Worum es hier geht

Sonntag, 30. März 2014

home sweet home ...

Heute Morgen begrüßte mich mein Väterchen mit dem Satz, dass er heute einen Spaziergang machen würde.
"Oh, fein", dachte ich.
Ein Spaziergang klang gut. Hauptsache, er würde nicht wie am Vortag alle paar Minuten fragen, wann wir meine Mutter besuchen würden.
"Meine Mutter, die tolle Frau, möchte dich nicht sehen!"
sagten wir ihm natürlich nicht.
Nein, nein, das Krankenhaus habe Besuche verboten, meine Mama braucht Ruhe, muss viel schlafen ... bla.
Aus der Kolonialherrin wurde auf die Art nun Dornröschen.

Meine Mama muss nämlich weinen, wenn sie ihren dementen Ehemann sieht.
Was für ein Glück, dass er ihren Anblick bei ihrem Schlaganfall vor knapp 30 Jahren so viel besser wegsteckte und sie seither treu umsorgte, statt sich eine gesunde, neue Ehefrau zu suchen.
Und da das Leben immer fair ist, wird seine Treue, Fürsorge und Liebe nun üppig belohnt.
"Das ist doch gar kein Mensch mehr! Der verblödet täglich mehr!"

Tja
Keine Bange, ich reiße mich immer und immer wieder zusammen und erinnere mich daran, dass sie natürlich nichts dafür kann, dass sie ihn einfach nicht mehr erträgt. Oder so.
Es ist Abend, ich bin müde, aber ich bekomme das mit dem Verständnis tagsüber besser hin.

Meistens jedenfalls.

Der Spaziergang, den mein Väterchen machen wollte, bestand übrigens aus den 25 km bis zur Klapse Klinik.
Wenn wir ihn nicht fahren könnten, würde er eben laufen.
Ein schwacher Trost, dass er das trotz aller körperlichen Fitness, die er mit seinen 84 Jahren noch hat, nicht schaffen würde.

Also wieder:
Nein, nein, das Krankenhaus habe Besuche verboten, meine Mama braucht Ruhe, muss viel schlafen ... bla.
Ja, wir haben mit dem Krankenhaus telefoniert, ja, der Mama geht es gut, sie muss schlafen.
Wenn er die Mama lieb hat, lässt er sie schlafen.
Natürlich würde er bemerken, dass ich lüge, wenn ich meine latente Wut auf meine Mama, nicht als Wut auf den doofen Arzt tarnen würde, der übrigens auch mir strengstens den Besuch bei meiner Mama verbietet.

Die Pflegerin hatte heute ihren freien Tag, sagte aber, dass sie morgen mit ihm zu meiner Mutter fahren würde, da sie es nicht über das Herz brächte, ihm diesen Wunsch abzuschlagen.

Und ich sagte dazu:
ich muss dann nach dem Frühstück aufbrechen und nach hause fahren.

Ich habe hier nun so viel wie möglich geholfen, Dinge zu organisieren und im Mai stehe ich wieder auf der Matte.
Aber was die Krankenhaus-Besuche angeht, halte ich mich raus.

Morgen kehre ich in mein Leben zurück und ich beabsichtige, Mittwoch wieder zu entrümpeln, meine Shopping-Diät zu halten und mir immer und immer wieder zu sagen:
es war ihre freie Entscheidung einander zu heiraten

Freitag, 28. März 2014

Remscheid sehen und sterben ...

Heute habe ich Remscheid gesehen.
Aus sehr großer Entfernung, da heute wunderbar klare Sicht war.
Das war ein wunderschöner Moment und ich genoss den ganzen wundervollen Waldspaziergang mit meiner Schwester, ihrem uralten Hund und eben die tolle weite Sicht.

Am Morgen hatte die Pflegerin mit meiner Mutter telefoniert, wann sie heute besucht werden möchte und sie bestand auf 17 Uhr.
Mein Väterchen war sehr traurig, dass er sie erst so spät besuchen konnte.
Ich verzichtete darauf, mitzufahren und machte stattdessen den schönen Waldspaziergang.
Wieder im Haus meiner Schwester klingelte das Telefon und dran war die laut weinende Pflegerin.
Meine Mutter verbat sich bis auf weiteres, Besuche oder Anrufe meines Väterchens.
Sie könne seinen Anblick einfach nicht mehr ertragen.

Ich fand die Idee der Pflegerin sehr gut und angemessen und habe dann einfach auch mal geweint.

nichts machst du je richtig!

Mit einem schiefen Grinsen stelle ich fest, dass ich wütend bin.
Oder zumindest ein sattes "Leck mich!"-Gefühl zustande bringe.
Dies hier dürfte mein Jahresurlaub sein.
Statt heute nach hause zu fahren, habe ich meinen Kindern gestern mitgeteilt, dass ich erst Montag nach hause komme.
Und das tue ich auch gerne.

Ja, ich klinge wirr, weil ich in diesem Chaosknäul aus Gefühlen, Organisatorischem, Frust und Erkenntnissen gerade keinen Anfang finde, gleich aber pünktlich am Frühstückstisch sitzen möchte.
Mein Väterchen kocht nämlich den besten Kaffee der Welt und den möchte ich auch heute nicht verpassen.

Am Mittwoch hatten meine Schwestern und ich ein von einer Therapeutin moderiertes Gespräch mit meiner Mutter.
Ich hielt die Moderation für eine gute Idee, da der Umstand, dass unser Väterchen klammheimlich hinter unserem Rücken in die geriatrische Station eingewiesen wurde, uns evtl. doch dazu hätte hinreißen können, unseren Unmut deutlicher zu formulieren, als meine Mutter es ertragen könnte.
Meine Sorgen waren unnötig.
Auch meine Schwestern äußerten tiefes Verständnis und boten konstruktiv Hilfe an.

Mein Väterchen hasst Krankenhäuser und schon immer fand er sehr drastische Formulierungen für Altersheime.
Die paar Tage in der geriatrischen Station haben ihn schon sehr verwirrt und meine Schwestern, die ihn dort besucht haben, schilderten mir, wie rasant er dort regelrecht "verwelkte".
Wir würden ihm daher gerne ermöglichen, so lange wie möglich in seinem Haus zu leben.
Derzeit ist seine Demenz so weit, dass er viele Wörter verloren hat.
Eigennamen, Ortsnamen, aber auch Begriffe, Formulierungen.
Da er gleichzeitig auch noch etwas schwerhörig ist und beständig zwitschernde Geräusche hört, ist oft nicht zu sagen, ob er etwas nicht oder falsch gehört oder falsch verstanden hat, oder einfach gedanklich gerade ganz woanders ist.
Er sitzt gerne sanft lächelnd dabei.
Unvermutet bietet er plötzlich Kaffee an und wuselt dann los um uns Kaffee zu holen, wenn wir welchen möchten.
Oft steht er auch auf und beginnt zu suchen.
Vorzugsweise seine Brille.
Und er sortiert.
Zeitungen, Rechnungen, Kontoauszüge, Kataloge ... alles schön aufeinander.
Er öffnet auch die Post der Pflegerin und gibt ihr dann den Inhalt ohne die Umschläge.

Wir haben ihr ein Postfach angeboten, aber sie lacht nur - es stört sie nicht und er darf ihre Post auch gerne sortieren.
Wir lernen den Unterschied zwischen Problemen und Eigentümlichkeiten.
Meiner Mutter haben wir vorgeschlagen, dass die älteste Schwester sich um die Bankangelegenheiten kümmert und meine Mami hat gerührt zugestimmt.

Wie lieb.

Leider hat sie dann unverzüglich der Pflegerin erzählt, dass dieser Tochter nicht über den Weg zu trauen sei und sie es bis zu ihrem letzten Atemzug verhindern würde, dass sie an die Konten käme.

Wie lieb.

Ich wusste schon, warum ich nicht vorgeschlagen hatte, ich könnte mich um die Bankangelegenheiten kümmern.
Unnötig zu erwähnen, dass meine Schwester nicht nur völlig vertrauenswürdig und korrekt ist, sondern auch noch Bankfachwirt.

Meine Mami hat bei dem ganzen Gespräch all unsere Hilfsangebote und mühsam ausgearbeiteten Vorschläge gerührt begrüßt und hat nicht im geringsten vor, irgendwas davon anzunehmen.
Sie empfindet unser Väterchen als Zumutung und möchte ihn vom Hals haben.
Das heißt natürlich nicht, dass sie ihn verlassen möchte, denn der Sozialstatus der liebenden Gattin eines reichen Fabrikanten ist ihr sehr sehr wichtig. Wichtiger als der Fabrikant selber ...

Bei dem Gespräch sprachen wir auch die Arbeitszeiten der Pflegerin an.
Von 8 Uhr morgens bis 18 Uhr und sonntags frei - darauf muss sie sich auch mal verlassen können.
Ja, das sah meine Mami ein.

Nach dem Gespräch übernachtete sie noch daheim, bevor es am nächsten Tag wieder in die Klapse ging.
(es tut mir Leid, aber das "Leck mich!" führt zu einer gewissen Freude an dem Wort Klapse)
Für den nächsten Morgen bestellte sie die Pflegerin für 7.45 Uhr, da sie geruhte ein Bad zu nehmen.
Wie die Pflegerin jetzt ihr Kind zur Tagesmutter brächte, war ihr wohl egal - die 8 Uhr Absprache auch.

