20,4 kg.
(in 7 Monaten, 3 Wochen, 4 Tagen, 8 Stunden, 54 Minuten) ;-)
Und ich habe soeben auch mein 20 kg weniger Foto gemacht und mit zu den 15 kg, 10 kg, 5 kg und 110,9 kg Bild gepappt:


Und wieder denke ich so "hm!"
Auf dem 95er Bild sehe ich in meinen Augen fast schlanker aus ...
Aaaber, ich erkenne mittlerweile einen recht deutlichen Unterschied zum 1. Bild :)
Was Ihr nicht seht:
ich habe mich bemüht, zu lächeln!
Doch, wirklich - aber mich darauf zu konzentrieren, den Bauch NICHT einzuziehen UND die Sache mit dem Selbstauslöser, ist Stress pur ... :)
An den Oberarmen spannt das T-Shirt nicht mehr und um den Hals herum, ist das Kinn auf dem Rückzug.

Ok, das ist die Optik ...
Dazu kommt:
meine Füße schwellen auch bei dem Sommerwetter und auch abends nicht mehr an.
Das ist keine reine Sache der Optik - "solche Wasserfüße" schmerzen ganz schön.


Man ist in der Auswahl der Schuhe eingeschränkt.
Mittlerweile laufe ich gerne auch mal wieder von morgens bis abends auf meinen Pumps herum.
Kein "Geschäfte-Bummeln" mehr in Halbschuhen und Jeans - ich bin wieder in Pumps und Kleid unterwegs und genieße das sehr!


Und ... gestern in Halbschuhen und Jeans ... im Wald, habe ich spontan das Joggen wieder begonnen.
Nach den Geburten habe ich auch beide Male irgendwann den Wiedereinstieg gefunden.
Auf eine seeeehr gemächliche Art.
Ich zähle gern - klingt bescheuert, ist aber evtl. eine Art meditative Geschichte, die von Grübeleien abhält.
Ich zähle Stufen, Schritte ... wenn man mich bei einem Spaziergang aus den Gedanken reißt, kann es sein, dass ich mit einem "712!?" reagiere ...
Jedenfalls erklärt sich meine Joggingmethode so ...
Also: ich zähle immer auf dem linken Bein
zu Beginn 100 Schritte (links) gehen und 50 Schritte (links) laufen im Wechsel.

Klingt nicht spektakulär, ist es vermutlich auch nicht, aber im September werde ich dann zu 100/100 übergehen.
Wenn alles gut geht, bin ich im Oktober bei 50/100 und dann kommt 50/150 ... und so weiter, bis ich die Geh-Phasen komplett unnötig finde.

Jedenfalls werde ich heute Turnschuhe kaufen, denn gestern habe ich mir prompt eine Blase gescheuert.

Oh, und ich werde das Metermaß hervorwühlen um meine "Vermessen-Seite" zu aktualisieren.

... done
Den Blutdruck zu messen, während man gerade am 2. Tässchen Kaffee nippt, ist natürlich ... nicht so schlau und ich werde das morgen vor dem 1. Kaffee wiederholen.
Immerhin ist dennoch der Puls weiter runter gekommen.
Die sonstigen Messwerte sind auch eher vage - ich bin auf der Suche nach der Taille immer noch leicht ratlos, da ich halt zu den Kugelbauch-Dicken gehöre. Also genau das böse, total gefährliche Fett horte.
Die schlankste Stelle wäre daher: Busen anheben und dort messen ...
Statt dessen messe ich irgendwo zwischen Brust und Kugelbauch ... aber Taille würde ich das nicht wirklich nennen.
Immerhin:
dieser Bereich wird eindeutig größer - das heißt, der Bauch "taut ab".

Ich bin seeeehr gespannt, wann das 85er-Foto dazu kommt!

Noch ein Nachtrag:

Ok, ok ...
Wenn ich nicht verdrossen im Büro herumstehe, sondern mein "Heute" mit dem vergleiche, was meine Tochter so nett "das Grauen" nennt, kann ich den Unterschied tatsächlich ein wenig "feiern".

Wobei ich dieses "das Grauen" nicht teile.
Ich sehe eine kraftvolle Wuchtbrumme - auf beiden Bildern.





Montag, 17. August 2015

mit Gemüsesaft zur Taille trödeln ...

gestern war Tag 27 vom Gemüsesaftfasten
Gewicht heute Morgen: 91,4 kg
abgenommen - 6,6 kg
gestern gegangene Schritte: -*
auf dem Laufband: -
Ernährung: 1 Milchkaffee, Gemüsesaft und pürierte Tomaten mit Sambal Olek
Schlafenszeit: ca 2 Uhr


Ups?!
Ich bin völlig überrascht, dass es tatsächlich eine ganze Woche her ist, dass ich mich zuletzt zum Saftfasten geäußert habe.
Da hat mich die Geschichte mit der Party wohl doch mehr beschäftigt, als es mir selbst bewusst war ...
Lustig ist:
kaum hatte ich bei der einen Party abgesagt, lud mich eine andere Freundin ein, die spontan beschlossen hatte, an genau diesem Samstag ihren Geburtstag nachzufeiern.
Da war es sehr nett, auch wenn es natürlich ein wenig komisch war, dass ich fastete.
Noch dazu hatte ich ein Dessert mitgebracht, das ich auch abgeschmeckt hatte (nicht gründlicher als nötig)
Da die 1. Woche des Fastens weit hinter mir liegt, kann ich relativ problemlos mit an einem üppig gedeckten Tisch sitzen.
Eine etwas korpulentere Dame fühlte sich durch mein Fasten regelrecht "belästigt". Als müsste sie sich nun dafür rechtfertigen, dass sie nicht auf Diät war. Aber das ist ihr Thema, nicht meins.
Nachdem sie in gewisser Breite erklärt hatte, weshalb sie nicht abnahm und ganz sicher niemals nur Saft trinken würde und ich ihr in allem absolut zustimmte, war sie dann auch beruhigt.

Da ich weiterhin so viel Obst mit entsafte - oder auch direkt esse, haben es meine Pfunde auch nicht besonders eilig mit dem Abschied. Unzufrieden bin ich damit nicht.
Natürlich wäre ich gern schneller schlank(er), aber eine Ernährung aus Säften, Avocados und frischen Mangos, Kirschen, Himbeeren ... ist soooo göttlich!

