Worum es hier geht

Freitag, 28. November 2014

Tag 5 - 107,8 kg - mein Leben mit dem Alien ...

Heute Morgen habe ich die Waage böse angestarrt.
Sie starrte völlig unbeeindruckt zurück.
Aber wirklich völlig unbeeindruckt!

Mir dämmerte, dass ich das nicht gewinnen konnte und so stieg ich eben wieder runter.
Pft ...

Ich muss aber auch zugeben, dass ich gestern weniger zu Sport, denn zu Sushi kam.
Und Sushi ist tückisch.
Japanisch, Fisch, macht nicht dick, sagt das innere Schweinehündchen, und man futtert, als würde viel Sushi ganz besonders schlank machen.
Macht es übrigens nicht.

Als ich gestern die Wäsche machte, fiel der Groschen mit dem Alien.
Ich faltete nämlich hauptsächlich meine Wäsche.
Es waren sogar mehr Teile meiner gar nicht mehr hier wohnenden Tochter in der Wäsche, als von meinem Pubertier.
Und nein, ich faltete keine rosa Wäsche, sondern Grau, Schwarz - sowas.

Ich betrat das Zimmer des Alien erneut und öffnete den Kleiderschrank.
Ziemlich leer.
Unser Wäschekorb: ziemlich leer.
???

Ok, ächzend ließ ich mich zu Boden sinken und riskierte einen Blick unter das Bett.
Aha.
Kurz überlegte ich, zur Besenkammer zu krabbeln, aber ich war tapfer, stand auf, ging zur Besenkammer, holte einen Besen und ließ mich vor des Aliens Bett wieder zu Boden sinken.
(allein deshalb hätte die Waage heute schon was ganz anderes anzeigen sollen!)
Mit dem Besen angelte ich wahre Wäschegebirge ins Freie.
Und noch 2 Wasserflaschen.
Als ich die Wäsche näher betrachtete, kam ich ins Grübeln:
hatte er wohl einen Stapel T-Shirts nach dem Tragen ordentlich wieder zusammengefaltet und dann unter das Bett geschubst?
Oder hat er einen Stapel T-Shirts, die Mutti liebevoll gewaschen, getrocknet, geglättet und gefaltet AUF sein Bett gelegt hatte, einfach UNTER das Bett geschubst, als er müde vom Computerspielen war und ihm nach Schlaf gelüstete?

Tja, so ein Alien - woher soll er wissen, dass saubere, frisch gefaltete Wäsche IN einen Kleiderschrank gelegt werden soll?
Ich entfernte ein paar Wollmäuse von den Shirts, verwarf umgehend den Gedanken, sie erneut zu waschen und legte sie IN seinen Kleiderschrank.
Den Rest des Plunders warf ich auf sein Bett.
Ich habe beschlossen, den Blick unter sein Bett in mein tägliches Trainingsprogramm aufzunehmen.

Als ich dies soeben in die Praxis umsetzte, kniete ich prompt im Wasser.
Im Wasser?
Ich verfolgte die Spur des Wassers und kam schnell darauf:
einmal mit dem Aufräumen beschäftigt,
(er hat einfach alles vom Bett in den Kleiderschrank gestopft)
(Ich habe alles wieder aufs Bett geschmissen)
hat er auch gleich seinen Kaktus gegossen.
Die völlig trockene Kaktuserde hat natürlich keinerlei Wasser aufgenommen und so bildete sich ein kleiner See vor dem Bett meines Alien-Sohnes.
Nur ein Alien kann es völlig normal finden, morgens vom Bett aus in einen kleinen See zu stapfen und seinen Weg völlig unbeeindruckt ins Bad fortsetzen (ich folgte den getrockneten Fußspuren und erwartete fast, auf einen Yeti zu stoßen ...)
Aber nein, nur ein leeres Bad.
Gut, ich legte den See wieder trocken.