Den Rest des Morgens bis zu ihrer Rückkehr in die Klapse, verschlucke ich jetzt lieber, da ich bei der Schilderung schlicht boshaft und gehässig klänge.
Fakt ist, sie möchte ihn so wenig wie möglich sehen und dass die ausführlichen Untersuchungen in der geriatrischen Station ergaben, dass unser Väterchen für sein hohes Alter erstaunlich fit sei, hat die Situation wenig entspannt.
Nein, eher gar nicht.
Aber wir freuen uns schon.
Wenn sie wieder die "ich habe solche Angst, dass er morgens nicht aufwacht"-Arie anstimmt, können wir sie gleich total lieb beruhigen, dass er sicher 100 Jahre alt wird.

Leider wird es aber nun so weiter gehen, dass man in der Psychiatrie schnell feststellt, dass sie völlig beratungsresistent ist und ihre Einstellung zur Demenz ihres Gatten nicht ändern kann.
In ihren Augen gehören "solche Menschen" aussortiert und den "Normalen" der Anblick erspart.
Sie gehört zu den entzückenden Zeitgenossen, die beim Anblick eines behinderten Kindes sagen, dass "so etwas doch heute nicht mehr nötig sei" oder sie beginnt den höchst informativen Satz "also früher hätte man so etwas ..."

Ich glaube, sie fühlt sich vom Schicksal völlig verarscht, dass ihre 3 dämlichen Töchter nicht einsehen wollen, WAS für eine Zumutung dieser Mann für sie mittlerweile ist. Sie hätte gerne, dass wir ihr das Problem vom Hals schaffen.

Und uns bricht es das Herz, dass er nur dafür lebt, ihr zu helfen, sie zu pflegen.
Wenn mein Väterchen uns nicht seine Lebensgeschichte erzählt oder Kaffee anbietet, sagt er gerne
"deine Mutter, das ist so eine tolle Frau!"
Kaffee ist mir lieber, bricht mir nicht das Herz.

Einziger Trost:
er hat sie geheiratet und sie war nie anders

Ok, das Leck mich!

Theoretisch kann sie die Wochenenden daheim verbringen.
Gestern aber teilte sie mit, dass sie dieses Wochenende lieber in der Psychiatrie bliebe, um zur Ruhe kommen zu können.
Schade um den freien Sonntag der Pflegerin.

Keine Bange, die Pflegerin hat frei ... ich werde mir einen sehr schönen Sonntag mit meinem Väterchen machen.
Ich werde den sehr bewusst genießen, denn ich ahne, lange werden wir seine Deportation ins Altersheim nicht mehr verhindern können. Aber es gibt sehr schöne Einrichtungen extra für Demenzkranke.
Mit etwas Glück vergisst er meine Mutter, diese unglaublich tolle Frau, auch irgendwann.

Dienstag, 25. März 2014

Die Dicke mit dem Kampfhund

Gestern fuhr ich gut 500 km von meinem Zuhause mit dem frisch abgefackelten Badezimmer zu einem Kreiskrankenhaus.
Dort war es dunkel und zu meinem Erstaunen lag so etwas wie Schnee.
In der geschlossenen psychiatrischen Station fand ich meine Mutter dort vor einem Fernseher sitzend vor.
Wir gingen zu einer Sitzecke und ich versuchte so zu tun, als sei es absolut alltäglich, seine eigene Mutter in der Klapse zu besuchen.
Dennoch beschwerte sich meine Mutter umgehend, ich würde sie anschauen, als sei sie irre.
Ich weiß nicht recht, wie man jemanden anschaut, der irre ist und noch viel weniger, wie man jemanden so anschaut, als sei er nicht irre.
Ein Mann stand mit geschlossenen Augen vor einem anderen Mann, der im Rollstuhl saß.
Im nächsten Moment saß er auf seinem Popo und der Rollstuhlfahrer streichelte ihm ganz lieb seinen Kopf.
Meine Mutter begann bitterlich zu weinen, dass sie mit solchen Irren zusammengesperrt sei.
Ich hatte eher das Problem zu erkennen, wer dort Patient war und wer dort arbeitete.
Als ich später wieder gehen wollte, sagte eine Dame zu mir, ich solle die Türe öffnen und fragte auch noch, ob ich Zigaretten habe. Ich sagte freundlich, dass ich Nichtraucherin sei und bemerkte, dass sie keine Handtasche trug, sondern ein Kissen.
Ein anderer Herr fragte mich, ob er mir die Türe öffnen solle.
Er trug ein geschmacksfernes Streifenhemd, stellte sich dann aber als kompetenter Pfleger heraus, der die Dame mit dem Kissen auch gekonnt davon abbrachte, mit mir eine Zigarette rauchen zu gehen.
Wenn mich der Brand in meinem Zuhause und die 500 km Fahrt noch nicht geschafft hatten, muss ich doch zugeben, dass der Besuch in dieser Station mich emotional durchaus angestrengt hatte.
Ich wäre lieber wütend auf meine Mutter, als so erfüllt von Mitleid.
Das Mitleid siegt derzeit aber.
Ich fuhr noch einmal 40 Minuten durch die Dunkelheit bis zu meinem Elternhaus.
Dort stellte ich mich meinem Väterchen als seine Tochter vor.
Er freute sich sehr, mich kennenzulernen und wir tranken ein gemütliches Glas Wein zusammen, bei dem er mir seine Lebensgeschichte erzählte.
Danach war es höchste Zeit um Schlafen zu gehen.
Er bot mir das Ehebett an und sagte, er könne auf dem Sofa schlafen.
Ich zog es vor, im Gästezimmer zu übernachten.
Ich zeigte ihm das Gästezimmer und das schon fertige Bett.
Da war er bereit, in seinem Bett zu schlafen.
Schön.
Während wir den Wein getrunken hatten, hatte ich einen sehr lautstarken Streit aus der Wohnung der Pflegerin gehört.
Ihr polnischer Lebensgefährte hatte beschlossen, sie heute noch zu verlassen und mit ihrem Auto nach Polen zu fahren.
Die Pflegerin war dagegen.
Sieh an, die Frau hat ein Privatleben und auch dort gab es Probleme.
Da der junge Mann einerseits sehr muskulös, trainiert und tätowiert war, andererseits sehr alkoholisiert, aggressiv und leider meiner Sprache nicht mächtig, fand ich es doch bedrohlich, als die Pflegerin übersetzte, dass er uns in dieser Nacht ermorden wolle.
Sie schlug vor, die Polizei zu rufen.
Ich rief die Polizei.
Ich erklärte, dass ich in meinem Elternhaus einen betrunkenen, randalierenden Polen vorgefunden hätte und ob sie ihn bitte dort heraus holen könnten.
Prompt kam ich mir wie eine Nazi-Braut vor.
Die Polizei brauchte kaum 1 Stunde, um den jungen Mann in den Polizeiwagen zu bringen und damit zu einem in der Nähe wohnenden Freund zu fahren.
Dabei waren die Polizisten übrigens sehr freundlich und verständnisvoll - mit ihm.
Gut ja, meine Geschichte war rückblickend besehen auch wirr.
Nein, ich wohne sonst nicht hier, nein, den Hausherren möchte ich bitte schlafen lassen und glauben sie mir, ein Gespräch mit ihm, nutzt ihnen nicht wirklich, denn er ist dement und die junge Dame hier ist seine Pflegerin.
Oh, sorry, die Hausherrin ist derzeit in der Klapse.

Ich habe nicht wirklich Klapse gesagt.
Danach musste ich die Pflegerin trösten, die starke Zweifel hatte, ob sie zu ihrem Lebensgefährten nicht vielleicht zu streng gewesen sei.
Ich zweifelte mit, denn er hatte regelrecht gebettelt, bleiben zu dürfen und als er ging, rief er immer wieder
"danke, Pfundi!", "danke, Pfundi!"
Ein Gefühl, als würde man ein niedliches kleines Angorakaninchen mit einem Fleischermesser abstechen.
Aber bevor die Polizisten kamen, hatte er auch sehr viel gefährlicher gewirkt.
Nachts träumte ich übrigens, ich sei Aufseherin in einem KZ.
Keine wirklich erholsame Nacht.

Morgens brachte die Pflegerin ihr Kind zur Tagesmutter und ihr Kampfhund suchte ihren Lebensgefährten.
Ich leinte den Hund an und ging mit ihm in den Wald, in dem ich unglaublich viel Zeit meiner Kindheit verbracht habe.
In meiner Kindheit war dort übrigens unglaublich viel mehr Wald.
Die Menschen, die mir begegneten, guckten nicht glücklich - das dürfte an dem Hund an meiner Leine gelegen haben.
Wenn ich mit meinem Hund spazieren gehe, gucken die Leute immer viel netter, als mit diesem Staffordshire Terrier-Mischling.

Wieder daheim, stellte ich mich meinem Väterchen als seine Tochter vor und er fragte mich, ob ich bekloppt sei.
Er wisse doch, wer ich sei.
Dann erzählte er mir bei frisch gekochtem Kaffee - er kocht übrigens den besten Kaffee der Welt - seine Lebensgeschichte und dann plauderte er sehr freimütig über seine Verdauung.
Oh, das wird meine leicht ekelanfällig Mami aber freuen, dass die Woche in der geriatrischen Station, seine Verdauung und deren Produkte zum geeigneten Plauderthema gemacht hat.
Mein Väterchen ist davon überzeugt, dass die Station von einem Vater und seinen beiden Töchtern betrieben wurde.
Ich denke mal, es waren ein Arzt und 2 Krankenschwestern.

