Worum es hier geht

Dienstag, 15. April 2014

Ende der Funktstille :)

Ich werde ja nie verstehen, was man davon hat, sein Privatleben im Internet breitzutreten!

Echt nicht.
Aber es funktioniert :)

Kaum hatte ich mich darauf festgelegt, dass ich am 05.05. in meinen Alltag zurückkehren werde, erlebte ich einen regelrechten Energieschub, der mich von Zimmer zu Zimmer trieb, wo ich überall kurzentschlossen zum ersten "Quadranten" griff und ihn entrümpelte.

In meinem Schlafzimmer flog ein kleines Köfferchen raus.
Niedliches Ding mit Paris-Motiv.
Wirklich nett, aber was soll ich damit?
Es liegt nun in meiner Kiste für unsere dörfliche Möbel- und Kram-Station.

In der Küche räumte ich alles herunter, was sich nach und nach auf den hohen Schränken angesammelt hatte und es durften lediglich die dekorativen Dosen wieder dort hin.
Rest -> Müll
Darunter eine Dose klumpiges Diätdrinkpulver.

Im Wohnzimmer schnappte ich mir einen uralten Handarbeitskorb, in dem sich eine ca 5 m lange Fingerstrickkordel befand, die meine Kinder vor Jahren mal gemacht hatten. Sie hatten sehr viel Freude und sehr wenig Geschick dabei.
Man kann nicht alles aufheben und da mir in den letzten 14 Jahren keine Verwendung dazu eingefallen ist ...

Von dem Flur und Büro räumte ich jeweils einen "Stapel" ordentlich ab.
Altpapier, Bücherregal, Ablage.

Dann faltete ich mich durch 2 Wäschekörbe Wäsche, organisierte den Abtransport von Waschmaschine und Trockner, auch wenn ich noch keine Rückmeldung von der Versicherung habe, brachte meiner Tochter ihre Wäsche hoch und entrümpelte dann auch noch eine weitere Ecke auf dem Dachboden.
Und zwar eine Ecke mit 65,4 kg Regalbrettern.
(ich habe nur 4 Bretter gewogen und den Rest dann ausgerechnet)
Aus dem Garten nahm ich gleich noch eine kaputte Sandmuschel mit, die eigentlich den Hühnern das Sandbaden ermöglichen sollte, von ihnen aber komplett ignoriert und von den Katzen zum Klo erkoren wurde.
(der Sand durfte im Garten bleiben und die Muschel verschwand ungewogen)

Dann holte ich noch einen Korb meiner Kleidung aus dem Exil und sortierte ihn durch.
6 Kleidungsstücke sind zu eng
14 Kleidungsstücke kommen weg
9 bleiben
Von 102 Kleidungsstücken kommen bisher also nur 47 wieder in den Schrank.
(ich habe heute leider kein Bild für Euch :)

Davon abgesehen, dass ich durch die Reiserei und den Waschmaschinen-Brand zwischenzeitlich von 50 auf ca 60 Kleidungsstücke aufgestockt hatte, kure ich übrigens brav weiter.


Kleiderschrank-Magie:
je weniger drin ist, desto mehr Auswahl hat man!


Danach brachte ich die Altkleider, Glas, Papier, Sandmuschel und Bretter zum Abfallhof.
Für die Bretter musste ich immer eine lustige Leiter zu einem Container hoch steigen.
Der freundliche Angestellte sagte: "bitte im Container nach hinten werfen!"

Ich warf ihm einen sehr langen Blick zu und er fügte ein "wenn möglich!" hinzu.

Ne, war nicht möglich.
Mit meinem neuen Kampfgewicht war es schon Herausforderung und Training genug, diese Gitter-Treppe hoch zu gehen und die Bretter über die Containerwand in den Container zu schieben.
Ein Werfen "nach hinten" lag weit außerhalb meiner Motivation.