Gestern war ich nachmittags dann wieder im Flüchtlingscafe.
Bis auf die Ehrenamtlichen, keine bekannten Gesichter.
Ich war erst recht spät gekommen und eine von den anderen Ehrenamtlichen drückte mir freudig über mein Erscheinen umgehend das Plastiktöpfchen mit dem Kleingeld in die Hand.
Wir bauen jede Woche einen Flohmarkt auf, bei dem Kleidungsstücke und Taschen zu 10 Cent das Stück gekauft werden können.
Von den 10 Cent kaufen wir neue Kekse, Kaffee und Tee für die nächste Woche.
Bei der Kleidung handelt es sich jeweils um Kleiderspenden für das Flüchtlingscafe.
An der Tür zählen wir dann die gewählten Stücke durch, kassieren die Leute ab und stecken die Kleidung in eine Plastiktüte.
So der Idealfall.
Mittlerweile ist es so, dass die Menschen nur ca 2 Wochen in dem Flüchtlingsheim bleiben müssen, bis sie auf neue Unterkünfte verteilt werden. Für uns schade, weil die Kontakte dadurch sehr oberflächlich bleiben, aber da das Heim eher nicht schön sein soll, für die Leute natürlich erfreulich, dort nicht zu lange bleiben zu müssen.
Es ist nur sehr lustig, eine herrlich chaotisch absurde Situation, dass wir da jedes Mal zwischen 50 und 100 Menschen erst Kaffee, Tee und Kekse servieren - kostet nichts.
Und sie dann in einen Raum mit Kram kommen, wo sich dann alle Sachen aussuchen - und an der Tür steht dann eine drollige Dicke, rappelt mit einem Becher und sagt "10 Cent pro Stück!"
Ich wiederhole das auf Englisch und grinse sehr breit.
Probehalber zähle ich die Kleidungsstücke des Ersten durch und sage ihm freundlich, dass ich 50 Cent bekomme.
Meist ist jemand dabei, der Englisch kann und dann spricht sich sagenhaft schnell herum, was Sache ist.
Lustig ist, dass dann viele zu der Kleidung zurück gehen und sich noch mehr aussuchen.
Dass wir diese 10 Cent nehmen, ist tatsächlich eine gute Sache, da ein Bezahlen aus den Leuten Kunden macht und keine Almosenempfänger.
Erst fand ich es völlig bescheuert, die Leute "abzuzocken" - noch dazu, weil es eben wirklich gar nicht so einfach ist, die Sache mit den 10 Cent zu "erklären". Aber mittlerweile bin ich auch völlig überzeugt, denn es bringt uns auf "Augenhöhe".
Wenn ich 90,- Cent haben möchte, bekomme ich oft 1,- Euro - und ein "Ok!" - also, 10 Cent Trinkgeld, für die ich mich auch umgehend bedanke.
Es wird viel gelacht.

Gestern aber kam es komplett anders als sonst, denn einer der Anwesenden, der überhaupt keine Kleidung ausgesucht hatte, warf mir im Rausgehen ganz selbstverständlich 1,- Euro in meinen Becher.
Äh?! Hallo?!
Und bevor ich irgendwas unternehmen konnte, warfen mir zig Leute einfach so Geld in meinen Becher.
Oh, oh, das lief aus dem Ruder ...
Eine "Kollegin" lachte herzlich und meinte, ich solle nun zumindest ein paar Weihnachtslieder singen für mein Geld.
Ich versuchte unsere 10 Cent Geschichte zu erklären, aber die Anwesenden hatten nun begriffen, dass ich Geld sammle und noch 3 Leute warfen mir ein paar Münzen in den Becher, bis ich den dusseligen Becher energisch verschwinden ließ und demonstrativ damit begann, die ausgesuchten Kleidungsstücke von jemandem zu zählen.
Mittendrin stand ein kichernder junger Mann, der dann irgendwas sagte und plötzlich funktionierte das mit den 10 Cent ganz hervorragend.
So ein Schuft!
Er kam aus Hamburg, sprach besser Deutsch als Arabisch und war gekommen um Verwandte zu besuchen, denen die Flucht gelungen war.
Mitnehmen darf er sie leider nicht, denn sie dürfen in der ersten Zeit den zugeteilten Ort nicht verlassen.

Mein Alien fragte abends, warum wir nicht einfach Schilder machen.
Ha ...
Wir haben Flugblätter in ca 20 Sprachen dort liegen, aber es hat sich herausgestellt, dass die "irgendeiner kann bestimmt Englisch!"-Methode schneller ist und eigentlich auch immer hinhaut.