Egal.
Den Tag verbrachte ich bisher damit, ununterbrochen zu beteuern, dass irgendwas kein Problem sei.
Auch die Rückkehr des mittlerweile wieder nüchternen Polen war kein Problem.
Immerhin hat die Pflegerin jetzt wieder gute Laune und so nüchtern ist er auch ohne Deutschkenntnisse wirklich nett.

Man liest sich ...

Freitag, 21. März 2014

und es kam schlimmer ...

Ich strample wie ein Frosch in der Regentonne bei dem Versuch, neben all der Hektik auch noch mein Leben und unseren Alltag zu leben.
Vormittags telefonierte ich hier da und dort und ergatterte dann auch noch einen Telefontermin bei einem "Verantwortlichen".
Vorher wollte ich noch schnell einkaufen und die Wäsche auf den Weg bringen.
Als ich die Waschmaschine anstellte, sprühten mir Funken entgegen.
Was?
Ich nahm meine Lesebrille und legte im Sicherungskasten die Sicherung der Waschmaschine um.
Wobei ich mich leise wunderte, weshalb der FI Schalter nicht umgeschlagen war.
Noch mehr wunderte ich mich, als ich wieder ins Bad kam und die Waschmaschine stur weiter wusch und Funken sprühte.
Mittlerweile qualmte es auch noch.
Ich holte den Besen und drückte mit dem Stiel auf den Tür-Öffner-Knopf.
Zu meinem Entsetzen schmolz der Knopf einfach und hing am Besenstiel, während nun Flammen aus der Waschmaschine schlugen.
Immerhin wusch sie nicht auch noch unverdrossen weiter.
Entschlossen griff ich zum Telefon um die Feuerwehr zu rufen, aber mir fiel die Nummer nicht ein.
Immerhin begriff ich, dass ich wohl die Nerven verloren hatte und ich entschied souverän, jetzt fachmännische Hilfe zu suchen.
Also rannte ich aus dem Haus zu den Nachbarn und bat sie, mir die Feuerwehr zu rufen und ihn, sich meine brennende Waschmaschine anzuschauen.
Tat er.
Und griff zu meinem Putzeimer.
Der Inhalt ergoss sich schwupps über die Flammen, die sich daraufhin verkrümelten.
Da alles voller Qualm war, begann mein Nachbar erbärmlich zu husten und ich zerrte ihn wieder aus dem Haus, damit er mir keine Rauchvergiftung bekam.
Viel Qualm aber immerhin keine Flammen mehr.
Und nun kam der Notarzt, die Polizei und gleich 2 Einsatzwagen der Feuerwehr.
Die Feuerwehr prüfte mit einem Infrarotgerät die Temperatur der Waschmaschine und meinte, sie stelle kein Risiko mehr dar.
Dennoch bat ich sie, die Maschine bitte in den Garten zu stellen.
Nicht, dass das blöde Ding plötzlich doch wieder Funken sprühte ...

Als alle wieder weg waren, lüftete ich gründlichst, ließ die Hunde wieder ins Haus und schrubbte Bad und Flur.
Ach ja, und gelegentlich wimmerte ich ein wenig vor mich hin.

Als nächstes merkte ich, dass mein Herd und die Spülmaschine keinen Strom hatten.
Der FI Schalter ließ sich nicht mehr umlegen ... aha ... und schon telefonierte ich nach einem Techniker, der später auch kam und den defekten Schalter aus dem Sicherungskasten austauschte.

Der unerschrockene Nachbar hat mir den Waschmaschinen-Händler seines Vertrauens vorbei geschickt und so werden nächste Woche - in meiner Abwesenheit - ein neuer Trockner und eine neue Waschmaschine geliefert.

Ach ja, dann habe ich auch noch mit der Hausratversicherung telefoniert, die mir mittlerweile auch ein Formular gemailt haben, das ich ausfüllen muss.

Irgendwann patschte ich mir vor die Stirn und rief "den Verantwortlichen" an.
Als ich meine Verspätung damit begründete, dass meine Waschmaschine abgebrannt sei, lachte er mich derbe aus.
"So eine dämliche Ausrede habe ich ja noch nie gehört!"
Und tataaa, bekam ich einen neuen Termin für den nächsten Dienstag.
Fein ...
Der wird überrascht sein, dass ich dann nicht anrufe, sondern vor ihm stehen werde.

Jetzt habe ich nur noch das Problem, dass einige Teile meiner 52 Kleidungsstücke patschnass und eher ungewaschen in der Waschmaschine stecken und der Trockner auch defekt ist.

Ha ... das stört doch keinen großen Geist.

Donnerstag, 20. März 2014

das Alter ist nichts für Feiglinge!

Kleine Zwischenmeldung:

Es gelang uns nicht, den Einzug unseres Väterchens in die geriatrische Station zu verhindern oder ihn dort wieder herauszuholen.
An ihm liegt es nicht:
er versucht sein Bestes, einfach nach hause zu gehen, wird aber immer wieder "eingefangen".
Das wäre fast lustig, schlüge es uns Töchtern nicht so traurig auf den Magen.

Als ich mir heute Morgen meinen Kaffee aufbrühte, rief mich die Pflegerin an, dass sie soeben eine Überweisung der Hausärztin für meine Mutter erhalten hatte. Obwohl wir uns sehr bemüht haben, möglichst dipolmatisch und verständnisvoll zu sein, fühlte sich meine Mutter in ihrer Entscheidung wohl doch kritisiert.
Für die kommende Woche haben wir bei einer Therapeutin einen "moderierten Gesprächstermin" gebucht.
Eben damit alles fair und konstruktiv abläuft.
Aber allein die Tatsache, dass wir "mitreden" wollen, hat meine Mutter nun so persönlich genommen, dass sie von einem "Tribunal" spricht und ... heute mit Selbstmord drohte.
Ein Tipp: das sollte man einer Pflegerin gegenüber nicht tun, da diese verpflichtet ist, darauf zu reagieren und so wurde meine liebe Frau Mama heute in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen.
*kreisch*
Meine Mama ist in der Klapse!

Ok, ganz ruhig ...
Nächste Woche fahre ich hin und schaue mal, ob wir irgendwen aus der Parentalgeneration wieder ins Elternhaus bekommen ...

Gleichzeitg hat mein Sohn letzte Woche beschlossen, nun doch zu pubertieren.
Sonntag beschloss ich, meine Nerven durch einen Kinobesuch wieder etwas zu entwirren.
Als ich nach hause kam, hatte mein Sohn erkannt, dass das von mir zuerst entrümpelte Zimmer künftig sein Zimmer sein soll.
Sämtliche verbliebenen Schränke hat er daher in mein Büro geschoben.
Dabei zog er eine breite Spur der Verwüstung durch das Haus.
Mein Büro - verwüstet,
Der Flur - verwüstet
Sein Zimmer - verwüstet
das große Zimmer - verwüstet
die Mama - am Brüllen ...

Ok, ich hatte es erst noch geschafft, ruhig zu bleiben.
Ein gut gesetztes: der Papa hat es erlaubt
legte dann aber doch meinen Kippschalter auf Gebrüll.
Ein Telefonat später und mein ExMann war ausführlich darüber informiert, was er in meinem Haus und in Sachen Zimmerbelegung bestimmen darf.
(nichts)

Mittlerweile herrscht gelegentlich schon fast wieder so etwas wie Frieden in unserem Haus, auch wenn mein Sohn heute einen Anlass fand, recht böse zu fragen, ob im Zimmer meiner Mama nicht noch ein Bett für mich frei sei.
Da ist noch ein Bett, aber frei ist es nicht.
Meine Mama teilt ihr Zimmer nun mit einer höchst verwirrten Dame, neben der mein Väterchen wohl topfit wirken würde.

Ja, ich habe gegrinst.
Aber nur ganz ganz kurz mal.

So, entrümpelt habe ich erst mal nichts mehr.
Diätet auch nicht.
Dafür habe ich sowohl in meiner Shopping-Diät, als auch der Klamottenkur versagt.
Eine meiner Leggins hat "aufgegeben" - 49 - dafür habe ich nachts mal wieder online geshoppt.
1 Kleid, 1 Jacke und ein wunderschöner Seidenschal mit Schmetterlingen.

Die Schmettergage, wie Maulwurfn sagen würde.

Macht 52 Kleidungsstücke.

Ich schicke nichts zurück, sondern werde das Outfit anlässlich meines Besuchs meiner Mutter in der Psychiatrie einweihen, falls sie nicht schon am Wochenende wieder nach hause geschickt wird.

Merkt man eigentlich irgendwie, dass ich schockiert bin?
Ich bin schockiert.

Donnerstag, 13. März 2014

die Kolonialherrin

Sieh an ...
In den Händen einer liebevollen, polnischen Betreuerin mutiert mitten in Deutschland eine Greisin zur Kolonialherrin, die schon ein kaltes (frisch gekochtes, gepelltes) Ei zum Anlass nimmt, wütend Beleidigungen zu brüllen.
Und aus dem familiären "Du" wird eine Demütigung.
Nebenbei erfahren wir, dass ein dementes Väterchen als solche Zumutung empfunden wird, dass er kurz vor seiner Deportation in die geriatrische Station steht.
Der Vorteil des Landlebens ist, dass so etwas nicht ganz so lange ein Geheimnis ist, wie die Kolonialherrin von heute sich das wohl vorgestellt hat.