Zwischendurch gab es den seit Wochen üblichen Telefonmarathon.
Die Pflegerin ist sehr sehr nett, was keine wirklich hilfreiche Eigenschaft ist, wenn man einem dementen alten Herren schmackhaft machen möchte, für 2 Wochen sein Zuhause zu verlassen.
Vermutlich wuselt sie unermüdlich um ihn herum und versucht ihn zu überreden.
Dabei steht unser Plan bereits.
Meine "große Schwester" wird zur Abreise hin fahren und ihn ins Auto setzen.
Sie hat so eine kompetente, autoritäre Ausstrahlung, der man sich kaum entziehen kann.
Selbst ich stehe gelegentlich fast stramm, wenn sie etwas sagt.
Das Gemeine an der Demenz ist, dass sie sehr unsicher macht.
Demente mögen keine Änderungen.
Sie wollen in ihrer gewohnten Umgebung Gewohntes tun, sehen, hören und essen.
Ich werde hier umgehend einen langweiligen Alltag einführen, täglich Fisch zubereiten (er liebt Fisch) und ihn meinen Garten umgraben lassen.
Innerhalb von 14 Tagen wird er meinen Garten vermutlich in einen Acker verwandeln, was aber auch nichts macht, da der Garten derzeit auch hauptsächlich dem Anbau von Giersch und Brennnesseln dient.
Ein Hühner-Hunde-Katzen-Paradies.
Außerdem werden wir täglich eine Runde Mensch-ärger-dich-nicht spielen und er kann meine Mutter anrufen.
Ich habe einen Kalender besorgt, in dem ich ihm täglich zeigen kann, wann ich ihn wieder nach hause bringe.
Außerdem werde ich mein Büro und das Räumchen mit den Sicherungen etc. abschließen, damit er nicht die Erdwärmepumpe oder Telefonanlage runterfährt ...
Das ist alles reiner Pragmatismus, keine Bosheit.

Zurück zum Telefonmarathon:
ich erzählte besagter großer Schwester von meinem 05.05. und sprach aus, dass ich danach meine Maßnahmen zur Eltern-Rettung herunterfahre, da sie schlicht keinen weiteren Sinn haben.
Meinem Väterchen können wir die Tour zu mir gerade jetzt noch zumuten.
Mit steigendem Demenz-Pegel wird dies schlicht unmöglich.
Künftig können wir ihm noch eine Weile sein Zuhause erhalten, aber wir wissen alle, dass er irgendwann in eine Pflegeeinrichtung umziehen muss.
Durch den Aufenthalt in der geriatrischen Station wissen wir, dass er für sein Alter ganz erstaunlich gesund ist - und wie sehr er unter dem Aufenthalt in einer solchen Einrichtung leidet.

Es tut bitter weh, aber meine Schwester verschließt nicht etwa die Augen vor den Notwendigkeiten, sondern sucht schon nach dem besten Heim für Menschen mit Demenz, damit wir vorbereitet sind, wenn es dann mal so weit ist, dass er nicht mehr auf Ernährung oder Hygiene achten kann. Ich hoffe inständig, dass er dann auch gleichzeitig seine Umgebung nicht mehr so rege wahr nimmt oder dass bis dahin sein unbedingtes Beharren auf sein Zuhause nachlässt.
Immerhin spielt er jetzt auch Mensch-Ärger-Dich-Nicht - früher war alles außer Schach und Mühle unter seiner Würde und ich habe mich immer geweigert, Schach zu lernen und mehr als 2 Runden Mühle am Stück mit ihm zu spielen.
Gnadenlos hat er mir Stein für Stein genommen und immer darauf bestanden, dass ich bis zum Ende weiter spielen musste.
Ich sollte wohl irgendwas für das Leben lernen.
Das habe ich: Mühle ist Kacke!