Meine Riesentasse mit passierten Tomaten, Sambal Olek und heißem Wasser, ist mittlerweile mein Abendritual.

Und heute bin ich nun auch außerhalb meiner Aufzeichnungen in der rechten Spalte.
Das heißt:
ich bin nun tatsächlich erstmals seit Beginn meiner Diättagebuchlaufbahnen leichter geworden.
Mit 91,4 kg liege ich unter allem, was ich in den letzten 8 Jahren gewogen habe.
Faszinierend.
Ich hatte damals eher verzweifelt versucht, meiner stetigen Zunahme durch Öffentlichkeit ein Ende zu setzen.
Ich weiß noch, dass ich bei 79 kg die Notbremse zog und zu unserer örtlichen WW-Gruppe ging.
Dort nahm ich ruckzuck 8 kg zu.
Obwohl ich mich sogar an die Regeln hielt ... dass man so viel Schwarzbrot essen durfte, wie man wollte (für die gleiche Points-Zahl) führte bei mir zu einer Art Schwarzbrot-Mast ...
Die Gruppe löste sich auf, nachdem unsere Leiterin selbst so sehr an Gewicht zunahm, dass WW sie als Gruppenleiterin entließ.
Ich weiß nicht, ob es bei ihr auch am Schwarzbrot lag ...

Nach dem WW-Ende und einem "OMG über 90 kg!" begann ich meinen ersten Diätblog ... und nahm weitere 20 kg zu.
Hin und wieder machte dabei ich einen verzweifelten Neuanfang - mit jeweils neuem Blog - und wenig Erfolg.

Ich fühle eine gewisse Erleichterung, nun wieder bei dem Gewicht angekommen zu sein, über das ich im November 2008 noch ein paar heiße Tränen vergossen hatte.

Nächster Halt 88,2 kg - so viel wog ich am 27.05.1997 - steht im Mutterpass ... und da war ich in der 46. Schwangerschaftswoche.
(und hatte noch 2 Schwangerschaftswochen vor mir ... ich wäre vermutlich heute noch schwanger, wenn ich nicht irgendwann auf einen Kaiserschnitt bestanden hätte ;-)

Mir steht also ein "Yeah, unter 90!" gepaart mit "toll, eine Figur wie eine Hochschwangere!" bevor :)

* ich kann meinen Schrittzähler partout nicht finden ...

Montag, 10. August 2015

20 Tage Gemüsesaftfasten

gestern war Tag 20 vom Gemüsesaftfasten
Gewicht heute Morgen: 92,9 kg
abgenommen - 5,1 kg
gestern gegangene Schritte: 5.800
auf dem Laufband: -
Ernährung: 1 Milchkaffee, Gemüsesaft und pürierte Tomaten mit Sambal Olek
Schlafenszeit: ca 0,30 Uhr


So, ein Drittel der Fastenzeit liegt damit schon wieder hinter mir.
Und wieder läuft das Fasten so ganz anders, als ich es geplant hatte.
Eigentlich wollte ich konsequent Saft fasten und einen Kaffee täglich trinken.
Morgens.
Und ich wollte täglich auf das Laufband gehen, Workouts machen, am liebsten 2 Hunderunden täglich und noch dazu die Ärmel hoch krempeln und entrümpeln.
Zudem täglich meinen Saft fotografieren und meine Rezepte aufschreiben.
Power-Juicing, der alle begeistert!

Ich finde den Plan nach wie vor toll.
Er hat nur leider (?) so gar nichts mit mir zu tun.
Ich trödel eher gemächlich durch die Gegend, schnupper an Blümchen, grübel über dies und das, sitze viel reglos herum oder liege auf dem großen Trampolin im Garten und genieße die Sonne, sofern sie scheint.
Und nebenbei schleichen ein paar Pfunde von dannen.
5 kg in 20 Tagen ist keine große Ausbeute - schon gar nicht, wenn man bedenkt, dass ich ca. hier ja beim Ende des letzten Saftfastens schon war.

Aber:

ich bin völlig zufrieden!

Klar, mehr Bewegung, weniger Obst und dadurch Fruchtzucker im Saft und die Pfunde würden schneller purzeln - aber der Saft nicht so gut schmecken. Zudem kenne ich mich:
wenn ich mich zu arg zu Bewegung zwinge, wird irgendwas in mir bockig und plötzlich sitze ich mit einer leeren Raviolidose im Arm da und kann überlegen, wie ich Euch die möglichst witzig in meinen Saftfastenbericht setze.

Also habe ich mich mit mir auf mein Trödeltempo geeinigt, wenn ich dafür brav beim Saft bleibe.

Bleibe ich ... hauptsächlich.
Dieses Entsafter Putzen nervt ganz schön und so kommt vormittags öfter noch ein Milchkaffee mit Agavensirup daher und abends haben sich die pürierten Tomaten mit Sambal Olek und heißem Wasser fest etabliert.
Das geht so schön schnell.
Dann komme ich ganz schnell wieder dazu ... ganz reglos herumzusitzen und zu stricken oder zu lesen.
Die Ruhe im Haus zu genießen, so lange der Alien unterwegs ist.
Morgen kommt er wieder nach hause.
Mittwoch verschwindet er wieder.
Aliens eben ...

Sonntag, 9. August 2015

Macht das Fasten extrem dünnhäutig - oder bringt es den Durchblick?

Gestern kann ich einfach mal abhaken.
Gäbe es einen Wettbewerb darin, möglichst reglos herumzusitzen, wäre ich gestern als Sieger ans Ziel gekommen ...
Ich hatte mich mit einem Déjà-vu vom Donnerstag sozusagen "ausgeknipst", obwohl ich mit meinem Freitags-Ausflug noch versucht hatte, mich abzulenken.

...

Konstruktive Vorschläge sind willkommen :)

the day after:

Herzlichen Dank für Eure Ratschläge.
Ich finde sie gut - jeden einzelnen.
Schon weil Ihr mich daran erinnert habt, dass es kein allgemeingültiges "Richtig" gibt.
Was sie getan hat, war auch richtig - in ihrer Welt.
In meiner nicht.
Uns trennen sozusagen Welten :)

Ich kann nur überlegen, was mein "richtig" ist, und eine Entscheidung treffen, die zu mir passt.