Bis das eine oder andere geklärt ist, wird es hier sicherlich erst mal etwas ruhiger.
Das Kleiderfasten ziehe ich problemlos durch, aber ich sehe die eine oder andere Chipstüte auf mich zukommen, die mich aber vor einer Haftstrafe wegen Muttermordes bewahren werden.

Dienstag, 11. März 2014

Klamottenkur Tag 6

Tag 6 und meine Begeisterung für die Klamottenkur steigt weiterhin.
Heute habe ich flugs den Rest meiner Kleidung durch sortiert, die auf Bügeln im Kleiderschrank hing.
1 Jacke ist zu eng,
2 Sachen möchte ich noch nicht einmal mehr anprobieren und lege sie auf den Flohmarktstapel (1.112 Gramm)
und 9 Sachen passen gefallen mir.
-> Von bisher 73 Kleidungsstücken kommen nur 38 wieder in den Schrank

Nebenbei habe ich beschlossen, alles noch einmal anzuprobieren, bevor es wirklich in den Schrank kommt, denn ich merke, dass ich immer wählerischer werde.
Und ich begreife, dass ich so viele Kleidungsstücke besitze, dass es keinen einzigen Grund gibt, je wieder etwas zu tragen, in dem ich mir eigentlich gar nicht gefalle.
Viel zu oft habe ich gleich morgens irgendwas übergeworfen, mit dem ich später putzen, im Garten arbeiten oder mit den Hunden eine Schlammrunde drehen konnte ... und lief dann den ganzen Tag darin herum.
Vorbei!
Jetzt mache ich mich morgens schick und ziehe mich flugs zu den Anlässen passend um.
Mit so wenig Kleidung geht das ratzfatz, da es nicht viel zu entscheiden gibt.
Und wenn dann der Postbote oder Bekannte zufällig reinschneien, während ich gerade das Klo schrubbe, bin ich weiterhin noch liebevoll geschminkt und frisiert.
Im Fall von Überraschungs-Freunden, dürfen die schon mal Kaffee kochen, während ich wieder in meine schönen Sachen schlüpfe.
Ohne nachdenken zu müssen, denn das habe ich ja schon morgens erledigt.
Das macht insgesamt echt gute Laune.

Einzig, dass ich mein "Beerdigungs-Kleid" nicht im Schrank habe, ist schade.
Nicht, dass irgendjemand gestorben ist, aber gerade heute würde es mich irgendwie aufbauen, es schon mal ein wenig zu tragen ...
Böse, bitterböse, bitterfotzig ... ich weiß, aber mittlerweile stehe ich dazu.
Eigentlich bin ich für gesunde Konfrontationen auf Augenhöhe, aber was, wenn der Gegner zwar stichelt, frustriert und zielsicher Porzellan zerschlägt, einer Konfrontation aber gar nicht (mehr) gewachsen ist?
Ich bin sehr froh, dass ich sehr viel Unmut in meiner Jugend ausgelebt habe und heute eigentlich alles gesagt und keine Rechnung mehr offen ist.
Ich habe mich klar entschieden, mich zu kümmern und zwar, weil ich nicht damit leben könnte, jemand zu sein, der sich nicht kümmert. Aber ich habe mich ebenso klar entschieden, mich innerlich abzugrenzen und da mag es böse sein, regelrecht niederträchtig, im beschwippsten Zustand des Nachts schon mal ein schönes schwarze Kleid online zu shoppen und noch viel böser, es im wieder nüchternen Zustand nicht flugs zurück zu schicken, sondern es gelegentlich mal anzulächeln -
aber es hilft!

Übrigens habe ich einer Schwester kichernd mein kleines Geheimnis anvertraut.
Darauf sie:
ach, dafür habe ich sicher noch irgendeine alte schwarze Hose im Schrank!
Da kaufe ich doch nichts Neues!


Danach haben wir minutenlang gekichert, uns sehr gefreut, dass wir keine Politiker sind und ein Mitschnitt dieses durch und durch boshaften Dialogs je bei Youtube landet und dann haben wir frisch gestärkt noch mehr Lebenszeit, Lebenskraft und Lebensfreude an jemanden abgetreten, der mir ganz liebevoll einen Aufenthalt im Biggest Loser Camp spendieren möchte.

Als ich meine Tochter zuletzt sah, zitierte ich den Bachelor (ich habe nur eine Vorschau auf die nächste Folge gesehen - auf den Typ könnte man mich festketten - ich würde mich losrosten!)
"Schatz, du bist eine unfassbar tolle Frau!"
und, was meint Ihr, was sie nach 20 Jahren unter meinem mütterlichen Einfluss antwortete:
"Stimmt, Mami! Das muss bei uns in der Familie liegen!"

So, weiter zur Klamottenkur:
beim Anprobieren fällt mir auf, dass mir Dinge, die ich lange nicht mehr anprobiert habe und eigentlich zu den Mitgliedern der "zu eng"-Fraktion zählte, mir prima passen und stehen.
Abgenommen habe ich nicht - eher im Gegenteil.
Also bin ich entweder "fester" geworden, verstecke innerhalb des Gewobbels plötzlich Muskeln, wo früher keine waren,
oder mein Blick auf mich selbst ist freundlicher geworden.
Oder ich brauche eine neue Brille.

Vorhin hatte ich aber ein Top an, das ganz klar am Bauch gespannt hat, als ich es zuletzt anprobiert hatte.
Nun sah ich darin ... dick aus, weil ich dick bin, aber es spannte nicht.
Und mein Töchterlein, die oft verzweifelt nach diplomatischen Worten sucht, meinte spontan:
das ist schön! Lass das an!

Ließ ich nicht, aber es wartet nun auf dem "Passt!"-Stapel auf das Ende der Fastenzeit.





Weg sind 2014:
Kram: 159,9 kg
Kilos: 900 Gramm

Montag, 10. März 2014

Klamottenkur Tag 5

Am Wochenende kam ich nicht dazu, meine 10 Kleidungsstücke täglich zu sortieren.
Das geht zwar eigentlich ganz schnell, aber mein Sohn hatte zu einer Lan-Party geladen und ich mochte nicht zwischen all den Halbwüchsigen hin und her wuseln und irgendwas anprobieren.
Erstaunlich, wie ruhig 8 junge Männer sein können.
Ruhig und irgendwie gruselig, wenn sie über Tage reglos vor ihren Computern hocken und dabei immer müder und ungeduschter wirken.

Heute habe ich dann auf einen Rutsch gleich 41 Kleidungsstücke sortiert (sollten nur 40 sein, aber ich hatte mich verzählt)
Davon kommen nach Fastenende 22 wieder in den Schrank
6 waren zu eng
und 13 kommen mit zum Flohmarkt


-> Von bisher 61 Kleidungsstücken kommen nur 29 wieder in den Schrank

Einerseits freue ich mich auf einige meiner Kleidungsstücke sehr,
insbesondere angesichts des sommerlichen Wetters,
andererseits genieße ich weiterhin den übersichtlichen Schrank und das schnelle "Angekleidet Sein".

Sehr zum Unwillen meiner Tochter liebäugle ich immer heftiger mit dem Gedanken, ihren Kleiderschrank ab dem Herbst mit zu benutzen, wenn sie ausgezogen ist.
Natürlich bleibt ihr Zimmer weiterhin noch ihr Zimmer (zum Unwillen meines Sohnes), damit sie uns an den Wochenenden heimsuchen besuchen kann.
Aber frei werdenden Platz in ihrem Kleiderschrank könnte ich zum Auslagern überflüssiger, aber noch gewollter Kleidung nutzen.

Mal schauen.

Wegen der Kinder muss ich schon immer relativ häufig waschen, daher werde ich nicht knapp an frischer Wäsche.
Meine BHs wasche ich grundsätzlich abends von Hand, da sie dann viel länger viel schöner bleiben, als Waschmaschinen-Wäsche.
Sie trocknen problemlos über Nacht und ich komme also bisher mit 2 Stück prima aus.
Nach Trägern und Farbe habe ich sie so ausgesucht, dass sie zu allem passen, was noch im Schrank hängt.

Wirklich gut an der Klamottenkur ist für mich, dass ich so viel schneller und bestimmter Kleidung für den Flohmarkt aussortieren kann. Sich einfach mal deutlich zu machen, mit wie wenig man eigentlich auskommt, lässt einen viel schnelleren Abschied von Kleidung zu, in der man sich nicht (mehr) wirklich gefällt.
Dazu kommen noch jene Kleidungsstücke, bei denen einem plötzlich der unangenehme Anlass präsent ist, zu dem man sie mal getragen hat. So flog soeben ein Paillettenkleid in die Flohmarktkiste, das ich zum 18. Geburtstag meiner Tochter getragen hatte - das war witzig und eher ein Grund das Kleid aufzuheben! - aber ein Jahr später war ich zum Geburtstag meines Lieblingsonkels eingeladen. Wegen einer schweren Erkrankung war durchaus möglich, dass dies sein letzter Geburtstag war und ich stand sehr ratlos vor meinem Kleiderschrank.
All meine schicken Klamotten waren schwarz und könnten von mir ganz hervorragend auch gleich noch zu seiner Beerdigung getragen werden. Das ging doch gar nicht!
Das knallblaue Paillettenkleid war eher ein Gag für die Party meiner Tochter gewesen.
Ich sehe darin aus wie eine Discokugel.
Allerdings kenne ich nur sehr wenige Leute, die angesichts einer Discokugel nicht grinsen müssen und so fuhr ich kurz darauf kurzentschlossen im Paillettenkleid zum Senioren-Geburtstag.
Von meiner Mutter erntete ich einige missbilligende Blicke und Kommentare.
Auch meine Cousins und Cousinen wirkten durchaus verblüfft, aber mein Onkel fand es Klasse!
Party!
Mittlerweile ist mein Onkel tatsächlich gestorben und ich war in einem meiner vielen schwarzen Anlass-Kleider bei der Beerdigung.
Was war das für ein lebensfroher, lebenshungriger und mutiger Mann.
Ich vermisse ihn sehr.
Und da mir nun alleine beim Anblick des Pailettenkleids schon die Tränen kommen, ist es nun in der Flohmarktkiste verstaut und verwandelt bald (hoffentlich) eine andere Dicke mal in eine Discokugel.