Tja, und meiner Mutter kann ich nicht helfen.
Wir haben ihr goldene Brücken gebaut und haben auch wirklich Verständnis dafür, dass sie nicht weiter mit ihm zusammen leben kann. Kann sie nicht. Bei ihr ruft jede Art der geistigen Behinderung Entsetzen, Ekel und sämtliche Fluchtinstinkte frei.
Das bekam ich deutlich zu spüren, als mein Sohn im Kleinkindalter einen Tick nach dem anderen entwickelte.
Ich selbst hielt irgendeine Form des Autismus für durchaus möglich und ließ ihn entsprechend testen um besser auf seine Bedürfnisse eingehen zu können.
Im Endeffekt ist er schlicht "hochbegabt" und mittlerweile ein stinknormaler Pubertist, der zu meiner großen Beruhigung auch die "Sache mit den Emotionen" voll drauf hat, sozial integriert und beliebt ist.
Dafür ist er motorisch komplett unbegabt.
(es macht so ein Superhirn menschlicher und umgänglicher, wenn er irgendwo eine Schwachstelle hat ;-)
Als er klein war, schlug meine Mutter des öfteren vor ihn wegzugeben und lieber noch ein neues Kind zu bekommen.
Bei Festen sollte ich ihn "ruhig stellen" (habe ich nicht)
Mittlerweile gibt sie gerne mit ihm und seinen Zeugnissen an (und hat auch nieeee gesagt, ich solle ihn weggeben ...)
So wissen wir also ganz gut, wo ihr Problem im Umgang mit ihrem dementen Ehemann liegt, aber wir können ihr nicht helfen.
Sie möchte gerne, dass er still auf einem Stuhl sitzt, keinen Unsinn redet und auch nicht so "blöde guckt".
Er möchte sich von morgens bis abends um sie kümmern - in den letzten 30 Jahren war das auch richtig so, da meine Mutter durch eine Krankheit körperlich behindert wurde. (körperliche Behinderungen sind eigentlich auch "igitt", aber irgendwie gelingt es ihr, für sich selbst eine Ausnahme zu machen)
Wenn er ihr also ganz harmlos zum dritten Mal Kaffee anbietet, fängt sie nun an zu schreien/weinen/verzweifeln.
Meinen Vater verwirren diese Reaktionen - kurz - aber nicht lange - und er bietet ihr freundlich einen Kaffee an.
Sie ist sehr dafür, "sowas weg zu sperren"!
Sie möchte ihn in eine geschlossene Einrichtung abgeben und von uns allen dafür bedauert werden, dass es einfach nicht mehr anders ging.
Und so lange wir das noch ganz anders sehen, hält sie uns für ihre Gegner.
Ich kann mir sämtliche Besuche und Gespräche sparen, denn sie ist fest davon überzeugt, dass wir uns hinter ihrem Rücken und vor allem gegen sie verbünden.
Wir haben sie sozusagen an die Tränke geführt, aber sie mag nichts trinken, da sie überzeugt ist, dass wir das Wasser vergiften.
Ok ... ich habe da übrigens auch noch mein eigenes Leben.


OMG - das wird heute aber lang ...
Keine Bange, Ihr müsst das nicht lesen :)
Ich nehme das nicht persönlich!

Irgendwann rief erneut die Pflegerin an:
unser Väterchen habe gesagt, er würde gerne zu mir kommen, aber er wüsste ja gar nicht, ob ich das überhaupt wolle - ob ich ihn anrufen könnte.
Ich rief also an und sagte ihm, dass ich mich auf seinen Besuch freute.
Entweder er hatte bereits wieder seine Ansicht geändert oder vergessen oder die Pflegerin hatte etwas falsch verstanden, denn er erklärte mir recht energisch, er wolle bleiben wo er sei und sich um seine "schöne und tolle Frau" kümmern.
Ist es böse, dann zu grinsen?
Die Adjektive, mit denen er meine Mutter beschreibt, werden immer mehr und immer netter.
Ich gab ihm Recht.
Ich gebe ihm eigentlich immer Recht, denn bei Widerspruch macht er eh dicht.
Ja, sagte ich, ab Mai kümmerst du dich wieder um "die Oma" und bis dahin kümmer ich mich erst mal um dich!
(ich will auch mal!)
Ich sagte ihm, er sei ein Mann von über 80 Jahren (er ist nicht alt!) und keine gute Tochter lässt einen Mann von diesem Alter allein in einem Haus!
Seine Mutter habe auch bei seinem Bruder gewohnt, als sie über 80 war!
Und darum würde er jetzt 2 Wochen bei mir wohnen!
Bis dahin war alles gut und richtig und verständlich argumentiert, aber dann habe ich Mist gebaut.
"Wo möchtest du denn lieber hin: zu mir oder ins Altersheim?"
Oh Mann, ich habe ihm ernsthaft mit dem Altersheim gedroht.
Glücklicher Weise hat er das wohl nicht recht mitbekommen, aber ich habe es meiner Schwester dennoch erzählt, damit sie weiß, wo es her kommt, wenn er doch mal "Altersheim" erwähnt.
Er erwiderte, er werde mit "denen" reden!
Jawohl!
Es scheint eine Art Autorität zu geben, die er zum Drohen einsetzt.
Seine ganz persönliche Beschwerdestelle.
Ja, mach das!, sagte ich, und dann kommst du her!
Es ist ja ein wenig böse, aber da ich ihm immer Recht gebe und nie widerspreche, kommt er verbal nicht gegen mich an und "gehorcht" im Endeffekt immer. Da wir es aber durchweg gut mit ihm meinen, wird er damit ja lediglich zu seinem "Glück gezwungen". Trotzdem komme ich mir gelegentlich etwas schäbig vor.