Also, noch einmal:
vielen Dank!


Samstag, 8. August 2015

fat-shaming vom Feinsten ...

gestern war Tag 18 vom Gemüsesaftfasten
Gewicht heute Morgen: 93,2 kg
abgenommen - 4,8 kg
gestern gegangene Schritte: 17.140
auf dem Laufband: 90 Minuten
Ernährung: 1 Milchkaffee, 1 großer "Tropico" bei Immer grün, Gemüsesaft
Schlafenszeit: ca 0,30 Uhr


Läuft bei mir :)

Vormittags machte ich eine verregnete Hunderunde und grübelte über den Alien nach.
Ich war weiterhin wütend und atmete schwer.
Bis mir auffiel, dass das mit dem Atmen an dem Hügel lag, den ich entschlossen grollend hochgegangen war.
Irgendwo an dem Hügel steht eine Bank, die ich früher seeeehr regelmäßig besuchte, bevor ich mich mühsam an den Rest des Hügels machte. Diese Tage sind vorüber.

Zu Beginn habe ich auf dem Laufband eine Geschwindigkeit von gerade mal 4 kmh eingestellt - mittlerweile bin ich bei 5,5 kmh angekommen. Wenn ich das Band langsamer einstelle, trete ich vorn über, weil 5,5 mittlerweile "mein" Laufbandtempo ist.
Es geht mir absolut nicht um Rekorde - ich könnte vermutlich noch schneller einstellen und würde das auch schaffen, aber ich suche immer nur "mein Ideal-Tempo" um lange darauf gehen zu können.
Gestern schaute ich mir auf dem Laufband "The Tourist" an mit Angelina Jolie und Johnny Depp.
Nett.
Evtl. auch eine Art, sich das Fernsehen komplett abzugewöhnen, wenn man es immer mit dem Laufband verbindet, denn ich hatte zwischendurch 1.000 Ideen, was ich lieber gemacht hätte.
Eine davon setzte ich anschließend auch um:
ich fuhr nach Kiel, trank dort einen Saft an einer Saftbar und ging anschließend zum Karstadt in die Desssous-Abteilung.
Beim letzten Einkauf befand die (wirklich) nette Verkäuferin, dass ich eine 110C bräuchte.
Das hatten sie aber nicht da.
Wir fanden eine leicht kneifende (aber das dehnt sich noch!) 105C.
Ich sprach gestern direkt eine Verkäuferin an, ob sie mich neu vermessen könnte, denn meine BHs schlabbern nun alle ein wenig.
Tadaaaa (Trommelwirbel)
90B
Ok, das B ist garstig.
Das hätte gern ein C bleiben dürfen ... aber ok, die 90 davor hat meine Auswahl stark erhöht.
Ich erstand einen einzigen Sonderangebots-BH, mit dem ich mich noch ewig im Spiegel beguckte und fuhr dann nach hause ...
Moment! Ich hatte ja gar keine Milch mehr!
Ein Blick auf die Uhr und "wah, nach 20 Uhr!" - unser Dorf-Supermarkt war zu.
Da ich eh in Neumünster von der Autobahn komme, fuhr ich also zum real.
Dort findet man mich sonst nicht freiwillig.
Aber keine Milch für den Morgenkaffee???
An der Kasse stand ich hinter einer zierlichen Person in weißer Jeans an, aus deren Hosentasche so ein Schlüsselanhänger-Vieh auf ihren Hintern baumelte.
Ansonsten stand sie auf Tattoos, ein paar Piercings und ... ihr Smartphone.
Während die Verkäuferin ihre Waren scannte, schaute sie demonstrativ weg und redete in ihr Smartphone.
Zur Begeisterung aller Kunden, bat die Verkäuferin sie, die Bananen zu wiegen (ich glaube, der real ist der letzte Supermarkt, bei dem man das Gemüse noch selbst wiegen muss ...). Die Kundin war sichtlich gefordert, ihre demonstrativ gelangweilte Art, das Telefonieren UND Bananen Wiegen zu kombinieren.
Während sie die Bananen wieder auf das Band legte, brach sie sich beim Wegsehen fast den Hals.
Die Verkäuferin - Typ Mutti arbeitet abends, damit der Sohn Weihnachten die neueste Spielekonsole bekommt - zuckte leicht mit den Augenbrauen und suchte Blickkontakt zu mir.
Ich grinste breit.
Die Stofftierträgerin war eindeutig im gleichen Alter wie Mutti und ich, trotz mitgetragenen Stofftiers und sehr jugendlicher Kleidung. Und ihre "mir ist das hier alles zu blöd"-Show war amüsant.
Die Verkäuferin blieb freundlich und flötete den Betrag.
11,09 Euro!
Tattoo-Lady rupfte weiter telefonierend und wegsehend einen 50er aus ihrem Portemonnaie - und WARF ihn aufs Band.
Ich grinste noch breiter, die Verkäuferin seufzte "Höflichkeit ist eine Zier!" und ich musste nun doch lachen.
Nicht gut ...
Tattoo-Lady ahmte eher aggressiv mein Lachen nach und meinte "hast du fette Kuh heute schon mal in den Spiegel geschaut?!"
Ja, sagte ich freundlich.
Gerade erst! Und ich fand mich Klasse!
Tattoo-Lady packte ihren Kram und der Kunde hinter mir sagte laut vernehmbar: "also, ich finde Sie auch Klasse!"
Ich drehte mich um und stand einem jungen Mann gegenüber, der entweder gerade aus dem Fitnesscenter kam, eines besaß oder gerade Energy-Riegel kaufte um danach ins Fitnesscenter zu gehen ... oder so.
Er grinste breit, ich grinste breit, die Verkäuferin grinste breit ... und Tattoo-Lady floh.

Schon lustig ... da muss ich 17,7 kg abnehmen um erstmals für mein Gewicht blöd angemacht zu werden ...
Glücklicherweise von einem Menschen, dessen Meinung mir nun wirklich völlig schnurz ist.
Zum Shoppen hatte ich mich nämlich "fein gemacht" und beim Bummeln hatte ich ein paar sehr nette Blicke "eingesammelt".
Ich bin sehr froh, dass meine Aufnahmebereitschaft für Nettigkeiten höher ist, als die für Pöbeleien.