Ich glitzere sehr gerne.
Das ist nicht gerade stilvoll oder schick, macht mir aber Freude.
Ich habe mehrfach verkündet, dass ich nach meinem Tode bitteschön eingeäschert und zum Diamanten gepresst werden möchte.
Dann kann ich ewig glitzern und meine Tochter hat mich am Hals!
-> Diamantbestattung



Weg sind 2014:
Kram: 158,8 kg
Kilos: 900 Gramm

Sonntag, 9. März 2014

2015 - mein Jahr ohne Aroma

Gerade habe ich eine Idee für 2015 bekommen.
Da ich mich immer mehr mit meiner Ernährung beschäftige und derzeit auch noch Fastenzeit ist, schmöker ich mich querweb durch Blogs und Artikel.
Ich koche gerne mal vegan, lausche durchaus interessiert Berichten über ayurvedische Ernährung, den 5 Elementen, veganer Ernährung, vegetarischer Ernährung etc. aber nichts davon "packt" mich.
Auch die Diät-Wunder, fettarme Ernährung, Low Carb oder oder oder zieht mich nie wirklich in ihren Bann.
Ich mag es vielfältig und möchte mich nicht einschränken in den vielen kulinarischen Möglichkeiten.
Mir keine Geschmackserlebnisse nehmen.
(bis auf Mangold, Grünkohl, Schwarzwurzeln und Hirn, grätenreiche Fische und alles was mich beim Kochen oder gar noch vom Teller aus anguckt)

Was ich möchte, ist "echtes Essen" - "richtige Lebensmittel".
Wenn ich zB Erdbeerquark esse, möchte ich darin Folgendes:
Quark
Milch oder Sahne, damit es cremiger wird
Erdbeeren
Zucker und Zitronensaft, damit es erdbeeriger schmeckt
evtl. noch das Mark einer halben Vanille-Schote

Wenn ich Erdbeerquark kaufe, bekomme ich
Speisequark
Joghurt aus entrahmter Milch
22% Fruchtzubereitung
(Erdbeeren, Zucker, Aroma, modifizierte Maisstärke, färbende Frucht- und Pflanzenkonzentrate
(Rote Bete, Aroniabeeren, schwarze Karotte))

Rote Bete, Aroniabeeren und schwarze Karotten geben die Farbe, die Maisstärke die Festigkeit, Zucker und Aroma den Geschmack)
Würde ich das selber machen, könnte ich zB Kartoffelstücke mit roter Bete färben und in Quark rühren.
Ich vermute, sie benutzen gleich 3 rote Gemüse- bzw Obstsorten, damit die Erdbeere weiterhin den vordersten Platz in der Zutatenliste behalten darf?!)

Und auf diesen Bockmist möchte ich möglichst verzichten.
Ich weiß nicht, ob Aroma nun schadet, aber das Zeug gaukelt mir ein Erdbeerquark-Erlebnis vor, wo gar kein Erdbeerquark-Erlebnis stattfindet.

Febreze macht dazu die passende Werbung - Dank des Raumduftes sitzen da Menschen mit eklig stinkenden Menschen oder in eklig stinkenden, dreckigen, widerlichen Räumen und schwärmen von blühenden Gärten.
Aroma lässt uns an dreckigen Socken kauen und den köstlichen Geschmack loben.
Modifizierte Stärke, Dextrose, Natriumnitrat, Konservierungsstoffe, Saccharose, Antioxidationsmittel, Natriumascorbat ... und sie sie alle heißen, sorgen für eine überzeugende Fleischkonsistenz und das passende Kau-Gefühl.
Dann noch die Geheimzutat "Rauch", die nichts mit räuchern zu tun hat und damit der Dreck sich auch nach Wochen noch verkaufen lässt, wird unter Sch(m)utzatmosphäre verpackt.
Da kann man die Ware dann von allen Seiten betrachten, man kann sie auspacken, riechen und schmecken:
dass das Fleisch längst verrottet ist, schmeckt und riecht man nicht.
Aber man isst dennoch verrotetes, minderwertiges Fleisch.


Febreze kommt mir schon nicht ins Haus - wenn es nach Hundepups duftet, wird gelüftet und nicht gesprüht.
Man hat herausgefunden, dass in Haushalten, die Raumdüfte einsetzen verstärkt Allergien, Migräne oder "Zappelphilipe" aufkommen.
Kann natürlich auch sein, dass die Ursachen für den Raumduftbedarf zu Allergien, Migräne oder Gezappel führt.
Wenn ich in so ein Raumduftzuhause komme, tippe ich jedenfalls immer darauf, dass da jemand keine Lust zum Putzen, Lüften oder Staubsaugen hat und deshalb lieber gegen den Dreck ansprüht

und wer mit "Aroma" kocht, kann halt entweder nicht kochen oder muss Dreck auf Geschmack prügeln.

Schon jetzt kommen mir keine Backmischungen oder Fertig-Tüten von Knorr und Co ins Haus.
Knorr-Fix für Weihnachtsgans oder was immer sie anbieten.
Denn man muss ja noch immer eine Gans kaufen, frisches Gemüse etc.
Und wenn man all das dann geputzt und kleingeschnitten hat, soll man eine Tüte Dreck reinstreuen?
Warum?
Früher habe ich mir geärgert, wenn ich ein interessantes Rezept fand und mittendrin dann stand, dass eine Tüte "Knorr-Fix" für rein soll (oder Zwiebelsuppe aus dem gleichen Hause).
Heute gebe ich dann schlicht Butter, Stärkemehl, Salz und Pfeffer mit dazu (und Zwiebeln)
Und damit schmeckt mein Essen IMMER besser, als der durch die Tüte versaute Kram.
Der Sinn dieser Tüten erschließt sich mir nicht.

Bzw bis gestern.
Eine gute Bekannte hat eine sehr nette, aber geistig leicht behinderte Tochter.

Als wir uns gestern über Tütenmampf unterhielten, sagte meine Bekannte jedenfalls, dass diese Tüten gerade bei den Menschen mit geistigen Behinderungen beliebt seien, da sie a) Werbung komplett für bare Münze nähmen und b) sehr viel Vorbereitung, wie zB ein Rezept aus dem Kochbuch auszuwählen, einen Überblick über eigene Vorräte zu behalten, einen Einkaufszettel zu schreiben und dann auch noch angemessen zu würzen, schlicht überfordert.

Traurig sei dabei einfach, dass diese Tüten den Geschmack derart prägen, dass den Leuten irgendwann eine echte Tomatensuppe nicht mehr schmeckt, da sie neben dem Tütendreck einfach fade schmeckt, sofern man nicht den Anteil an Fett, Salz und vor allem Zucker drastisch erhöht.

Das ist ja auch die Krux an all den Kinder-Lebensmitteln.
Die werden nicht etwa schonender zubereitet, sondern elendig süß und künstlich aromatisiert.
Esst mal einen Fruchtzwerg - damit trimmt die Lebensmittelindustrie unsere Kinder auf zu süß und weg von echtem Obst.
Nach 3 Jahren Fruchtzwerg ist so ein Apfel doch eine echte Strafe ...

Ach ja ... und Backmischungen?
Die größte Arbeit beim Backen, ist für mich das "Küche Putzen danach".
Eine Arbeit, die ich mir ganz bestimmt nicht mache um einen Kuchen/ein Brot aus minderen Qualitäten + Chemie, Farbstoffen und Aroma zu backen.

So, und 2015 gedenke ich mich nicht nur von den Extrem-Fällen fernzuhalten, sondern schlicht gar keinen künstlich aromatisierten Dreck mehr zu essen.
(zum Essengehen oder Einladungen von Freunden, muss ich mir natürlich etwas einfallen lassen)


Samstag, 8. März 2014

Shopping Diät

Ich weiß, ich schreibe nichts über meine Shopping-Diät.
Aber was soll ich auch schreiben darüber, dass ich nichts kaufe.
Ich surfe auch nicht, züchte keine Ratten oder spiele Tennis.
Was dazu führt, dass ich weder über Ratten, Tennis, noch das Surfen schreibe.
Und ähnlich geht es mir mit dem Kaufen.
Ich stelle fest, dass es keinen Verzicht darstellt.
Nicht weil ich so ein toller Mensch bin, sondern weil mir seit einigen Jahren sehr bewusst ist, dass ich zu viel habe.
Ich habe so viel gekauft, geschenkt bekommen oder geerbt, dass freie Flächen Mangelware wurden.
Und dann bin ich auch noch von einem großen Haus in eine kleine Räucherkate gezogen, in der hohe Wände Mangelware sind.
Hohe Wände braucht man aber um Schränke zu stellen.
Einen Keller gibt es bei mir nicht und das ist auch gut so, denn der wäre ständig voller Grundwasser und wie viele Nerven es schont, hier keinen Keller zu haben, sehe ich an meinen Nachbarn, deren Haus unterkellert ist und die beständig versuchen, durch Pumpen, Trocknen und ausgeklügelte Drainagen für einen trockenen Keller zu sorgen.
(Eine Drainage, die ständig voller Grundwasser steht, das nicht ablaufen kann, da wir sozusagen "unten" wohnen.)
Einen Dachboden habe ich, aber den würde ich gerne "entkramen", da ich den Dachboden alleine schöner finde.
Freier Blick auf Reet, Eichenbohlen und herrliche Dachbalken.
Nächster Punkt:
die "Kinder" sind auf dem Sprung.
Wenn ich ihr Spielzeug also aufhebe, dann für "die Enkel", die weder vorhanden, noch überhaupt geplant sind.
Ich habe für beide eine riesige Stahlkiste gekauft und hebe dort die liebsten Erinnerungsstücke auf.
Der Rest fliegt raus.
Allerdings eher selten auf den Müll, denn bei aller Lust am Entrümpeln, bin ich doch ein "Bewahrer" und meine Wegwerfmentalität hält sich in engen Grenzen.