Keine von uns möchte ihn "reinlegen" und schon mal "ans Erbe".
Wer also meint, diese Zeit gerade sei nur schwer und schmerzhaft, irrt.
Das Verhältnis unter uns Schwestern wird immer inniger und die Demenz schenkt uns Möglichkeiten und Einsichten in unser Väterchen, die es nicht gab, als er noch nicht dement war.
Plötzlich erzählt er von seiner Kindheit, von früher, von allem möglichen.
Verabschiedet habe ich mich am Telefon zB mit "ich freue mich auf dich, ich habe dich lieb!"
und muss grinsen, denn das gab es in unserer Familie früher nicht.
Keiner hat diesem eher strengen Tyrannen je gesagt, dass man ihn lieb hätte.
Hach, und ganz wunderbar: die Demenz hat ihn unpolitisch gemacht!
Was habe ich die rechten Stammtischparolen immer gehasst!
Glücklicherweise hat er immer nur rechts geredet und konservativ gewählt (Kohl, Kohl und nochmals Kohl ...)
aber wenn man überhaupt je von Vorteilen an der Demenz sprechen kann, dann dass er jetzt nicht mehr automatisch auf faules Pack zu schimpfen beginnt, wenn irgendwo ein entsprechendes Schlagwort fällt.

Ach so ...
Als ich vom Abfallhof nach hause kam, bin ich gepflegt zusammengebrochen und habe den Rest des Abends mit einer Chipstüte auf dem Sofa verbracht.
Morgen ist Wiegetag *seufz*

Weg sind 2014:
Kram: 228,4 kg
Kilos: Que Sera, Sera?



Montag, 14. April 2014

Und erstens kommt es anders ...

Hier ist Funkstille, weil ich vermeiden möchte, einen bitterbösen Blog über meine Mutter, die tolle Frau, zu führen.
Zu meinem Unwillen schafft sie es aber immer wieder, sich zum Hauptthema zu machen.
Das ist wirklich lächerlich.
Ich bin nicht 15, sondern Mitte 40 und hatte für Jahrzehnte einen ganz wundervollen Abstand.
Räumlich und emotional.

Vor ein paar Tagen wollte ich wie ein kleiner Springteufel auf der Stelle springen und mir die Haare raufen.
Stattdessen lächelte ich hold, kippte weißen Rum in meine Cola und schlug vor, dass mein dementes Väterchen doch einfach 2 Wochen bei mir verbringt.

Fragt nicht ... elend lang, langweilig, verwickelt ...
Tatsache aber ist, die Pflegerin braucht Urlaub und alle anderen Lösungen waren noch viel bauchschmerziger.

Donnerstag bringt die Pflegerin ihn also mal eben die gut 500 km zu mir.
Eine gute Sache, den alten Herren mitsamt seinen Orientierungsproblemen aus seinem angestammten Haus zu rupfen und bei mir abzusetzen. Vermutlich können wir ihm jeden Morgen erklären, wer wir sind, wo er ist - wer er ist?
Immerhin kann ich ihm jeden Tag versprechen, dass ich ihn bald wieder nach hause bringe.

Und mir kann ich versprechen, dass am 05.05. dann wieder mein Alltag beginnt.
Oh, ich liebe meinen Alltag - ich sehe ihn nur so entsetzlich selten.