Freitag, 7. August 2015

Ouzo und Schokomüsli

gestern war Tag 17 vom Gemüsesaftfasten
Gewicht heute Morgen: 93,6 kg
abgenommen - 4,4 kg
gestern gegangene Schritte: 11.063
auf dem Laufband: 30 Minuten
Ernährung: 1 Milchkaffee, frisch gepresster Gemüsesaft, pürierte Tomaten am Abend :)
Schlafenszeit: ca 22,30 Uhr


Eine kleine Sendepause, da ich mich sozusagen einmal resetten musste.
Mein Alien war aus seinem Urlaub zurückgekehrt und obwohl ich ihn sehr lieb habe und auch sehr stolz auf ihn bin, reichten 2 Tage mit ihm aus, um mich aus dem Tritt zu bringen.

Einerseits lag das an dem sehr leckeren Ouzo, den er aus Griechenland mitgebracht hat, andererseits daran, dass er nun einmal ein Alien ist ...

Ah, und außerdem musste ich mit meinen Hormonen kämpfen.

Statt nun gestern und vorgestern meine Krise ausführlich zu schildern, habe ich lieber gemacht, dass ich den Mist hinter mir lasse und wieder auf Kurs komme.
Mit Erfolg.

Ich habe nun seit 2 Tagen das Gefühl, Saft und Bewegung sinnvoll in meinen Alltag integriert zu haben.
Mein Gewicht sinkt langsam, aber es sinkt.

Von Alkohol in der Fastenzeit kann ich nur abraten.
Nicht nur die Wirkung des Alkohols auf den Körper und der hohe Alkohlgehalt von alkoholischen Getränken ist kontraproduktiv.
Nein, leider wirkt das Zeug ja auch auf den Verstand und nach einem Ouzo fand ich einen zweiten Ouzo völlig in Ordnung und nach 2 Ouzo futterte ich dem Alien das Schokomüsli weg, das ich ihm extra gekauft hatte.

Immerhin hatte das zur Folge, dass der Alien Mutti keinen Ouzo mehr spendierte, da er sauer war, dass er nun am nächsten Morgen kein Frühstück mehr hätte. So hat mich das Schokomüsli vor dem 3. Ouzo gerettet.
Allerdings hatte ich am nächsten Tag dann massiv Hunger und ungute Laune.

Ich gab mir selbst den Rat, mich zu "sammeln" und nun "fluppt" es sozusagen.
Wollen wir mal hoffen, dass es so bleibt!

Sonntag, 2. August 2015

Ein Kasten Wasser und mehr ...

gestern war Tag 12 vom Gemüsesaftfasten
Gewicht heute Morgen: 94 kg
abgenommen - 4 kg
gestern gegangene Schritte: 7.609
auf dem Laufband: 60 Minuten
Ernährung: 1 Milchkaffee, frisch gepresster Gemüsesaft, Mango, Aprikosen, pürierte Tomaten am Abend :)
Schlafenszeit: ca 2 Uhr


Gestern ist etwas Lustiges passiert.
Ich sah in der Statistik, dass ich nun so ca 17 kg abgenommen habe - insgesamt, im Vergleich zum Dezember 2014.
Und in einem schlauen Buch hatte ich gelesen, dass man sich diese Kilos gelegentlich mal visualisieren solle.
Prima, dachte ich, da ich vormittags einen Kasten Wasser gekauft und ins Haus geschleppt hatte.
Pet-Flaschen.
Ok, ich brauche so ca. 16 - 17 Flaschen, dachte ich.
Und sah dann, dass im Kasten nur 12 Flaschen sind.
Ich habe mehr als einen Kasten Wasser an Gewicht verloren.
Ja, kein Wunder, dass ich wieder flotter zu Fuß unterwegs bin.
Von den Zahlen her, war mir das natürlich die ganze Zeit her klar - nur eben nicht bewusst.

Der August beginnt damit, dass ich mir optisch immer besser in Kleidern gefalle und gleichzeitig etwas "abrüste", was Shapewear angeht. Bisher fand ich einen "Body" wichtig, da mich die Speckrollen auf dem Rücken nervten - und natürlich die - Vorsicht, gruseliges Wort: "Fettschürze" samt darüber befindlichem "Rettungsreifen" bzw "Muffin Top".
Ab einer gewissen Speckmenge, wird es schwierige, einen BH zu finden, der Halt gibt, ohne dabei einzuschneiden, denn wenn der BH glatt aufliegt, gibt er kaum Halt.
Darum sind BHs für die höheren Gewichtsregionen auch an den Trägern und überall so breit - damit sie nicht tief in die wogenden Massen abtauchen und man dann drüber- und drunter hervorquillt und sich im Endeffekt ein Sixpack unter der Kleidung abzeichnet - aber eben leider auf dem Rücken ... was nicht halb so angesagt ist, wie am Bauch ...

Mittlerweile aber schlabbern meine BHs eher, als dass sie einschneiden oder Halt geben.
Ich denke, da muss ich mal einkaufen gehen ...

Und gleichzeitig stelle ich fest, dass es nicht mehr unbedingt die ganze "Ritterrüstung" unter dem Stoff sein muss.
Was angenehm ist, da sie doch ganz gut heizt und man dann zwar etwas "glatter" aussieht, aber gleichzeitig schnell schwitzt.

Ich fühle mich so richtig wohl in meiner Haut.
Mit 94 kg bin ich natürlich weiterhin heftig übergewichtig, aber in für mich alltagstauglichen Bandbreiten.
Meine Säfte sind durch den hohen Obstgehalt ganz schöne Zuckerbomben.
Vorhin habe ich mir einen Saft mit 250 Gramm Spinat, einem Stangensellerie und 1/4 gelben Wassermelone gemacht.
Natürlich nehme ich so, sehr viel langsamer ab, als würde ich lediglich Gemüsesäfte zubereiten.
Obst, wie Aprikosen, Mango, Pfirsiche ... Erdbeeren und Himbeeren ... entsafte ich nicht - ich esse sie nebenbei.
Obst schmeckt im Sommer eh schon sehr lecker - wenn man aber nebenbei so ein Saftfasten macht, schmeckt alles noch viel intensiver.
Wann hat man es schon, dass man abnimmt und gleichzeitig so viel Freude an so viel "lecker!" hat?!