Wenn ich also "shoppen" gehe, sehe ich in den Dingen nur "Arbeit" oder "zuviel".
Früher löste ein Entzücken ein automatisches "Haben wollen" aus, während ich jetzt denke, dass Dinge auch dann wunderschön sind, wenn ich sie nicht an mich raffe.
Im Gegenteil:
kaum nehme ich etwas in die Hand, taxiere ich umgehend das Gewicht, die Zerbrechlichkeit und damit die Versandart.
Als nächstes überlege ich insgeheim, was ein Verkauf wohl einbrächte.
Sehr lustig, wenn man sich selbst dabei erwischt.

Dieses Jahr möchte ich es so halten, dass ich nichts Neues kaufe - außer Verschleißteilen, die aber benötigt werden.
Hosen zB ...
Übliches Dicken-Problem:
ich rubbel die Innenseiten der Oberschenkel an den Hosen in kürzester Zeit durch.
Ok, übliches Problem aller beweglichen Dicken.
Ich liebe es, wenn mir ein dünner Mensch ganz lieb sagt:
"und wenn du täglich mal ein wenig spazieren gehst?! Nur mal so eine Runde um den Block?! Muss ja nicht weit sein!"

Das ist so.
Als dicker Mensch, ist Dein vermeintliches Problem offensichtlich und auch wenn Du gerade eigentlich ganz glücklich und zufrieden mit Dir bist, bekommst Du gerne mal ungebeten und vor Dritten sinnfreie Tipps - und das von Leuten, deren Probleme evtl. sehr viel drängender sind. Bzw vorhanden.
Gelegentlich erlaube ich es mir, mich zu revanchieren und zB darauf hinzuweisen, dass ich als Alleinerziehende übrigens prima zurecht komme und es gar nicht nötig ist, in einer toten, lieblosen Beziehung auszuharren. Bei einem Mann zu bleiben, der seinen ehelichen Pflichten lieber bei viel jüngeren, nicht angeheirateten Frauen nachgeht.

Man muss bei solchen Aktionen aber einplanen, das selbst ein
"sie hat aber doch angefangen!"
einen Ausschluss aus diesem Kaffeekränzchen nicht verhindern wird.

Darum lasse ich sinnfreie Tipps meist geduldig über mich ergehen und mich anschließend von ihren Gatten verführen ...
(Scherz)

Eines ist aber klar an so einer Shopping-Diät:
man erschwert sein gesellschaftliches Leben etwas, denn viel Kommunikation und Freizeitgestaltung läuft über das Kaufen.
Man zeigt einander, was man gekauft hat.
Man erzählt einander, was man kaufen wird, gerne kaufen würde oder irgendwann sehr günstig gekauft hat.
Oder man geht miteinander shoppen.
Ich gehe mit und merke dann gerne, dass die anderen nun mitleidvoll davon ausgehen, dass ich finanziell am Ende bin, da ich ja noch nicht mal die kleinste Kleinigkeit kaufe.
Wenn ich diesen Eindruck mindere, indem ich begeistert vom Entrümpeln und "weniger" berichte, schließe ich mich prompt auch aus, denn am Ende des Kaufrauschs packt die eine oder andere die Angst vor dem nächsten Kontoauszug.
Kollektives Blödsinngestammel, dass "diese Schuhe" ein dickes Minus aber wirklich, wirklich wert sind.
Und ich sitze schweigend daneben.
Ungut.
Zuletzt habe ich gefuscht und einen klaren Einkaufsauftrag meiner Tochter mitgenommen.
Sie wollte "Lauf Tights" mit "quick dry Effekt".
Gnadenlos enge Gymnastikhosen, die schnell trocknen.
Ich erinnere mich, wie die in den 80ern plötzlich mehr als out waren.
Wer im Sportunterricht irgendwas auf sich hielt, trug glänzende Satin-Shorts.
Ah, wer irgendwas auf sich hielt und schlanke Beine hatte.
Hatte ich - damals.
Gut, nun alles wieder zurück und lange, enge Hosen.
Im Gegensatz zu den alten Gymnastikhosen, sind diese aber am Hintern komplett blickdicht, auch beim Turnen.
Ist ja durch die neue Mode mit den String-Höschen auch besser so.
(für den armen Sportlehrer zB)
Beim letzten gemeinsamen Shoppen erbeutete ich also im Auftrag meiner Tochter Lauftights und jammerte mit den anderen über Kosten, rote Zahlen etc. bevor ich mich dann wieder für den hohen Nutzen der Lauftights begeisterte.
Daheim kassierte ich mein Töchterlein ab und alle waren glücklich.

Ok, also fusche ich sozialverträglich etwas bei der Shopping-Diät :)

Freitag, 7. März 2014

Klamottenkur Tag 2

Heute habe ich meine graue Jacke gesucht.
Im Gegensatz zu sonst, dauerte dies ca 1 Minute, denn ich sah auf einen Blick, dass sie nicht an der Garderobe hing und auf den 2., wo genau im Kleiderschrank sie hing.
Jacke suchen ist wie "Autoschlüssel suchen" sonst eine zeitraubende Angelegenheit.
Die 50-Kleidungsstücke-Geschichte macht weiterhin Spaß.
Ich bin viel schneller fertig gekleidet und bisher auch deutlich schicker als sonst.
Statt "du musst auch das mal anziehen ...", kann ich derzeit ja nur das anziehen, was mir wirklich gefällt.
Und diese verpflichtenden Kleiderstücke landen *zack* in der Flohmarkttüte.

Soeben habe ich wieder 10 Kleidungsstücke (weiterhin Dinge, die auf Bügeln im Schrank hingen) durchgesehen.

4 Teile landen voraussichtlich am Fastenende einfach wieder im Schrank.
1 Bademantel landet im Müll - ich konnte mich bisher nicht dazu durchringen, aber heute, denn ich trage ihn eh nie, da er Fäden gezogen hat und dadurch sehr schäbig wirkt. (1.045 Gramm)
3 Kleidungsstücke warten auf den Frauen-Flohmarkt. (1.092 Gramm)
2 Kleidungsstücke sind schlicht zu eng/klein - nicht meine derzeitige Kleidergröße.
-> Von bisher 20 Kleidungsstücken kommen nur 7 wieder in den Schrank

Statt eine neue Kiste zu kaufen, habe ich übrigens lieber eine der Kisten auf dem Dachboden umgeräumt. Es lagern Unterlagen darin, die ich für das Finanzamt aufheben muss. Nach allem, was einem im Laufe der Jahre so vom Finanzamt zugemutet wird, denke ich mal, dass leicht moderig duftende Unterlagen durchaus angemessen sind. Daher sind die Steuerunterlagen nun weniger luftdicht verpackt und ich konnte meine Shopping-Diät einhalten.
Es erschien mir widersinnig, weitere Kisten anzuschaffen, wenn ich den Dachboden doch eh nebenbei auch noch weiter entrümpeln möchte.

Als ich heute ein paar Kleidungsstücke anprobierte, stieß ich auf einen Pullover, der mich schlicht begeisterte.
Er steht mir auch in meinen derzeitigen Dimensionen ganz wunderbar und ich möchte ihn tragen, tragen, tragen.
Spontan nahm ich einen anderen Pullover aus dem Kleiderschrank und sortierte ihn zum Flohmarkt-Stapel.
Da ich ihn in den letzten beiden Tagen nicht trug, finde ich das völlig legitim.
Und gerade den Umstand, dass ich ihn auch nicht tragen wollte, machte mir klar, dass ich ihn gar nicht mag.
Die Farbe war nett und ich passe rein ... leider reicht dies wohl schon um einen Kaufreflex auszulösen, denn ich glaube nicht, dass ich ihn oft oder gerne getragen habe.




Weg sind 2014:
Kram: 157,1 kg
Kilos: 900 Gramm

Facebook entrümpeln: Abschied von den Farm Heroes

Schon vor einem Jahr hatte ich alle Facebook-Zeiträuber auf einen Rutsch "entrümpelt".
Es fällt übrigens leichter, wenn man nicht in die Spiele hineingeht um sie zu löschen, sondern in das "App-Zentrum".
Dort den Punkt "Deine Apps" anklicken.
Es erscheinen sämtliche Apps, die man bei Facebook benutzt.
Wenn man mit dem Maus-Zeiger auf die jeweiligen Spiele-Namen geht, erscheint im Kästchen oben rechts ein "X"
Dieses beherzt bei jedem Zeiträuber anklicken.
Danach Kaffee kochen und sich über die künftig gesparte Zeit freuen.