Später kam dann noch ein ganz entzückendes, junges Paar mit einem Kleinkind und einem Säugling.
Das Baby war winzig.
Deutlich kleiner als mein Alien bei seiner Geburt.
Seine Mama wickelte ihn vor unseren Augen noch einmal frisch und fest in Decken ein.
(das nennt man übrigens "Pucken")
Eine Methode, nach der unsere Eltern und Großeltern als Babies auch gewickelt wurden und der stolze Papa erwartete wohl schon, dass wir irgendwas dazu sagen würden, denn er fühlte sich genötigt, uns zu erklären, dass diese erzwungene Unbeweglichkeit Babies "stronger" macht.
Irgendwie waren wir aber wohl alle aus der "ich weiß es besser"-Phase heraus, in die man durch die Geburt eines Kindes gerne gerät und so sprang keine von uns auf das Thema an.
Stattdessen kramten und wühlten wir uns durch Kisten und Kartons hin zu winzigen Babyklamotten.
Die bekommen wir immer wieder gespendet, aber sie "gehen" gar nicht so gut, denn so kleine Babies sind doch selten im Flüchtlingsheim.
Wiedersehen werden wir das junge Paar nicht, denn sie kommen nächste Woche schon in eine neue Unterkunft.
Er ist Informatiker - ich denke mal, diese kleine Familie wird - wie so viele andere, kaum Probleme haben, ganz schnell zum braven Steuerzahler zu werden, wenn man sie nur lässt ...

Danach "unterhielt" ich mich mit einem recht alten Mann, der 3 Kinder dabei hatte.
Seine Enkel.
Sein Sohn ist tot und die Mutter der drei Kinder in England.
Oje, hoffentlich ist der Opa der 3 Kinder fitter, als er aussieht, denn bis die Mutter aus England den Behördenweg zu ihren Kindern schafft, dürfte reichlich Zeit verstreichen.

Abends in den Nachrichten dann die Berichte über demonstrierende Deutsche, deren Boote voll sind.
Angst vor Überfremdung, Angst vor wachsender Islamisierung.
Hm
Wer meint, weder Rassist, noch Unmensch zu sein und dennoch Unbehagen beim Gedanken an all die Flüchtlinge verspürt, die da in unser Land "strömen", der sollte vielleicht einfach mal selbst in Sachen "Flüchtlingshilfe" aktiv werden.
Die "" weil unser wchentliches Cafe ganz nett, aber sicher keine große Hilfe für irgendwen ist.

Gestern haben einige Medien berichtet: Ausländer bringen Deutschland Milliarden
Wenn wir uns mit den Leuten unterhalten, dann hört man heraus, wie sehr die in den Startlöchern sind, hier gleich wieder loszulegen.
"Syrien ist kaputt!", erfahren wir immer wieder und dass (und was) man sich jetzt hier aufbauen möchte.
Und was man in Syrien schon aufgebaut hatte.

Ach ja, Fräulein Rottenmeier ... die gestrenge Dame, befindet sich ja in einem herrlichen Machtkampf mit der eigentlichen Leiterin unseres Flüchtlingscafes.
Die beiden fechten einen Krieg über die Pappkartons aus, in denen wir a) die Kleidung für den Flohmarkt aufbewahren und derzeit b) all die Geschenke für unsere Weihnachtstombola.
Die zugewiesenen Schränke sind voll und wir hatten noch ca 20 Kartons sauber an die Wand eines Kellerraums gestapelt.
Die mussten nun gestern weg.
"Ach, wie sollen wir das denn jetzt nur schaffen? - aus dem Keller? - die schweren Kisten?"
Ich nahm mir eine der Kisten, trug sie nach oben, bis ich in Sichtweite der Leute kam und stellte mich dabei hinreichend ungeschickt an - im nächsten Moment ging ich mit 8 netten Männern zurück in den Keller.
Ha! Im Gegensatz zu den deutschen Männern, haben "unsere Araber" übrigens nie "Rücken" ... oder so etwas.
Tja, und damit Fräulein Rottenmeier glücklich ist, haben sämtliche Ehrenamtlichen jetzt wieder Kisten sonstwo stehen, damit die Wand des unbenutzten Kellerraums nicht 2 Wochen lang, bis zur Tombola, voller Kisten steht.
Wie gesagt, ich liebe Fräulein Rottenmeier für ihre Bereitschaft, die Rolle der "Bösen" zu übernehmen, denn ganz ehrlich:
die Fräulein Rottenmeiers dieser Welt, sind doch die Würze, die solche Grüppchen sehr genießen ...

So, das Laufband ...

Donnerstag, 27. November 2014

ein Alien!

Endlich ist der Groschen gefallen:
er ist ein Alien!