Das einzige, was ich leider so gar nicht in den Griff bekomme, sind gescheite Schlafenszeiten.
2 Uhr morgens, 3 Uhr morgens ... und prompt klappt es am nächsten Morgen mit dem Laufband nicht.

Samstag, 1. August 2015

Tag 11 vom Gemüsesaftfasten

gestern war Tag 11 vom Gemüsesaftfasten
Gewicht heute Morgen: 94,3 kg
abgenommen - 3,7 kg
gestern gegangene Schritte: 12.584
auf dem Laufband: 60 Minuten
Ernährung: 1 Milchkaffee, frisch gepresster Gemüsesaft, pürierte Tomaten am Abend :)
Schlafenszeit: ca 2 Uhr


Mein Fernsehverbot wird von meinem Fernseher tüchtig unterstützt.
Nachdem er Montag auf "kein Signal" bestand, lässt er sich mittlerweile noch nicht einmal mehr anschalten.
Was für ein Glück, dass ich beim Laufband noch ein Gerät stehen habe ... aber dort habe ich von vornherein nur Video oder Maxdome-Empfang.
Die letzten beiden Abende bin ich dann elendig mit meinem Strickzeug dort versackt und gebe zu, der Unterschied zum Fernsehen ist nur, dass es keine Werbung gibt.
Das bringt aber schon einiges, da so eine Pizza-Reklame oder so schon Ideen in den gemüsewässrigen Verstand pflanzen kann, die zu Heißhunger führen.
Anders als im Winter, bleiben mir die Heißhunger-Anfälle diesmal treu und ich bin jedesmal froh, dass ich nur Obst und Gemüse im Haus habe.
Nächste Woche kommt mein Alien kurz nach hause, bevor er wieder zum nächsten Urlaub aufbricht und ich grübel schon heftig, ob ich für ihn einkaufe und was.
Und darüber sollte ich vormittags nachdenken, da es so gar nicht gut tut, abends über die Lieblingsessen des Aliens nachzudenken.
Normalerweise predige ich ja, dass das alles "leere Kalorien im Fettmantel" sind, aber im Moment findet mein Körper den Gedanken an solche Sachen eher anregend und verlockend.

Gestern war ich bei einer Familie aus dem Iran zu Gast und wir haben uns gegenseitig gequält.
Ich musste an der Tür meine Schuhe ausziehen.
Riemchensandalen.
Bis ich diese winzigen Verschlüsse geöffnet hatte ... und ich bin doch sooo glücklich, dass ich wieder Riemchensandalen tragen kann, ohne dass meine Füße umgehend zwischen den Riemchen herausquellen wollen ...
Aber ok, bei Arabern (und unten im Kommentar steht ganz richtig, dass Iraner keine Araber sind) daheim zieht man die Schuhe aus und damit basta. (aber die Schuhe müssen trotzdem ausgezogen werden :)

Dafür saß ich dann am Tisch und habe absolut alles abgelehnt.
Nein, danke, ich hatte gerade Kaffee.
Nein, danke, Tee mag ich nicht.

Und all das Gebäck ignorierte ich vollkommen, aber das tue ich immer und mit allerbestem Gewissen, denn ich weiß, dass ich diese Leute mit einem Käsekuchen genau so gut jagen kann, wie sie mich mit Baklava.
Baklava - das ist Zucker, Zucker, Zucker, der dann noch mit Zuckersirup übergossen wird :)
Wenn Du Dich mit Arabern anfreundest, sorg dafür, dass Du mittags oder abends eingeladen wirst ... und nicht gerade fastest.
Allerdings waren meine Gastgeber gestern meinem "Fasten" gegenüber sehr aufgeschlossen und im nächsten Moment stand eine wunderschöne Karaffe Wasser mit frischer Minze vor mir und meine Gastgeber entspannten sichtlich.
Die Gastgeberqualitäten sind immer der Wahnsinn - wenn ich nur mal daran denken könnte, meine Hausschuhe mitzunehmen.
Man bekommt immer Pantoffel angeboten, aber da streikt es dann in mir - der Gedanke, fremde Pantoffel anzuziehen, ist mir so absurd, als würde mir die Gastgeberin ihren Slip oder Zahnbürste anbieten.

Übrigens waren das keine "Flüchtlinge" sondern Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit.
Mich in der Flüchtlingsarbeit einzubringen, war meine beste Idee seit dem Kinderwunsch.
Man lernt nicht nur unglaublich viele nette und interessante Menschen kennen, bekommt das eigene Ego gepinselt, sondern hört auch die Nachrichten deutlich entspannter.

Ich stehe dem Flüchtlingsstrom, aber auch den "besorgten Bürgern" entspannter gegenüber.
In den Medien bekommt man den Eindruck, wir hätten Krieg und es gäbe nur Nazis und heroische Flüchtlingshelfer.
Mein Alltag sieht viel friedlicher aus.
Viel Kaffeetrinken, beratschlagen, Behördengänge.
Und manchmal ist man auch überrascht, was Menschen angeht, deren Facebook-Profil kackbraun mit Parolen der übelsten Art gestaltet ist, die dann mit brauchbaren Kleiderspenden oder gar Wohnraum um die Ecke kommen und einen interessanten Unterschied zwischen "ihren Flüchtlingen vor Ort" und den "feigen Wirtschaftsflüchtlingen" wo auch immer machen.
Rentnerinnen, die wütend gegen Flüchtlinge in ihrem Mietsblock protestieren und dann noch einen Kühlschrank haben, den sie eigentlich so gar nicht brauchen, kaum dass die Familie dort eingezogen ist.
Darum bin ich online auch recht klar in meinen Pegida-Deppen-Formulierungen, während ich offline eher ankündige, mich zu kümmern, mich als Ansprechpartner für die besorgten Bürger anbiete.
Ein friedliches Zusammenleben in einem Mietsblock kann man allein schon dadurch erreichen, dass man den "Neuen" die Geheimnisse der deutschen Mülltrennung nahe bringt und wenn sie dann noch ein Faible haben, regelmäßig das komplette Treppenhaus zu putzen, werden sie gern "adoptiert".
Und dann hört man "Also, wir haben ja Glück! Das sind ja soooo nette Menschen!"