Nebenbei macht meine Tochter gerade ihr Abi.
Heute, um genau zu sein.
Und nach den Osterferien auch noch ein wenig ...
Und sie hat eine Wohnung gefunden.
Sie zieht also aus.
Auf Raten.
Morgen ein wenig. Nächste Woche ein wenig. Nächsten Monat noch ein bisschen mehr.

Hm, mir deucht, ich brauche einen neuen Alltag.

Ach ja, und eine Taille.

Aber derzeit ist mir eher nach Keksen ...

Donnerstag, 3. April 2014

14. Wiegetag

Noch höppel ich ein wenig meinem eigenen Alltag hinterher und versuche mein Ablagekörbchen wieder leer zu schaufeln und nebenbei den Haushalt von den Spuren der einwöchigen Mutterlosigkeit zu befreien, dafür die Vorräte wieder aufzustocken und auch noch den Kram mit der Versicherung wegen des Brandes in meinem Bad zu klären.
Aber immerhin habe ich heute Morgen an den Wiegetermin gedacht und bin auf die Waage gestiegen.

Dafür, dass ich mich in den vergangenen beiden Wochen eher unkontrolliert mit Chips und Keksen gemästet habe, bin ich doch überrascht, denn ich habe nicht zugenommen.
105,2 kg
Das möchte ich zwar eigentlich eher nicht wiegen, aber insgeheim war ich auf so etwas wie 114 kg vorbereitet.

Was die Kleiderkur angeht, vermute ich mal, dass ich von 52 Kleidungsstücken auf 60 aufgestockt habe.
Ganz schlau, hatte ich mir vor meiner Abreise hier zwar einen Beutel mit Wäsche gepackt, die ich in meinem Elternhaus waschen wollte, diesen dann aber doch hier vergessen.
Dadurch musste ich mir ein Set Wochentagunterhosen neu kaufen.

Weg sind 2014:
Kram: 159,9 kg
Kilos: 1,1 kg

Dienstag, 1. April 2014

Fazit

Das Alter ist echt Kacke, wenn man seinen eigenen Kindern nicht über den Weg traut!

Umgehend kommt mir dabei in den Sinn, dass meine Mama, die tolle Frau, nun sagen würde, dass das Leben bitter ist, wenn man den eigenen Kindern nicht vertrauen kann.
Boah, was bin ich froh, diesen beständigen Mix aus:
Keiner hilft mir!
Ihr sollt mich nicht so entmündigen!
Wer weiß, was die hinter meinem Rücken so treiben!

nun wieder hinter mir gelassen zu haben.

Da ich vor der Heimreise noch Freunde besuchte, traf ich erst nachts wieder in meinem Häuschen ein, knuddelte meine schlaftrunkenen Kinder einmal durch und trank meiner Tochter dann ihren "Hugo" weg, bevor ich selbst in mein Bett krabbelte.

Heute Morgen weckte mich mein Sohn.
Also, das was mein schulpflichtiger Sohn so "Morgen" nennt.
Da heute der 01.04. ist, brauchte er Geld für eine neue Fahrkarte.
Statt wie sonst aus dem Bett zu hüpfen und ihm das Geld zu geben, drückte ich ihm mein Portemonnaie in die Hand und schlief umgehend wieder ein.

Auf dem Esstisch fand ich später dann einen Zettel, auf dem er genau notiert hatte, welches Geld er aus dem Portemonnaie genommen hatte und wie viel ich zurück bekäme.
Ob er bemerkt hatte, dass mein Vertrauensbeweis mehr war, als bloße Trägheit?
Ha! Ich hatte seinen Abschiedsgruß auch noch mit einem "ich freu' mich auf dich!" beantwortet.

Natürlich werden hier in Kürze wieder die Fetzen fliegen.
Der Knabe ist 16 und ich bin eine alleinerziehende Freiberuflerin mit gruseliger Hypothek im Nacken.
Aber selbst wenn wir brüllend vor einander herumhopsen, wissen wir doch alle, dass das nur aus Liebe geschieht ...
Ich hopse in Erfüllung meiner pädagogischen Pflichten und er im Rahmen der Abnabelung von Mutti.
Das muss so sein.