Wie gesagt, das hatte ich vor einem Jahr schon mal sehr erfolgreich durchgezogen und ich blieb auch reuelos abstinent.
Leider bat mich meine Mutter dann im Herbst, mich bei ein paar Spielen anzumelden, damit ich sie dort frei geben könnte.

Ach, ich muss sie ja nicht spielen, dachte ich noch (oder machte ich mir vor) und tat meinem armen, alten Mütterlein den Gefallen.
Sie hat ja sonst nichts ...
Was soll ich sagen?
Sie krebst bei den Farm-Heroes bei Level 37 herum und ich erreichte recht schnell Level 380 oder so.
Was hätte ich in der Spiel-Zeit alles machen können?
Leider haben solche Spiele eine absolute Sog-Wirkung auf mich.
Den Spuk habe ich nun beendet.

Jetzt muss ich nur noch meiner Mami erklären, dass ich ihr noch nicht mal so einen klitzekleinen Gefallen tun kann.

Wünscht mir Glück!

Weg sind 2014:
Kram: 155 kg
Kilos: 900 Gramm

Donnerstag, 6. März 2014

Klamottenkur Tag 1

Wie geplant, habe ich 10 Kleidungsstücke - ich beginne mit denen, die auf Bügeln hingen - durchgesehen.

3 Teile landen voraussichtlich am Fastenende einfach wieder im Schrank.
1 Kleid, ein echtes Lieblingskleid landete nun doch im Müll, weil es einen Fleck an einer sehr präsenten Stelle hat.
Ich konnte mich nie überwinden, es weg zu werfen, weil ich es von einer echten Traumreise aus Stockholm mitgebracht habe, die Farben, das Material, den Schnitt und alles daran liebte ... Da ich es wegen des Flecks aber doch nie mehr trug, ist es nun doch im Müll (400 Gramm)
1 Kleid wartet auf den Frauen-Flohmarkt. Es passt mir noch, aber ich habe es zu oft getragen und kann mich darin einfach nicht mehr sehen. (440 Gramm)
5 Kleidungsstücke sind schlicht zu eng/klein - nicht meine derzeitige Kleidergröße und ich werde mir heute eine wunderschöne neue Kiste für sie zulegen (und damit gegen meine Shopping-Diät verstoßen)
Da wir aber ein Reetdach haben, brauche ich dicht schließende Plastikkisten, wenn ich Kleidung lagern möchte, sonst riecht alles nach dem alten Räucherdach und noch dazu verrotten Pappkartons schlicht recht schnell auf dem Dachboden.
(Dennoch möchte ich mit keinem das Dach tauschen - bei mir gibt es Käuzchen, Fledermäuse und den Charme eines 250 Jahre alten Strohdachs :)


Von 10 Kleidungsstücken waren also 7 überflüssig im Schrank.
Ziemlich heftig.

Ansonsten habe ich meinen 1. Klamotten-Fastentag ausgerechnet in einem Outlet Village verbracht und ein Vermögen für Klamotten ausgegeben.
Mein Sohn hatte schon seit geraumer Zeit ein "ich habe nichts anzuziehen" gestöhnt und mir beim Waschen immer ein wenig Druck gemacht.
Ich habe ihn ganz schön angezickt, da wir im Herbst erst für ihn shoppen waren.
Vor seinem vollen Kleiderschrank forderte ich ihn also auf, bitte alles auszuräumen, was zu klein sei.
Daraufhin kippte er mir den Inhalt seines Kleiderschranks vor die Füße.
(Nur die Socken nicht ...)
Zu meinem Entsetzen hatte er Recht.
Ein paar Stücke ließ ich ihn anprobieren und ... sie waren zu kurz.
Alles was noch passte, war tatsächlich in der Wäsche und das war nicht wirklich viel.
Mit 16 verlässt er also Kleidergröße XL und passt nun in die XXL.
Und ich betone: alles andere ist zu kurz.
Nicht etwa zu eng.

Ich hoffe sehr, er ist jetzt fertig mit Wachsen.
Und stehe nun vor einem XL-Klamotten-Gebirge, das ich bei Ebay einstellen werde (aber nicht zum Entrümpeln zählen kann, da wir ja Nachschub organisiert haben)

Meinen Nachwuchs lasse ich mit meinen Entrümplungs-Ideen einigermaßen in Ruhe.
Sie bekommen mit, was ich tue; wir reden darüber, aber ich fordere sie nicht auf, es mir nach zu tun oder spotte gar über gewisse Sammelleidenschaften oder Shopping-Freuden.
Dennoch färbe ich ein wenig ab.
Sicherlich kein Zufall, dass mein Sohn zeitgleich mit mir nur noch passende Kleidung im Kleiderschrank haben will und nebenbei auch noch ein wenig "Kinderzimmer" zugunsten "Jugendzimmer" umgeräumt hat.
So wurden eine lustig flackernde Fackel-Lampe und ein Drachen-Stofftier verbannt.

Ja, Jungs, die mal eben einen Kleiderschrank kippen und wieder hinstellen können, machen ihren Müttern schon klar, dass sie so langsam "groß" werden.
(und irgendwann werde ich mir auch das "Hasi" endlich komplett abgewöhnt bekommen - immerhin bin ich mittlerweile so weit, noch schnell in Ha-rald abbiegen zu können, wenn mir wieder ein "Hase" entschlüpfen will.
Und Harald ist ihm tatsächlich lieber ... )

So, noch habe ich 50 Kleidungsstücke nicht als Einschränkung empfunden.
Tag 1 also geschafft.


Weg sind 2014:
Kram: 155 kg
Kilos: 900 Gramm

Euro-Starterkit entrümpeln

Heute Morgen war ich schon fleißig und habe als erstes mal den Tisch auf- bzw abgeräumt, den ich zu gerne immer und immer wieder zukrame.
Dabei fielen mir auch die beiden Euro Starterkits in die Hände, die ich damals für meine Kinder aufgehoben hatte.
Beide guckten sich die Sets in den letzten Wochen mal an, wir googelten, was sie wohl so wert sind ... und seither lagen sie auf dem Tisch herum.

Soeben habe ich sie final entrümpelt :)



Die Tütchen ganz vorbildlich in den gelben Sack und die Münzen in mein Portemonnaie.
Schon liegt wieder weniger Kram herum und ich habe mehr Geld in der Börse.

Ein Verkauf erschien die Mühe nicht wert und eine weitere Aufbewahrung sogar kontraproduktiv.
(evtl. jaulen meine Ur-Enkel irgendwann mal traurig auf, wenn sie sehen, dass so ein Starterkit dann mittlerweile fast 30,- Euro wert ist ... )

Außerdem habe ich beim Tisch-Entrümpeln noch weiteren Plastikkrams entsorgt, an dem keiner tieferes Interesse bekundete.


Weg sind 2014:

Kram: 154,2
Kilos: 900 Gramm

Mittwoch, 5. März 2014

So viel Platz!


gestern:
Schritte: 7.094
gekauft: 2 Hosen als Ersatz
Diät: oje, Hüttengaudi bei Mc D ...
entrümpel/aufgeräumt:
entsorgt/verkauft: 1 Buch versandt (Ebay)


Ich habe knapp 2 Stunden gebraucht, meine Kleidung ins Dachgeschoss zu packen.
Dabei habe ich in meiner 50-Kleidungsstücke-Liste auch noch eine Änderung vorgenommen, da ich noch einen Pulli und eine Jacke für unverzichtbar befunden habe. Beides geht von den Strümpfen ab.
Wer braucht schon Strümpfe?


Meine Tochter guckte meinem geschäftigen Treiben skeptisch zu.
Nicht zu skeptisch, da ich sie zur Schule bringen sollte ... und angesichts einer Tochter, die mich für irre erklärt evtl. die Lust an diesem Chauffeursdienst verlieren könnte.
Das wollte sie eher nicht riskieren ...
Daher beschränkte sie sich auf leise Skepsis und Kommentare wie:
ich glaube, ich käme alleine schon mit der Anzahl meiner Strumpfhosen auf über 50!
Ja, das glaube ich auch, da sie wundervoll lange, schlanke Beine hat, die sich am besten durch sehr kurze Röcke und blickdichte Strumpfhosen betonen lassen.
(Natürlich wären Nylons auch prima, aber auf Dauer werden all die sabbernden Männer auch lästig ...)

Ein paar Mal dachte ich zu Unrecht, ich sei schon fertig und musste gleich noch mal ran.
ZB hatte ich die Hakenleiste mit meinen Tüchern vergessen.
Etwas peinlich, dass ich unter all den Tüchern gleich auch noch einen vergessenen Beutel mit Strickzeug fand.
*hust*

Überhaupt hatte ich sehr viele "ach ja" Erlebnisse, wenn ich auf Kleidungsstücke stieß, die ich längst vergessen hatte.
Sehr witzig dabei ist, dass ich meinen Kleiderschrank vor 2 Jahren erst komplett entrümpelt hatte.
Ich stelle fest:
das kann man problemlos jährlich machen!