Ok, zurück zur Safterei:
gestern ist es mir gelungen, das Laufband in meinen Tagesplan zu integrieren und heute bin ich dann lustiger Weise grammgenau wieder auf meiner wunderbaren Gewichtskurve angekommen, die ich letztmalig am 21.05. aktualisiert hatte.
Gut, dann führe ich die jetzt auch wieder weiter.


Freitag, 31. Juli 2015

Die mit dem Chaos kämpft ...


gestern war Tag 10 vom Gemüsesaftfasten
Gewicht heute Morgen: 94,6 kg
abgenommen - 3,4 kg
gestern gegangene Schritte: 3.280
auf dem Laufband: -
Ernährung: 1 Milchkaffee, frisch gepresster Gemüsesaft, Obst, Obst, Obst pürierte Tomaten am Abend :)
Schlafenszeit: ca 2 Uhr


Ok, ja, das war jetzt lustig:
Als ich gerade auf der Waage stand, dachte ich "Yeah, 94,6 kg - da habe ich aber toll abgenommen!"
Ihr hättet mein Gesicht mal sehen sollen, als ich bemerkte, dass ich mein Gewicht exakt gehalten habe.
Mein Gewissen ist nämlich ziemlich ... rein.
Die letzten Tage waren turbulent.
Termine und Überraschungsgäste wechselten sich munter ab und im Endeffekt muss ich mir eingestehen, dass ich mehr Obst aß, als dass ich Gemüse entsaftet habe. Dazu verharrte ich angesichts des Wetters in ziemlicher Reglosigkeit und ... ach ja, mein Körper rafft gerade mal wieder zyklusgemäß Wasser an sich.
Wobei ich lediglich versuche, EUCH meinen Gewichtsstillstand zu erklären.
Mir selbst ist er tatsächlich relativ gleichgültig.
Mein Schrank ist voller Kleidung, die bei 98 kg ganz ok aussah - knappe 95 kg bringen den magischen Wow-Effekt mit sich.
Da ich ja ganz bald ganz schlank bin, trage ich nun täglich meine schicksten "Kleidchen", summe vor mich hin, nehme mir Zeit fürs Make up und ... was soll ich sagen:
vermutlich bin ich für mein Umfeld so dick wie vorher, aber ich habe eine positiv sommerliche Ausstrahlung, die evtl. ansprechender ist, als mein Wintermodus.

Für den Mittwoch fragten zwei Couchsurfer an, ob sie bei mir übernachten könnten.
Ich wohne relativ nah am "Ochsenweg", der von Pilgern benutzt wird.
Und so hat mein Kuhdorf zwar wenig zu bieten und die Zahl der potentiellen Couchsurfer ist gering, aber die die kommen, sind dafür meist echt interessant.
Ich las "Brian und Elke" und hielt sie eben für ein nett abgedrehtes Pilger-Pärchen.
Klar könnt ihr hier schlafen, antwortete ich, aber ich habe keinerlei Nahrungsmittel im Haus.
Und dann schaute ich mir die Couchsurfer-Profile an.
Es waren nicht Biran und Elke, sondern Brian und Eike.
Beide 18 und als sie hier ankamen, klatschnass, todmüde und völlig ausgehungert.
Während sie duschten (getrennt, nacheinander, nix Sodom und Gomorra), düste ich ins Dörfli und kaufte beiden einen Döner.
Sie kommen aus Buxtehude und wandern nach Dänemark, wo sie Betreuer in einem Feriencamp sind.
Mein Alien ist mittlerweile in Durres angekommen.
Die Achtzehnjährigen von heute gefallen mir - sie haben herrlich bekloppte Ideen.
Durres liegt übrigens an der Adria-Küste Albaniens - ich habe es gegoogelt.
In der Dönerbude zu sitzen, war eine Herausforderung für sich und als die beiden Wanderer schliefen, hatte ich prompt eine gruselige Heißhungerattacke.
Vom Döner war rein gar nichts mehr übrig und so futterte ich eine halbe Wassermelone, die ich vermutlich völlig ignoriert hätte, wenn noch etwas anderes im Haus gewesen wäre.
Da beide Wanderer bereits von Wetter und Rucksackschleppen zermürbt war, überzeugte ich sie, ihr Gepäck doch schon mal zur nächsten "Couch" zu fahren.
Für mich liegt Westerrönfeld auf dem Weg zum Tierfutterladen in Rendsburg.
Sie packten einen Rucksack in meinen Kofferraum, den anderen schleppten sie dann durch den Regen mit sich.
Ich winkte den beiden hinterher, als das Telefon klingelte und (m)ein Cousin mit seiner Frau anfragte, ob ich Lust auf Besuch hätte.
Ich sagte natürlich zu, aber kaum hatte ich aufgelegt, ergriff mich leise Panik.
In der Familie gelte ich vermutlich eh schon als ziemlich durchgeknallt, aber irgendwas sagte mir, ich sollte den beiden keine Selleriestangen zum Kaffee servieren.
Also fuhr ich wieder ins Dorf und kaufte einen Mandelkranz, Kekse, weiße Dinger ohne Schokolade und Schokotaler mit Liebesperlchen drauf.
Daheim verteilte ich meine Beute auf 2 Tellern, kochte Kaffee und probierte mich durch meine Kleidchen, bis ich auf eines stieß, in dem ich mich ungemein seriös und vernünftig finde.
Übrigens hatten meine beiden Wanderer sich Brot und Krams zum Frühstück mitgebracht - nicht, dass Ihr meint, ich hätte sie hungrig auf die Straße geschubst.
Nachdem auch mein Cousin und seine Frau wieder unterwegs waren, packte ich den restlichen Mandelkranz und alles an Keksen und Krams in eine große Keksdose und lieferte es zusammen mit dem Rucksack bei der nächsten "Couch" ab.
Wer sich jetzt für "Couchsurfing" interessiert, findet hier alle Infos:
https://www.couchsurfing.com/
Eins vorab: Geld bekommt man nicht - nur gelegentlich Gäste und viel Spaß

Tja, und gestern war ich bei gleich 3 Freunden zum Kaffee und habe mein Auto durch eine kleine "Nach-Schweden-Inspektion" geschubst.

Ab heute (eine meiner häufigsten Redewendungen, fürchte ich ... und eine meiner am häufigsten ignorierten Redewendungen zugleich) steht das Laufband erst mal ganz oben auf meiner täglichen ToDo-Liste.
Ok, ja, nach
Kaffee für mich
und
Hühner, Katzen und Hunde füttern.
und
Blogbeitrag schreiben

aber jetzt!