Wow!
Ich halte Euch auf dem Laufenden ...
;-)

Tag 4 ... und das Pubertier ...

Wie gemein!
Zu Tag 3 hätte ich einen so schönen Beitrag schreiben können, wie ich abends noch auf das Laufband ging und aller Trägheit zum Trotz noch meine 100 Minuten durch die Gegend ... äh nein, über das Laufband stapfte und am nächsten Morgen mit einem Gewicht von 106,8 kg belohnt wurde.
Aber gestern kam ich nicht dazu.
Heute eigentlich auch nicht, aber ich begreife so langsam, dass mich das Bloggen auf der Spur hält.
Also:
Tag 4 und das Pubertier!
Mein Pubertier hatte gestern so einen Tag, an dem er die mütterliche Aufforderung, sich an der Hausarbeit zu beteiligen - ich glaube, ich bat ihn, seinen Teller IN die Spüle zu stellen UND vorher noch die Krümel in die Biotonne zu wischen - mit dem dringenden Wunsch, auszuziehen, beantwortete.
Ja, er ist ganz bestimmt der allererste Siebzehnjährige auf der Welt, der keine Lust hat im Team Mutti dem Wettkampf um das gemütlichste Zuhause beizuwohnen.
Der erste Pubertist, der völlig undankbar auf einen schmackhaften Chinakohlsalat reagiert und sich weigert noch ein Stück von dem Kuchen zu essen, der ihm schmeckte, so lange er ihn für einen Nusskuchen hielt. Leider hat er dann im Internet gelesen, dass es ein Kürbiskuchen mit Nüssen ist.
Gelegentlich hat mein Job Nachteile.
Unter anderem den, dass er zu wenig Geld einbringt um all die Wunschträume eines Pubertiers und seiner Schwester "Lady Glitzerprinzessin" zu erfüllen.
Ihm eine eigene Wohnung in der Nähe seines Gymnasiums zu finanzieren, denn immerhin hat seine Schwester auch eine eigene Wohnung in der Nähe der Uni - und muss keinen doofen Chinakohlsalat essen ...

Also ... das Übliche halt.
Aber leider ausgetragen in dem Moment, als ich mich gerade auf das Laufband schwingen wollte.
Statt dessen saß ich dann ein wenig am Tisch, versank ein wenig im Selbstmitleid - immerhin ist Chinakohlsalat total gesund und ich hatte eine halbe Mango mit hineingeschnitten (die das Pubertier auch aus seiner Portion herauspickte).
Nein, an Sport war nicht zu denken, wenn man doch so sehr litt.
Aber an Essen.
An Essen kann man immer denken, ganz besonders in solch tragischen Momenten ...

mömpf mömpf mömpf

Gut, ich werde es so schnell nicht ändern können, dass mich solche "Diskussionen"
(man beachte bitte die Anführungszeichen UND die Kursivstellung)
zermürben und mir jedesmal die Illusion unseres Familienidylls rauben.
Aber ... ich werde mal versuchen, meine Erwartungshaltung an mein Pubertier zu ändern.
Ich bin übrigens in seinem Alter ausgezogen.
Also ok, ich habe die 18 noch abwarten müssen, aber ich kann seinen Fluchttrieb durchaus nachempfinden.
Der liegt bei uns vermutlich in der Familie.
Ich werde aus dem jungen Mann keinen Vorzeigesohn machen, wie man ihn aus amerikanischen Spielfilmen kennt, aber diese kleinen Streber werden für ihr Geschleime auch teuer bezahlt und sobald die Kameras aus sind, sind sie bestimmt auch garstig zu ihren Filmmüttern und schreiben später auch noch böse Bücher darüber, wie ihre echten Mütter ihnen ihre Kindheit und ihr Geld raubten ...
Ich werde mir in den nächsten Tagen eine Liste machen, was mir für mich wichtig ist und was ich für meinen Sohn möchte.
Seine Möglichkeiten fördern - aus ihm mache ich keinen perfekten Hausmann mehr und wenn meine Schwiegertochter mir später mal Vorwürfe macht, dass der Kerl sich von vorne bis hinten bedienen lässt, werde ich lügen und behaupten, dass das hier aber ganz anders war.

Gerade habe ich 8 angebrochene Wasserflaschen aus seinem Zimmer geholt.