Gerade bei einer dicken, kleinen Frau wie mir, befindet sich vieles im Kleiderschrank, was sie gar nicht anziehen kann.
Jedenfalls aktuell nicht - aber evtl. in 1 oder 2 Wochen?! Monaten?!
Das heißt, ich habe bei 90% der Dinge, die ich heute auf den Dachboden geschleppt habe, das Gefühl, dass ich sie eh nicht trage.
Entweder nicht tragen kann, da ich nicht rein komme
oder nicht tragen will, da ich sie überhaupt nur deshalb gekauft habe, weil ich rein komme.
Verlegenheits-Säcke ...
und die ungeliebte Jeans, die ich zuletzt (nicht gestern) bei C&A erstanden hatte.

Gestern habe ich übrigens gefuscht, was meine Konsum-Diät angeht.
Für eine an den Oberschenkeln wieder mal durchgerubbelte Jeans, habe ich mir gestern zwei Jeans-artige Hosen ohne Reißverschluss oder Taschen gekauft.
Wie nennt man das?
Auch schon Jeggins?
Allerdings nicht eng.
Mit Pulli drüber sieht es auch wie Jeans (und ist ja auch gar nicht peinlich ...)
Und davon habe ich gleich 2 gekauft, da derzeit Schlammwetter ist und Hosen nach einer Waldrunde mit den Hunden entsprechend waschbedürftig aussehen.

Jedenfalls habe ich gestern meine teuersten, besten und schönsten Klamotten aus dem Schrank geholt.
Die Sachen, die sonst irgendwelchen Anlässen vorbehalten sind.
Mich gibt es bis Ostern also in schick, sportlich oder Hunderunde.

Bis Ostern werde ich nun täglich auf den Dachboden gehen und meine Kleidung sortieren in:

zu eng, aber behalten
zu eng - weg damit
passt - behalten
passt, gefällt mir aber nicht und weg damit

und
wtf (Was genau ist das? Warum habe ich das gekauft? Gehört das wirklich mir? Kann man das verkaufen, verschenken, essen?)

Die letzte Sparte kam mir in den Sinn, als ich einen schmalen Schrank ausräumte, den ich ca 2 Jahre nicht geöffnet habe ...





Mein Töchterlein hat die Gelegenheit genutzt und uns gleich mal 2 Tische auf einem Frauen-Flohmarkt gebucht.
Sie umkreiste mich den halben Vormittag wie eine Möwe ein Fischerboot.
Ein herrliches Alter, in dem man alles irgendwie haben möchte und auch irgendwann brauchen kann ...

Nachdem ich alles ausgeräumt, geputzt und wieder bestückt hatte und gerne ausgiebig duschen gegangen wäre, habe ich sie erst einmal in die Schule gebracht.
1 Stunde Fahrt insgesamt, damit sie nicht 5 Stunden in der Schule herumsitzt und "Freistunden" genießt.
Bei der Fahrt erzählte sie mir, dass sie in der Schule gemobbt würde, wenn sie nur 50 Kleidungsstücke besäße.

Keine Ahnung, ob ihre Einschätzung richtig ist.
Da sie gerade im Abi-Stress ist und ihr Leben sich dadurch gerade eh in einer recht aufregenden Umbruch-Phase befindet, werde ich nicht einmal versuchen, sie zu einem Mitmachen zu überreden.
Aber interessant ist schon, ob die Menge an Kleidung, auch mit diesem alten Zitat aus meinem WiSo-Unterricht zusammenhängt.

Wir kaufen Dinge, die wir uns nicht leisten können, von Geld das wir uns leihen müssen, um Leute zu beeindrucken, die wir nicht mögen.
sehr frei zitiert - das mit dem WiSo-Unterricht ist *kreisch* 30 Jahre her.
Adam Smith hieß der gute Mann - und jetzt werde ich kurz mal googeln :)

Ok, es gibt einen Adam Smith, aber wie mein Zitat nun korrekt lautet und ob es wirklich von ihm stammt, lässt sich so schnell nicht feststellen.
Egal: Tag 1 meiner Klamottenkur ist schon mal sehr anregend.

Und jetzt suche ich mal den Rest zusammen um den Blog hier wieder "richtig" zu führen.


Weg sind 2014:

Kram: 153,6
Kilos: 900 Gramm

10. Wiegetag 105,4 kg

Wir basteln uns einen Jojo ...

Wer hätte gedacht, dass Chips für meine Nerven so viel besser sind, als für mein Gewicht?

Ok, unerfreulich, aber nicht unerwartet.

Dienstag, 4. März 2014

Klamottenkur 05.03. - 20.04.

Gerade habe ich meine 50 Kleidungsstücke für die Klamottenkur bereit gelegt.
Morgen räume ich den ganzen Rest auf den Dachboden.
Davor habe ich wieder einmal den Einkaufsspaß in Sachen Hosen Kleidergröße 50 für kurze Beine durchlebt.
Ich brachte es einfach hinter mich ...

Bei meiner Liste mit den 50 Kleidungsstücken musste ich berücksichtigen, dass ich bei wechselnden Wetterlagen täglich mit den Hunden raus gehe, weniger täglich auf meinem Laufband oder Wii-Board Sport treibe und ansonsten eben Kleidung brauche, mit der ich mich mal eben im Dorf/bei Freunden blicken lassen kann und dann muss natürlich auch noch etwas für die "Anlässe" dabei sein.

Also:
3 Jacken/Mäntel für draußen
3 leichte bzw Strickjacken
2 Tücher
2 Jeans
2 Leggins
3 Paar Schuhe (dabei Turnschuhe, Straßenschuhe und meine Wald-Wiesen-Schuhe)
1 Paar Stiefeletten (sollte es sommerlich werden, tausche ich gegen Pumps aus)
1 Sporthose
9 Paar Strümpfe
2 Schlafanzüge
2 BH
2 Hemdchen (lang mit Spitze zum Rausblitzen lassen)
7 Unterhosen
2 Kleider
8 Shirts/Pullis
1 Body (extrem figurformend :)

Ich bin sehr gespannt und werde den Anlass gleich mal nutzen um die "Reste" in den nächsten Wochen auf Unnötiges durch zu sehen.

Allerdings reizt mich nur die Sache mit dem 50 Teile ... ich habe eher nicht vor, mir aus Altkleidern irgendwelche Bänder zu knüpfen und um den Hals zu hängen. "Während der Aktion hilft es sich mit ihr zu identifizieren, sich von nicht mehr benötigter Kleidung zu lösen, und mit anderen ins Gespräch zu kommen."
Auch protestiere ich nicht wirklich für oder gegen irgendwas, sondern probiere nur mal aus, ob ich ein derart drastisches "Weniger" im Endeffekt auch eher als "Mehr" empfinde.


The day after

Eine Woche in meinem Elternhaus und danach möchte ich eigentlich nur eine Wand anstarren und Chips essen.
Viele Chips.

Das Alter ist halt nichts für Feiglinge.
Ich bin völlig fix und alle.
Ausgelaugt, deprimiert, wund ... und auf dem Wege der Besserung.
Die Chips habe ich mir schlicht gegönnt.

Wenn ich etwas gelernt habe, dann welches Glück es ist, dass ich mich über Kleinigkeiten freuen und das Leben genießen kann.
Lebensfreude garantiert höhere Lebensqualität als Verstand.
Sage ich mal so, nach einer knappen Woche mit einem dementen Väterchen und einer depressiven Mutter.

Der heiterste Moment war der, als meine Mutter in einem Anfall ungewohnter Mütterlichkeit ausgerechnet bei den Biggest Losern ins Grübeln kam. Eine der Teilnehmerinnen weinte gerade, weil sie ein Auto durch die Gegend ziehen musste, als meine Mama fragte, was das denn kosten würde, so ein Camp-Aufenthalt.
Sie wollte mir tatsächlich einen Aufenthalt im Camp spendieren.
Wie lieb.
Ich konnte sie aber überzeugen, dass ich weder Autos durch die Gegend ziehen, noch in Anwesenheit von Unterwasserkameras baden wollte.


Sie merkt nicht, wie kränkend es ist, dass sie aus meiner Figur ein solches Problem macht und sie dauernd mit Blicken oder Worten kommentiert.
Sie leidet ein wenig darunter, dass immer weniger Besuch kommt und denkt, es liegt an der Demenz ihres Mannes, mit der wir aber eigentlich ganz gut zurecht kommen. Es ist so einfach, Väterchen zum Lächeln zu bringen und was möchte man schon mehr, als dass er Spaß hat.
Aber eine Depressive aufheitern, die kaum noch weiter, als bis zur eigenen Nasenspitze sehen und fühlen kann?
Im Flur stand eine Weihnachtstüte. Darin ein sehr schönes, gefilztes Windlicht. Das Weihnachtsgeschenk einer meiner Schwestern.
Ich habe es nun mal aus der Tüte genommen und dekorativ auf den Flurschrank gestellt.
Meine Schwester wird sich ähnlich beklommen gefühlt haben, angesichts ihres achtlos beiseite geschobenen Geschenks, wie ich, als ich den gemalten Sonnenaufgang samt Sinnspruch meiner Tochter im Zeitungsständer unter der Fernsehzeitung fand.
Depressionen, die nur Kraft zum Jammern und für Tränen lassen und im Vorbeigehen dem Umfeld auch gleich noch die Kräfte rauben.

Ich werde weiterhin alle paar Wochen oder Monate mal hinfahren, aber ich muss mir für die Rückkehr dringend etwas anderes überlegen, als die "Chips-Kur" um danach wieder fit zu werden.

Für morgen habe ich schon mal etwas Witziges entdeckt:
ich werde meine Kleidung bis Ostern auf 50 Einzelteile reduzieren!

http://www.modeprotest.de/klamottenkur