Dienstag, 28. Juli 2015

1. Woche Gemüsesaftfasten

gestern war Tag 7 vom Gemüsesaftfasten
Gewicht heute Morgen: 94,6 kg
abgenommen - 3,4 kg
gestern gegangene Schritte: 5.994
auf dem Laufband: -
Ernährung: 1 Milchkaffee, frisch gepresster Gemüsesaft, pürierte Tomaten am Abend :)
Schlafenszeit: ca 23 Uhr


Jetzt ist tatsächlich die erste Woche Saftfasten schon wieder vorüber und auch eine Woche TV-Fasten, denn als ich gestern den Fernseher abends anmachte, kam da nur "kein Signal".
Sobald der Regen mal eine Pause macht, werde ich in den Garten gehen und schauen, ob mir zwischenzeitlich unbemerkt die Satellitenschüssel geklaut wurde ...

Natürlich wäre heute ein guter Tag für ein Fazit, aber es gibt herzlich gar nichts zu berichten.
Die ersten Tage war ich zu verschusselt um auf den Punkt zu kommen und jetzt passiert nichts, was ich groß berichten könnte.
Das wird nie was mit Buch und Film ...

Die Erklärung ist, dass ich in der ersten Fastenrunde bei 93,5 kg angekommen bin und damit kurz vor meiner magischen Grenze stand.
93 kg
Wenn ich nachrechne, war ich seit bestimmt 8 Jahren nicht mehr leichter - obwohl ich es oft versucht habe.
Dass ich Ende Februar dann ausgerechnet so kurz vor dieser Grenze aufhören musste, hat mich echt genervt, obwohl es natürlich sehr affig ist, sich an solchen Zahlen "aufzuhängen".

Als meine Tochter vor 5 Jahren ein Auslandsjahr einlegte, plante ich, in diesem Jahr gaaanz toll abzunehmen.
Im Endeffekt schaffte ich es gerade mal, sie mit meinem Ausgangsgewicht dann nach einem Jahr wieder beim Flughafen abzuholen ...
Etwas peinlich ...

Und dieses Jahr stand ein Besuch bei meinen Eltern im Kalender.
Danach habe ich recht fanatisch alles versucht, um wieder zu fasten ... der geneigte Leser bekam mit:
es gelang mir nicht, da mir die Ruhe für die ersten Fastentage fehlte.
(oder der innere Schweinehund einfach bessere Tricks drauf hatte, als die Zahnfee der Motivation ... )

Und so albern es ist, warte ich insgeheim auf ein 92,irgendwas
Vermutlich werde ich dann den halben Tag in der Erwartung durch die Gegend marschieren, dass mir wildfremde Männer Rosen schenken und mich alle fragen, ob ich abgenommen habe ...

Montag, 27. Juli 2015

Neues von der Kontaktanzeige

*seufz*

...auch wenn das eine oder anderen Gramm/kilo mehr an dir ist .....ist nicht schlimm ... melde dich einfach mal ...

Wie großzügig.
Mein Profil sehen und mich mit einem begeisterten "ist nicht schlimm" kennenlernen wollen.

Ich geh mir jetzt noch ein paar Mangos kaufen ...

Gemüsesaftfasten und andere Hypes

gestern war Tag 6 vom Gemüsesaftfasten
Gewicht heute Morgen: 95 kg
abgenommen - 3 kg
gestern gegangene Schritte: 8.234
auf dem Laufband: -
Ernährung: 1 Milchkaffee, frisch gepresster Gemüsesaft, Sauerampfer, passierte Tomaten und Sambal Oelek
Schlafenszeit: 23 Uhr


Yep, das Gemüsesaftfasten läuft bei mir :)
Ich habe keinerlei Hunger, "funktioniere" wieder normal und kann mich jetzt auf die Vorteile des Fastens einlassen.
Samstag hatte ich träge bechlossen, dass da noch ausreichend Gemüse im Kühlschrank sei und ich nicht einkaufen gehen müsste.
Mit der Quantität hatte ich Recht, aber die Auswahl traf meinen Geschmack dann eher weniger.
Karotten, Äpfel - ja, lecker ... aber ansonsten waren da noch ein Chinakohl, Paprikaschoten und ein Eisbergsalat.
Zu den Paprikaschoten fiel mir spontan nur ein: Grillen, aufessen!
Aber entsaften?
Also machte ich einen Saft aus den Karotten, Äpfeln und Chinakohl.
2 Gläser lang konnte ich mir ein "geht doch!" einreden, aber ganz ehrlich:
iiiiiih!
Bei der Hunderunde zupfte ich mir hier da und dort Sauerampferblätter ab, um den doofen Kohlgeschmack wieder loszuwerden.
Daheim machte ich mir dann einen schönen Milchkaffee.
Joe Cross dreht sich nun vermutlich in seinem Entsafter um ...
Am späteren Abend öffnete ich die nächste Flasche mit passierten Tomaten (aus dem Bioladen - die Flaschen kann man hinterher ganz hervorragend für selbstgemachte Liköre oder Säfte verwenden), gab einen dicken Löffel Sambal Oelek dazu und goss mit kochendem Wasser auf.
Herrlich!
(vermutlich auch nicht wirklich Gemüsesaft, aber so ganz falsch ist die Richtung nicht)
Meine Schwester hatte mir ja so eine wirklich hässliche 1 Liter Tasse geschenkt, die ich nach dem Auspacken spontan entrümpeln wollte, aber ich muss zugeben, sie mausert sich zum Abendritual.

Das Gemüsesaftfasten ist ja ein kleiner Hype ... und solche Moden sind immer skeptisch zu betrachten.
Ich bekomme hinreichend Hinweise auf den drohenden JoJo, dass Hungern rein gar nichts bringt ect.
Viele denken "60 Tage Gemüsesaft - das ist doch irre!" und wenn ich hier genaschtes Obst "beichte", fühlen sie sich prompt bestätigt.

Also natürlich weiß ich, dass ich nach dem Abfasten erst mal wieder zunehme.
Mein erstes Saftfasten hat mich von über 110 kg auf ca 93 kg gebracht und 4 Monate später waren 5 kg zurück.
Und das trotz mehr oder weniger heftiger Gegenwehr ;-)
Darum begann dieses Fasten vor 6 Tagen bei 98 kg.