Ich kann mich schon hören:
"Also, ich habe meine Kinder immer zu Ordnung und Disziplin erzogen!"
Das wäre ja noch nicht mal gelogen ... ich habe mich damit nur nicht durchsetzen können.
Ganz ehrlich, ich freue mich auch darauf, wenn er in absehbarer Zeit für sein Studium auszieht.
Wenn ich von seinem Geschlunze und seiner Trägheit in Sachen Haushalt völlig abgekoppelt bin.
Wenn er dann hier ist, ist er Gast und Gäste ... hey, DAS ist es:
ich muss ihn wie einen Gast behandeln!

Ähm, wo ich eigentlich hin wollte:
... aufs Laufband ...

Dienstag, 25. November 2014

Tag 2 ... - 100 Gramm ... 107,6 kg

Heute Morgen, nach dem Abklingen der Kopfschmerzen, bin ich doch recht erwartungsvoll auf die Waage gehopst, da ich gestern tatsächlich voll motiviert und vorbildlich gehandelt hatte.
Ich war 139 Minuten auf dem Laufband ... und kam dann zu gar nichts mehr.
Im Endeffekt war ich um 22 Uhr dann noch mit Staubsaugen und dem Abwasch beschäftigt und fiel erst um 1.30 Uhr nachts ins Bett.
Und die Hunde hatten keinerlei Spaziergang bekommen.
Es war schon richtig, der Bewegung eine gewisse Priorität zu geben, da sie sonst tatsächlich immer zu kurz kommt, aber sagen wir mal, der Bewegung mit den Hunden sollte ich dann innerhalb der Bewegungsprioritäten unbedingt auch eine Priorität einräumen, da sie doch an Tageslicht gebunden ist.
Dazu kam dann noch ein unrühmlicher Ausflug an die Tankstelle, da ich feststellen musste, dass keine Milch mehr im Haus ist und ich kann doch keinen Kaffee ohne Milch trinken.
Jetzt habe ich nicht meine geliebte fettarme BioMilch, sondern gut & günstig Vollmilch, die für ihren Namen aber erstaunlich teuer war.

Aber:
ich war 139 Minuten auf dem Laufband.
Mein kleiner Schrittzähler jubelt ganz erstaunt über 17.255 Schritte von gestern.
(er jubelt schon bei 10.000, was abends oft zu schnellen Spaziergängen im Flur führt, wenn er noch nicht jubelt ...)
Was mir auf dem Laufband aufgefallen ist:
lief ich zu Beginn bei 4, 4,5 kmh, so war mir gestern 5 kmh zu langsam und ich stellte auf 5,1 kmh hoch.
Das ist immer noch nicht wirklich schnell, weiß ich jetzt.
Wenn ich bei myfitnesspal auf schnelles Gehen kommen möchte, muss ich bei 5,7 kmh ankommen.
Aber das versuche ich jetzt nicht auf HauRuck - ich stelle das Laufband immer auf die Geschwindigkeit, die mir gerade gut liegt.

Ah, ausgerechnet 139 Minuten, da ich Die Knockouts, Folge 13 Staffel 4
von The Voice of Germany gesehen habe.
The Voice ist die einzige Casting Show, die ich mag.
Klar, ist auf viel Fake dabei - ist halt auch eine Show, aber eben auch wundervolle Stimmen und manchmal kommt das Moppelchen im langweiligen Sweatshirt weiter, weil sie eben die bessere Stimme hat, als die Schönheit im Minirock.
Und was mir ein wohliges Gefühl gibt, sind eben Erscheinungen, wie Rita Movesian



Die Stimme Deutschlands kann also ruhig ein paar Falten haben und orientalisch, modern klingen.
Übrigens, etwa so, nur jünger (sorry, Rita), sehen die meisten Leute aus, die wir wöchentlich im Flüchtlingscafe begrüßen dürfen.
Modern, voller Energie und nett.

Übrigens der zweite "Desert Rose"-Auftritt bei der Voice, glaube ich.
Mein All-Time-Lieblingsauftritt bleibt diese Version der Desert Rose:


Vinh Khuat vs Momo Djender
Man findet beide bei Facebook und bekommt immer wieder neue Lieder von ihnen zu hören.