Für mich hat das Saftfasten einen ganz entscheidenden Vorteil:
es heißt immer, es sei so schwer, von der "Fettsucht - Esssucht" wegzukommen, weil man ja nicht ganz aufhören kann zu essen.
Ein Alkoholiker kann "einfach" für immer keinen Alkohol trinken - wir armen Esssüchtigen können ja nicht für immer das Essen meiden.
Liest man öfter mal.
Vor dem Fasten hätte ich auch abgestritten, dass ich in irgendeiner Form süchtig sei.
Eher etwas maßlos, genusssüchtig, Stress kompensierend ... bla :)
Beim Fasten erkennt man plötzlich zig "Fressi-Reflexe", die einem vorher nie bewusst wurden.
ZB hatte ich einen "von draußen reinkommen, zum Kühlschrank gehen"-Reflex.
Oder einen "Pause machen = was essen"-Reflex.
"der Fernseher läuft, was esssen"-Reflex.
Und und und ... schon lustig, wenn man sich selbst dabei erwischt, dass man plötzlich zum Kühlschrank marschiert ... nur mal gucken ...
Ich begann neue Rituale zu üben.
"Tee" bekam einen festen Platz.
Wobei ich aber keine Teebeutel benutze, sondern zB etwas Apfelsaft, Zimt und heißes Wasser zusammen in eine große Tasse gebe.
Schmeckt besser als jeder gekaufte Apfeltee ... nur so als Tipp.
Abends vor dem Fernseher mag ich es gern salzig.
Ich bürgerte sauteure Miso-Süppchen ein und gebe sehr viel mehr Wasser dran, als auf der Packung steht.
Der Trick ist:
es muss so heiß sein, dass man es zuerst nur in winzigen Schlückchen genießen kann, damit man eine ganze Weile beschäftigt ist.
Jetzt beim Fasten lasse ich die Finger von der Brühe, da sie salzig ist und Salz mich aus dem "Fasten-Modus" schleudert.
Ich möchte nicht vorzeitig Lust auf ein Steak bekommen!
Die passierten Tomaten könnten sich einbürgern, denn abends bin ich soooo träge, dass der Gedanke, Tomaten zu entsaften und dann den Entsafter zu putzen doch irgendwie einschüchternd ist.
Mal schauen, ob ich mir in den nächsten Tagen selbst Sambal Oelek herstelle und dann das Salz ganz einspare - aber auch bei dem gekauften ist der Salzanteil herzlich gering und das "scharf" überwiegt.
Scharf soll übrigens sättigend wirken - aber wie gesagt, Hunger ist beim Fasten nicht das Thema.
Wer Hunger hat, fastet (noch) nicht.

Noch einen Vorteil hat das Saftfasten:
ich bin eine dicke Frau
Und Dicke, das weiß jeder (leider auch mein Unterbewusstsein), haben keine Disziplin.
Irgendwie sind wir Versager und uns selbst fällt gelegentlich schwer, an uns zu glauben, wenn wir uns zB unvorteilhaft getroffen auf einem Foto sehen.
Ach ja, der fettig fröhliche Klops da bin ich?
Boshafter Weise verkrümeln sich in solchen Momenten sämtliche Anhaltspunkte, dass man übrigens ganz viele andere Themen ganz wunderbar meistert, umgehend von der Bildfläche.
Was bleibt, ist einzig der fettige Klops da ...
Wer hin und wieder eine Fastenphase einlegt, wird sicherlich nicht umgehend oder für immer schlank, hat aber weniger Probleme an die eigene Disziplin zu glauben.
"Ich kann das!"
Ich kann 60 Tage lang fasten - komm mir nicht mit Disziplin!
Bzw. ich kann das durchaus, aber ich tue es jetzt nicht, weil ich es mir gerade beruflich, familiär oder sonstwie nicht leisten kann und nicht etwa, weil ich keine Disziplin habe.

Ich weiß also jetzt, dass ich selbst an sämtlichen Diäten, bei denen ich Maß halten soll, zu scheitern neige - dass ich aber ganz gut fasten kann.
Mir schwebt vor, nun immer mal eine Zeit lang ein Gemüsesaftfasten einzulegen und danach aber den Entsafter auch 3 Monate lang komplett auf den Dachboden zu bringen und die Erfolge und Erkenntnisse des letzten Fastens zu genießen.

Das letzte Fasten brachte mich von einer kneifenden Kleidergröße 50 zu einer - hey, manchmal passt die Kleidergröße 46!
Ich konnte wieder lange Spaziergänge machen, statt dauernd stehen bleiben und atmen zu müssen.
Meine Kopfschmerzen, Sodbrennen, anschwellenden Füße und nächtliche Schlaflosigkeit verabschiedeten sich.
Mein Schnarchen wurde erträglicher.

Leider kamen die Kopfschmerzen im Juli dann zurück und da ich noch die Nachwehen einer Grippe hatte, quälte ich nachts meine mitreisende Freundin in Schweden mit laut geschnarchten Arien.
Sie rächte sich in den letzten Tagen mit dem einen oder anderen Hustenkrampf.

Anfang Juli kamen die "mit hämmernden, gruseligen Kopfschmerzen erwachen"-Morgende wieder zurück.
Ich fluchte ganz schön und hätte das Fasten am liebsten vorgezogen, aber im Endeffekt beschränkte sich das Phänomen auf ein paar Tage vor dem Schwedenurlaub.

Ich bin sehr gespannt, was mir diese Fastenrunde einbringen wird.
Da ich sehr viel Obst in den Entsafter stopfe, sind meine Säfte die reinsten Fruchtzuckerbomben und die Pfunde schmelzen langsamer. Ändern werde ich daran nichts - in den Entsafter kommt, worauf ich Lust habe.
Und ich werde nebenbei auch weiterhin Obst naschen, denn wer fastet, erlebt Nahrung als ungleich viel geschmackvoller.
Ist eine Mango so schon köstlich, verdreifacht sich das "Lecker-Erlebnis" beim Fasten noch und man kommt mit so einer Mango einem Orgasmus schon verdammt nahe.
Kein zu vernachlässigender Vorteil im Leben einer Ü40-Singelin!