Hach, heute hatte der schwärmende Teenie in mir die Tastatur fest im Griff :)

Montag, 24. November 2014

Tag 1 ... mal wieder ... 107,7 kg

Ich erwache mit trommelndem Kopfschmerz und trockenem Rachen.
Der Kopfschmerz scheint wie Hagel auf meinen Kopf einzuhämmern.
Das ist relativ neu, hat mich aber beim Aufwachen nun schon mehrfach unangenehm überrascht.
Immerhin weiß ich, dass das bald abklingt.
Ich grüble, ob ich mich im Schlaf seltsam verdrehe und dann laut schnarchend und verdreht diesen Kopfschmerz züchte.
Gelegentlich überlege ich, eine Webcam neben meinem Bett laufen zu lassen um zu schauen, was da im Schlaf dem Kopfschmerz voraus geschieht.
Aber kaum läuft das heiße Wasser durch den Kaffeefilter, wird mir auch ganz schnell wieder bewusst, dass ich lieber doch keinen Videobeweis von meinem lautstarken Schlaf haben möchte.
Böse zuckt der krude Gedanke durch mein Hirn, dass ich zu den Dicken gehöre, die mit Atemmaske und Sauerstoffgerät schlafen sollten.
Geht Euch das auch so?
Ich gehe eigentlich nie zum Arzt, egal was ich habe, weil ich davon ausgehe, dass es mit meinem Übergewicht zusammenhängt.

Gut, der Kaffee ist getrunken, der Kopfschmerz Vergangenheit und wie ich das schon so ausdrucksstark überschrieben habe:
Tag 1

Ja, klar, selbst ich muss grinsen.
Und ich habe auch nur folgenden Plan:
viel Bewegung,
viel Schlaf,
wenig Kalorien.

Ich habe vor längerer Zeit MyFitnessPal für mich entdeckt und zähle dort - öfter mal - Kalorien.

Zu einer Diät im Sinne von Low Carb, Low Fat, Low Brain, kann ich mich nicht aufraffen.
Mir fehlt derzeit der Wunderglaube und ich weiß, wie sehr mich der Wunsch nach einer Ausnahme vom Low Irgendwas dann wieder aus der Kurve trägt und meine Diät-Absichten im Nirvana versickern lässt.
Daher versuche ich es einfach mit
"mehr Kalorien verbrennen, als ich zu mir nehme"

Ganz klar ist, dass ab Januar wieder ein "ich kauf nix"-Jahr folgt, da mir das einfach einen Riesenspaß gemacht hat.

Und los ...

Donnerstag, 20. November 2014

back on the blog ... Highway to hell

Sagt mal, ist das jetzt sehr verrückt, wenn ich einfach wieder hier bin?
Das mit dem leeren Nest zündet einfach nicht und die Wortspielerei mit dem "ordentlich abnehmen" gefällt mir so viel besser.
Hat mehr Schwung.

Gestern rauschte das Autoradio gruselig vor sich her, aber im Hintergrund lief ein Lied, das ich mag.
Also ließ ich das Radio rauschen.
Meine Generation saß noch mit dem Mikro des Kassettenrekorders vor dem Radio und lauerte auf Lieblingslieder.
Und dann hatten wir wundervolle Kassetten, in denen die Lieder unvermittelt beginnen, wo man neben dem Refrain die eigene Oma zum Essen rufen hört, oder ein Lied endet hastig mit dem durchdringenden Pieps der Verkehrsnachrichten oder der Abmoderation eines Radiosprechers.
Darum ... ich höre ein schönes Lied und blende das Rauschen aus.
Fertig.
Aber neben mir rastet ein verwöhnter Bursche fast aus.
Er drückt das Radio aus, ich drücke das Radio wieder an.
Kleine Machtprobe und es ist sehr wichtig, dass ich mich durchsetze.
Wir kommen in den Elbtunnel ... wir rauschen nun ohne schönes Lied im Hintergrund durch den Tunnel ... auf der anderen Seite des Tunnels höre ich wieder mein Lied und meinen Sohn, der mir erzählt, wie er sich darauf freut, wenn er sein eigenes Auto hat.
Hm, 12 Klasse Gymnasium, denke ich ... G9, übrigens.
Und da möchte jemand Jura studieren.
Kann noch eine ganze Weile dauern mit dem eigenen Auto.
"Und dann musst du dir anhören, was immer ich hören will!" sinniert er.
"Warum und wohin sollte ich denn mit dir in deinem Auto fahren?", frage ich freundlich.
Eine Weile schweigt er.
Dann kommt: "wenn ich dich ins Altersheim bringe, läuft "Highway to hell!""
Na, wenn das nicht rosige Aussichten sind.
Ich glaube, ich werde dann mal ein Taxi nehmen!